NewsDarum bekommt The Elder Scrolls wohl kein eigenes New Vegas

Darum bekommt The Elder Scrolls wohl kein eigenes New Vegas

Seit The Elder Scrolls V: Skyrim sind inzwischen 15 Jahre vergangen und The Elder Scrolls 6 lässt weiterhin auf sich warten. Viele Fans haben sich deshalb immer wieder gefragt, warum Bethesda die lange Wartezeit nicht mit einem großen Singleplayer-Spin-off überbrückt. Ein ehemaliger Bethesda-Entwickler liefert nun eine mögliche Erklärung.

Kurt Kuhlmann, ehemaliger Co-Lead von Skyrim und langjähriger Lore-Verantwortlicher bei Bethesda, erklärt, dass Todd Howard und Bethesda die Elder-Scrolls-Marke besonders stark schützen. Ein Ableger nach dem Vorbild von Fallout: New Vegas, der von einem externen Studio entwickelt wird, sei deshalb offenbar nur schwer vorstellbar.

Bethesda hält The Elder Scrolls besonders eng zusammen

Kuhlmann beschreibt Todd Howard als sehr beschützend, wenn es um The Elder Scrolls geht.

Das unterscheidet die Fantasy-Reihe in seinen Augen deutlich von Fallout.

Bethesda hatte die Fallout-Marke ursprünglich übernommen und anschließend Fallout 3 selbst entwickelt. Fallout: New Vegas entstand dagegen bei Obsidian Entertainment und entwickelte sich langfristig zu einem der beliebtesten Teile der gesamten Reihe.

Genau diese Situation soll bei Bethesda allerdings auch für Diskussionen gesorgt haben.

Bis heute wird unter Fans darüber gestritten, ob Obsidian mit New Vegas möglicherweise sogar ein besseres Fallout entwickelt hat als Bethesda selbst.

Eine vergleichbare Diskussion wollte man bei The Elder Scrolls offenbar vermeiden.

Ein externes Studio könnte plötzlich mit Bethesda konkurrieren

Aus Sicht von Kuhlmann liegt genau darin ein wichtiger Punkt.

Wenn ein externes Team einen besonders erfolgreichen Elder-Scrolls-Ableger entwickeln würde, könnte anschließend ein direkter Vergleich mit den Hauptspielen von Bethesda entstehen.

Damit würde ein zweites Studio praktisch innerhalb derselben Marke mit dem ursprünglichen Entwickler konkurrieren.

Bei Fallout hat genau diese Diskussion über viele Jahre stattgefunden.

New Vegas wird von Teilen der Community bis heute als einer der besten Fallout-Titel angesehen, obwohl Bethesda Game Studios selbst nicht für die Entwicklung verantwortlich war.

The Elder Scrolls scheint Bethesda dagegen noch stärker als eigene Kernmarke zu betrachten.

Deshalb gibt es kein Elder Scrolls New Vegas

Ein theoretisches Modell wäre eigentlich naheliegend.

Während Bethesda Game Studios an The Elder Scrolls 6 arbeitet, könnte ein anderes Studio parallel ein kleineres Singleplayer-Rollenspiel im selben Universum entwickeln.

Ein solches Projekt müsste nicht zwangsläufig die Größe eines vollwertigen Hauptteils erreichen.

Fallout: New Vegas zeigte bereits, dass ein bestehendes technisches Fundament genutzt werden kann, um innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit ein neues Rollenspiel zu entwickeln.

Bei The Elder Scrolls wurde dieser Weg allerdings nie eingeschlagen.

Nach Kuhlmanns Einschätzung liegt das weniger an mangelnden Möglichkeiten als an Bethesdas Umgang mit der Marke.

The Elder Scrolls Online ist die große Ausnahme

Eine deutliche Ausnahme existiert allerdings.

The Elder Scrolls Online wird nicht direkt von Bethesda Game Studios entwickelt, sondern von ZeniMax Online Studios.

Das MMORPG ist inzwischen seit vielen Jahren erfolgreich und erweitert die Welt von Tamriel kontinuierlich.

Kuhlmann sieht darin aber keinen direkten Widerspruch.

The Elder Scrolls Online richtet sich trotz gemeinsamer Welt an eine andere Zielgruppe und bietet ein deutlich anderes Spielerlebnis als Skyrim oder ein kommender Hauptteil.

Dadurch entsteht weniger direkte Konkurrenz zwischen den einzelnen Spielen.

Ein klassisches Singleplayer-RPG eines anderen Studios würde dagegen automatisch stärker mit Bethesdas eigenen Titeln verglichen.

Die Strategie hat allerdings einen Preis

Der stark kontrollierte Umgang mit der Marke bringt einen offensichtlichen Nachteil mit sich.

Zwischen Skyrim und The Elder Scrolls 6 entsteht eine extrem lange Lücke.

Skyrim erschien ursprünglich 2011.

Seitdem veröffentlichte Bethesda Game Studios unter anderem Fallout 4, Fallout 76 und Starfield. Gleichzeitig wurde Skyrim mehrfach für neue Plattformen veröffentlicht und technisch erweitert.

The Elder Scrolls 6 wurde zwar bereits 2018 offiziell angekündigt, befindet sich aber weiterhin in Entwicklung.

Kuhlmann hatte zuletzt bereits erklärt, dass viele Mitarbeiter bei Bethesda nach Fallout 4 eigentlich lieber direkt an The Elder Scrolls 6 gearbeitet hätten.

Todd Howard entschied sich jedoch dafür, zunächst Starfield umzusetzen.

Ein Spin-off hätte die Wartezeit deutlich verkürzen können

Gerade rückblickend wird deshalb verständlich, warum Fans immer wieder nach einem Ableger fragen.

Ein eigenständiges Elder-Scrolls-Spiel eines zweiten Studios hätte die lange Pause zwischen Skyrim und The Elder Scrolls 6 erheblich verkürzen können.

Microsoft besitzt inzwischen sogar mehrere Studios mit Erfahrung im Rollenspielbereich.

Obsidian Entertainment gehört mittlerweile ebenso zum Xbox-Konzern wie Bethesda und wäre theoretisch ein naheliegender Kandidat für ein solches Projekt.

Daraus sollte allerdings nicht abgeleitet werden, dass ein entsprechendes Spiel geplant ist.

Kuhlmann beschreibt vielmehr die bisherige Haltung von Bethesda.

Es gibt aktuell keine offizielle Ankündigung eines klassischen Elder-Scrolls-Spin-offs.

Bethesda will seine großen Marken künftig schneller ausbauen

Interessant ist die Aussage auch vor dem Hintergrund der aktuellen Bethesda-Strategie.

Das Unternehmen erklärte zuletzt, seine großen Marken stärker und langfristiger unterstützen zu wollen.

Neben The Elder Scrolls arbeitet Bethesda weiterhin an Starfield und mehreren Fallout-Projekten.

Damit stellt sich langfristig die Frage, wie das Studio diese Welten regelmäßig mit neuen Inhalten versorgen möchte, ohne erneut Wartezeiten von mehr als einem Jahrzehnt zwischen großen Veröffentlichungen entstehen zu lassen.

Bei Fallout scheint Bethesda inzwischen offener dafür zu sein, mehrere Projekte parallel zu entwickeln.

Ob sich diese Einstellung irgendwann auch auf The Elder Scrolls überträgt, bleibt abzuwarten.

The Elder Scrolls 6 bleibt vorerst Bethesdas große Antwort

Aktuell liegt der Fokus weiterhin auf The Elder Scrolls 6.

Das Rollenspiel befindet sich bei Bethesda Game Studios in aktiver Entwicklung, besitzt aber weiterhin keinen bestätigten Veröffentlichungstermin.

Ein zusätzliches Singleplayer-Spin-off wurde nicht angekündigt.

Die Aussagen von Kurt Kuhlmann liefern damit vor allem einen interessanten Blick auf die interne Philosophie hinter der Reihe.

Bethesda möchte offenbar vermeiden, dass ein anderes Studio innerhalb von The Elder Scrolls zu einem direkten Konkurrenten der eigenen Hauptspiele wird.

Für Spieler bedeutet diese Strategie allerdings auch, dass zwischen den großen Singleplayer-Abenteuern deutlich mehr Zeit vergeht.

Ob Microsoft diese Haltung langfristig verändert, dürfte deshalb eine spannende Frage für die Zukunft der Reihe bleiben.

Quelle:https://frvr.com/blog/news/the-elder-scrolls-never-received-a-new-vegas-style-spin-off-as-bethesda-and-todd-howard-are-very-protective-of-the-iconic-rpg-series/

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