Assassin’s Creed Valhalla – Wilder Wikinger mit versteckter Klinge trifft Assassinen (Review)

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Erst God of War und jetzt Assassin’s Creed . Von Griechenland nach Norwegen zu den Wikingern. Diesmal muss aber die Mythologie, historischen Ereignissen Platz machen.

Kann Assassin’s Creed Valhalla mit seinen Änderungen überzeugen oder bekommen wir nur ein Odyssey -Update. Das und viel mehr wollen wir in unserer Review klären.

Gemächliche Wikinger

Eivor hat alles verloren. Mhh wie Kratos? Eivor ist männlich oder weiblich. Nicht wie Kratos! Erklärt wird diese Wahl, die jeder Zeit im Spiel getätigt werden kann, mit fehlerhaften Daten. Aber naja die Gegenwartsgeschichte war in einem Assassin´s Creed nie die große Motivation. Bleiben wir also bei den historischen Ereignissen. Die Wikinger sind kriegslustige Gestalten und das bekommen wir im Prolog mehr als genug mit. Etwa 6 Stunden sogar. Die Zeit braucht es aber auch, denn die Geschichte wird sehr gemächlich erzählt und braucht seine Zeit um in Fahrt zu kommen. Die Zwischensequenzen sind schön geschnitten und können auch mal etwas länger dauern. Denn geredet wird diesmal sehr viel. Wikinger sind wohl neben dem Kämpfen auch Redegewand. Ich sage nur „Rap-Battle“ oder „Spottstreiten“ wie es im deutschen heißt. Das ist sogar unterhaltsamer als man denkt. Die üblichen Gespräche mit NPC´s sind aber leider recht steif geworden. Das war in Odyssey etwas besser gelöst. Ein weiterer Vorteil des gemächlichen Ablaufs ist, dass wir die Weggefährten von Eivor besser kennen lernen und mit der Zeit auch liebgewinnen. Denn wir sind eigentlich nie wirklich alleine unterwegs.

Auf zu neuen Landen

Der Prolog führt uns in viele Mechaniken des Spiels ein, bis wir letztendlich in Englaland, ja so hieß England früher, landen. assassins-creed-valhallaDenn nicht nur in England wird geplündert und gebrandschatzt. Kriegervolk eben. In unserem Langboot können wir ins Horn blasen und eine Plünderung starten. Dann steigt die Besatzung von Bord und kämpft mit uns. Die Schlachten sind dann jedoch recht chaotisch. Vermutlich ist das im echten Leben auch so, aber wir sind ja in einem Videospiel und naja da wirkt sowas etwas komisch. Das liegt vor allem an der KI der gegnerischen NPC´s. Denn die nehmen Eivor nicht immer wahr oder warten schön ab, bis wir sie in Stücke hauen. Ja Assassin´s Creed ist brutaler als alle Teile zuvor, mit abgetrennten Gliedmaßen und so. Passt aber zum Setting der grimmigen Wikinger. Weiter im Text. Wenn wir wollen dürfen wir aber auch schleichen und unsere versteckte Klinge benutzte, denn die gibt es jetzt auch wieder, sowie instant Kills. Da die NPC´s aber zuvor ausgeschaltete Leichen nicht bemerkten, fühlt sich das schleichen irgendwie nicht befriedigend an. Außerdem es es nur möglich, sich in Sträuchern zu verstecken und Wachen mit einem Pfeifen anzulocken. Früher oder später kommt es aber meist zu einem offenen Kampf, da die Platzierung der Gegner ein komplett lautloses Vorgehen fast immer verhindern.

Ein wenig Dark Souls

Die Kämpfe fühlen sich grundsätzlich wuchtig an. Aber Eivor steuert sich eher wie ein bockiger Esel, denn er macht oft was völlig anders als man möchte. Schläge gehen oft ins leere, zumindest wenn die Lock-On-Funktion nicht eingeschaltet ist. Trotzdem sind die Kämpfe taktischer geworden, da es eine Ausdaueranzeige gibt, auf die wir achten müssen. Ähnlich der Dark Souls-Reihe. Aber die Anzeige leert sich viel zu schnell und verlangsamt die Gefechte eher. Genauso der Umstand, dass wir Beeren pflücken und essen müssen um uns zu heilen, auch im Kampf. Zumindest wenn unsere Ration verbraucht ist. Denn Anfangs ist die auf eine begrenzt. Das nimmt dem ganzen den Flow und hätte ausgewogener gestaltet werden können. Außerdem sind die Kämpfe grundsätzlich sehr einfach geworden und die Herausforderung fehlt. Um zu kämpfen benötigt Eivor natürlich Waffen und Rüstungen. Diese gibt es nun nicht mehr an jeder Ecke und diese gewinnen dadurch an Wert und man freut sich wieder ein neues Ausrüstungsteil gefunden zu haben. Außerdem kann jedes Teil mit Rohstoffen, die in der Welt gefunden oder bei Plünderungen erbeutet werden, aufgewertet werden. Das geht einerseits beim Schmied um die Qualität zu verbessern und andererseits im Inventar, um die Werte zu verbessern. Grundsätzlich funktioniert das gut, jedoch fühlt sich das Aufwerten so etwas zu umständlich an.

Ich bin der Stärkste

Assassin’s Creed Valhalla ist immer noch ein Rollenspiel und besitzt auch Levelaufstiege. Diese werden aber diesmal nicht als Charakterlevel gekennzeichnet, sondern als Stärkelevel. Dieses erhalten wir durch stärkere Ausrüstung oder das verteilen von Fähigkeitspunkten im Fähigkeitenbaum. Dieser ist in drei Wege unterteilt. Nahkampf, Fernkampf und Schleichen. Daneben gibt es noch Fertigkeiten, die wir freischalten, indem wir versteckte Bücher in der Welt finden. Die Welt an sich ist ein gutes Stichwort. Die ist nämlich wunderschön anzusehen und bietet viele unterschiedliche Umgebungen. Außerdem wird man, wenn man das möchte, nicht mehr mit Markierungen auf der Karte zugeschissen, wie in den Teilen zuvor. Odyssey hatte dieses Feature eingeführt, war aber dort immer noch sehr vollgestopft. Diesmal werden interessante Punkte nur mit farbigen Punkten angezeigt, die sich erst offenbaren, wenn wir uns nähern. Das fördert den Erkundungsdrang und ist eine frische Neuerung. Außerdem passt dies zum langsameren Spielablauf im allgemeinen und erinnert vom Aufbau sogar etwas an Red Dead Redemption 2. An die Missionsabwechslung von Rockstars Western-Epos reichen die Aufgaben in Valhalla aber nie heran. Denn diese bleiben recht ähnlich. Eine weitere Möglichkeit neben dem Pferd oder zu Fuss die Welt zu erkunden ist das Langboot. Seeschlachten sind diesmal jedoch passe´ und das Boot dient nur der Fortbewegung über die Flüsse Englalands.

Wie Edward im Sonnenschein

Technisch ist Assassin’s Creed Valhalla ein zweischneidiges Schwert. Die Welt ist riesig und bietet wunderschöne Panoramen und Assassin's-Creed-Valhalladie Charaktermodelle sind grundsätzlich gut gelungen, jedoch kommt es immer noch regelmäßig zu glitchenden Gegenständen. Schwerwiegende sind jedoch die Animationen, die zwischen gut und grauenhaft schwanken. Hin und wieder fehlt sogar gefühlt eine Animation, die aber in allen Teilen davor vorhanden war. Dann verfangen sich Wildtiere in Zelten und stecken in diesen fest oder Charaktere schlittern über den Boden. Das kratzt sehr an der sonst sehr gute Atmosphäre, die sehr stimmig gehalten ist. Des Weiteren glitzert Eivor wie Edward aus Twilight, wenn er aus dem Wasser steigt und nass ist. Die Synchronisation ist jedoch sehr gut gelungen und der männliche, sowie die weibliche Eivor machen einen sehr guten Job. Genauso wie die meisten Nebenfiguren. Würden hier nicht gelegentliche Soundaussetzer stören. Kommen wir zu dem Feature, dass die Assassin´s Creed-Reihe ausgemacht hat. Dem Parkour. Was soll ich sagen. Es fühlt sich diesmal schlechter an, als alle Teile zuvor. Noch nie ist man so oft hängen geblieben, oder ist versehentlich in den Tod gesprungen. Sehr schade. Die Siedlung, die wir jedoch aufbauen dürfen, fühlt sich sehr heimisch an und erinnert wieder stärker an die ursprünglichen Ableger der Reihe.

Fazit

Assassin’s Creed Valhalla sitzt irgendwie zwischen den Stühlen. Der Name wäre eventuell mit „Wilder Winkinger mit versteckter Klinge trifft Assassinen“ besser gewählt. Dabei ist es kein schlechtes Spiel. Die Story ist mit spannenden und cineastischen Zwischensequenzen erzählt, kommt jedoch etwas langsam in Fahrt. Das passt aber zum gemütlicheren Spielablauf, mit vielen Gesprächen zwischen den Aufträgen. Die Charaktere sind aber oft sehr interessant und man hört diesen gerne zu. Auch die weniger vollgestopfte Welt tut Valhalla gut und bietet trotzdem genug Geheimnisse zu entdecken. Dazu kommt das neue Ausrüstungs- und Levelsystem. Das viel mehr Wert auf Qualität legt, aber auch etwas zu kompliziert gestaltet ist. Die Kämpfe sind dabei grundsätzlich sehr einfach und fühlen sich etwas ungelenk an. Die versteckte Klinge tut jedoch wieder was sie soll, nämlich sofort töten. Auch technisch ist nicht alles Gold was glänzt, vor allem nicht Eivor wenn er nass ist. Außerdem stören einige Bugs den Spielablauf und die Atmosphäre. Dabei ist die Atmosphäre und das Artdesign eine der größsten Stärken von Valhalla. Fan´s könnte der wenige Assassinen Bezug fehlen. Alle andern bekommen ein gutes Wikinger Rollenspiel, dem jedoch noch etwas Zeit für den Feinschliff gefehlt hat.

 

Assassin’s Creed Valhalla + Eivor Figur + Sneaker Unboxing 😍

Assassin’s Creed Valhalla + Eivor Figur + Sneaker Unboxing 😍

8.2

Umfang

8.9/10

Atmosphäre

8.7/10

Gameplay

7.5/10

Sound

7.7/10

Grafik

8.3/10

Positiv

  • Wunderschöne Welt
  • Gemächlicher Ablauf
  • Sympatische Nebencharaktere
  • Stimmiges Setting

Negativ

  • Soundaussetzer
  • Hakelige Steuerung
  • Parkour ungenau

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1 thought on “Assassin’s Creed Valhalla – Wilder Wikinger mit versteckter Klinge trifft Assassinen (Review)

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