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Mittwoch, Oktober 20, 2021
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Deathloop – Der Tod in Dauerschleife (Review)

Stellt euch vor ihr könntet jeden Tag eine Party feiern, die sich aber täglich wiederholt. Cool? Für Hauptcharakter Colt war es irgendwann genug und er möchte diesen Loop brechen.

Ob diese Wiederholung spannende bleibt oder irgendwann in Langeweile ausartet, wollen wir in unserer Review zu Deathloop klären.

Deathloop-Release-verschoben

Wer bin ich und was mach ich hier?

Colt hat es nicht leicht. Er wacht an einem Strand auf und hat den übelsten Kater. Außerdem hat er wohl den heftigsten Filmriss, den man sich vorstellen kann. Denn er weiß erst mal nicht wer und wo er ist. Zudem sieht er aus irgendeinem Grund Worte in der Luft, die ihm mitteilen, dass er den Loop brechen soll. Außerdem macht er bald Bekanntschaft mit Julianna, die ihn tot sehen will. Am besten oft und brutal. Warum und Wieso? Das gilt es herauszufinden. Neben gut vertonten Zwischensequenzen in Ego-Perspektive, erfahren wir auch viel durch das klasse Worldbuilding oder durch Gespräche von NPC´s. Außerdem gibt es viele Briefe und Dokumente in der Spielwelt zu finden, die mehr über die Insel Blackreef oder die Charaktere preisgeben. Das ist alles sehr spannend geschrieben und baut so eine wirklich fesselnde Atmosphäre auf. Jedoch bekommt man nicht alles auf dem Silbertablett präsentiert und man muss gründlich die Augen aufhalten um keine Nachricht zu verpassen. Darauf muss man Lust haben und ist wohl nicht für jeden etwas. Wenn man sich jedoch darauf einlässt, belohnt die Erkundung ungemein, da viele Geheimnisse so entschlüsselt werden.

Aktive Detektivarbeit

Da aber jeder Hinweis, den wir lesen oder hören sofort im Notizbuch hinterlegt wird, ist alles schön sortiert nachzulesen. So kann man nichts versehentlich vergessen. Auch Colt als Charakter selbst ist schön gestaltet, da er immer nur das weiß, was der Spieler weiß. So können wir uns sehr gut mit ihm identifizieren, obwohl er trotzdem einen eigenen Charakter besitzt. Die Dialoge besitzen viel Witz und wissen zu unterhalten. Trotzdem bleibt Deathloop grundsätzlich ernst, wird durch die lockeren Gespräche aber immer wieder aufgelockert. Schnell findet man heraus, dass Colt 8 Visionäre töten muss, um den Loop zu brechen. Dabei hat jeder seine eigene besondere Art und einen eigenen Tagesablauf. Außerdem ist es nötig alle 8 an einem Tag zu erledigen. Somit haben wir vier Tageszeiten und vier Locations um herauszufinden wie wir das bewerkstelligen. Dazu suchen wir uns im übersichtlichen Questlog einen Visionäre aus und fangen unsere Spurensuche an. Danach wählen wir den richtigen Ort und die richtige Tageszeit und los geht’s. Cool dabei ist, dass jede Location zu jeder Tageszeit sich verändert und sich beispielsweise Mittags neue Durchwege öffnen, die morgens noch geschlossen sind. Am Ende fühlt sich das wie ein motivierendes Puzzle an.

Schießen, schleichen, sterben

Grundsätzlich lässt sich Deathloop als Ego-Shooter mit speziellen Fähigkeiten beschreiben. Außerdem ist es möglich und auch oft nötig zu schleichen um an sein Ziel zu kommen. Denn Anfangs hält Colt nicht wirklich viele Treffer aus. Des Weiteren ist leider auch das Trefferfeedback, wenn wir beschossen werde, nicht immer ganz schlüssig. Auch das Gunplay an sich ist eher Zweckmäßig aber für die vielen Möglichkeiten ausreichend. Denn Colt kann auch brutale Stealth-Kills ausführen und spezielle Fähigkeiten wie Unsichtbarkeit oder Teleportation nutzen. Außerdem sind die Optionen, die Visionäre zu töten mehr als nur eine Kugel in den Kopf zu schießen. Hier lässt sich auch oft die Umgebung einsetzten und kommt beinahe einem Hitman gleich. Natürlich muss man das alles erst herausfinden, dass motiviert aber ungemein. Auch ist leider die KI der Gegner in den Schießereien oft sehr doof und bleibt an Objekten hängen oder nur an einer Stelle stehen. Sogar Gegenspielerin Julianna ist, wenn von der KI gesteuert, oft nicht wirklich gefährlich. Das ist etwas schade. Der Stealthweg ist oft viel befriedigender, da hier die KI sehr aufmerksam ist.

Loot zum mitnehmen

Man könnte glauben, dass Deathloop durch die Zeitschleifen-Mechanik ein Rogue-Like ist. Jedoch ist das weder vom Gegenstandsverlust, noch vom Schwierigkeitsgrad der Fall. Na gut zum Teil. Denn ja am Ende des Tages fängt man immer neu an und verliert gesammelte Gegenstände. Auch der Endgültige Tod lässt den Loop von Vorne beginnen. Da man aber in einer Location sozusagen drei Versuche hat, durch Colts Reprise-Fähigkeit, ist auch das Sterbe nie wirklich nervig. Außerdem lässt sich sehr bald die Ressource Residuum sammeln, mit der man Items anreichern kann, um diese in den nächsten Tag mit zu nehmen. Die ist überall in den Levels verteilt oder von getöteten Visionären zu bekommen. Diese lassen dann genug Residuum und eine neue Fähigkeiten-Tafeln wie die Teleportation fallen. Diese Menge reicht aus, um neue Fähigkeiten oder Verbesserungen anzureichern. Außerdem lassen manche Gegner Waffenmods oder passive Verbesserungen wie einen Doppelsprung für Colt fallen. Natürlich müssen die auch angereichert werden, aber wir können auch doppelte oder gerade nicht benötigte Gegenstände opfern um mehr Residuum zu bekommen. Somit kann man sich das leben recht schnell deutlich vereinfachen. Im großen und ganzen ist das zwar ein sehr komplexes System, dass aber sehr belohnend und fair ist wenn man es erst einmal verstanden hat.

Stilsicher

Die Arkane Studios stechen schon immer mit einem recht eigenen Stil heraus. Das gilt auch für Deathloop, das seine Wurzeln nicht verleugnen kann. Grafisch ist Deathloop dabei sehr gut aber nicht überragend geworden. Dafür sehr stilsicher mit einem Future-Sixties-Look. Dazu kommt noch die passende Musik, die auch aus einem Bond-Film stammen könnte. Die Charaktermodelle der Fußsoldaten, sind etwas speziell geworden. Denn alle haben Masken auf oder sind merkwürdig bemalt. Von der Story macht das Sinn aber sie wirken so etwas weniger menschlich. Trotzdem sind die Unterhaltungen zwischen ihnen sehr intim und so wirkt alles etwas surreal und eventuell gewöhnungsbedürftig. Der DualSense-Controller bietet natürlich auch wieder die Adaptiven-Trigger und das haptische Feedback. Wirklich beeindruckend ist das Feature aber hier nicht wirklich. Darüber hinaus lässt euch der Multiplayer-Modus in die Rollen von Julianna schlüpfen und Jagd auf einen menschlich gesteuerten Colt machen. Wirklich schnell gefunden haben wir während dem Test aber bisher kein Match. Auch eine Langzeitmotivation wird dieser Modus nicht wirklich bieten, da hier zu wenig Abwechslung geboten wird. So ist dieser Modus eher eine nette Dreingabe.

Fazit

Deahtloop erzählt eine spannende und motivierende Geschichte. Viele Infoteile muss man jedoch aktiv suchen und das erfordert etwas Eigeninitiative. Aber wenn das euer Fall ist werdet ihr hier eine Menge Spaß haben. Auch das Gameplay an sich ist sehr abwechslungsreich und ihr könnt es im Grunde spielen wie ihr wollt. Schießen oder schleichen? Eure Wahl! Wobei die Schießereien sich weniger befriedigend anfühlen, als das Schleichen. Das liegt leider an der etwas dummen KI. Des Weiteren machen viele kleine Quality of Life-Funktionen die Zeitscheifenmechanik nie nervig und man kommt so in einen, Achtung, wunderbaren Gameplay-Loop. Somit gehört Deathloop zu den besten Singleplayer-Shootern in diesem Jahr. Der Multiplayer ist leider nicht der Rede wert, aber eine nette Dreingabe.

DEATHLOOP

/
8.8

Grafik

8.5/10

Gameplay

8.5/10

Atmosphäre

9.0/10

Sound

9.0/10

Story

8.8/10

Umfang

9.0/10

Positiv

  • Spannende Geschichte
  • Abwechslungsreiches Gameplay
  • Gute Zeitschleifen-Mechanik

Negativ

  • Dumme KI
  • Feindbeschuss nicht immer bemerkbar
  • Multiplayer wenig motivierend

Deathloop - Launch Trailer | PS5
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