Die Gamescom 2026 ist vorbei und kann mit 368.000 Besuchern sowie einem neuen Ausstellerrekord starke Zahlen vorweisen. Ganz ohne Schattenseiten endet die größte Gaming Messe der Welt allerdings nicht. Mehrere Entwickler wurden während der Veranstaltung bestohlen, Besucher berichten von überfüllten Bereichen und auch die teilweise hohen Kosten für Essen, Getränke, Parken und Unterkunft sorgen erneut für Diskussionen.
Fünf Tage lang stand Köln erneut im Mittelpunkt der Gaming Welt. Insgesamt kamen 368.000 Besucher aus 131 Ländern zur Gamescom 2026. Mit 1.743 Ausstellern wurde sogar ein neuer Höchstwert erreicht.
Erstmals war zudem die komplette verfügbare Ausstellungsfläche von rund 233.000 Quadratmetern ausgebucht. Auch digital erzielte die Messe nach Angaben der Veranstalter rund 624 Millionen Aufrufe. Rein nach diesen Zahlen war die Gamescom 2026 damit ein großer Erfolg.
Nach dem Ende der Veranstaltung bestimmen allerdings auch einige weniger erfreuliche Geschichten die Diskussion.
Mehrere Entwickler auf der Gamescom bestohlen
Besonders schwer wiegen mehrere Diebstähle, die während der Messe bekannt wurden.
Betroffen waren nach aktuellem Stand unter anderem der Entwickler Ryan Laley, der Publisher iam8bit sowie Tessera Studios. Gestohlen wurden mehrere Laptops und mindestens ein Steam Deck.
Dabei ging es nicht nur um den finanziellen Wert der Geräte.
Auf einigen Computern befanden sich noch nicht veröffentlichte Versionen von Spielen sowie persönliche und geschäftliche Daten. Bei iam8bit waren beispielsweise Builds von Petal Runner und Escape Academy 2 auf den entwendeten Geräten gespeichert.
Besonders unangenehm für die Veranstalter: Nicht alle Vorfälle ereigneten sich frei zugänglich zwischen tausenden Besuchern.
iam8bit berichtete von gestohlenen Geräten im Business Bereich. Tessera Studios erklärte wiederum, dass in der Indie Area ein verschlossener Schrank gewaltsam geöffnet worden sei. Dort verschwanden zwei Laptops und ein Steam Deck.
Reaktion der Gamescom sorgt für Diskussionen
Die Gamescom bestätigte die gemeldeten Fälle. Die Polizei wurde eingeschaltet und die Ermittlungen laufen.
Gleichzeitig verwiesen die Veranstalter darauf, dass uniformierte Sicherheitskräfte für eine allgemeine Absicherung des Geländes sorgen. Eine individuelle Bewachung einzelner Stände müsse von den Ausstellern separat gebucht werden. Zudem werde in den Teilnahmebedingungen auf entsprechende Risiken hingewiesen.
Diese Erklärung stößt nicht überall auf Verständnis.
Gerade kleinere Entwickler investieren bereits erhebliche Summen, um ihre Spiele auf einer internationalen Messe präsentieren zu können. Wenn dann selbst aus abgeschlossenen Bereichen oder verschlossenen Schränken Hardware verschwindet, stellt sich zwangsläufig die Frage, ob die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen ausreichend waren.

Hinzu kommen einzelne Berichte von Besuchern und Ausstellern über schwache Zugangskontrollen und überforderte Sicherheitskräfte. Diese Schilderungen lassen sich nicht in jedem einzelnen Fall unabhängig überprüfen, werden angesichts der bestätigten Diebstähle aber ebenfalls diskutiert.
Auch Besucher diskutieren wieder über hohe Preise
Auf der anderen Seite der Messe stehen hunderttausende Besucher, für die ein Gamescom Wochenende inzwischen ebenfalls schnell teuer werden kann.
Ein reguläres Samstagsticket kostete 2026 beispielsweise 41 Euro. Wer mit dem Auto auf den Parkflächen der Koelnmesse parkte, zahlte weitere 20 Euro pro Tag.
Auch bei der Verpflegung summieren sich kleinere Beträge schnell. Auf dem Messegelände wurden unter anderem 5,50 Euro für 0,5 Liter Coca Cola oder Fanta, 5 Euro für eine Portion Pommes beziehungsweise Currywurst mit Brötchen und 4,50 Euro für eine kleine Dose Red Bull aufgerufen.
In sozialen Netzwerken sorgten die Preise entsprechend für Diskussionen. Besonders ein Beitrag über extrem teures Wasser verbreitete sich stark. Dabei ist allerdings eine wichtige Einordnung nötig: Das entsprechende Angebot stammte nach Angaben anderer Nutzer aus einem Kiosk im Umfeld der Messe und nicht aus der offiziellen Gamescom Gastronomie.
Ganz ohne Alternative waren Besucher zudem nicht. Eigene Verpflegung durfte mitgebracht werden und 2026 standen erstmals kostenlose Trinkwasserspender auf dem Gelände zur Verfügung.
Ein Gamescom Besuch kann schnell zum Kurzurlaub werden
Noch deutlicher werden die Kosten für Besucher, die von weiter weg anreisen.
GamesWirtschaft verweist beispielsweise darauf, dass Eintritt, Anreise, Parken, Verpflegung und Hotel zusammen inzwischen schnell den Preis eines Kurzurlaubs erreichen können.
Besonders extrem waren erwartungsgemäß die Hotelpreise während der Messe. Für ein Zimmer im Motel One Köln Messe wurden rund um die Gamescom zeitweise 524 Euro pro Nacht aufgerufen. Eine Woche zuvor lag der dort genannte Preis noch bei 88 Euro.
Auch hier gilt allerdings: Hotelpreise und viele Gastronomieangebote werden nicht unmittelbar von der Gamescom selbst festgelegt. Die enorme Nachfrage rund um eines der größten Events Deutschlands treibt die Kosten im gesamten Umfeld der Messe nach oben.
Erfolg und Probleme schließen sich nicht aus
Die Gamescom 2026 deshalb insgesamt als Flop zu bezeichnen, würde an der Realität vorbeigehen.
368.000 Besucher, 1.743 Aussteller und eine erstmals vollständig ausgebuchte Messefläche zeigen, dass das Interesse an der Veranstaltung weiterhin enorm ist.
Gerade dieser Erfolg erhöht allerdings auch die Erwartungen.
Wenn hunderttausende Menschen nach Köln kommen und Entwickler teilweise erhebliche Summen für ihre Präsenz bezahlen, werden Sicherheit, Organisation und ein vernünftiges Besuchererlebnis umso wichtiger.
Die Gamescom 2026 kann damit auf starke Rekorde zurückblicken. Gleichzeitig liefern die Diebstähle, Berichte über volle Bereiche und die erneut aufgekommene Preisdiskussion genügend Punkte, bei denen die Veranstalter bis zur nächsten Ausgabe genauer hinschauen dürften.








Erfolgreiche Gamescom mit vielen Leuten und Ausstellern. Für kleinere Entwickler sind die Berichte über gestohlene Laptops aber besorgniserregend. Die Veranstalter sollten hier prüfen, wie man geschlossene Bereiche sicherer macht.
Die Messe war offenbar sehr gut besucht, das sieht man an den Zahlen. Die Preise für Essen, Parken und Hotels sind aber wirklich hoch. Gut, dass es diesmal kostenlose Trinkwasserstellen gab.
Die Besucherzahlen und Ausstellerrekorde sind beeindruckend. Die Diebstähle finde ich aber sehr problematisch. Hoffentlich gibt es nächstes Jahr bessere Sicherheitsmaßnahmen.