NewsAssassin’s Creed 3: Entwickler verrät, warum Desmond Miles sterben musste

Assassin’s Creed 3: Entwickler verrät, warum Desmond Miles sterben musste

Als Assassin’s Creed 3 im Jahr 2012 erschien, war die Erwartungshaltung der Fans groß. Nach zwei erfolgreichen Fortsetzungen rund um Ezio Auditore sollte das Spiel nicht nur einen Generationswechsel einleiten, sondern auch den in der Gegenwart spielenden Handlungsstrang zu einem Abschluss bringen. Für viele kam das Ende jedoch überraschend – und zu endgültig: Desmond Miles starb, bevor er jemals ein eigenes Spiel bekam.

In einem Interview im Podcast „The Convergence“ sprach Alex Hutchinson, Regisseur von Assassin’s Creed 3, nun offen über die Hintergründe dieser Entscheidung.

„Als wir AC3 entwickelten, wurde mir klar, dass wir die Spieler aufforderten, sich an Ereignisse zu erinnern, die sieben Jahre zurücklagen. Das erschien mir unlogisch. Wer mit der Serie als Schüler begann, konnte inzwischen auf dem College sein – und ich fragte mich: ‘Weißt du noch, wie das passiert ist?’. Deshalb entschieden wir, Desmond am Ende sterben zu lassen. Wir sagten zu Ubisoft: ‘Wir übernehmen das.’ Aber er musste gehen“, so Hutchinson.

Leak im PlayStation-System: Assassin’s Creed IV: Black Flag Remake

Der ursprüngliche Plan von Ubisoft sah laut Hutchinson eine Trilogie vor: Ein Spiel über Altaïr, eines über Ezio und ein Finale mit Desmond in der Gegenwart. Doch mit den wachsenden Ambitionen des Publishers habe sich diese Vision verändert.

Hutchinson betonte zudem, dass zu viel Hintergrundgeschichte („Lore“) für viele Spieler eher eine Belastung sein könne. Als Beispiel verwies er auf das Marvel Cinematic Universe, bei dem manche Zuschauer aussteigen, weil sie über Jahre hinweg komplexe Handlungsfäden verfolgen müssen. Stattdessen plädiert er für einen Ansatz wie bei Nintendo, der auf universell verständliche Story-Konzepte setzt, die keine jahrelange Vorkenntnis erfordern.

Desmond Miles war ursprünglich viel wichtiger für Assassin’s Creed

Wer heute auf die ersten Assassin’s-Creed-Spiele zurückblickt, vergisst leicht, wie zentral Desmond Miles ursprünglich für die gesamte Reihe war. Altaïr und Ezio standen zwar auf den Verpackungen und prägten die historischen Abschnitte, doch die übergreifende Geschichte spielte in der Gegenwart. Desmond war die Verbindung zwischen den verschiedenen Epochen und sollte Schritt für Schritt verstehen, warum Abstergo und die Assassinen überhaupt um die Erinnerungen seiner Vorfahren kämpften.

Gerade die ersten Spiele bauten deshalb kontinuierlich darauf hin, dass Desmond selbst immer wichtiger werden würde. Durch den sogenannten Bleeding Effect übernahm er Fähigkeiten seiner Vorfahren und entwickelte sich vom widerwilligen Gefangenen zunehmend zu einem ausgebildeten Assassinen. Viele Spieler erwarteten folgerichtig, dass irgendwann ein Spiel erscheinen würde, in dem Desmond nicht mehr nur zwischen historischen Abschnitten agiert, sondern selbst vollständig im Mittelpunkt steht.

Die ursprüngliche Idee war deutlich kompakter

Nach den Aussagen von Alex Hutchinson war Assassin’s Creed ursprünglich wesentlich stärker als überschaubare Geschichte geplant. Altaïr sollte den Anfang bilden, Ezio die nächste große Phase übernehmen und Desmond schließlich den modernen Abschluss liefern.

Die enorme Popularität der Reihe veränderte diese Ausgangslage jedoch. Assassin’s Creed II wurde zum großen Erfolg und Ezio entwickelte sich zu einer der bekanntesten Figuren der Marke. Brotherhood und Revelations erweiterten seine Geschichte, während gleichzeitig immer mehr Hintergrundwissen, Organisationen, Artefakte und historische Zusammenhänge aufgebaut wurden.

Damit entstand ein Problem, das bei langfristigen Serien regelmäßig auftritt: Eine Handlung, die ursprünglich über wenige Teile erzählt werden sollte, musste plötzlich über immer mehr Veröffentlichungen funktionieren. Neue Spieler sollten einsteigen können, ohne mehrere ältere Spiele vollständig zu kennen, während langjährige Fans gleichzeitig Antworten auf jahrelang aufgebaute Fragen erwarteten.

Assassin’s Creed 3 stand deshalb vor einer schwierigen Aufgabe

Assassin’s Creed 3 musste gleich mehrere Erwartungen erfüllen. Das Spiel sollte mit Connor einen neuen historischen Protagonisten etablieren, die Amerikanische Revolution als neuen Schauplatz nutzen und gleichzeitig Desmonds lange Gegenwartsgeschichte zu einem Abschluss bringen.

Schon diese Kombination war anspruchsvoll. Während neue Spieler vor allem Connors Geschichte erleben konnten, mussten Fans der vorherigen Teile zahlreiche Ereignisse aus Altaïrs und Ezios Abenteuern im Kopf behalten. Dazu kamen die Erste Zivilisation, der Animus, Abstergo und der Konflikt zwischen Assassinen und Templern.

Hutchinsons Rückblick macht nachvollziehbar, warum das Entwicklerteam irgendwann einen klaren Schnitt setzen wollte. Eine Serie, die jedes neue Spiel auf immer umfangreicherem Vorwissen aufbaut, erschwert langfristig den Einstieg. Gleichzeitig bedeutete dieser Schnitt aber auch, dass eine Figur verschwand, deren Entwicklung über mehrere Jahre bewusst vorbereitet worden war.

Genau deshalb war Desmonds Tod so umstritten

Für viele Fans war nicht allein die Tatsache problematisch, dass Desmond starb. Entscheidend war vielmehr der Zeitpunkt. Über mehrere Spiele hinweg hatte Ubisoft vermittelt, dass seine Fähigkeiten immer weiter wachsen und er irgendwann selbst zu einem vollständig ausgebildeten modernen Assassinen werden könnte.

Assassin’s Creed 3 zeigte ihn tatsächlich aktiver als zuvor. Desmond bewegte sich außerhalb des Animus, infiltrierte moderne Einrichtungen und setzte seine erlernten Fähigkeiten zunehmend selbst ein. Dadurch entstand für viele Spieler der Eindruck, dass die Serie endlich auf das lange vorbereitete Ziel zusteuerte.

Stattdessen endete seine Geschichte. Für das Entwicklerteam war dies ein Weg, den umfangreichen Handlungsstrang abzuschließen. Für einen Teil der Community wirkte es dagegen so, als sei Desmond genau in dem Moment entfernt worden, in dem seine Entwicklung besonders interessant wurde. Diese unterschiedlichen Perspektiven erklären, warum die Entscheidung bis heute diskutiert wird.

Ein modernes Assassin’s Creed hätte die Serie stark verändert

Ein vollständig in der Gegenwart spielender Ableger wäre allerdings auch ein erhebliches Risiko gewesen. Assassin’s Creed lebte schon damals von historischen Städten, bekannten Persönlichkeiten und dem Gefühl, verschiedene Epochen erkunden zu können.

Ein modernes Setting hätte viele dieser Eigenschaften verändert. Hochhäuser, Kameras, moderne Schusswaffen und digitale Überwachung würden vollkommen andere Anforderungen an Schleichen, Klettern und Kämpfe stellen. Selbst die typische Parkour-Struktur müsste an eine Gegenwart voller Fahrzeuge und moderner Architektur angepasst werden.

Genau darin lag gleichzeitig das enorme Potenzial. Desmond hätte Fähigkeiten aus unterschiedlichen Erinnerungen verbinden und in einer modernen Umgebung einsetzen können. Für Fans, die seine Entwicklung verfolgt hatten, wäre dies der logische Höhepunkt gewesen. Für Ubisoft hätte ein solcher Schritt jedoch bedeutet, eine der wichtigsten Grundlagen der erfolgreichen Reihe zumindest für ein komplettes Spiel deutlich zu verändern.

Der Animus brauchte nach Desmond einen neuen Zweck

Desmonds Tod hatte nicht nur Auswirkungen auf eine Figur, sondern auf die gesamte erzählerische Struktur. Bis dahin gab es einen persönlichen Grund, warum genau diese historischen Erinnerungen erlebt wurden. Sie waren mit Desmonds Familie und seinem Kampf in der Gegenwart verbunden.

Nach Assassin’s Creed 3 musste Ubisoft einen neuen Rahmen schaffen, damit Spieler weiterhin regelmäßig in historische Epochen reisen konnten. Die Serie experimentierte anschließend mit unterschiedlichen Ansätzen. Die moderne Geschichte blieb erhalten, verlor aber zunächst ihre eindeutig zentrale Hauptfigur.

Das hatte Vorteile. Jedes neue Assassin’s Creed konnte stärker für sich allein funktionieren und neue Spieler mussten Desmonds komplette Vergangenheit nicht kennen. Gleichzeitig fehlte manchen Fans dadurch genau jene übergreifende Geschichte, die den frühen Teilen zusätzlichen Zusammenhang gegeben hatte. Historische Abenteuer waren weiterhin spannend, fühlten sich aber teilweise weniger eng mit einem gemeinsamen Endziel verbunden an.

Zu viel Lore kann tatsächlich zum Hindernis werden

Hutchinsons Kritik an immer umfangreicherem Hintergrundwissen betrifft nicht nur Assassin’s Creed. Viele lang laufende Marken stehen irgendwann vor derselben Herausforderung. Jede neue Geschichte erweitert die Welt, führt zusätzliche Figuren ein und beantwortet ältere Fragen mit neuen Geheimnissen.

Für besonders engagierte Fans kann genau das faszinierend sein. Sie analysieren Hinweise, kennen historische Zusammenhänge und möchten wissen, wie einzelne Ereignisse miteinander verbunden sind. Für Neueinsteiger kann dieselbe Menge an Informationen jedoch abschreckend wirken.

Das Problem entsteht besonders dann, wenn eine neue Geschichte ohne umfangreiche Vorkenntnisse kaum noch verständlich ist. Ein Spieler, der erst mit dem fünften oder sechsten Teil beginnt, sollte nicht mehrere Wiki-Seiten lesen müssen, bevor er die grundlegenden Motive der Figuren nachvollziehen kann.

Assassin’s Creed musste deshalb irgendwann entscheiden, wie viel Kontinuität sinnvoll ist und wo ein neuer Einstieg ermöglicht werden sollte.

Gleichzeitig war die Lore eine der großen Stärken der frühen Spiele

Die Kritik an zu viel Hintergrundgeschichte bedeutet allerdings nicht, dass Lore grundsätzlich problematisch ist. Gerade die ersten Assassin’s-Creed-Teile lebten von der Vorstellung, dass hinter den historischen Ereignissen eine wesentlich größere Geschichte verborgen liegt.

Die geheimnisvollen Nachrichten, die Erste Zivilisation und die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart sorgten dafür, dass Spieler nach dem Abspann weiter über die Handlung diskutierten. Viele scheinbar kleine Hinweise bekamen erst später eine Bedeutung.

Diese langfristige Struktur unterschied Assassin’s Creed von einem reinen historischen Actionspiel. Man besuchte nicht einfach eine interessante Epoche, sondern suchte gemeinsam mit den Figuren nach Antworten auf ein größeres Rätsel.

Die Herausforderung lag deshalb weniger darin, Hintergrundgeschichte vollständig zu reduzieren. Vielmehr musste Ubisoft einen Weg finden, komplexe Zusammenhänge zu erzählen, ohne neue Spieler auszuschließen. Genau diese Balance beschäftigt die Reihe bis heute.

Ezio zeigte bereits, wie stark einzelne Geschichten funktionieren können

Die enorme Popularität von Ezio Auditore verdeutlichte gleichzeitig, dass Assassin’s Creed auch dann funktioniert, wenn eine historische Figur sehr stark im Mittelpunkt steht. Spieler begleiteten Ezio über mehrere Lebensabschnitte und bauten dadurch eine ungewöhnlich enge Beziehung zu ihm auf.

Seine Geschichte war eng mit Desmond verbunden, konnte aber trotzdem weitgehend als eigenständiges Abenteuer verstanden werden. Genau dieses Modell beeinflusste wahrscheinlich auch spätere Entscheidungen innerhalb der Reihe.

Ein neuer historischer Protagonist ermöglicht einen relativ einfachen Einstieg. Die wichtigsten Konflikte können innerhalb einer Epoche erklärt werden, während die übergreifende moderne Handlung eher den Rahmen bildet.

Desmond verkörperte das Gegenteil: Seine Geschichte gewann mit jedem Spiel an Bedeutung, setzte dadurch aber zunehmend voraus, dass die vorherigen Kapitel bekannt waren. Je länger Assassin’s Creed fortgesetzt wurde, desto schwieriger wurde es, diese beiden Anforderungen gleichzeitig miteinander zu verbinden.

Connor musste unter dem Ende einer ganzen Ära bestehen

Auch Connor hatte es in Assassin’s Creed 3 nicht leicht. Er trat direkt nach Ezio auf, der über drei große Spiele hinweg aufgebaut worden war und bei vielen Fans enorme Popularität genoss. Gleichzeitig musste Connors Debüt den Abschluss von Desmonds Geschichte tragen.

Dadurch wurde Assassin’s Creed 3 automatisch stärker als Übergang wahrgenommen. Eine neue Epoche, ein neuer Assassine und das Ende eines langjährigen Handlungsbogens trafen innerhalb eines einzelnen Spiels aufeinander.

Connor selbst unterschied sich bewusst von Ezio. Er war ernster, direkter und bewegte sich in einem vollkommen anderen kulturellen und politischen Umfeld. Diese Unterschiede wurden damals nicht von allen Spielern positiv aufgenommen, zeigen rückblickend aber, dass Ubisoft nicht einfach eine Kopie des vorherigen Helden erschaffen wollte.

Die Diskussion über Desmonds Tod überschattete dadurch teilweise, wie viele grundlegende Veränderungen Assassin’s Creed 3 gleichzeitig bewältigen musste.

Die Gegenwart verlor nach Assassin’s Creed 3 an emotionalem Gewicht

Nach Desmond fehlte zunächst eine Figur, die Spieler über mehrere Teile hinweg auf dieselbe Weise begleiten konnte. Die moderne Rahmenhandlung experimentierte mit neuen Perspektiven und teilweise namenlosen beziehungsweise weniger stark ausgearbeiteten Protagonisten.

Für Spieler, die vor allem historische Welten erleben wollten, war das möglicherweise angenehmer. Die Gegenwartssequenzen unterbrachen das eigentliche Abenteuer weniger stark und verlangten weniger langfristige Aufmerksamkeit.

Fans der ursprünglichen Handlung empfanden dagegen häufig genau das als Verlust. Der Animus war ursprünglich nicht bloß ein technisches Werkzeug, um verschiedene historische Schauplätze miteinander zu verbinden. Er gehörte zu einer größeren Geschichte, in der Vergangenheit und Gegenwart voneinander abhängig waren.

Desmonds Tod löste Ubisoft von einem zunehmend komplizierten Handlungsbogen. Gleichzeitig nahm die Entscheidung der Gegenwart zunächst einen Teil ihrer persönlichen Bedeutung. Genau dieser Preis gehört zur vollständigen Bewertung der damaligen Entscheidung dazu.

Ein endgültiger Abschluss war wahrscheinlich besser als endloses Hinauszögern

So kontrovers die Umsetzung war, besitzt Hutchinsons Argument einen nachvollziehbaren Kern. Eine Geschichte sollte irgendwann ein Ende erreichen dürfen. Wenn jedes erfolgreiche Franchise seinen zentralen Konflikt immer weiter verlängert, verlieren wichtige Ereignisse irgendwann ihre Bedeutung.

Desmond hätte theoretisch noch über zahlreiche weitere Teile hinweg auf sein endgültiges Schicksal vorbereitet werden können. Dadurch wäre die ursprüngliche Geschichte aber immer weiter von ihrem geplanten Abschluss entfernt worden.

Ein klarer Schnitt schafft Platz für neue Figuren und neue Konflikte. Das Problem bestand deshalb wahrscheinlich weniger darin, Desmonds Geschichte grundsätzlich zu beenden. Entscheidend war, ob der gewählte Abschluss den jahrelangen Aufbau ausreichend belohnte.

Genau darüber gehen die Meinungen bis heute auseinander. Das Entwicklerteam sah einen notwendigen Endpunkt. Manche Fans sahen dagegen eine verpasste Gelegenheit, Desmond endlich jene zentrale Rolle zu geben, auf die die vorherigen Spiele vorbereitet hatten.

Assassin’s Creed wurde dadurch dauerhaft zu einer anderen Serie

Nach Assassin’s Creed 3 entwickelte sich die Marke immer stärker zu einer Plattform für unterschiedliche historische Abenteuer. Black Flag führte Spieler in die Welt der Piraten, Unity nach Paris und spätere Teile veränderten Struktur und Kampfsystem teilweise erheblich.

Ein dauerhaft zentraler Desmond-Handlungsbogen hätte diese Freiheit möglicherweise stärker eingeschränkt. Jede neue Epoche müsste weiterhin eng mit seinem persönlichen Konflikt verbunden werden. Ohne ihn konnten neue Geschichten unabhängiger voneinander funktionieren.

Diese Entwicklung trug wahrscheinlich dazu bei, dass Assassin’s Creed über einen so langen Zeitraum regelmäßig neue Schauplätze nutzen konnte. Gleichzeitig wurde die Serie dadurch weniger eindeutig auf ein gemeinsames Ende ausgerichtet.

Das ist weder ausschließlich positiv noch ausschließlich negativ. Es zeigt vielmehr, wie stark eine einzelne erzählerische Entscheidung die langfristige Struktur eines Franchise verändern kann. Desmonds Tod war nicht lediglich das Ende eines Charakters, sondern ein Wendepunkt für die gesamte Marke.

Heute wirkt die Entscheidung nachvollziehbarer, aber nicht automatisch besser

Mit dem Abstand von mehr als einem Jahrzehnt lässt sich die Situation anders betrachten als unmittelbar nach Assassin’s Creed 3. Ubisoft wollte eine Serie fortsetzen, deren ursprüngliche Geschichte eigentlich deutlich kompakter gedacht war. Gleichzeitig musste jedes neue Spiel für eine wachsende Zahl neuer Spieler zugänglich bleiben.

Aus dieser Perspektive erscheint die Entscheidung, Desmonds Handlungsbogen abzuschließen, verständlicher. Eine immer kompliziertere Gegenwartsgeschichte hätte langfristig tatsächlich zur Belastung werden können.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die konkrete Umsetzung deshalb automatisch ideal war. Ein nachvollziehbarer Grund hinter einer kreativen Entscheidung garantiert nicht, dass sämtliche Spieler mit dem Ergebnis zufrieden sein müssen.

Gerade weil Desmond über mehrere Spiele hinweg auf seine zukünftige Rolle vorbereitet wurde, bleibt die Frage bestehen, ob ein stärker auf ihn konzentrierter Abschluss wirkungsvoller gewesen wäre. Genau diese offene Diskussion macht Hutchinsons Aussagen so interessant.

Desmond bleibt trotz seines frühen Endes wichtig für die Reihe

Dass Fans noch viele Jahre später über Desmond Miles diskutieren, zeigt letztlich, wie wichtig die Figur für die Identität der frühen Assassin’s-Creed-Spiele war. Sein Einfluss verschwand nicht einfach mit dem Ende von Assassin’s Creed 3.

Er steht bis heute für eine Phase der Reihe, in der historische Abenteuer besonders eng mit einem fortlaufenden modernen Konflikt verbunden waren. Für viele langjährige Spieler gehört diese Struktur genauso zu Assassin’s Creed wie der Animus, versteckte Klingen und historische Städte.

Hutchinsons Erklärung liefert deshalb keine einfache Antwort darauf, ob Desmonds Tod richtig oder falsch war. Sie zeigt vielmehr, welche Herausforderung hinter der Entscheidung steckte: Ubisoft musste aus einer ursprünglich begrenzten Geschichte ein Franchise machen, das über viele weitere Jahre funktionieren konnte.

Desmonds Tod war eine der radikalsten Lösungen für dieses Problem. Dass darüber bis heute gestritten wird, dürfte gleichzeitig der beste Beleg dafür sein, wie sehr seine Geschichte die ersten Jahre von Assassin’s Creed geprägt hat.

Quelle:
https://www.3djuegos.com/juegos/assassins-creed-3-remastered/noticias/tener-demasiado-lore-carga-13-anos-tarde-director-assassins-creed-3-se-sincera-funesto-destino-desmond

Assassin’s Creed 3: Der große Umbruch für Ubisofts Action-Reihe

Mit Assassin’s Creed 3 wagte Ubisoft einen der größten Schritte in der Geschichte der beliebten Spielereihe. Nach der erfolgreichen Ezio-Trilogie erwartete Fans ein völlig neuer Hauptcharakter, ein neues historisches Setting und zahlreiche spielerische Neuerungen. Das Spiel erschien ursprünglich im Jahr 2012 und zählt bis heute zu den wichtigsten Ablegern der Serie.

Die Geschichte führt Spieler in die Zeit der Amerikanischen Revolution und verbindet historische Ereignisse mit der bekannten Auseinandersetzung zwischen Assassinen und Templern.

Eine neue Hauptfigur

Nach mehreren Spielen mit Ezio Auditore entschied sich Ubisoft für einen Neuanfang.

Im Mittelpunkt steht Connor Kenway, dessen bürgerlicher Name Ratonhnhaké:ton lautet.

Connor wächst in einem Mohawk-Dorf auf und gerät im Laufe der Handlung immer tiefer in den Konflikt zwischen Assassinen und Templern. Seine persönliche Geschichte bildet den emotionalen Kern des Spiels und begleitet ihn durch eine Zeit großer politischer Veränderungen.

Die Amerikanische Revolution als Schauplatz

Assassin’s Creed 3 spielt zwischen den Jahren 1754 und 1783.

Während der Handlung treffen Spieler auf zahlreiche bekannte Persönlichkeiten der Geschichte, darunter:

  • George Washington
  • Benjamin Franklin
  • Samuel Adams
  • Charles Lee
  • Thomas Jefferson

Historische Ereignisse wie die Amerikanische Revolution werden eng mit der fiktiven Geschichte der Assassinen verknüpft.

Eine deutlich größere Spielwelt

Ubisoft erweiterte das Konzept der offenen Welt erheblich.

Erkunden lassen sich unter anderem:

  • Boston
  • New York
  • die weitläufige Frontier
  • Wälder
  • Flüsse
  • Dörfer
  • Militärlager

Die abwechslungsreichen Landschaften sorgten für deutlich mehr Freiheit als in vielen Vorgängern.

Neue Gameplay-Elemente

Assassin’s Creed 3 führte zahlreiche neue Funktionen ein.

Dazu gehören:

  • Baumklettern
  • dynamisches Wetter
  • Jahreszeiten
  • Jagd auf Wildtiere
  • umfangreichere Kämpfe
  • Seeschlachten
  • verbesserte Parkour-Bewegungen

Vor allem die Seeschlachten kamen bei vielen Spielern so gut an, dass Ubisoft sie später in Assassin’s Creed IV: Black Flag deutlich ausbaute.

Kämpfe mit mehr Dynamik

Auch das Kampfsystem wurde überarbeitet.

Connor nutzt unterschiedliche Waffen, darunter:

  • Tomahawk
  • Schwerter
  • Pistolen
  • Bögen
  • Musketen
  • versteckte Klinge

Die Kämpfe wirken direkter und flüssiger als in vielen älteren Serienteilen.

Die Gegenwartsgeschichte

Neben Connors Abenteuer setzt Assassin’s Creed 3 auch die Geschichte von Desmond Miles fort.

Seine Handlung bildet den Abschluss jener Geschichte, die bereits mit dem ersten Assassin’s Creed begann und sich über mehrere Spiele entwickelte.

Für viele Fans markierte dieser Abschnitt einen wichtigen Wendepunkt innerhalb der gesamten Reihe.

Assassin’s Creed 3 Remastered

Im Jahr 2019 veröffentlichte Ubisoft eine überarbeitete Version.

Assassin’s Creed 3 Remastered bietet unter anderem:

  • höhere Auflösung
  • verbesserte Texturen
  • modernisierte Lichteffekte
  • optimierte Charaktermodelle
  • technische Verbesserungen
  • sämtliche Einzelspieler-DLCs

Dadurch lässt sich das Abenteuer auch auf moderner Hardware komfortabel erleben.

Wie wurde Assassin’s Creed 3 aufgenommen?

Die Meinungen zum Spiel fielen unterschiedlich aus.

Gelobt wurden unter anderem:

  • die neue Spielwelt
  • die technische Weiterentwicklung
  • die Seeschlachten
  • das historische Setting
  • die größere Freiheit

Kritisiert wurden dagegen teilweise:

  • das langsame Erzähltempo zu Beginn
  • einige technische Probleme zum Release
  • die KI
  • kleinere Bugs

Dennoch entwickelte sich Assassin’s Creed 3 zu einem kommerziellen Erfolg und verkaufte sich weltweit millionenfach.

Hat Assassin’s Creed 3 die Serie verändert?

Rückblickend gilt Assassin’s Creed 3 als eines der wichtigsten Spiele der Reihe.

Viele Mechaniken wurden später weiterentwickelt und fanden ihren Weg in nachfolgende Titel. Besonders die Seeschlachten legten den Grundstein für Assassin’s Creed IV: Black Flag, das bis heute zu den beliebtesten Ablegern zählt.

Auch die größere offene Welt und die stärkere Einbindung der Natur beeinflussten spätere Spiele der Serie.

Fazit

Assassin’s Creed 3 markiert einen bedeutenden Wendepunkt für die traditionsreiche Ubisoft-Reihe. Mit Connor Kenway, der Amerikanischen Revolution und zahlreichen spielerischen Neuerungen schlug das Spiel einen neuen Weg ein. Auch wenn nicht jede Entscheidung bei allen Fans gleichermaßen gut ankam, zählt Assassin’s Creed 3 bis heute zu den wichtigsten Kapiteln der Serie und legte den Grundstein für viele Elemente, die spätere Ableger erfolgreich weiterentwickelten.

Assassin’s Creed gehört seit vielen Jahren zu den bekanntesten und erfolgreichsten Videospielreihen der Welt. Seit dem ersten Teil im Jahr 2007 hat Ubisoft zahlreiche Hauptspiele, Spin-offs und Erweiterungen veröffentlicht. Die Serie verbindet historische Schauplätze mit einer fiktiven Geschichte rund um den jahrhundertealten Konflikt zwischen den Assassinen und den Templern.

Mit Millionen verkauften Exemplaren zählt Assassin’s Creed heute zu den wichtigsten Marken der Gaming-Branche und begeistert Spieler immer wieder mit neuen Epochen, Kulturen und Hauptfiguren.

Der Beginn im Jahr 2007

Das erste Assassin’s Creed erschien im November 2007 für PlayStation 3, Xbox 360 und PC.

Im Mittelpunkt stand der Assassine Altaïr Ibn-La’Ahad, der während des Dritten Kreuzzugs zahlreiche Aufträge erfüllen musste.

Schon damals überzeugte das Spiel durch:

  • große historische Städte
  • Parkour
  • Klettern
  • Schleichmissionen
  • offene Spielbereiche
  • eine ungewöhnliche Science-Fiction-Rahmenhandlung

Damit legte Ubisoft den Grundstein für eine der erfolgreichsten Spieleserien der vergangenen Jahrzehnte.

Die Ezio-Trilogie machte die Reihe weltberühmt

Mit Assassin’s Creed II begann 2009 die Geschichte von Ezio Auditore da Firenze.

Es folgten:

  • Assassin’s Creed II
  • Assassin’s Creed Brotherhood
  • Assassin’s Creed Revelations

Viele Fans betrachten diese drei Spiele bis heute als einen Höhepunkt der gesamten Serie.

Neben einer emotionalen Geschichte überzeugten sie durch:

  • abwechslungsreiche Städte
  • zahlreiche Nebenaktivitäten
  • neue Waffen
  • eine lebendige Spielwelt
  • viele historische Persönlichkeiten

Immer neue historische Epochen

Ein Markenzeichen der Reihe ist der Wechsel des Schauplatzes.

Im Laufe der Jahre bereisten Spieler unter anderem:

  • Italien der Renaissance
  • Amerika während der Revolution
  • die Karibik
  • Frankreich zur Französischen Revolution
  • London im Viktorianischen Zeitalter
  • Ägypten
  • Griechenland
  • England zur Zeit der Wikinger
  • Bagdad
  • das feudale Japan

Jeder Ableger erzählt dabei eine eigene Geschichte mit neuen Figuren und unterschiedlichen historischen Hintergründen.

Der Wandel zum Action-Rollenspiel

Mit Assassin’s Creed Origins begann 2017 eine neue Ära.

Ubisoft überarbeitete zahlreiche Spielmechaniken.

Zu den wichtigsten Neuerungen gehörten:

  • umfangreiches Levelsystem
  • Ausrüstung mit Seltenheitsstufen
  • größere Open Worlds
  • Rollenspielelemente
  • Questsystem
  • stärkere Charakterentwicklung

Diese Veränderungen wurden in Assassin’s Creed Odyssey und Assassin’s Creed Valhalla weiter ausgebaut.

Assassin’s Creed Mirage

Mit Assassin’s Creed Mirage kehrte Ubisoft 2023 teilweise zu den Wurzeln der Reihe zurück.

Der Fokus lag wieder stärker auf:

  • Schleichen
  • gezielten Attentaten
  • kompakterer Spielwelt
  • klassischem Parkour
  • einer kürzeren Hauptgeschichte

Viele Fans sahen darin eine Rückbesinnung auf die ursprünglichen Stärken der Serie.

Assassin’s Creed Shadows

Mit Assassin’s Creed Shadows führte Ubisoft die Reihe erstmals in das feudale Japan.

Spieler erleben die Geschichte aus der Perspektive zweier unterschiedlicher Hauptfiguren, die jeweils eigene Fähigkeiten und Spielstile mitbringen.

Der Titel erweitert das bekannte Spielprinzip um neue Möglichkeiten beim Erkunden, Kämpfen und Schleichen und zählt zu den jüngsten Hauptablegern der Serie.

Was macht Assassin’s Creed besonders?

Die Reihe hebt sich durch die Kombination verschiedener Elemente von vielen anderen Actionspielen ab.

Dazu gehören:

  • historische Schauplätze
  • offene Spielwelten
  • Parkour
  • Schleichmechaniken
  • Kämpfe
  • Erkundung
  • Rollenspielelemente
  • reale historische Persönlichkeiten

Dadurch besitzt nahezu jeder Serienteil eine eigene Atmosphäre.

Eine der erfolgreichsten Marken von Ubisoft

Seit dem ersten Spiel entwickelte sich Assassin’s Creed zu einer der wichtigsten Marken des französischen Publishers.

Neben den Hauptspielen erschienen unter anderem:

  • Remastered-Versionen
  • Mobile-Spiele
  • Romane
  • Comics
  • Kinofilm
  • Merchandise
  • Sammlereditionen

Die Marke ist längst weit über die Videospiele hinaus bekannt.

Wie könnte die Zukunft aussehen?

Ubisoft hat bereits angekündigt, Assassin’s Creed langfristig weiterzuentwickeln.

Neue historische Schauplätze, zusätzliche Geschichten und technische Verbesserungen dürften dafür sorgen, dass die Reihe auch in den kommenden Jahren fortgesetzt wird. Gleichzeitig soll die Plattform Assassin’s Creed Infinity (Animus Hub) verschiedene Inhalte und zukünftige Spiele stärker miteinander verbinden.

Fazit

Assassin’s Creed zählt zu den prägendsten Videospielreihen der vergangenen zwei Jahrzehnte. Von den Kreuzzügen über die Renaissance bis hin zum feudalen Japan verbindet die Serie historische Ereignisse mit einer fiktiven Geschichte rund um Assassinen und Templer. Dank abwechslungsreicher Schauplätze, stetiger Weiterentwicklungen und einer großen Fangemeinde bleibt Assassin’s Creed auch heute eine der wichtigsten Marken der Gaming-Welt.

Wie hat dir dieser Artikel gefallen?

Amazon

Jetzt einkaufen und unterstützen

*Unsere Seite enthält Affiliate-Links zu Amazon. Ihr unterstützt uns durch eure Einkäufe, ohne dass zusätzliche Kosten für euch anfallen.

2 Kommentare

Weitere News