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Nach dem Mass Effect Aus zeigt Exodus 40 Minuten Gameplay und schwierige Entscheidungen

Während die Zukunft von Mass Effect nach der Schließung von BioWare ungewiss bleibt, zeigt ein anderes Science-Fiction-Rollenspiel, was Spieler im kommenden Jahr erwartet. Archetype Entertainment hat über 40 Minuten neues Gameplay aus Exodus veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen eine umfangreiche Mission auf einer Raumstation, actionreiche Kämpfe und Entscheidungen, die das Schicksal einer ganzen Spezies verändern können. Gerade für ehemalige Mass-Effect-Fans dürfte der neue Einblick interessant sein. Schließlich arbeiten an Exodus mehrere Entwickler, die bereits BioWares bekannte Rollenspiele geprägt haben.

Exodus zeigt eine komplette Mission und zwei unterschiedliche Wege

Das neue Gameplay wurde am 28. Oktober 2026 veröffentlicht und zeigt ausführliche Ausschnitte aus der Mission „Liberating the Kay“.

Anders als bei gewöhnlichen Trailern konzentriert sich Archetype Entertainment diesmal nicht ausschließlich auf spektakuläre Kampfszenen. Stattdessen werden Gespräche, Erkundung, Entscheidungen und unterschiedliche Lösungswege vorgestellt.

Die Mission spielt mehrere Stunden nach Beginn des Abenteuers.

Hauptfigur Jun Aslan benötigt wichtige Komponenten, um das eigene Raumschiff für interstellare Reisen vorzubereiten. Diese befinden sich im Besitz von Suliman Tenjin, dem einflussreichen Anführer der Tenjin-Dynastie.

Allerdings ist Suliman nicht bereit, die benötigten Teile ohne Gegenleistung herauszugeben.

Zunächst soll Jun ihm dabei helfen, die Kontrolle über die orbitale Verteidigungsstation Khonsu zurückzugewinnen.

Die Station schützt Juns Heimatwelt Lidon und ist seit Generationen die Heimat der Kay, einer intelligenten Spezies weiterentwickelter Frösche.

Doch inzwischen haben die Streitkräfte von Gideon Aslan, Juns eigenem Halbbruder, die Anlage besetzt.

Aus einer vermeintlich einfachen Gefälligkeit entwickelt sich damit eine Mission, bei der nicht nur das Schicksal der Station auf dem Spiel steht.

Paladin oder Immortal: Entscheidungen verändern die Geschichte

Besonders interessant ist das Moralsystem von Exodus.

Spieler können ihre Hauptfigur in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Dabei unterscheidet das Rollenspiel zwischen dem tugendhaften Paladin und dem ehrgeizigen Immortal.

Die Entwickler demonstrieren im neuen Gameplay mehrere Situationen, in denen beide Wege zu unterschiedlichen Entscheidungen führen.

In einer Szene trifft Jun auf einen verletzten gegnerischen Soldaten.

Wer den Paladin-Weg verfolgt, kann dem Verletzten ein wertvolles Medipack überlassen und ihm damit helfen.

Allerdings stößt diese Entscheidung bei Suliman Tenjin auf wenig Verständnis.

Alternativ können Spieler den Soldaten zurücklassen und ihre medizinischen Vorräte behalten. Diese Entscheidung entspricht stärker der Immortal-Ausrichtung.

Eine weitere Situation dreht sich um eine wichtige Zugangskarte.

Jun kann einem Wachroboter die Karte regulär abkaufen oder sie sich mit Gewalt beschaffen.

Damit zeigt Exodus, dass moralische Entscheidungen nicht ausschließlich in großen Dialogszenen getroffen werden. Auch vermeintlich kleinere Begegnungen sollen die Entwicklung der Hauptfigur beeinflussen.

Allerdings muss nicht jede Entscheidung zwangsläufig eindeutig gut oder böse sein.

Archetype Entertainment möchte Situationen schaffen, in denen unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen und Spieler selbst abwägen müssen, welche Konsequenzen sie akzeptieren.

Eine Entscheidung könnte das Schicksal der Kay verändern

Besonders weitreichend wird das Moralsystem gegen Ende der gezeigten Mission.

Suliman Tenjin möchte die Verteidigungssysteme von Khonsu verändern lassen.

Im Gegenzug für den Schutz durch seine Dynastie sollen die Kay über Generationen hinweg an deren Interessen gebunden werden.

Jun kann dieser Forderung zustimmen und damit die Unterstützung des mächtigen Verbündeten sichern.

Alternativ besteht die Möglichkeit, Khonsu zu verteidigen, ohne die Bewohner unter die Kontrolle der Tenjin-Dynastie zu stellen.

Die Entwickler bestätigen, dass die Entscheidung langfristige Auswirkungen auf die Zukunft der Kay haben soll.

Welche Folgen tatsächlich entstehen und wie stark spätere Missionen davon beeinflusst werden, bleibt bislang offen.

Die Demonstration liefert jedoch einen Einblick in den erzählerischen Anspruch des Spiels.

Exodus möchte Spieler nicht ausschließlich zwischen verschiedenen Dialogantworten wählen lassen, sondern Entscheidungen mit langfristigen Konsequenzen verbinden.

Gerade dieser Ansatz erinnert deutlich an die früheren Rollenspiele von BioWare.

Kämpfe, Begleiter und Schwerelosigkeit

Neben den Entscheidungen zeigt die Präsentation auch zahlreiche Spielszenen aus den Gefechten.

Jun kämpft aus der Third-Person-Perspektive gegen unterschiedliche Gegner und verwendet dabei verschiedene Waffen sowie spezielle Fähigkeiten.

Eine wichtige Rolle spielt der sogenannte Gauntlet.

Mit diesem technischen Handschuh lassen sich besondere Fähigkeiten einsetzen, die sowohl während der Kämpfe als auch beim Erkunden der Umgebung nützlich sind.

Im neuen Gameplay wird beispielsweise die Petrify-Fähigkeit verwendet, um ein Hindernis mit einem gefährlichen Plasmastrahl zu überwinden.

Außerdem gibt es Abschnitte in Schwerelosigkeit, in denen sich Jun gegen feindliche Einheiten behaupten muss.

Auch die Begleiter sind aktiv am Geschehen beteiligt.

Neben Suliman unterstützt unter anderem Elise die Hauptfigur während verschiedener Kampfsituationen.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Begegnung mit Sergeant Lusinchi, die in einen größeren Bosskampf mündet.

Damit verbindet Exodus klassische Rollenspielelemente mit deutlich actionorientierteren Gefechten.

Bereits im September hatten wir auf PlayStationInfo.de über fast zwei Stunden ungeschnittenes Exodus-Gameplay und die auffälligen Ähnlichkeiten zu Mass Effect berichtet.

Die neue Präsentation liefert nun zusätzliche Einblicke in unterschiedliche Entscheidungswege derselben Mission.

Entwickler reagieren auch beim Hauptcharakter auf Kritik

Neben den spielerischen Neuerungen fällt eine weitere Veränderung auf.

Jun Aslan besitzt in der aktuellen Präsentation ein überarbeitetes Aussehen.

Archetype Entertainment hatte bereits vergangene Woche bestätigt, dass die Entwickler auf Kritik der Community reagiert haben.

Besonders die männliche Version der Hauptfigur wurde in ihrer Gestaltung verändert.

Das Gesicht besitzt nun andere Proportionen, markantere Konturen und eine überarbeitete Frisur.

Wie wir bereits in unserem Artikel über die Kritik am Exodus-Hauptcharakter und die Reaktion ehemaliger BioWare-Entwickler berichtet haben, nahm das Team die Rückmeldungen offenbar zum Anlass, das Charaktermodell noch einmal anzupassen.

Spieler können Jun sowohl als männliche als auch als weibliche Figur spielen.

Zusätzlich stehen Anpassungsmöglichkeiten wie Frisuren, Haarfarben, Gesichtsbehaarung und Tätowierungen zur Verfügung.

Die weibliche Version soll in einer späteren Präsentation ausführlicher gezeigt werden.

Könnte Exodus die Lücke von Mass Effect schließen?

Die zeitliche Nähe zur Schließung von BioWare verleiht dem aktuellen Gameplay eine besondere Bedeutung.

Erst am 21. Oktober 2026 wurde bekannt, dass Electronic Arts das traditionsreiche Entwicklerstudio schließt und die Entwicklung des nächsten Mass Effect einstellt.

Damit verschwindet vorerst eines der bekanntesten Science-Fiction-Rollenspielprojekte der vergangenen Jahre.

Exodus besitzt dagegen bereits einen konkreten Veröffentlichungstermin.

Hinter dem Spiel stehen frühere BioWare-Entwickler, darunter James Ohlen und Drew Karpyshyn, die an bekannten Rollenspielen wie Mass Effect und Star Wars: Knights of the Old Republic gearbeitet haben.

Trotzdem ist Exodus kein offizieller Nachfolger von Mass Effect.

Archetype Entertainment entwickelt eine eigenständige Welt mit eigener Geschichte und zusätzlichen Ideen.

Besonders wichtig ist dabei die Zeitdilatation.

Bei Reisen durch das All können für Jun und seine Mannschaft nur vergleichsweise kurze Zeiträume vergehen, während auf anderen Planeten Jahre oder Jahrzehnte verstreichen.

Dadurch sollen Entscheidungen auch über größere Zeiträume hinweg Auswirkungen auf Charaktere, Beziehungen und ganze Gesellschaften haben.

Wie stark dieses System letztlich in das tatsächliche Spielerlebnis integriert wird, lässt sich anhand der aktuellen Mission noch nicht vollständig beurteilen.

Die Parallelen zu Mass Effect sind dennoch unverkennbar: ein Science-Fiction-Universum, eine feste Gruppe von Begleitern, moralische Entscheidungen und Kämpfe aus der Third-Person-Perspektive.

Exodus erscheint im April 2027 für PS5

Der Veröffentlichungstermin steht bereits fest.

Exodus soll am 7. April 2027 für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC über Steam und den Epic Games Store erscheinen.

Die neue Gameplay-Präsentation stammt aus einer noch nicht finalen Version. Einzelne Animationen, technische Details und Aspekte der Spielbalance können sich bis zur Veröffentlichung deshalb verändern.

Für interessierte Spieler ist das umfangreiche Material dennoch aufschlussreich.

Während viele Rollenspiele zunächst hauptsächlich mit cineastischen Trailern beworben werden, zeigt Archetype Entertainment bereits längere Abschnitte aus tatsächlichen Missionen.

Insbesondere die unterschiedlichen Paladin- und Immortal-Entscheidungen verdeutlichen, wie stark Spieler den Verlauf einzelner Geschichten beeinflussen können sollen.

Ob Exodus tatsächlich an die großen Zeiten klassischer BioWare-Rollenspiele anknüpfen kann, wird sich erst nach der Veröffentlichung zeigen.

Die Voraussetzungen sind jedenfalls interessant: erfahrene Rollenspielentwickler, eine eigenständige Science-Fiction-Welt und ein Entscheidungssystem, das mehr bieten möchte als unterschiedliche Dialogantworten.

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