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Spider Noir Season 2 hätte Nicolas Cage an einen völlig neuen Ort geführt

Für Spider-Noir ist nach nur einer Staffel Schluss, doch die Geschichte von Nicolas Cages ungewöhnlicher Spider-Man-Version hätte noch deutlich weitergehen können. Showrunner Oren Uziel hat nun verraten, welche Richtung er für eine mögliche zweite Staffel im Kopf hatte. Statt erneut ausschließlich im New York der 1930er-Jahre zu bleiben, sollte Ben Reilly offenbar an einen völlig neuen Schauplatz geführt werden. Selbst Europa und der heraufziehende Zweite Weltkrieg spielten bei den Überlegungen eine Rolle.

Konkrete Drehbücher für Staffel 2 existierten allerdings noch nicht. Uziel stellte klar, dass das Autorenteam mit der eigentlichen Arbeit an einer Fortsetzung noch nicht begonnen hatte. Das Ende der ersten Staffel habe ihm aber bereits mehrere Möglichkeiten eröffnet.

Spider Noir hätte New York verlassen können

Besonders interessant ist die Idee eines Schauplatzwechsels.

Uziel erklärte gegenüber Variety, dass er sich für eine zweite Staffel wahrscheinlich einen anderen Ort ausgesucht hätte. Los Angeles wäre für ihn eine Möglichkeit gewesen, weil die Stadt eine lange Tradition klassischer Noir-Geschichten besitzt.

Doch selbst das wäre offenbar nicht die einzige Option gewesen.

Der Showrunner erwähnte ausdrücklich auch europäische Noir-Geschichten. Damit hätte Spider-Noir seine bisherige Umgebung komplett verlassen und Nicolas Cages Ben Reilly in einen deutlich anderen kulturellen und politischen Kontext versetzen können.

Das hätte gut zur grundsätzlichen Idee der Serie gepasst. Spider-Noir verbindet Superheldenelemente mit klassischen Detektivgeschichten und einer bewusst an alte Kriminalfilme angelehnten Inszenierung.

Ein Ortswechsel hätte dieses Konzept weiterführen können, ohne einfach dieselbe Geschichte noch einmal in New York zu erzählen.

Der Zweite Weltkrieg wäre immer näher gerückt

Noch spannender ist allerdings der Zeitraum.

Die erste Staffel spielt im Jahr 1933. Uziel verwies darauf, dass sich die Welt von diesem Ausgangspunkt aus auf eines der einschneidendsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts zubewegt: den Zweiten Weltkrieg.

Für den Showrunner hätte darin viel erzählerisches Potenzial gelegen.

Eine mögliche zweite Staffel hätte also nicht zwangsläufig direkt mitten im Krieg spielen müssen. Die politische Entwicklung der 1930er-Jahre und die zunehmenden internationalen Spannungen hätten aber immer stärker Teil der Welt von Spider-Noir werden können.

Gerade ein möglicher europäischer Schauplatz wäre unter diesem Gesichtspunkt besonders interessant gewesen.

Wie stark historische Ereignisse tatsächlich in die Handlung eingeflossen wären, lässt sich allerdings nicht mehr sagen. Uziel spricht ausdrücklich über Ideen und mögliche Richtungen, nicht über bereits festgelegte Pläne für eine fertig entwickelte zweite Staffel.

Staffel 1 wurde bewusst ohne großen Cliffhanger beendet

Zumindest müssen Zuschauer nach der überraschenden Absetzung nicht mit einer völlig offenen Geschichte leben.

Uziel erklärte, dass Spider-Noir bewusst als in sich abgeschlossene Geschichte konzipiert wurde. Das Team habe sich stark an klassischen Noir-Filmen orientiert, bei denen ein Fall beginnt und innerhalb derselben Geschichte auch abgeschlossen wird.

Der Showrunner zeigte sich deshalb trotz der Absetzung zufrieden mit dem Ende.

Spider-Noir sollte nicht mit einem riesigen Cliffhanger abschließen, der nur in einer zweiten Staffel aufgelöst werden könnte. Stattdessen besitzt die erste Staffel einen klaren Endpunkt.

Das unterscheidet die Serie von vielen Streaming-Produktionen, deren Geschichten nach einer überraschenden Absetzung dauerhaft unvollständig bleiben.

Prime Video setzte Spider Noir trotz großer Anerkennung ab

Die Entscheidung gegen eine zweite Staffel sorgte Anfang September für Aufmerksamkeit.

Prime Video bestätigte am 4. September 2026, dass Spider-Noir nach acht Episoden nicht fortgesetzt wird. Die Serie war erst Ende Mai gestartet und stellte Nicolas Cages erste reguläre Hauptrolle in einer Fernsehserie dar.

Besonders ungewöhnlich ist die Absage angesichts der Resonanz.

Spider-Noir erhielt insgesamt elf Emmy-Nominierungen und damit mehr als jede andere Prime-Video-Produktion in diesem Jahr. Amazon hatte die Zahl der Nominierungen selbst im Juli hervorgehoben.

Nur wenige Tage nach der Absetzung gewann die Serie bei den Creative Arts Emmys sogar fünf Auszeichnungen. Prämiert wurden unter anderem Kamera, Sound Editing, visuelle Effekte, Titeldesign und Stuntkoordination.

Ein Mangel an Anerkennung durch Kritiker oder die Branche dürfte entsprechend kaum das zentrale Problem gewesen sein.

Die Zuschauerzahlen waren offenbar nicht hoch genug

Einen offiziellen Grund für die Absetzung nannten Amazon MGM Studios und Sony Pictures Television bislang nicht.

Berichte deuten allerdings darauf hin, dass die Reichweite im Verhältnis zu den Produktionskosten nicht ausgereicht haben könnte.

Spider-Noir erreichte innerhalb der ersten sechs Wochen nach Veröffentlichung rund 2,6 Milliarden Streaming-Minuten in den USA. Gleichzeitig soll die erste Staffel Berichten zufolge ein außergewöhnlich hohes Budget gehabt haben.

In verschiedenen Branchenberichten ist von Produktionskosten von rund 400 Millionen US-Dollar die Rede. Die Serie wurde außerdem sowohl in Farbe als auch in Schwarz-Weiß angeboten, wodurch die außergewöhnliche visuelle Gestaltung zusätzlich Aufwand verursachte. Eine offizielle Bestätigung dieser Gesamtsumme durch Amazon gibt es jedoch nicht.

Entsprechend sollte die Zahl weiterhin als berichtetes und nicht offiziell bestätigtes Budget behandelt werden.

Nicolas Cage kann mit dem Ende offenbar leben

Auch Nicolas Cage selbst reagierte inzwischen auf die Absetzung.

Statt öffentlich Kritik an Amazon zu äußern, erklärte der Schauspieler, eine Staffel sei für diese Interpretation von Spider-Man möglicherweise genau richtig gewesen. Cage hatte bereits zuvor großen Wert darauf gelegt, dass Spider-Noir kein gewöhnliches Superheldenprojekt werden sollte.

Seine Version von Ben Reilly war ein alternder Privatdetektiv im New York der 1930er-Jahre, der sich mit seiner Vergangenheit als maskierter Held auseinandersetzen musste.

Die Live-Action-Figur war dabei ausdrücklich nicht dieselbe Version, die Cage zuvor in den animierten Spider-Verse-Filmen gesprochen hatte. Uziel hatte bereits vor dem Serienstart klargestellt, dass es sich um denselben grundsätzlichen Charakter in einem anderen Universum handelt.

Die Spider Man Zusammenarbeit zwischen Sony und Amazon geht weiter

Das Ende von Spider-Noir bedeutet außerdem nicht das Ende der Zusammenarbeit zwischen Sony Pictures Television und Amazon MGM Studios.

Spider-Noir war die erste tatsächlich veröffentlichte Serie aus einer größeren Vereinbarung rund um Figuren aus Sonys Spider-Man-Rechteportfolio. Laut Berichten arbeiten beide Unternehmen weiterhin an weiteren Projekten, eines davon soll sich bereits einer möglichen Serienbestellung nähern. Details zum Charakter oder zur Geschichte wurden bislang nicht bekannt gegeben.

Für Spider-Noir selbst sieht die Situation dagegen eindeutig aus.

Eine zweite Staffel ist derzeit nicht geplant. Damit bleiben Uziels Ideen eines Ortswechsels, möglicher Geschichten in Los Angeles oder Europa und einer immer näher rückenden Weltkriegs-Kulisse vorerst reine Gedankenspiele.

Gerade diese Ansätze zeigen allerdings, dass die Serie bei einer Fortsetzung nicht einfach die erste Staffel wiederholt hätte. Nicolas Cages Spider-Man Noir hätte eine deutlich größere Welt bekommen können.

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