Events | MessenSony lässt die CES 2027 erstmals seit Jahrzehnten komplett aus

Sony lässt die CES 2027 erstmals seit Jahrzehnten komplett aus

Sony zieht sich überraschend von einer der wichtigsten Technikmessen der Welt zurück. Der japanische Konzern wird auf der CES 2027 in Las Vegas erstmals seit Jahrzehnten komplett fehlen. Weder Sony selbst noch verbundene Unternehmen sollen einen eigenen Auftritt auf der Messe planen.

Damit endet eine lange Tradition. Sony gehörte über viele Jahrzehnte zu den festen Größen der Consumer Electronics Show und nutzte die Veranstaltung regelmäßig, um neue Fernseher, Audio-Produkte, Kameras und andere Technologien vorzustellen.

Der Rückzug passt allerdings zur zunehmenden Neuausrichtung des Konzerns. Gaming, Musik, Filme, Anime und andere Entertainment-Inhalte spielen für Sony inzwischen eine immer größere Rolle.

Sony verzichtet vollständig auf die CES 2027

Die CES 2027 findet vom 6. bis 9. Januar in Las Vegas statt.

Sony wird dort nach aktuellem Stand weder einen klassischen Messestand betreiben noch eine eigene Präsentation veranstalten.

Auch Tochter- und Partnerunternehmen sollen diesmal nicht stellvertretend für den Konzern auftreten.

Damit unterscheidet sich 2027 noch einmal deutlich von der diesjährigen CES.

Schon auf der CES 2026 gab es keinen klassischen großen Sony-Messestand mehr. Stattdessen war vor allem Sony Honda Mobility mit dem Elektrofahrzeug Afeela präsent.

2027 soll nun auch dieser verbliebene Auftritt wegfallen.

Sony war seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Messe

Der Schritt ist historisch durchaus bemerkenswert.

Sony-Produkte waren bereits bei sehr frühen Ausgaben der Consumer Electronics Show vertreten. Über Jahrzehnte entwickelte sich der Sony-Stand zu einem der bekanntesten Bereiche der Messe.

Fernseher, Walkman-Produkte, Heimkino-Systeme, Kameras, neue Display-Technologien und zahlreiche weitere Geräte wurden dort präsentiert.

Gerade in den 1990er- und 2000er-Jahren gehörte Sony zu den Unternehmen, die das Bild der CES stark mitprägten.

Diese Zeit scheint nun endgültig vorbei zu sein.

Entertainment wird für Sony immer wichtiger

Sony begründet seine Entscheidung mit einer veränderten strategischen Ausrichtung.

Das Unternehmen erklärt, Veranstaltungen und Kommunikationswege regelmäßig danach zu bewerten, welche Form am besten zu den unterschiedlichen Geschäftsbereichen passt.

Der Schwerpunkt verschiebt sich dabei immer stärker in Richtung Entertainment.

Gaming, Musik, Filme und Anime gehören inzwischen zu den wichtigsten Bereichen des Konzerns.

Dazu kommen eigene Marken und Inhalte sowie Technologien, die speziell für Kreative und Content-Produzenten entwickelt werden.

Eine klassische Elektronikmesse wie die CES passt damit offenbar weniger gut zu Sonys aktueller Strategie als noch vor einigen Jahren.

PlayStation braucht die CES längst nicht mehr

Gerade für PlayStation dürfte der Schritt kaum Auswirkungen haben.

Sony Interactive Entertainment nutzt die CES schon seit längerer Zeit nicht mehr als zentrale Bühne für große PlayStation-Ankündigungen.

Neue Spiele, Hardware oder Systemfunktionen werden inzwischen hauptsächlich über eigene Formate vorgestellt.

Dazu gehören State of Play, PlayStation Showcase, Blog-Beiträge und separate Events.

Damit kann Sony selbst bestimmen, wann und wie neue PlayStation-Produkte gezeigt werden.

Ein fester Messetermin Anfang Januar ist dafür längst nicht mehr notwendig.

Eine mögliche PS6 dürfte nicht auf der CES gezeigt werden

Der Rückzug ist deshalb auch mit Blick auf zukünftige PlayStation-Hardware interessant.

Immer wieder wurde spekuliert, ob Sony eine kommende Konsolengeneration möglicherweise wieder stärker auf klassischen Technikveranstaltungen zeigen könnte.

Für die CES 2027 ist diese Möglichkeit nun praktisch ausgeschlossen.

Sollte Sony im kommenden Jahr tatsächlich erste größere Informationen zur PlayStation 6 oder neuer PlayStation-Hardware veröffentlichen wollen, dürfte dies über eigene Kanäle geschehen.

Eine PS6-Ankündigung für 2027 ist damit allerdings ausdrücklich nicht bestätigt.

Der CES-Rückzug liefert dafür keinerlei direkten Hinweis.

Auch Sonys TV Geschäft verändert sich

Die Entscheidung kommt nicht isoliert.

Sony hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend aus Bereichen zurückgezogen, die früher wesentlich stärker zum Kerngeschäft gehörten.

Besonders sichtbar ist dies beim Fernsehgeschäft.

Sony und TCL haben eine strategische Zusammenarbeit angekündigt, bei der TCL künftig eine Mehrheitsbeteiligung an einem gemeinsamen TV-Geschäft halten soll.

Sony bleibt beteiligt, verliert aber einen Teil der direkten Kontrolle über einen Bereich, der früher eng mit der eigenen Marke verbunden war.

Damit sinkt gleichzeitig die Bedeutung klassischer Produktpräsentationen auf Messen wie der CES.

Afeela spielt ebenfalls keine große Rolle mehr

Auch das gemeinsame Elektroauto-Projekt mit Honda hatte Sonys CES-Präsenz in den vergangenen Jahren stark geprägt.

Afeela wurde mehrfach prominent auf der Messe gezeigt.

Nach Veränderungen bei der gemeinsamen EV-Strategie verlor dieses Thema jedoch erheblich an Bedeutung.

Damit fällt ein weiterer Grund weg, warum Sony unbedingt auf einer klassischen Elektronikmesse vertreten sein müsste.

Sony konzentriert sich zunehmend auf Inhalte und Marken

Die langfristige Strategie des Konzerns wird damit immer deutlicher.

Sony möchte weniger als klassischer Hersteller zahlreicher Unterhaltungselektronikprodukte wahrgenommen werden und stärker als Entertainment-Unternehmen auftreten.

PlayStation spielt dabei eine zentrale Rolle.

Hinzu kommen Sony Pictures, Sony Music, Aniplex und zahlreiche bekannte Marken aus Film, Anime und Gaming.

Statt einzelne Hardwareprodukte stehen damit zunehmend ganze Ökosysteme und Inhalte im Mittelpunkt.

Eigene Events bieten Sony deutlich mehr Kontrolle

Ein weiterer Vorteil eigener Präsentationen liegt in der Aufmerksamkeit.

Auf einer Messe wie der CES konkurrieren Hunderte große Unternehmen gleichzeitig um Berichterstattung.

Bei einem eigenen PlayStation Showcase oder einer State of Play gehört die gesamte Aufmerksamkeit dagegen Sony.

Neue Trailer, Hardware und Ankündigungen können gezielter präsentiert und anschließend direkt über soziale Netzwerke, YouTube und den PlayStation Blog verbreitet werden.

Dieser Wandel betrifft nicht nur Sony.

Auch andere große Unternehmen setzen inzwischen wesentlich stärker auf eigene Online-Präsentationen als auf klassische Messen.

Die CES bleibt trotzdem eine der wichtigsten Technikmessen

Für die CES selbst ist Sonys Rückzug trotzdem ein sichtbarer Verlust.

Die Messe zählt weiterhin zu den weltweit wichtigsten Veranstaltungen für Unterhaltungselektronik und neue Technologien.

2027 werden erneut zahlreiche Unternehmen aus Bereichen wie künstlicher Intelligenz, Mobilität, Smart Home, Displays, Computertechnik und Robotik vertreten sein.

Dass ausgerechnet Sony nach Jahrzehnten nicht mehr dabei ist, zeigt jedoch, wie stark sich sowohl der Konzern als auch die Messewelt verändert haben.

Ein Ende mit langer Vorgeschichte

Völlig überraschend kommt die Entscheidung deshalb nicht.

Bereits bei den vergangenen CES-Ausgaben hatte Sony seine klassische Präsenz schrittweise reduziert.

Während früher riesige Messestände mit zahlreichen Produktgruppen üblich waren, konzentrierte sich der Konzern zuletzt stärker auf einzelne Technologien und Partnerschaften.

CES 2027 markiert nun den endgültigen Schritt.

Sony wird erstmals seit Jahrzehnten vollständig fehlen.

Für PlayStation-Spieler dürfte sich dadurch kurzfristig wenig ändern. Langfristig ist die Entscheidung aber ein weiteres Zeichen dafür, dass Sony seine Zukunft deutlich stärker in Gaming, Entertainment und eigenen Marken sieht als in klassischen Elektronikmessen.

Quelle: VGC

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