Die Sicherheit der PlayStation 5 gerät erneut unter Druck. Am 29. September 2026 wurde ein neuer Jailbreak veröffentlicht, der offenbar auf einem außergewöhnlich großen Bereich älterer PS5-Systemsoftware funktioniert. Der sogenannte Relapse-Jailbreak soll Firmware-Versionen von 7.00 bis einschließlich 13.60 unterstützen und dabei nicht nur die normale PS5, sondern auch kompatible PS5-Pro-Konsolen erfassen.
Damit wird ein wesentlich größerer Teil der bisherigen PS5-Hardware für Modifikationen zugänglich als bei früheren öffentlich verfügbaren Methoden.
Aktuelle Konsolen mit der neuesten Systemsoftware sind davon nach bisherigem Stand allerdings nicht betroffen.
Neuer PS5 Jailbreak unterstützt Firmware bis 13.60
In der Modding-Szene wurde Relapse bereits seit einigen Wochen vorbereitet.
Nun ist die neue Variante öffentlich verfügbar.
Laut aktuellen Berichten funktioniert der Jailbreak auf PS5-Konsolen mit Systemsoftware zwischen Version 7.00 und 13.60.
Das ist bemerkenswert, weil frühere PS5-Jailbreaks häufig nur auf vergleichsweise alten Firmware-Versionen funktionierten. Besitzer mussten teilweise über lange Zeit auf Systemupdates verzichten, um bekannte Sicherheitslücken nicht zu verlieren.
Relapse erweitert diesen Bereich nun erheblich.
Auch PS5-Pro-Konsolen sollen grundsätzlich unterstützt werden, sofern darauf eine kompatible Firmware installiert ist.
Neueste PS5 Updates schließen die Tür wieder
Wer seine PS5 in den vergangenen Tagen auf die aktuellste Systemsoftware aktualisiert hat, soll den neuen Jailbreak dagegen nicht verwenden können.
Das zeigt erneut das bekannte Katz-und-Maus-Spiel zwischen Sony und der Modding-Szene.
Sicherheitsforscher entdecken Schwachstellen, diese werden öffentlich oder zunächst vertraulich dokumentiert und Sony reagiert anschließend mit Systemupdates.
Spieler, die ihre Konsole normal verwenden, online spielen und Zugang zum PlayStation Network behalten möchten, sollten ihre PS5 ohnehin weiterhin regulär aktualisieren.
Der Jailbreak richtet sich in erster Linie an Entwickler, Sicherheitsforscher und die Homebrew-Szene.
PS5 Sicherheit gerät 2026 mehrfach unter Druck
Für Sony ist Relapse nicht der erste größere Sicherheitsvorfall in diesem Jahr.
Bereits Anfang 2026 hatten Berichte über geleakte PS5-ROM-Schlüssel für erhebliche Aufmerksamkeit gesorgt.
Wir hatten damals ausführlich darüber berichtet:
Dabei ging es um Daten aus einer besonders tiefen Ebene der Sicherheitsarchitektur der Konsole.
Schon damals war allerdings wichtig: Der Leak bedeutete nicht automatisch, dass plötzlich jede PS5 vollständig geöffnet werden konnte.
Mehrere zusätzliche Sicherheitsschichten mussten weiterhin überwunden werden.
Die Entwicklung der vergangenen Monate zeigt jedoch, dass die Modding-Szene Schritt für Schritt Fortschritte erzielt.
Auch die PS5 Pro wurde bereits erfolgreich modifiziert
Schon im Januar tauchten Demonstrationen auf, in denen eine PS5 Pro mit modifizierter Software betrieben wurde.
Unsere damalige Meldung:
Damals waren die Voraussetzungen allerdings noch deutlich spezieller.
Mit Relapse könnte sich der Kreis kompatibler Systeme nun erheblich vergrößern.
Dass auch die PS5 Pro betroffen ist, dürfte für Sony besonders interessant sein, da die leistungsstärkere Konsole deutlich später als die ursprüngliche PS5 veröffentlicht wurde.
Was ermöglicht ein PS5 Jailbreak überhaupt?
Ein Jailbreak hebt bestimmte von Sony vorgesehene Beschränkungen des Systems auf.
Dadurch können unter anderem nicht offiziell signierte Programme und Homebrew-Anwendungen ausgeführt werden.
Technisch interessant sind beispielsweise Emulatoren, alternative Benutzeroberflächen, eigene Software oder Experimente mit anderen Betriebssystemen.
In diesem Jahr wurde bereits demonstriert, dass Linux auf einer modifizierten PS5 laufen kann.
Ein Entwickler nutzte die Konsole sogar als eine Art Gaming-PC und führte darüber PC-Software aus.
Mehr dazu findet ihr hier:
Solche Projekte zeigen, was technisch in der Hardware steckt, wenn die von Sony vorgesehenen Beschränkungen umgangen werden.
Jailbreak bedeutet nicht automatisch Raubkopien
Bei dem Thema sollte allerdings sauber unterschieden werden.
Ein Jailbreak ist technisch zunächst das Umgehen beziehungsweise Ausnutzen von Sicherheitsmechanismen, um mehr Kontrolle über die eigene Hardware zu erhalten.
Damit können legitime Forschungs- und Homebrew-Projekte umgesetzt werden.
Die gleichen Möglichkeiten können allerdings auch dazu verwendet werden, Kopierschutz zu umgehen oder nicht autorisierte Kopien von Spielen auszuführen.
Spätestens dort kommen urheberrechtliche und weitere rechtliche Fragen ins Spiel.
Deshalb lässt sich die pauschale Aussage, jeder Jailbreak sei automatisch illegal, so nicht auf alle Länder und alle Nutzungsszenarien übertragen.
Unabhängig davon verstößt das Manipulieren der Systemsoftware gegen Sonys vorgesehene Nutzungsbedingungen und kann erhebliche Konsequenzen haben.
PSN Sperren und beschädigte Konsolen bleiben ein Risiko
Für normale Spieler gibt es deshalb kaum einen sinnvollen Grund, einen Jailbreak auf ihrer Hauptkonsole auszuprobieren.
Modifizierte Systeme können Probleme mit zukünftigen Updates bekommen.
Auch der Zugang zum PlayStation Network kann gefährdet sein.
Im schlimmsten Fall können fehlerhafte Eingriffe dazu führen, dass das System nicht mehr korrekt startet.
Hinzu kommt, dass Sony in seinen aktuellen PS5-Lizenzbedingungen Manipulationen an der Systemsoftware und das Umgehen technischer Schutzmaßnahmen ausdrücklich untersagt.
Wir hatten uns erst kürzlich ausführlicher mit den weitreichenden Regelungen beschäftigt:
Der Zeitpunkt ist für Sony besonders interessant
Bemerkenswert ist auch, wie spät innerhalb der PS5-Generation dieser größere Fortschritt erfolgt.
Die PlayStation 5 erschien bereits Ende 2020.
Über weite Teile der Generation blieb die Sicherheitsarchitektur vergleichsweise robust und öffentliche Jailbreaks waren meistens auf alte Firmware und spezielle Bedingungen beschränkt.
2026 hat sich die Situation sichtbar beschleunigt.
ROM-Key-Leaks, Linux-Projekte, neue Exploits und nun ein Jailbreak, der einen großen Firmware-Bereich abdeckt, zeigen, dass die Plattform zunehmend besser verstanden wird.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die aktuelle PS5-Systemsoftware vollständig kompromittiert ist.
Sony kann bekannte Schwachstellen weiterhin mit Updates schließen und neu produzierte Konsolen mit neueren Softwareständen ausliefern.
Für aktuelle PS5 Nutzer ändert sich zunächst wenig
Wer seine PS5 oder PS5 Pro ganz normal verwendet und regelmäßig aktualisiert, muss wegen Relapse zunächst nichts unternehmen.
Der neue Jailbreak betrifft nach aktuellem Stand nur bestimmte ältere Firmware-Versionen bis 13.60.
Für die Modding- und Sicherheitsforschung ist die Veröffentlichung trotzdem ein wichtiger Schritt.
Innerhalb weniger Monate hat sich die PS5-Szene von einzelnen experimentellen Durchbrüchen zu deutlich breiter nutzbaren Exploits entwickelt.
Für Sony dürfte deshalb vor allem interessant sein, ob die zugrunde liegenden Schwachstellen vollständig durch neuere Systemsoftware abgefangen werden können oder ob daraus langfristig weitere Angriffsmöglichkeiten entstehen.
Das Katz-und-Maus-Spiel um die Sicherheit der PlayStation 5 geht damit in die nächste Runde.







