Für zahlreiche PlayStation Kunden wird ab morgen sichtbar, wie begrenzt ein digitaler Kauf tatsächlich sein kann. Sony entfernt zum 1. September 2026 insgesamt 551 Filme und Serien von StudioCanal aus den Bibliotheken betroffener Nutzer. Besonders brisant ist, dass auch Inhalte verschwinden, die zuvor regulär über den PlayStation Store gekauft wurden. Eine Rückerstattung oder Entschädigung hat Sony bislang nicht angekündigt.
Betroffen sind bekannte Produktionen wie Terminator 2 Judgment Day, Paddington, Paddington 2, Pan’s Labyrinth, Rambo First Blood, Hot Fuzz, Moonlight oder Apocalypse Now The Final Cut.
Sony selbst bestätigt die Entfernung in einem offiziellen rechtlichen Hinweis. Dort heißt es, dass Kunden aufgrund bestehender Lizenzvereinbarungen ab dem 1. September 2026 nicht länger auf zuvor gekaufte StudioCanal Inhalte zugreifen können. Die betreffenden Titel werden anschließend aus der Videobibliothek entfernt.
Auch bereits bezahlte Filme verschwinden
Genau dieser Punkt sorgt bereits seit der ursprünglichen Ankündigung im Juni für Kritik.
Es handelt sich nicht lediglich um Filme, die künftig nicht mehr neu im PlayStation Store gekauft werden können. Auch Kunden, die einen der betroffenen Titel bereits vor Jahren bezahlt und ihrer persönlichen Bibliothek hinzugefügt haben, verlieren den Zugriff.
Sony nennt als Begründung die entsprechenden Lizenzvereinbarungen mit StudioCanal. Weitere Details dazu, warum bestehende Käufe nicht weiter verfügbar bleiben können, nennt das Unternehmen in seiner Mitteilung nicht.
Auch von einer automatischen Rückerstattung oder einem PlayStation Store Guthaben ist bislang keine Rede.
Deutschland ist von der aktuellen Entfernung nicht betroffen
Für deutsche PlayStation Nutzer gibt es allerdings eine wichtige Einschränkung.
Die aktuelle Entfernung betrifft Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien. Deutschland, Österreich und die Schweiz gehören diesmal nicht zu den betroffenen Märkten.
Der Grund ist allerdings wenig beruhigend: Im deutschsprachigen Raum gab es bereits 2022 einen vergleichbaren Fall mit StudioCanal Inhalten.
Für deutsche Nutzer ist die aktuelle Meldung deshalb weniger eine unmittelbare Einschränkung als vielmehr ein erneutes Beispiel dafür, welche Unterschiede zwischen einem klassischen physischen Kauf und einer digitalen Lizenz bestehen können.
Der Zeitpunkt könnte für Sony kaum ungünstiger sein
Besondere Aufmerksamkeit erhält die Entfernung derzeit auch deshalb, weil PlayStation parallel an mehreren Stellen über digitalen Besitz diskutiert wird.
Sony verteidigt sich aktuell in den USA gegen eine Klage, bei der unter anderem die Frage im Mittelpunkt steht, wie deutlich Käufer darüber informiert werden müssen, dass sie bei digitalen PlayStation Inhalten grundsätzlich eine Lizenz erwerben und nicht Eigentümer des eigentlichen Produkts werden.
Erst heute wurde zudem bekannt, dass Sony in diesem Verfahren ausdrücklich auf seine Lizenzbedingungen verweist.
Hinzu kommt die aktuelle Diskussion um die Zukunft physischer PlayStation Spiele und der inzwischen beendete einwöchige PlayStation Boykott gegen Sonys geplanten Disc Ausstieg bei neuen Veröffentlichungen.
Der Fall mit StudioCanal liefert damit ausgerechnet jetzt ein sehr greifbares Beispiel für eine Sorge, die Kritiker einer vollständig digitalen Zukunft immer wieder äußern.
Digital gekauft bedeutet nicht automatisch dauerhaft verfügbar
Grundsätzlich ist die Situation nicht ausschließlich ein PlayStation Problem.
Digitale Filme, Spiele und andere Medien werden auf zahlreichen Plattformen auf Grundlage von Lizenzvereinbarungen angeboten. Ändern sich Rechteverhältnisse oder endet ein Vertrag, können Inhalte aus Stores verschwinden.
Ungewöhnlich und für Käufer besonders relevant wird es allerdings dann, wenn nicht nur der weitere Verkauf eingestellt wird, sondern auch der Zugriff auf bereits bezahlte Inhalte verloren geht.
Bei klassischen Blu rays oder DVDs besteht dieses Problem in dieser Form nicht. Endet eine Lizenz zwischen zwei Unternehmen, bleibt die bereits gekaufte Disc beim Kunden und kann weiterhin verwendet werden.
Der aktuelle PlayStation Fall zeigt deshalb erneut, weshalb die Begriffe Kauf und Besitz bei digitalen Medien zunehmend diskutiert werden.
Ab dem 1. September 2026 verschwinden die 551 betroffenen StudioCanal Einträge endgültig aus den entsprechenden PlayStation Videobibliotheken.
Für deutsche Kunden ändert sich morgen nichts. Die grundsätzliche Frage, wie dauerhaft ein digitaler Kauf tatsächlich ist, dürfte durch diesen Fall allerdings erneut an Bedeutung gewinnen.
Quelle: Sony Interactive Entertainment, StudioCanal sowie ergänzende Berichte von GameStar und Ars Technica








Super, ich hab ‚gekauft‘ und jetzt ist der Film weg. Danke, Sony! Nächstes Mal kauf ich lieber ’ne DVD — die verschwindet nicht einfach so.