Die Diskussion um Sonys digitale Zukunft bekommt eine weitere interessante Wendung. Während innerhalb der PlayStation-Community bereits über Boykottaktionen und das mögliche Ende physischer Spiele diskutiert wird, erhält nun auch eine Klage gegen Sony zusätzliche Unterstützung.
Die Initiativen Stop Killing Games und DoesItPlay? stellen sich hinter ein Verfahren in den Niederlanden, bei dem es um Sonys Kontrolle über den digitalen Spielevertrieb auf PlayStation geht.
Im Mittelpunkt steht dabei vor allem eine Frage: Was passiert mit dem Wettbewerb, wenn Spieler ihre Games irgendwann praktisch nur noch über den PlayStation Store kaufen können?
Stop Killing Games unterstützt Verfahren gegen Sony
Die Klage wird von der niederländischen Verbraucherschutzorganisation Stichting Massaschade & Consument (SM&C) vorangetrieben.
Stop Killing Games und DoesItPlay? haben nun angekündigt, das Verfahren zu unterstützen.
Beide Initiativen beschäftigen sich bereits mit Themen, die eng mit der aktuellen Diskussion rund um digitale Spiele verbunden sind.
Stop Killing Games setzt sich insbesondere dafür ein, dass bereits verkaufte Videospiele nicht einfach unbrauchbar gemacht werden können, wenn Publisher beispielsweise Server abschalten.
DoesItPlay? beschäftigt sich wiederum intensiv mit der langfristigen Nutzbarkeit physischer Spiele und gehört zu den Unterstützern der für Ende August geplanten PlayStation-Protestaktion.
Nun schließen sich beide beim Vorgehen gegen Sony zusammen.
Kritik am PlayStation Store
Bei dem niederländischen Verfahren geht es um Sonys Stellung beim Verkauf digitaler PlayStation-Spiele.
Wer ein digitales PS5-Spiel direkt für seine Konsole kaufen möchte, ist im Wesentlichen auf den PlayStation Store angewiesen.
Genau darin sehen die Kläger ein Problem.
Die Argumentation: Wenn Sony gleichzeitig die Plattform betreibt und den zentralen digitalen Vertrieb kontrolliert, fehlt der direkte Wettbewerb zwischen verschiedenen Händlern.
Bei physischen Spielen sieht das anders aus.
Eine Disc kann bei zahlreichen Händlern gekauft werden. Diese können miteinander über Preise, Angebote und Rabattaktionen konkurrieren.
Bei digitalen PlayStation-Spielen existiert dieser Wettbewerb in dieser Form nicht.
Ende physischer Spiele könnte die Situation verschärfen
Besonders brisant wird die Klage vor dem Hintergrund von Sonys angekündigtem Kurs bei physischen Spielen.
Sollten physische PlayStation-Veröffentlichungen tatsächlich ab 2028 wegfallen, würde eine wichtige Alternative zum PlayStation Store verschwinden.
Genau davor warnen die Unterstützer des Verfahrens.
Spieler könnten dann nicht mehr einfach auf eine günstigere Disc-Version bei einem anderen Händler ausweichen.
Auch Gebrauchtspiele, Weiterverkauf und der klassische Wettbewerb zwischen verschiedenen Geschäften würden dadurch deutlich an Bedeutung verlieren beziehungsweise bei rein digitalen Veröffentlichungen komplett wegfallen.
Damit geht es bei der aktuellen Diskussion längst nicht mehr ausschließlich um die Frage Disc oder Download.
Es geht auch darum, wer zukünftig die Preise von PlayStation-Spielen bestimmt.
Kläger sprechen von deutlich höheren Preisen
SM&C argumentiert, dass PlayStation-Spieler aufgrund dieser Situation teilweise deutlich mehr für digitale Spiele bezahlen würden.
Im Rahmen der Kampagne wird sogar von durchschnittlich bis zu 47 Prozent höheren Preisen gesprochen.
Diese Zahl stammt allerdings von den Klägern und ist entsprechend als Teil ihrer Argumentation zu betrachten. Ob diese Berechnung vor Gericht Bestand haben wird, ist bislang offen.
Das Verfahren soll nicht nur Veränderungen beim digitalen Vertrieb erreichen.
Gefordert wird offenbar auch eine finanzielle Entschädigung für niederländische PlayStation-Kunden, die nach Ansicht der Kläger in der Vergangenheit aufgrund der Marktstruktur zu viel bezahlt haben.
Alternative Stores auf PlayStation?
Noch interessanter wäre allerdings eine mögliche langfristige Konsequenz.
Die Unterstützer der Klage wollen offenbar erreichen, dass es zukünftig Alternativen zum PlayStation Store geben kann.
Damit könnten theoretisch verschiedene Anbieter digitale PlayStation-Spiele verkaufen und miteinander über den Preis konkurrieren.
Wie eine solche Lösung technisch und wirtschaftlich aussehen könnte, ist derzeit allerdings völlig offen.
Ebenso ist keineswegs entschieden, ob die Argumentation der Kläger vor Gericht erfolgreich sein wird.
Sony muss sich damit aber mit einer grundsätzlichen Frage auseinandersetzen: Wie viel Kontrolle darf ein Plattformbetreiber über den digitalen Vertrieb innerhalb seines eigenen Ökosystems besitzen?
Für Sony kommt die Unterstützung zur ungünstigen Zeit
Die Unterstützung durch Stop Killing Games und DoesItPlay? dürfte die Aufmerksamkeit rund um das Verfahren jedenfalls noch einmal erhöhen.
Gerade jetzt ist das Thema für PlayStation besonders sensibel.
Die Diskussion über physische Spiele läuft bereits, Ende August ist eine Protestaktion innerhalb der Community geplant und gleichzeitig wächst die Sorge einiger Spieler vor einer Zukunft, in der Sony den digitalen Vertrieb noch stärker kontrolliert.
Ob die niederländische Klage daran tatsächlich etwas ändern kann, bleibt abzuwarten.
Eines zeigt die Entwicklung allerdings schon jetzt: Der Widerstand gegen eine vollständig von Sony kontrollierte digitale PlayStation-Zukunft wird zunehmend organisierter.
Und damit könnte die eigentliche Diskussion gerade erst anfangen.
Quelle: YouTube
Wie seht ihr das: Sollte es auf PlayStation alternative digitale Stores geben oder ist der PlayStation Store für euch völlig ausreichend? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!






