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Sony Patent beschreibt eine PlayStation die sich mit KI selbst repariert

Sony arbeitet an einem System, mit dem PlayStation-Konsolen und andere Geräte ihre Probleme mithilfe künstlicher Intelligenz selbst erkennen und teilweise automatisch beheben könnten. Die KI soll Fehlerdaten analysieren, eigene Diagnoseprogramme erstellen und bei Bedarf sogar passende Software- oder Firmwareupdates generieren. Eine konkrete Funktion für PS5 oder PS6 wurde damit jedoch nicht angekündigt.

KI soll Fehler erkennen und passende Lösungen entwickeln

Die Patentanmeldung trägt die Veröffentlichungsnummer US 2026/0277732 A1. Sie wurde bereits am 14. März 2025 von der Sony Group Corporation eingereicht und am 17. September 2026 öffentlich zugänglich gemacht.

Beschrieben wird ein System, bei dem ein Gerät zunächst eigene Diagnosedaten sammelt und an einen Server übermittelt. Dort analysieren verschiedene KI-Modelle die Informationen und entscheiden, ob eine Korrektur notwendig ist.

Dabei soll das System nicht ausschließlich auf bereits vorbereitete Diagnoseprogramme angewiesen sein. Ein großes Sprachmodell könnte stattdessen neuen Programmcode erzeugen, der speziell auf den gemeldeten Fehler zugeschnitten ist. Dieses Diagnoseprogramm würde anschließend an das betroffene Gerät geschickt, dort ausgeführt und die Ergebnisse wieder an den Server übertragen.

Auf Basis dieser Informationen könnte die KI eine passende Maßnahme auswählen. Denkbar sind eine automatische Softwarekorrektur, ein neues Firmwareupdate oder die Weiterleitung des Problems an einen menschlichen Supportmitarbeiter.

PlayStation könnte Probleme frühzeitig melden

In den Patentunterlagen werden verschiedene Arten von Unterhaltungselektronik berücksichtigt. Dazu gehören unter anderem Fernseher, Kameras, Kopfhörer, XR-Headsets, Computer und ausdrücklich auch Spielekonsolen.

Eine zukünftige PlayStation könnte dadurch möglicherweise Fehler erkennen, bevor sie für den Nutzer deutlich sichtbar werden. Das System könnte beispielsweise Verbindungsabbrüche, ungewöhnliches Verhalten einzelner Komponenten oder Probleme bei der Ausführung von Software untersuchen.

Als mögliche technische Bereiche nennt die Patentschrift unter anderem:

  • WLAN und Bluetooth
  • USB- und Ethernet-Verbindungen
  • Grafikprozessoren
  • Arbeitsspeicher
  • Kameras und weitere Sensoren
  • Software- und Firmwarefunktionen

Tritt ein Problem wiederholt auf, könnte die Konsole selbstständig eine Diagnose starten. Im besten Fall würde der Fehler behoben, bevor der Spieler überhaupt eine Fehlermeldung erhält oder den PlayStation-Support kontaktieren muss.

Die KI könnte eigenen Reparaturcode schreiben

Besonders ungewöhnlich ist die vorgesehene Verwendung eines Large Language Models. Dieses soll nicht nur verständliche Hinweise für Nutzer oder Supportmitarbeiter formulieren, sondern auch Diagnosealgorithmen und Softwarecode erstellen können.

Erkennt das System beispielsweise ein bislang unbekanntes Problem, könnte die KI ein passendes Testprogramm schreiben. Dieses würde prüfen, welche Komponente oder Softwarefunktion den Fehler verursacht. Ein weiteres Modell könnte anschließend eine Korrektur vorschlagen und daraus ein Update erstellen lassen.

Sony beschreibt außerdem die Möglichkeit, ähnliche Fehler auf zahlreichen Geräten miteinander zu vergleichen. Häuft sich ein Problem, könnte das System daraus einen allgemeinen Lösungsweg ableiten.

Dabei berücksichtigt das Patent sogar regionale Unterschiede. Sollte ein Fehler zunächst bei Geräten in einem bestimmten Land oder Gebiet auftreten, könnte die KI vorsorglich eine angepasste Firmware für andere Regionen vorbereiten. Das Update könnte anschließend automatisch verteilt oder den Nutzern zum Download angeboten werden.

Physische Defekte verschwinden dadurch nicht

Die Bezeichnung als selbstreparierende PlayStation klingt zunächst nach einer Konsole, die jeden Defekt eigenständig beseitigen kann. So weit geht die beschriebene Technik allerdings nicht.

Ein beschädigter HDMI-Anschluss, ein defekter Lüfter oder ein ausgefallenes Netzteil lassen sich nicht durch KI-generierten Programmcode reparieren. Das System konzentriert sich in erster Linie auf Diagnose, Softwareprobleme und Fehler, die über Firmware oder geänderte Einstellungen behoben werden können.

Bei einem echten Hardwaredefekt könnte die KI den Fehler jedoch genauer eingrenzen und automatisch ein Supportticket erstellen. Diagnosedaten, Protokolle und Informationen über die betroffene Komponente könnten direkt an Sony übermittelt werden. Das würde möglicherweise verhindern, dass Spieler zahlreiche Standardschritte ausprobieren oder lange mit dem Kundendienst nach der Ursache suchen müssen.

Das Patent erwähnt zudem Oberflächen, über die Nutzer der Übermittlung von Diagnosedaten und Geräteprotokollen zustimmen könnten. Eine mögliche praktische Umsetzung müsste also nicht zwangsläufig sämtliche Informationen ohne Erlaubnis an Sony senden.

Automatische Updates bringen auch Risiken mit sich

Eine KI, die selbstständig Code schreibt und diesen auf Konsolen ausführt, müsste umfangreich abgesichert werden. Fehlerhafter Diagnosecode könnte im schlimmsten Fall ein kleines Softwareproblem verschlimmern oder wichtige Systemfunktionen beeinträchtigen.

Bei einer realen Umsetzung wären deshalb vermutlich Prüfverfahren, digitale Signaturen und Möglichkeiten zur Wiederherstellung einer vorherigen Firmware notwendig. Ob Sony solche Schutzmaßnahmen bereits konkret entwickelt, geht aus der Patentanmeldung nicht vollständig hervor.

Auch der Umgang mit Diagnosedaten wäre ein wichtiges Thema. Damit das System wiederkehrende Fehler erkennen kann, müsste es Informationen zahlreicher Geräte sammeln und miteinander vergleichen. Sony müsste transparent erklären, welche Daten übertragen, wie lange sie gespeichert und wofür sie verwendet werden.

Eine PS5 oder PS6 Funktion ist nicht bestätigt

Das Dokument nennt Spielekonsolen als möglichen Einsatzbereich, bestätigt aber weder eine neue Funktion für die aktuelle PS5 noch ein geplantes Feature der PlayStation 6. Es handelt sich zunächst lediglich um eine technische Patentanmeldung.

Theoretisch basiert ein großer Teil des Systems auf Software und Serverdiensten. Eine Verwendung auf bestehenden Geräten erscheint deshalb nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Daraus folgt jedoch nicht, dass Sony tatsächlich ein entsprechendes Update für die PS5 vorbereitet.

Das Unternehmen sichert sich regelmäßig Ideen für mögliche zukünftige Produkte und Dienste. Erst kürzlich beschrieb ein weiteres Sony Patent den PlayStation Controller als mögliche Bezahlstation. Auch dort ist vollkommen offen, ob die Technik jemals in einem fertigen Produkt eingesetzt wird.

Für die nächste Konsolengeneration untersucht Sony offenbar zahlreiche weitere Konzepte. Dazu gehört unter anderem ein mögliches neues Kühlsystem für die PlayStation 6.

Die Idee einer PlayStation, die Softwareprobleme erkennt und eigenständig nach einer Lösung sucht, könnte den Support deutlich vereinfachen. Ob Sony das Konzept tatsächlich umsetzt, bleibt aber ebenso offen wie die Frage, welche Kontrolle Spieler über automatische Diagnosen und Reparaturen erhalten würden.

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