Die Diskussion um das Ende physischer PlayStation-Spiele bekommt eine neue und durchaus brisante Wendung. Einem aktuellen Bericht zufolge soll PlayStation India mehrere Medien auf eine schwarze Liste gesetzt haben, nachdem diese kritisch über Sonys Entscheidung zum Aus der Disc-Produktion berichtet hatten. Offiziell bestätigt ist dieser Vorwurf bislang allerdings nicht.
Seit Sony angekündigt hat, ab Januar 2028 keine neuen PlayStation-Spiele mehr auf Disc produzieren zu wollen, reißt die Diskussion nicht ab.
Spieler protestieren unter dem Motto „No Disc, No Buy“, derzeit läuft zusätzlich die als PSBlackout bezeichnete Protestaktion und zuletzt sorgte Sony selbst mit einem Hinweis darauf für Gesprächsstoff, dass digital gekaufte Spiele lediglich lizenziert und nicht verkauft werden.
Jetzt erreicht die Diskussion offenbar auch das Verhältnis zwischen PlayStation und Teilen der Presse.
PlayStation India soll Medien auf eine Blacklist gesetzt haben
Wie Tbreak unter Berufung auf einen Bericht des indischen Gaming-Mediums High Chaos Run berichtet, sollen mehrere Medien von PlayStation India auf eine sogenannte Blacklist gesetzt worden sein.
Der Grund soll ausgerechnet ihre Berichterstattung über das bevorstehende Ende physischer PlayStation-Spiele gewesen sein.
High Chaos Run hatte im Juli unter anderem darüber berichtet, dass Publisher und Geschäftspartner angeblich nicht vorab über Sonys Entscheidung informiert worden seien.
Andere Medien griffen diese Informationen anschließend auf.
Genau diese Berichterstattung soll nun Konsequenzen gehabt haben.
Berichterstattung habe PlayStation angeblich „in schlechtes Licht“ gerückt
Besonders brisant sind die von High Chaos Run geschilderten Hintergründe.
Demnach sollen Mitarbeiter aus dem PlayStation-Marketing gegenüber Medienvertretern sogar High Chaos Run und dessen Gründer als Grund für die schwarze Liste genannt haben.
Die Berichterstattung habe PlayStation India angeblich in ein schlechtes Licht gerückt und sei lediglich für zusätzliche Aufrufe beziehungsweise „Views“ erfolgt.
Eine öffentliche Stellungnahme von PlayStation India oder Sony Interactive Entertainment zu diesen Vorwürfen gibt es bislang nicht.
Entsprechend lassen sich die Aussagen derzeit nicht unabhängig bestätigen.
Betroffene Medien sollen keinen Zugang zu kommenden Spielen bekommen
Eine solche Blacklist hätte für Gaming-Medien durchaus konkrete Folgen.
High Chaos Run berichtet, dass die Situation auffiel, nachdem das Medium Zugang zu Marvel Tokon: Fighting Souls sowie kommenden Spielen wie Marvel’s Wolverine und Phantom Blade Zero angefragt hatte.
Dieser Zugang sei verweigert worden.
Andere Medien sollen darüber hinaus von der für PlayStation zuständigen PR-Agentur auf WhatsApp blockiert worden sein.
Gerade in Indien wäre das ungewöhnlich, da WhatsApp dort laut dem Bericht ein wichtiger Kommunikationskanal zwischen PR-Agenturen und Medien darstellt.
Vorwürfe sind bislang nicht von Sony bestätigt
Bei der ganzen Geschichte ist allerdings eine wichtige Unterscheidung notwendig.
Dass Sony die Produktion neuer physischer PlayStation-Spiele ab Januar 2028 beendet, ist offiziell bestätigt.
Die angebliche schwarze Liste ist es dagegen nicht.
Die entsprechenden Aussagen stammen von High Chaos Run und werden derzeit von weiteren Medien aufgegriffen. PlayStation India hat die Vorwürfe bislang weder öffentlich bestätigt noch dementiert.
Entsprechend sollte man die Geschichte derzeit auch behandeln: als ernstzunehmenden Bericht, aber nicht als bestätigte Tatsache.
Disc-Diskussion wird für Sony immer unangenehmer
Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre das dennoch eine problematische Entwicklung.
Kritische Berichterstattung über eine geschäftliche Entscheidung gehört schließlich zum normalen Verhältnis zwischen Unternehmen und unabhängigen Medien.
Dass Unternehmen frei entscheiden können, welchen Medien sie beispielsweise Review-Codes oder Vorabzugänge zur Verfügung stellen, steht außer Frage. Sollte ein Ausschluss allerdings gezielt als Reaktion auf kritische Berichterstattung erfolgt sein, dürfte das weitere Diskussionen auslösen.
Und der Zeitpunkt könnte für PlayStation kaum ungünstiger sein.
Sony kämpft derzeit ohnehin mit deutlicher Kritik am angekündigten Ende physischer Spiele. Gleichzeitig erinnern aktuelle Nutzungsbedingungen Spieler daran, dass digitale Software lediglich lizenziert wird.
Nun steht zusätzlich der Vorwurf im Raum, dass zumindest PlayStation India Medien wegen ihrer Berichterstattung über genau dieses Thema ausgeschlossen haben könnte.
Solange Sony sich dazu nicht äußert, bleibt allerdings eine entscheidende Frage offen: Gab es diese Blacklist tatsächlich – und wenn ja, wer hat sie angeordnet?
Quelle:https://highchaosrun.com/2026/07/07/playstation-killed-discs-without-telling-its-publishers-or-business-partners/







