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Ultra Pro Wrestling unter Druck neue Recherche wirft weitere Fragen zur Entwicklung auf

Rund um Ultra Pro Wrestling gibt es neue Diskussionen. Eine aktuelle Recherche von Insider Gaming wirft weitere Fragen zur Entwicklung des ambitionierten Wrestling-Spiels auf. Dabei geht es unter anderem um Animationen aus älteren Wrestling-Titeln, den Umgang mit Markenrechten, interne Rollen im Team sowie bislang nicht ausgelieferte Kickstarter-Belohnungen.

Der Bericht ist eine Fortsetzung einer umfangreichen Untersuchung vom Anfang September.

Hyperfocus-Games-Gründer Sam Vallely hat mehrere der Vorwürfe zurückgewiesen und seine Sicht inzwischen in einem mehrstündigen YouTube-Interview dargestellt. Insider Gaming erklärt allerdings, inzwischen weitere interne Nachrichten, Verträge und Unterlagen ausgewertet zu haben, die Teile seiner Aussagen nach Darstellung der Redaktion widersprechen sollen.

Wichtig ist deshalb: Viele der folgenden Punkte stammen aus der Recherche von Insider Gaming und lassen sich von uns nicht unabhängig überprüfen.

Kickstarter brachte mehr als 61.000 Pfund ein

Ultra Pro Wrestling wurde 2023 über Kickstarter finanziert und versprach ein modernes Wrestling-Spiel, das sich stark an Klassikern wie WWF No Mercy und anderen AKI-Titeln aus der Nintendo-64-Ära orientieren sollte.

Die Kampagne war erfolgreich.

1.094 Unterstützer zahlten insgesamt 61.801 Pfund, obwohl ursprünglich lediglich 17.000 Pfund als Ziel angesetzt waren.

Mehr als drei Jahre später ist das Spiel allerdings weiterhin nicht veröffentlicht.

Auch eine öffentlich spielbare Demo gibt es bislang nicht. Hyperfocus Games bezeichnet Ultra Pro Wrestling auf der eigenen Webseite weiterhin als aktiv in Entwicklung und veröffentlicht inzwischen sogar prozentuale Fortschrittsangaben für einzelne Bereiche.

So wird die grundlegende Spielfunktionalität aktuell beispielsweise mit 90 Prozent angegeben, während Gegner-KI laut eigener Fortschrittsseite erst bei 20 Prozent und Kommentatoren noch bei null Prozent liegen.

Neue Recherche beschäftigt sich erneut mit den Animationen

Besonders umfangreich fällt der neue Teil der Recherche bei den Animationen aus.

Vallely hatte in seinem Interview bestritten, dass Animationsdaten aus anderen Spielen extrahiert worden seien.

Insider Gaming verweist dagegen auf interne Nachrichten, in denen von sogenannten „toki1“-Daten aus älteren AKI-Spielen die Rede sei. Dabei handelt es sich laut Bericht um Datenstrukturen innerhalb der ROM-Dateien dieser Spiele.

In einer internen Nachricht soll Vallely geschrieben haben, entsprechende Daten bereits in Unity geladen und unter anderem Hitboxen sowie weitere Informationen für Moves verwendet zu haben.

Insider Gaming bewertet das als Widerspruch zu seiner späteren Aussage, keine Animationsdaten aus anderen Spielen extrahiert zu haben.

Zusätzlich veröffentlichte ein Modder nach dem Interview ein Beispiel, das zeigen sollte, dass Animationen aus älteren Wrestling-Spielen technisch durchaus auf modernere Charaktermodelle übertragen werden können. Das beweist allerdings nicht automatisch, dass Ultra Pro Wrestling genau auf diese Weise entstanden ist.

Hyperfocus weist zentrale Vorwürfe zurück

Die Darstellung ist nicht einseitig.

Vallely bestreitet unter anderem, dass Ultra Pro Wrestling aus importierten fertigen Animationen anderer Spiele aufgebaut worden sei.

Auch bei der Nutzung künstlicher Intelligenz widerspricht er Teilen der Kritik.

Nach seiner Darstellung sollen keine KI-generierten Grafiken oder 3D-Assets im fertigen Spiel landen. KI sei unter anderem für Platzhalter und Entwicklungszwecke verwendet worden.

Insider Gaming berichtet allerdings, dass interne Unterlagen auf eine breitere Nutzung von KI während der Entwicklung hindeuten würden.

Auch hier gilt: Dass KI intern als Werkzeug verwendet wurde, bedeutet nicht automatisch, dass entsprechende Inhalte später im veröffentlichten Spiel auftauchen.

Geld floss offenbar auch in nicht verpflichtete Wrestler

Ein weiterer auffälliger Punkt betrifft die Verwendung des begrenzten Entwicklungsbudgets.

Laut Insider Gaming wurde Geld dafür ausgegeben, ein Modell und Designs für Wrestling-Star Rob Van Dam erstellen zu lassen, obwohl dieser nicht offiziell für Ultra Pro Wrestling verpflichtet worden sei.

Ähnliche Fragen gibt es rund um D-Von Dudley.

Dieser wurde 2024 öffentlich als Teil des Rosters präsentiert. Interne Nachrichten sollen laut Recherche allerdings zeigen, dass damals noch kein unterschriebener Vertrag vorlag.

Als Dudley anschließend wieder bei WWE unter Vertrag stand, soll intern darüber diskutiert worden sein, ihn stillschweigend aus dem Projekt zu entfernen.

Insider Gaming zitiert dabei Nachrichten, in denen die Verantwortlichen offenbar selbst über die Außenwirkung einer solchen Entscheidung diskutierten.

Arbeit an möglichen WWE und AEW Projekten sorgte offenbar für zusätzliche Verzögerungen

Besonders interessant sind die angeblichen Entwicklungen ab Ende 2024.

Laut Insider Gaming arbeitete das Team zeitweise an einem möglichen Projekt für Netflix und WWE. Dabei sollte offenbar die technische Grundlage von Ultra Pro Wrestling für ein anderes Wrestling-Spiel verwendet werden.

Zu einem Vertrag kam es nicht.

2026 soll es anschließend Gespräche rund um ein mögliches AEW-Projekt gegeben haben. Auch hier habe das Team Teile der vorhandenen Technik für einen möglichen Pitch angepasst. Insider Gaming berichtet unter Berufung auf eigene Quellen, AEW habe Hyperfocus Games letztlich jedoch keine Finanzierung angeboten.

AEW-Quellen erklärten gegenüber Insider Gaming sogar, Hyperfocus habe keine realistische Aussicht darauf gehabt, einen Nachfolger zu AEW Fight Forever zu entwickeln.

Für Unterstützer von Ultra Pro Wrestling ist dieser Teil deshalb interessant, weil die Arbeiten an diesen Pitches offenbar zeitweise Ressourcen gebunden haben sollen, während das eigentliche Kickstarter-Spiel weiter auf sich warten ließ.

Auch die Markenanmeldung sorgt für Fragen

Ein weiterer Streitpunkt betrifft die Marke AKI.

Vallely erklärte, ein externer Dienstleister habe bei der Markenanmeldung Fehler gemacht und wichtige Schreiben nicht korrekt weitergeleitet.

Teile dieser Darstellung lassen sich laut Insider Gaming tatsächlich anhand öffentlicher Unterlagen nachvollziehen.

Gleichzeitig soll Hyperfocus öffentlich den Eindruck vermittelt haben, die AKI-Marke bereits zu besitzen beziehungsweise bestehende Rechte zu erneuern.

Laut den von Insider Gaming ausgewerteten Unterlagen war das nicht der Fall.

Die Markenanträge sind nach aktuellem Stand weiterhin ausgesetzt und befinden sich in einem administrativen Prüfverfahren.

Kickstarter Belohnungen sind teilweise weiterhin offen

Für Unterstützer dürfte ein anderer Punkt mindestens genauso wichtig sein.

Rund 50 hochwertige Championship-Gürtel, die bestimmten Kickstarter-Stufen versprochen worden waren, seien laut Insider Gaming bis heute nicht ausgeliefert worden. Einen öffentlichen Fortschrittsbericht dazu habe es seit Jahren nicht gegeben.

Gleichzeitig nimmt der Patreon des Projekts weiterhin Unterstützer an.

Hyperfocus Games selbst betont auf der offiziellen Webseite, dass Ultra Pro Wrestling aktiv entwickelt werde und sich aktuell größtenteils selbst finanziere. Partnerschaften und zukünftige Investitionen würden weiterhin geprüft.

Hyperfocus verspricht weiterhin Gameplay und Early Access

Trotz der aktuellen Diskussionen hält Vallely an einer Veröffentlichung fest.

Nach Angaben von Insider Gaming wurde ein vollständiges Gameplay-Video noch vor Ende September angekündigt. Early Access soll spätestens vor Februar folgen. Es wäre laut Bericht bereits der vierte öffentlich kommunizierte Zeitraum für eine spielbare Version.

Genau daran dürfte sich das Projekt in den kommenden Monaten messen lassen.

Ultra Pro Wrestling besitzt weiterhin eine aktive Community, bekannte Wrestling-Namen und einen erfolgreich finanzierten Kickstarter hinter sich.

Gleichzeitig stehen inzwischen zahlreiche Fragen im Raum, die sich nicht mehr allein mit einer kleinen Entwicklergruppe und längeren Produktionszeiten erklären lassen.

Ob Hyperfocus Games diese Zweifel mit einer tatsächlich spielbaren Version ausräumen kann, dürfte spätestens mit dem angekündigten Gameplay-Video deutlich werden.

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