Nur drei Wochen vor dem Release von GTA 6 gewährt Rockstar Games einen weiteren ausführlichen Einblick in sein kommendes Open-World-Spiel. In der aktuellen Ausgabe des britischen Edge-Magazins wurden neue Screenshots und zahlreiche bisher unbekannte Gameplay-Details veröffentlicht. Besonders auffällig sind das überarbeitete Polizeisystem, realistischere Fahrzeuge und eine offene Spielwelt, deren Bewohner wesentlich individueller auf das Verhalten der Spieler reagieren sollen. Auch die Beziehung zwischen Jason und Lucia spielt eine größere Rolle als bisher angenommen.
Rockstar zeigt GTA 6 in einer 90 Minuten langen Spielvorführung
Für die neue Titelgeschichte besuchte das Edge-Magazin Rockstar North im schottischen Edinburgh. Dort präsentierte Studioleiter Rob Nelson rund 90 Minuten Gameplay aus einer aktuellen Version von Grand Theft Auto VI.
Die Vorführung war nicht auf eine kurze, speziell inszenierte Trailerszene beschränkt. Stattdessen konnten die Journalisten beobachten, wie verschiedene Spielsysteme im normalen Ablauf miteinander interagieren.
Begleitet wurde der Besuch von Gesprächen mit mehreren führenden Rockstar-Entwicklern, darunter Aaron Garbut und Phil Hooker.
Besonders interessant sind die zahlreichen kleinen Details, die während der Vorführung sichtbar wurden. Rockstar möchte offenbar nicht nur eine größere Spielwelt erschaffen, sondern vor allem eine, die wesentlich glaubwürdiger auf die Handlungen der Spieler reagiert.
Zusätzlich veröffentlichte das Magazin zwölf neue Screenshots, die unter anderem die Bewohner von Leonida, verschiedene Fahrzeuge, Unterwasserlandschaften und weitere Schauplätze zeigen.
Die Polizei merkt sich jetzt deutlich mehr Informationen
Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft das Fahndungssystem.
Während sich die Polizei in früheren GTA-Spielen hauptsächlich an einem Sterne-System orientierte, werden in GTA 6 zusätzliche Informationen über begangene Verbrechen gesammelt.
Dazu gehören die Beschreibung des Täters, seine Kleidung, verwendete Waffen und mögliche Komplizen.
Auch Überwachungskameras können dabei eine Rolle spielen.
Diese Informationen werden innerhalb eines sogenannten Heat-Systems berücksichtigt. Auf dem Bildschirm erscheinen Symbole, die anzeigen, welche Details den Ermittlern bereits bekannt sind.
Dadurch verändert sich auch die Flucht.
Wer beispielsweise gemeinsam mit Lucia einen Überfall begeht, kann sich später von ihr trennen. Damit stimmt die aktuelle Situation nicht mehr vollständig mit der ursprünglichen Täterbeschreibung überein.
Ähnliches gilt für einen Kleidungswechsel oder das Ablegen einer verwendeten Waffe.
Statt lediglich lange genug vor der Polizei davonzufahren, müssen Spieler künftig offenbar stärker darüber nachdenken, welche Spuren sie hinterlassen haben.
Besonders brisant: Auch Polizeihunde gehören zum überarbeiteten Fahndungssystem.
Während der Gameplay-Vorführung wurde Jason nach einem missglückten Fluchtversuch von einem Polizeihund eingeholt und zu Boden gebracht.
Selbst gewöhnliche Autodiebstähle können schiefgehen
Rockstar erweitert außerdem das Verhalten der Zivilbevölkerung.
Wer in GTA 6 ein Fahrzeug stehlen möchte, kann nicht mehr automatisch damit rechnen, dass sich dessen Besitzer ohne größere Gegenwehr vertreiben lässt.
Manche Menschen fliehen aus Angst. Andere könnten sich dagegen zur Wehr setzen und sogar eine Waffe ziehen.
Auch das Fahrzeug selbst kann zusätzliche Schwierigkeiten verursachen.
Bestimmte moderne Autos verfügen über Ortungssysteme, die ihren Standort weiterhin übertragen können.
Dadurch wird ein gestohlenes Fahrzeug möglicherweise selbst dann zum Risiko, wenn die unmittelbare Flucht bereits gelungen ist.
Hinzu kommt eine weitere Neuerung: Fahrzeuge besitzen eine Tankanzeige und einen eigenen Zustand für den Motor.
Das bedeutet, dass Spieler künftig auch den Kraftstoff im Blick behalten müssen.
Rockstar betont allerdings, dass diese Mechanik den Spielfluss nicht unnötig behindern soll. Eine Tankfüllung hält vergleichsweise lange, und das Auftanken soll schnell erledigt sein.
Neue App liefert Fahrzeuge direkt zum Spieler
Wer keine Lust hat, ständig ein Fahrzeug zu stehlen, erhält eine zusätzliche Möglichkeit.
Über eine Smartphone-App namens Scooter Bros können Spieler ihre eigenen Autos anfordern.
Nach kurzer Zeit erscheint ein Lieferfahrer mit dem gewünschten Fahrzeug und verlässt den Ort anschließend auf seinem mitgebrachten Roller.
Besonders interessant ist diese Funktion im Zusammenhang mit dem überarbeiteten Waffensystem.
Anders als in früheren GTA-Spielen tragen Jason und Lucia nicht mehr automatisch ein umfangreiches Waffenarsenal mit sich herum.
Stattdessen werden zahlreiche Waffen im Kofferraum des eigenen Autos aufbewahrt.
Wer einen Überfall vorbereitet, muss deshalb stärker auf die verfügbare Ausrüstung und das passende Fluchtfahrzeug achten.
Das erinnert in Teilen an Red Dead Redemption 2, wo die Verwaltung von Waffen und Ausrüstung ebenfalls stärker mit dem eigenen Fortbewegungsmittel verbunden war.
Jason und Lucia haben ein eigenes Beziehungssystem
Auch zwischen den beiden Hauptfiguren gibt es neue Gameplay-Mechaniken.
Die Beziehung zwischen Jason und Lucia wird auf einer Skala mit vier Stufen bewertet.
Wer regelmäßig Zeit miteinander verbringt, kann die Verbindung zwischen den Charakteren stärken.
Das funktioniert nicht ausschließlich während der Hauptmissionen.
Spieler können beispielsweise gemeinsam am Strand spazieren gehen, Fahrrad fahren, trainieren oder einfach durch Leonida fahren.
Dabei sind auch kleine Alltagssituationen möglich, etwa wenn einer der beiden das Auto steuert, während der andere sein Smartphone verwendet.
Rockstar möchte damit offenbar erreichen, dass sich die Beziehung nicht ausschließlich über vorgegebene Zwischensequenzen entwickelt.
Allerdings bleibt die zentrale Geschichte vorgegeben. Jason und Lucia können nicht vollständig getrennte Wege gehen oder ihre kriminelle Vergangenheit beliebig hinter sich lassen.
Wie eng ihre Beziehung letztlich wird, sollen Spieler innerhalb bestimmter Grenzen jedoch selbst beeinflussen können.
Die Bewohner von Leonida reagieren individueller
Ein weiterer Schwerpunkt der Präsentation liegt auf den Nichtspielercharakteren.
Rockstar hat eigenen Angaben zufolge rund 600.000 Animationen erstellt und großen Aufwand betrieben, um die Bewohner der Spielwelt abwechslungsreicher zu gestalten.
Menschen sollen nicht einfach nur zufällig durch die Straßen laufen, sondern unterschiedliche Persönlichkeiten und Verhaltensweisen besitzen.
Dabei spielen unter anderem Temperament, Aggressivität und die jeweilige Umgebung eine Rolle.
Ein Passant könnte beispielsweise auf eine sichtbare Waffe nervös reagieren, während ein anderer die Konfrontation sucht.
Auch die unterschiedlichen Regionen von Leonida sollen ihre eigenen gesellschaftlichen Besonderheiten besitzen.
Dadurch könnten sich Begegnungen in Vice City anders entwickeln als in ländlichen Gebieten.
Eine ungewöhnliche Neuerung betrifft sogar die Reaktion auf unangenehme Gerüche.
In einer gezeigten Szene betritt Jason ein Haus, in dem ein Hund für erhebliches Chaos gesorgt hat. Der Charakter reagiert darauf mit sichtbarem Ekel.
Ursprünglich war diese Funktion offenbar nur für bestimmte Situationen vorgesehen. Inzwischen wurde daraus ein allgemeineres System entwickelt, das an unterschiedlichen Orten verwendet werden kann.
Busse und Züge gehören zum Alltag
Neben Überfällen und Verfolgungsjagden möchte Rockstar auch das gewöhnliche Leben in Leonida stärker darstellen.
Dafür werden vollständig funktionierende Bus- und Bahnverbindungen integriert.
Spieler können entsprechende Verkehrsmittel nutzen, um durch die offene Welt zu reisen.
Entwickler Phil Hooker erklärte, dass er selbst regelmäßig die Busverbindungen innerhalb des Spiels überprüft und dabei unterschiedliche Strecken abfährt.
Auch kleinere Freizeitaktivitäten sollen dazu beitragen, dass sich Leonida wie ein eigenständiger Lebensraum anfühlt.
Bereits Anfang Oktober hatten wir in unserem Artikel über zehn neue GTA 6 Details zur Welt von Leonida die umfangreiche Tierwelt, das Wettersystem und die Größe der Karte näher beleuchtet.
Die neue Edge-Reportage ergänzt diese Informationen nun um zusätzliche Einblicke in das Verhalten der Bewohner und die Möglichkeiten im Alltag.
GTA 6 taucht sogar in South Park auf
Neben der umfangreichen Edge-Titelgeschichte sorgt ein weiterer ungewöhnlicher Auftritt für Aufmerksamkeit.
In der aktuellen Folge von South Park ist echtes Gameplay-Material aus GTA 6 zu sehen.
Eine Fernsehszene innerhalb der Zeichentrickserie zeigt unter anderem eine ungewöhnliche Interaktionsmöglichkeit: Passanten können offenbar mit Hundekot beworfen werden.
New gameplay from GTA 6 was shown in the latest ‘SOUTH PARK’ episode. https://t.co/gL2kRKUv2I
— DiscussingFilm (@DiscussingFilm) October 29, 2026
Dabei handelt es sich um einen humoristischen Ausschnitt, der gut zum satirischen Charakter der GTA-Reihe passt.
Auffällig ist außerdem die Stimme des fiktiven Fernsehmoderators. Fans erkannten darin Tish Hicks wieder, die bereits im Gameplay-Trailer von GTA 5 zu hören war.
Der Auftritt verdeutlicht, wie groß die Aufmerksamkeit rund um Rockstars Spiel kurz vor der Veröffentlichung geworden ist.
GTA 6 erscheint in drei Wochen für PS5
Grand Theft Auto VI erscheint am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Eine PC-Version ist für den Verkaufsstart weiterhin nicht angekündigt.
Mit der neuen Edge-Titelgeschichte erhalten Spieler kurz vor Release noch einmal einen wesentlich detaillierteren Blick auf die technischen und spielerischen Veränderungen.
Besonders das Fahndungssystem könnte einen großen Unterschied machen. Wer nach einem Überfall Kleidung, Fahrzeug und Vorgehensweise berücksichtigen muss, dürfte Verfolgungsjagden anders erleben als in früheren Teilen.
Auch das Beziehungssystem von Jason und Lucia sowie das individuelle Verhalten der Bewohner zeigen, in welche Richtung Rockstar seine offene Spielwelt weiterentwickeln möchte.
Wie zuverlässig die zahlreichen Systeme im fertigen Spiel ineinandergreifen, wird sich allerdings erst nach der Veröffentlichung beurteilen lassen.
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