Die Debatte um das geplante Ende physischer PlayStation-Spiele ab 2028 gewinnt weiter an Aufmerksamkeit. Nachdem sich zuletzt Entwickler, Branchenexperten und zahlreiche Spieler kritisch geäußert hatten, meldet sich nun auch das Hackerkollektiv Anonymous zu Wort. In einem veröffentlichten Statement spricht sich die Gruppe deutlich für den Erhalt physischer Datenträger aus und warnt vor den Folgen einer vollständig digitalen Zukunft.
Anonymous sieht digitalen Wandel kritisch
In einem ausführlichen Beitrag auf der Plattform X beschäftigt sich Anonymous mit den Auswirkungen eines möglichen Verzichts auf physische Spiele.
Nach Ansicht der Gruppe steht dabei vor allem der echte Besitz von Videospielen auf dem Spiel. Während eine Disc dauerhaft genutzt oder weiterverkauft werden könne, seien digitale Käufe letztlich von Servern, Konten und Lizenzen abhängig.
Anonymous argumentiert, dass Spieler mit einer physischen Version deutlich mehr Kontrolle über ihr gekauftes Produkt hätten.
Sorgen um Spieleerhalt und Gebrauchtmarkt
Ein weiterer Schwerpunkt des Statements ist der langfristige Erhalt von Videospielen. Anonymous weist darauf hin, dass digitale Inhalte unter bestimmten Umständen nicht mehr heruntergeladen werden können – etwa wenn Onlineserver abgeschaltet oder Lizenzen auslaufen.
Physische Datenträger seien zwar ebenfalls keine perfekte Lösung, würden Spielern jedoch zusätzliche Sicherheit bieten und den Zugang zu ihren Spielen unabhängiger von digitalen Plattformen machen.
Darüber hinaus sieht die Gruppe auch den Gebrauchtspielemarkt durch Sonys Pläne gefährdet. Ohne Discs entfällt die Möglichkeit, Spiele weiterzuverkaufen oder gebraucht zu erwerben – ein Aspekt, der von Kritikern bereits seit der Ankündigung des Disc-Aus immer wieder angesprochen wird.
Empfehlung: Solange möglich physische Spiele kaufen
Anonymous ruft Spieler dazu auf, weiterhin physische Versionen von Spielen zu erwerben, solange diese verfügbar sind. Zusätzlich empfiehlt die Gruppe, wichtige Daten wie Spiele, Filme oder andere digitale Inhalte regelmäßig zu sichern, sofern dies rechtlich zulässig ist.
Die Kernaussage des Beitrags lautet, dass physische Medien den Besitz eines Produkts besser absichern, während digitale Käufe häufig an bestehende Plattformen und deren Infrastruktur gebunden bleiben.
Sony hält an seiner Strategie fest
Sony selbst hatte die Entscheidung, ab 2028 keine neuen PlayStation-Spiele mehr auf Disc anzubieten, mit dem veränderten Kaufverhalten der Kunden begründet. Nach Angaben des Unternehmens entscheiden sich inzwischen die meisten Spieler für digitale Käufe, weshalb die zukünftige Strategie an diese Entwicklung angepasst werde.
Ob die anhaltende Kritik aus der Community, von Branchenvertretern und nun auch von Anonymous Einfluss auf Sonys Pläne haben wird, bleibt derzeit offen.






