Die geplante Milliardenübernahme von eBay durch GameStop scheint vorerst vom Tisch zu sein. Stattdessen könnte sich zwischen den beiden Unternehmen nun eine deutlich weniger spektakuläre, aber durchaus interessante Zusammenarbeit entwickeln.
Laut einem aktuellen Bericht von Bloomberg erwägt GameStop-Chef Ryan Cohen, eBay eine Partnerschaft oder ein gemeinsames Joint Venture vorzuschlagen. Dabei könnten vor allem die zahlreichen GameStop-Filialen in den USA eine wichtige Rolle spielen.
GameStop wollte eBay für 55,5 Milliarden Dollar übernehmen
Anfang Mai sorgte GameStop mit einem überraschenden Vorstoß für Aufmerksamkeit.
Das Unternehmen unterbreitete eBay ein Übernahmeangebot im Wert von rund 55,5 Milliarden US-Dollar.
Bei eBay stieß der Vorschlag allerdings auf wenig Begeisterung. Das Unternehmen lehnte das Angebot innerhalb kurzer Zeit ab und bezeichnete es als weder glaubwürdig noch attraktiv.
Damit schien das Thema zunächst erledigt zu sein.
Offenbar gibt GameStop seine Pläne für eine Zusammenarbeit mit eBay aber noch nicht vollständig auf.
Rund 1.600 GameStop-Filialen könnten interessant werden
Statt einer kompletten Übernahme soll Ryan Cohen nun über eine strategische Partnerschaft oder ein Joint Venture nachdenken.
Im Mittelpunkt stehen dabei offenbar die rund 1.600 GameStop-Filialen in den USA.
eBay könnte dieses bestehende Filialnetz beispielsweise für bestimmte Dienstleistungen oder eine stärkere Verbindung zwischen Onlinehandel und stationärem Geschäft nutzen.
Wie eine solche Zusammenarbeit konkret aussehen könnte, ist bislang allerdings nicht bekannt.
Eine endgültige Entscheidung wurde ebenfalls noch nicht getroffen.
GameStop möchte offenbar Einfluss bei eBay
Interessant ist noch ein weiterer Punkt.
GameStop soll laut dem Bericht Interesse daran haben, einen eigenen Vertreter im Verwaltungsrat von eBay zu platzieren.
Damit würde die mögliche Zusammenarbeit deutlich über eine einfache Kooperation zwischen einem Online-Marktplatz und einer Einzelhandelskette hinausgehen.
Ob eBay einem solchen Vorschlag überhaupt zustimmen würde, bleibt abzuwarten.
eBay steht derzeit deutlich stärker da
Auch die Entwicklung an der Börse zeigt, wie unterschiedlich die aktuelle Situation beider Unternehmen ist.
Die GameStop-Aktie verlor innerhalb des vergangenen Jahres rund 14 Prozent an Wert und lag zuletzt bei etwa 19 US-Dollar.
eBay entwickelte sich dagegen wesentlich stärker. Die Aktie legte im gleichen Zeitraum um mehr als 22 Prozent zu und erreichte zuletzt einen Wert von rund 107 US-Dollar.
Das dürfte auch erklären, warum eBay wenig Interesse an dem ursprünglichen Übernahmeangebot zeigte.
Eine Partnerschaft könnte dagegen für beide Seiten interessanter sein – vorausgesetzt, GameStop kann eBay einen überzeugenden Nutzen für sein großes Filialnetz bieten.
Aus der spektakulären 55-Milliarden-Dollar-Übernahme könnte am Ende also eine wesentlich bodenständigere Zusammenarbeit werden.
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