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Uncharted Remake wäre nur ein „Cash Grab“ – ehemaliger Naughty-Dog-Entwickler hat eine bessere Idee

Seit Uncharted: The Lost Legacy von 2017 ist es erstaunlich ruhig um eine der bekanntesten PlayStation-Marken geworden. Immer wieder gibt es Spekulationen über eine mögliche Rückkehr – und natürlich fällt dabei auch regelmäßig das Wort Remake.

Ein ehemaliger Entwickler von Naughty Dog hält davon allerdings überhaupt nichts.

Benson Russell, der mehrere Jahre als Senior Game Designer bei Naughty Dog arbeitete, sieht für ein Remake des ersten Uncharted keinen wirklichen Grund. Statt alte Abenteuer erneut aufzulegen, sollte das Studio seiner Meinung nach lieber ein komplett neues Uncharted entwickeln.

Warum überhaupt Uncharted neu auflegen?

Russell arbeitete von 2007 bis 2015 bei Naughty Dog und erlebte damit einen großen Teil der erfolgreichen Uncharted-Ära direkt im Studio.

Im Gespräch mit FRVR erklärte er nun, warum ihn die Vorstellung eines Remakes nicht überzeugt.

Sein wichtigstes Argument: Die Spiele sind auch heute noch auf modernen PlayStation-Konsolen verfügbar.

„Uncharted ist immer noch präsent. Es gibt bereits eine Version, die man auf modernen Konsolen spielen kann. Was bringt es also, das Spiel neu aufzulegen oder komplett neu zu entwickeln?“

Gerade die ersten drei Abenteuer können über Uncharted: The Nathan Drake Collection weiterhin gespielt werden.

Für Russell fehlt deshalb schlicht die Notwendigkeit eines Remakes.

Ein richtiges Remake müsste viel verändern

Hinzu kommt ein weiteres Problem.

Sollte Naughty Dog das erste Uncharted tatsächlich auf das technische und erzählerische Niveau von Uncharted 4 bringen wollen, würde eine hübschere Grafik allein vermutlich nicht ausreichen.

Russell glaubt, dass dafür große Teile der Geschichte überarbeitet werden müssten.

Neue Szenen müssten möglicherweise ergänzt, andere entfernt und bekannte Abschnitte verändert werden. Damit bestehe allerdings die Gefahr, dass irgendwann nicht mehr viel vom ursprünglichen Charakter des Spiels übrig bleibt.

„Man müsste praktisch die gesamte Geschichte neu schreiben, um sie besser zu machen. Damit verändert man aber auch den Geist des Originals.“

Und genau an diesem Punkt stellt sich für ihn die Frage: Warum dann überhaupt noch ein Remake?

„Nehmt die Erfahrungen aus Uncharted 4 und macht ein neues Spiel“

Russells Alternative dürfte vielen Fans vermutlich deutlich besser gefallen.

Naughty Dog sollte die Erfahrungen aus Uncharted 4: A Thief’s End nehmen und damit ein neues Abenteuer entwickeln.

Dieses müsste seiner Meinung nach nicht einmal zwingend nach den bisherigen Spielen angesiedelt sein.

Auch ein Abenteuer in der Vergangenheit oder eine Geschichte mit anderen Figuren wäre denkbar.

Entscheidend wäre lediglich, die Marke weiterzuentwickeln, anstatt erneut dasselbe Spiel zu verkaufen.

„Nehmt die Erkenntnisse aus Uncharted 4 und macht ein neues Spiel – egal ob es in der Vergangenheit oder irgendwo anders spielt.“

Remake wäre für ihn eher ein „Cash Grab“

Besonders deutlich wird Russell bei der Frage, warum Sony beziehungsweise Naughty Dog überhaupt ein Remake produzieren sollten.

Für ihn würde ein solches Projekt aktuell eher wie ein „Cash Grab“, also der Versuch wirken, mit einer bekannten Marke relativ einfach erneut Geld zu verdienen.

Er sieht schlicht keinen ausreichenden spielerischen Grund für eine komplette Neuauflage.

Interessanterweise hatte Russell bereits bei The Last of Us Part I ähnliche Gedanken.

Auch dort stellte sich für ihn die Frage, ob ein technisch weiterhin gut spielbares und vergleichsweise modernes Spiel tatsächlich eine vollständige Neuauflage benötigt.

Aber was passiert überhaupt mit Uncharted?

Genau das ist momentan die größere Frage.

Seit The Lost Legacy sind inzwischen fast zehn Jahre vergangen. Nathan Drakes Geschichte wurde mit Uncharted 4 zwar ziemlich eindeutig abgeschlossen, die komplette Marke muss deshalb aber noch lange nicht beendet sein.

Das Universum bietet genügend Möglichkeiten für neue Geschichten.

Chloe Frazer hat mit The Lost Legacy bereits gezeigt, dass ein Uncharted auch ohne Nathan Drake funktionieren kann. Ebenso könnte Naughty Dog neue Figuren einführen oder bekannte Charaktere stärker in den Mittelpunkt rücken.

Aktuell arbeitet das Studio allerdings zunächst an Intergalactic: The Heretic Prophet.

Ob daneben tatsächlich bereits an einem neuen Uncharted gearbeitet wird, ist offiziell nicht bestätigt.

Remake oder endlich Uncharted 5?

Russells Argument ist deshalb durchaus interessant.

Ein Remake von Uncharted: Drake’s Fortune könnte technisch beeindruckend aussehen und gerade den inzwischen deutlich gealterten ersten Teil modernisieren.

Aber wäre das wirklich das Uncharted-Spiel, auf das Fans nach fast zehn Jahren warten?

Oder wäre es nicht wesentlich spannender, endlich wieder ein komplett unbekanntes Abenteuer zu erleben?

Benson Russell hat darauf zumindest eine ziemlich eindeutige Antwort: Lasst das Original in Ruhe und macht etwas Neues.

Wie seht ihr das: Würdet ihr ein vollständiges Uncharted-Remake kaufen oder sollte Naughty Dog seine Zeit lieber in ein komplett neues Abenteuer investieren? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare!

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