NewsMediaMarkt oder Warenlager? Was ist aus dem Einkaufserlebnis für Technikfans geworden?

MediaMarkt oder Warenlager? Was ist aus dem Einkaufserlebnis für Technikfans geworden?

Ein Besuch bei MediaMarkt in Hannover, zahlreiche Kartons auf der Verkaufsfläche und eine Frage, die weit über eine einzelne Filiale hinausgeht: Was ist eigentlich aus dem Einkaufserlebnis in unseren Elektronikmärkten geworden? Während der Onlinehandel immer stärker wird und unsere Innenstädte unter Druck geraten, müsste der stationäre Technikhandel heute eigentlich mehr bieten als jemals zuvor. Ein persönlicher Kommentar über MediaMarkt, Gaming, den Wandel des Einzelhandels und die Zukunft unserer Einkaufsstädte.

Ein ganz normaler Besuch bei MediaMarkt – zumindest war das der Plan

Eigentlich wollte ich nur einen Elektronikmarkt besuchen. Nichts Besonderes, keine geplante Recherche und auch keine große Geschichte für PlayStationInfo.de. Einfach mal wieder durch die Technikabteilungen schlendern, schauen, was es Neues gibt, und vielleicht das eine oder andere interessante Produkt entdecken.

Wer sich seit vielen Jahren mit Gaming und Technik beschäftigt, kennt dieses Gefühl wahrscheinlich. Man geht in einen Elektronikmarkt, obwohl man gerade überhaupt nichts Bestimmtes kaufen muss. Man schaut sich neue Fernseher an, entdeckt interessante Hardware, vergleicht ein paar Produkte oder bleibt bei einer Konsole hängen, die man eigentlich längst kennt.

Genau das macht für mich bis heute einen Teil des Reizes aus.

Am 27. Oktober 2026 war ich in Hannover bei MediaMarkt unterwegs. Was ich dort gesehen habe, hat mich allerdings ziemlich überrascht. Und leider nicht im positiven Sinne.

In verschiedenen Bereichen standen zahlreiche Kartons, Warenverpackungen und Paletten. Teilweise hatte ich weniger das Gefühl, durch einen Elektronikfachmarkt zu laufen, sondern vielmehr durch ein Warenlager, in dem zufällig auch noch ein paar Produkte verkauft werden.

Dabei ging es mir nicht darum, einzelne Mitarbeiter vorzuführen oder einen künstlichen Skandal zu erzeugen. Mich hat schlicht und einfach der Gesamteindruck irritiert.

Natürlich müssen Waren angeliefert, ausgepackt und eingeräumt werden. Das gehört zum Alltag eines großen Elektronikmarktes dazu. Niemand erwartet, dass ein Geschäft zu jeder Tageszeit aussieht wie ein frisch eröffneter Showroom.

Aber irgendwann stellt sich trotzdem eine Frage: Wo hört die normale Warenverräumung auf, und wo beginnt eine Präsentation, die das Einkaufserlebnis beeinträchtigt?

Ich möchte ausdrücklich betonen, dass dieser Besuch nur eine Momentaufnahme darstellt. Welche betrieblichen Hintergründe die Situation hatte und ob sie für diese Filiale typisch ist, lässt sich daraus nicht ableiten.

Trotzdem war es für mich der Anlass, über ein viel größeres Thema nachzudenken.

Denn wenn wir ehrlich sind, hat sich der klassische Elektronikhandel in den vergangenen Jahren massiv verändert.

Und ich frage mich zunehmend, wohin die Reise eigentlich gehen soll.

Früher war der Besuch im Elektronikmarkt ein kleines Highlight

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit einer anderen Art des Einkaufens groß geworden bin.

Es gab eine Zeit, da war ein Besuch bei MediaMarkt, Saturn oder einem anderen großen Elektronikhändler für Technikfans durchaus etwas Besonderes.

Man ist nicht nur hingefahren, weil man dringend ein neues Kabel, eine Fernbedienung oder eine Speicherkarte brauchte. Man wollte sich umschauen.

Neue Fernseher liefen nebeneinander und zeigten, welche Fortschritte die Bildtechnik gemacht hatte. In den Computerabteilungen konnte man Tastaturen ausprobieren, Mäuse in die Hand nehmen und sich neue Geräte ansehen. Bei den Spielkonsolen standen aktuelle Spiele, Controller und Zubehör, und gelegentlich gab es sogar die Möglichkeit, Neuerscheinungen direkt vor Ort anzuspielen.

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Für viele gehörte das einfach dazu.

Ich kann mich jedenfalls noch gut an Zeiten erinnern, in denen man beim Besuch eines Elektronikmarktes nicht genau wusste, mit welchen Eindrücken man wieder nach Hause fahren würde.

Vielleicht entdeckte man einen neuen Fernseher. Vielleicht ein Spiel, von dem man vorher kaum etwas gehört hatte. Oder man blieb länger als geplant in einer Abteilung hängen, weil dort gerade ein interessantes Gerät vorgeführt wurde.

Es ging nicht ausschließlich darum, etwas möglichst günstig zu kaufen.

Es ging auch darum, Technik zu entdecken.

Und genau dieses Erlebnis ist aus meiner Sicht einer der wichtigsten Gründe, weshalb wir solche Geschäfte auch in Zukunft brauchen.

Denn Preise vergleichen können wir inzwischen überall. Produktbeschreibungen lesen ebenfalls. Und wer nur schnell ein bestimmtes Modell bestellen möchte, findet online häufig innerhalb weniger Minuten ein passendes Angebot.

Ein stationärer Elektronikmarkt muss deshalb etwas bieten, das über ein digitales Warenregal hinausgeht.

Er muss Lust auf Technik machen.

MediaMarkt will Technik zum Erlebnis machen – zumindest auf dem Papier

Interessanterweise sieht MediaMarktSaturn die Sache grundsätzlich ganz ähnlich.

Das Unternehmen verfolgt seit Jahren eine Strategie, bei der nicht nur der Verkauf einzelner Produkte, sondern auch das gesamte Einkaufserlebnis eine zentrale Rolle spielt. Unter dem Begriff „Experience Electronics“ wurde der Anspruch formuliert, Technik erlebbarer zu machen und klassische Verkaufsflächen stärker mit Beratung, Dienstleistungen und digitalen Angeboten zu verbinden.

Im Juli 2026 stellte MediaMarktSaturn auf seinem Strategy Day die Strategie „Moments of Trust“ vor. Dabei geht es unter anderem um Vertrauen, persönliche Kundenbeziehungen und ein möglichst einheitliches Einkaufserlebnis über verschiedene Verkaufskanäle hinweg.

Dass es sich dabei nicht nur um theoretische Überlegungen handelt, zeigt beispielsweise das neue Tech Village in Köln, das Ende August 2026 eröffnet wurde.

Auf mehreren Etagen setzt MediaMarktSaturn dort auf Markenwelten, interaktive Technikbereiche, persönliche Beratung und neue Einkaufskonzepte. Sogar eine eigene Gaming-Erlebniswelt gehört zum Angebot.

Das klingt zunächst genau nach dem, was sich viele Technikfans wünschen dürften.

Moderne Präsentationsflächen, Geräte zum Ausprobieren, kompetente Ansprechpartner und eine Umgebung, in der man nicht nur Produkte sucht, sondern gerne Zeit verbringt.

Auch für die Zukunft der klassischen Filialen hat MediaMarktSaturn unterschiedliche Ladenformate entwickelt. Große Erlebniswelten sollen andere Aufgaben übernehmen als kleinere Märkte, die stärker auf schnelle Einkäufe und Serviceangebote ausgerichtet sind.

Das ist grundsätzlich nachvollziehbar.

Nicht jeder Markt kann eine riesige Gaming-Abteilung oder eine aufwendige Technikpräsentation bieten. Standorte unterscheiden sich hinsichtlich Größe, Kundschaft und wirtschaftlicher Möglichkeiten.

Trotzdem sollte eines unabhängig vom jeweiligen Konzept gelten: Ein Geschäft muss einladend wirken.

Und genau deshalb hat mich mein Besuch in Hannover so nachdenklich gemacht.

Während MediaMarktSaturn auf Unternehmensebene über Einkaufserlebnisse, neue Ladenkonzepte und moderne Technikwelten spricht, wirkte die konkrete Verkaufsfläche bei meinem Besuch stellenweise alles andere als einladend.

Natürlich kann eine kurzfristige Warenlieferung dafür verantwortlich gewesen sein. Vielleicht wurden gerade größere Mengen neuer Produkte eingeräumt. Vielleicht gab es organisatorische Gründe, die für Außenstehende nicht erkennbar waren.

Aber gerade weil das Unternehmen selbst so stark auf das Kundenerlebnis setzt, finde ich die Frage berechtigt, wie dieser Anspruch im gewöhnlichen Filialalltag umgesetzt wird.

Denn das beste Konzept hilft wenig, wenn es beim Kunden nicht ankommt.

Warum sollte ich überhaupt noch in einen Elektronikmarkt fahren?

Damit kommen wir für mich zur entscheidenden Frage.

Warum sollte ich heute noch in einen Elektronikmarkt fahren, wenn ich die meisten Produkte bequem online bestellen kann?

Die Antwort müsste eigentlich ziemlich einfach sein.

Weil ich dort Dinge bekomme, die mir ein Onlineshop nicht in gleicher Form bieten kann.

Ich kann einen Fernseher mit eigenen Augen betrachten. Ich kann testen, wie sich eine Tastatur anfühlt. Ich kann einen Controller in die Hand nehmen, Lautsprecher hören oder feststellen, ob ein bestimmtes Gerät tatsächlich zu meinen Anforderungen passt.

Gerade bei hochwertiger Technik ist das ein enormer Vorteil.

Wer mehrere Hundert oder sogar Tausend Euro für einen Fernseher, Computer oder ein Audiosystem ausgeben möchte, profitiert möglicherweise davon, die Geräte vorher persönlich zu erleben.

Natürlich ersetzt eine Vorführung im Geschäft keinen ausführlichen Praxistest. Die Lichtverhältnisse, Bildeinstellungen und Umgebungsgeräusche unterscheiden sich häufig deutlich von denen zu Hause.

Aber sie kann einen ersten Eindruck vermitteln, der anhand von Produktbildern und technischen Daten nur schwer zu gewinnen ist.

Dazu kommt die persönliche Beratung.

Ein guter Verkäufer kann Fragen beantworten, Unterschiede erklären und vielleicht sogar auf Produkte hinweisen, die man selbst noch gar nicht berücksichtigt hatte.

Genau darin liegt ein echter Mehrwert.

Allerdings funktioniert dieses Prinzip nur, wenn Beratung, Präsentation und Atmosphäre zusammenpassen.

Wenn ich mich erst durch unübersichtliche Bereiche bewegen muss oder den Eindruck habe, dass das Geschäft gerade mehr mit seiner Warenlogistik als mit seinen Kunden beschäftigt ist, geht ein Teil dieses Mehrwerts verloren.

Und dabei spielt es letztlich keine Rolle, ob ich nur ein kleines Zubehörteil kaufen oder mich über einen neuen Fernseher informieren möchte.

Das gesamte Umfeld beeinflusst, wie gerne ich mich in einem Geschäft aufhalte.

Der stationäre Handel konkurriert längst nicht mehr ausschließlich über den Preis.

Er konkurriert auch über Bequemlichkeit, Vertrauen und das Einkaufserlebnis.

Amazon und Co. haben das Einkaufen verändert

Man muss kein großer Wirtschaftsexperte sein, um zu erkennen, wie stark sich unser Kaufverhalten verändert hat.

Früher war der Weg zum Elektronikmarkt häufig der naheliegende Ausgangspunkt, wenn man ein neues Gerät benötigte.

Heute beginnt die Suche oftmals auf dem Smartphone.

Ein paar Begriffe eingeben, Preise vergleichen, Bewertungen lesen und bestellen. Im besten Fall ist das Produkt schon am nächsten Tag zu Hause.

Dazu kommen umfangreiche Onlineangebote, regelmäßige Rabattaktionen und die Möglichkeit, rund um die Uhr einzukaufen.

Das ist bequem. Und natürlich nutze ich diese Möglichkeiten selbst.

Ich möchte den Onlinehandel auch gar nicht schlechtreden. Gerade für Technikfans bietet er enorme Vorteile. Wir können Produkte aus unterschiedlichsten Preisklassen miteinander vergleichen, internationale Angebote entdecken und uns umfangreich über Geräte informieren, bevor wir eine Kaufentscheidung treffen.

Aber genau darin steckt auch das Problem für die stationären Händler.

Wenn ein Geschäft im Grunde nur dieselben Produkte anbietet, die ich online ebenfalls bekomme, und sich das Einkaufserlebnis kaum davon unterscheidet, fehlt irgendwann der Grund für einen persönlichen Besuch.

Dann entscheiden vor allem Preis, Verfügbarkeit und Liefergeschwindigkeit.

Und bei diesen Punkten haben große Onlineplattformen häufig erhebliche Vorteile.

Elektronikmärkte können sich deshalb nicht darauf verlassen, dass Kunden aus Gewohnheit vorbeikommen.

Sie müssen aktiv Gründe schaffen, weshalb sich der Besuch lohnt.

Das könnte durch gute Beratung geschehen, durch interessante Vorführungen, durch exklusive Angebote oder durch eine Produktauswahl, die neugierig macht.

Auch Services wie die schnelle Abholung online bestellter Produkte oder Unterstützung bei der Einrichtung neuer Geräte können eine wichtige Rolle spielen.

Der klassische Elektronikmarkt muss sich nicht gegen das Internet stellen.

Er muss lernen, seine besonderen Stärken mit den digitalen Möglichkeiten zu verbinden.

Gerade für Gaming-Fans geht ein Stück Einkaufskultur verloren

Für PlayStationInfo.de ist dieser Wandel natürlich besonders interessant.

Seit 2011 beschäftigen wir uns mit PlayStation, Gaming-Hardware, Konsolen, Zubehör und der gesamten Spielebranche. In dieser Zeit hat sich nicht nur der Markt für Videospiele verändert, sondern auch die Art, wie wir sie kaufen.

Früher waren die Gaming-Abteilungen großer Elektronikmärkte für viele Spieler ein fester Bestandteil ihres Hobbys.

Neue Spiele standen gut sichtbar in den Regalen. Neben den aktuellen Veröffentlichungen fand man ältere Titel, Sondereditionen, Zubehör und gelegentlich interessante Schnäppchen.

Man konnte durch die Regale gehen, sich Spiele anschauen und spontan etwas entdecken, das ursprünglich überhaupt nicht auf dem Einkaufszettel stand.

Natürlich gibt es solche Abteilungen weiterhin.

Aber der gesamte Markt hat sich verändert.

Digitale Spielekäufe sind heute fest etabliert. Abonnements, Downloadangebote und digitale Bibliotheken spielen für viele Nutzer eine immer größere Rolle.

Auch Konsolen werden mittlerweile in Varianten angeboten, bei denen ein Disc-Laufwerk nicht mehr selbstverständlich zur Ausstattung gehört.

Das verändert langfristig die Bedeutung klassischer Verkaufsregale.

Warum soll ein Händler riesige Flächen für physische Spiele bereithalten, wenn ein wachsender Teil der Kundschaft seine Titel direkt auf die Konsole lädt?

Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Frage verständlich.

Aus Sicht vieler Gaming-Fans bleibt trotzdem etwas auf der Strecke.

Denn ein Spieleladen oder eine gut gestaltete Gaming-Abteilung ist mehr als nur ein Ort, an dem Verpackungen verkauft werden.

Es ist ein Ort, an dem man neue Spiele entdecken, Zubehör vergleichen und sich mit seinem Hobby beschäftigen kann.

Gerade deshalb sehe ich hier eine Chance für Elektronikmärkte.

Anstatt Gaming lediglich über Regalflächen zu definieren, könnten sie stärker auf Erlebnisse setzen.

Aktuelle Konsolen zum Ausprobieren, unterschiedliche Controller, Gaming-Headsets im direkten Vergleich oder Präsentationen neuer Monitore könnten Kunden einen echten Grund bieten, wieder vorbeizuschauen.

Auch kleine Themenaktionen zu großen Spieleveröffentlichungen wären denkbar.

Nicht jeder Standort muss dafür eine komplette Gaming-Arena einrichten.

Manchmal reicht schon eine gut gepflegte Abteilung, in der man merkt, dass sich jemand Gedanken darüber gemacht hat, was die Zielgruppe eigentlich interessiert.

Gerade in Zeiten digitaler Spielebibliotheken könnte der stationäre Handel so wieder stärker zu einem Treffpunkt für Technik- und Gaming-Fans werden.

Dabei zeigt MediaMarkt selbst, dass es auch anders gehen kann

Was die gesamte Diskussion besonders interessant macht: MediaMarktSaturn scheint diese Herausforderung durchaus erkannt zu haben.

Das neue Tech Village in Köln zeigt, dass das Unternehmen bereit ist, in große Erlebnisflächen und moderne Ladenkonzepte zu investieren.

Gaming gehört dort ausdrücklich zum Konzept.

Neben klassischen Produktbereichen werden zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, Technik auszuprobieren und zu entdecken. Moderne Präsentationsflächen sollen Kunden nicht nur zum Kauf, sondern auch zum Verweilen bewegen.

Das ist aus meiner Sicht ein sinnvoller Ansatz.

Denn genau solche Ideen könnten den stationären Elektronikhandel langfristig von reinen Onlineplattformen unterscheiden.

Allerdings dürfen wir bei aller Begeisterung für neue Vorzeigeprojekte die gewöhnlichen Filialen nicht vergessen.

Nicht jeder Kunde wohnt in Köln, Hamburg oder Berlin. Nicht jeder kann regelmäßig eine große Erlebniswelt besuchen.

Für viele Menschen ist der örtliche MediaMarkt oder Saturn der wichtigste Anlaufpunkt, wenn es um neue Technik geht.

Und für diese Kunden muss das Einkaufserlebnis ebenfalls stimmen.

Es wäre schade, wenn sich irgendwann eine Zwei-Klassen-Welt entwickelt: auf der einen Seite moderne Vorzeigemärkte mit aufwendiger Präsentation und auf der anderen Seite gewöhnliche Filialen, die mit diesen Ansprüchen kaum mithalten können.

Ob eine solche Entwicklung tatsächlich stattfindet, lässt sich anhand eines einzelnen Besuchs selbstverständlich nicht beurteilen.

Aber es ist eine Frage, die man stellen darf.

Und genau deshalb interessiert mich auch, wie MediaMarktSaturn selbst die Zukunft seiner klassischen Verkaufsflächen einschätzt.

Auch wirtschaftlich verändert sich der Elektronikhandel deutlich

Dass der stationäre Handel unter erheblichem Veränderungsdruck steht, ist keine bloße persönliche Vermutung.

Eine Untersuchung zur Einzelhandelsstruktur im erweiterten Wirtschaftsraum Hannover zeigt, wie deutlich sich die Handelslandschaft innerhalb weniger Jahre verändert hat.

Zwischen 2016 und 2025 sank die Zahl der Einzelhandelsbetriebe im untersuchten Wirtschaftsraum um rund 19,8 Prozent. Die gesamte Verkaufsfläche ging im gleichen Zeitraum um etwa 6,8 Prozent zurück.

Besonders interessant ist dabei der Bereich Elektroartikel.

Hier verzeichnet die Untersuchung einen Rückgang der Verkaufsflächen um rund 20 Prozent.

Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung.

Natürlich bedeutet dieser Wert nicht, dass Elektronikhändler 20 Prozent weniger Umsatz machen oder dass jeder fünfte Elektronikmarkt verschwunden wäre.

Die Zahl beschreibt die Entwicklung der Verkaufsfläche in einer bestimmten Region über mehrere Jahre hinweg.

Aber sie zeigt, dass sich gerade bei Produkten, die nicht zum täglichen Bedarf gehören, erhebliche strukturelle Veränderungen vollziehen.

Zu diesen Sortimenten gehören neben Elektronik beispielsweise auch Bekleidung, Schuhe und Sportartikel.

Während Lebensmittelgeschäfte für die tägliche Versorgung weiterhin eine wichtige Rolle spielen, ist der persönliche Einkauf vieler anderer Produkte längst nicht mehr selbstverständlich.

Auch hier wirkt sich der Onlinehandel aus.

Allerdings wäre es falsch, daraus automatisch einen wirtschaftlichen Zusammenbruch des stationären Einzelhandels abzuleiten.

Die Region Hannover bleibt weiterhin ein bedeutender Handelsstandort. Die Untersuchung weist für 2025 einen rechnerischen Einzelhandelsumsatz von rund 8,07 Milliarden Euro in der Region aus.

Der Handel verschwindet also nicht einfach.

Er verändert seine Struktur.

Und genau das ist der entscheidende Unterschied.

Weniger Geschäfte müssen nicht zwangsläufig weniger Umsatz bedeuten. Größere Standorte können wachsen, bestimmte Handelsformen können an Bedeutung gewinnen und neue Konzepte können alte ersetzen.

Für Kunden und Innenstädte kann dieser Wandel trotzdem problematisch sein.

Denn eine lebendige Einkaufsstraße besteht nicht nur aus Umsatzzahlen.

Sie lebt von unterschiedlichen Geschäften, von Menschen, die sich dort aufhalten, und von Gründen, überhaupt in die Stadt zu fahren.

Hannover zeigt, wie schwierig die Situation geworden ist

Damit kommen wir zurück zu meinem Besuch in Hannover am 27. Oktober 2026.

Denn nicht nur die Situation bei MediaMarkt hat mich nachdenklich gemacht. Auch der allgemeine Eindruck der Innenstadt war für mich enttäuschend.

Ich kenne Hannover seit vielen Jahren. Umso ernüchternder ist es, wenn man durch vertraute Bereiche läuft und das Gefühl bekommt, dass eine Stadt zunehmend von ihrer früheren Attraktivität verliert.

Leerstehende Geschäfte, Veränderungen im Einzelhandel und eine Atmosphäre, die ich persönlich nicht mehr als besonders einladend empfinde, gehören zu meinen Eindrücken.

Natürlich ist das eine subjektive Einschätzung.

Andere Menschen erleben Hannover möglicherweise völlig anders. Die Innenstadt hat weiterhin zahlreiche Geschäfte, gastronomische Angebote und kulturelle Einrichtungen. Auch wirtschaftlich besitzt Hannover nach wie vor eine erhebliche Bedeutung.

Trotzdem sollten solche persönlichen Eindrücke nicht einfach abgetan werden.

Denn eine Innenstadt muss nicht erst vollständig veröden, bevor ihre Attraktivität zum politischen Thema wird.

Schon wenn Menschen seltener kommen, kürzer bleiben oder sich weniger gerne dort aufhalten, kann das langfristige Folgen haben.

Und hier stellt sich eine grundsätzliche Frage.

Was macht eine attraktive Innenstadt heute eigentlich aus?

Reicht es, wenn große Handelsketten vertreten sind? Braucht es mehr Gastronomie, kulturelle Angebote und Aufenthaltsmöglichkeiten? Welche Rolle spielen Sauberkeit, Sicherheit, Erreichbarkeit und das allgemeine Erscheinungsbild?

Aus meiner Sicht hängt all das miteinander zusammen.

Ein Elektronikmarkt kann ein guter Grund sein, in die Innenstadt zu fahren. Vielleicht besucht man anschließend noch andere Geschäfte oder geht etwas essen.

Wenn aber sowohl die Geschäfte als auch das Umfeld zunehmend an Attraktivität verlieren, wird die Fahrt in die Stadt für manche Menschen irgendwann weniger interessant.

Dann wird aus einer einzelnen Enttäuschung schnell ein größeres Problem.

Und was macht eigentlich die Politik?

Wer über den schleichenden Attraktivitätsverlust unserer Innenstädte spricht, darf aus meiner Sicht auch die Politik nicht aus der Verantwortung nehmen. Denn natürlich verändert der Onlinehandel unsere Einkaufsgewohnheiten. Natürlich stehen viele Geschäfte unter wirtschaftlichem Druck. Aber irgendwann reicht es nicht mehr, sämtliche Probleme mit dem allgemeinen Strukturwandel zu erklären.

Gerade Hannover ist für mich inzwischen ein Beispiel dafür, wie enttäuschend sich eine Innenstadt entwickeln kann.

Das ehemalige Karstadt-Gebäude an der Georgstraße steht seit Oktober 2020 leer. Sechs Jahre mitten in einer der wichtigsten Einkaufsstraßen unserer Landeshauptstadt. Auch das ehemalige Kaufhof-Gebäude an der Schmiedestraße gegenüber der Marktkirche steht seit mehreren Jahren weitgehend leer. Immerhin gibt es dafür inzwischen konkretere Zukunftspläne: Vorgesehen sind Einzelhandel und Gastronomie im Erdgeschoss, eine Berufsschule über mehrere Etagen, eine Sporthalle und Wohnungen auf dem Dach. Im April 2026 stellte die Stadt Hannover zudem Entwürfe für eine neue Gebäudefassade vor. Wann die gesamte Neugestaltung abgeschlossen sein wird, bleibt allerdings abzuwarten.

Aber mal ganz ehrlich: Wie lange sollen solche riesigen Immobilien mitten in einer Großstadt eigentlich leer stehen, bevor sich wirklich etwas verändert?

Natürlich befinden sich diese Gebäude in privater Hand. Und selbstverständlich kann auch ein Oberbürgermeister nicht einfach über fremdes Eigentum verfügen. Trotzdem erwarte ich von einer Stadtspitze mehr, als über Jahre hinweg neue Konzepte, Maßnahmen und Zukunftsvisionen zu präsentieren.

Für mich trägt Oberbürgermeister Belit Onay gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen eine erhebliche Mitverantwortung dafür, wie sich Hannover in den vergangenen Jahren entwickelt hat.

Onay steht seit 2019 an der Spitze der Stadt. Damit hatte er inzwischen sieben Jahre Zeit, politische Schwerpunkte zu setzen und die Entwicklung der Innenstadt mitzugestalten. Und wenn ich mir Hannover heute anschaue, bin ich mit dem sichtbaren Ergebnis alles andere als zufrieden.

Ich hatte selbst bereits Gelegenheit, mich rund 30 Minuten persönlich mit dem Oberbürgermeister auszutauschen. Dieses Gespräch hat meine kritische Einschätzung seiner politischen Arbeit nicht verändert. Überzeugende Antworten auf meine grundsätzlichen Bedenken habe ich für mich daraus nicht mitgenommen.

Umso erstaunlicher finde ich persönlich, dass Belit Onay nach sieben Jahren im Amt erneut zur Oberbürgermeisterwahl angetreten ist. Am 27. September 2026 wurde er mit 61,5 Prozent der gültigen Stimmen in der Stichwahl wiedergewählt. Natürlich haben die Wähler demokratisch entschieden, und das respektiere ich selbstverständlich. Aber eine Wiederwahl bedeutet für mich nicht automatisch, dass die bisherige politische Arbeit überzeugend war.

Ganz im Gegenteil: Wenn ich mir den Zustand der Innenstadt, die langjährigen Leerstände und die Entwicklung Hannovers anschaue, frage ich mich ernsthaft, mit welcher Bilanz man hier eigentlich zufrieden sein kann. Für mich wäre das Ergebnis der vergangenen Jahre jedenfalls kein Grund, sich selbst auf die Schulter zu klopfen.

Dabei geht es mir nicht darum, einem einzelnen Politiker die Schuld an jeder Geschäftsschließung zu geben. Aber wer an der Spitze einer Landeshauptstadt steht, muss sich auch an den Ergebnissen seiner Politik messen lassen.

Und hier sehe ich erheblichen Nachholbedarf.

Eine attraktive Innenstadt entsteht nicht allein durch politische Ankündigungen oder neue Planungsunterlagen. Sie entsteht durch sichtbare Verbesserungen, funktionierende Konzepte, gepflegte öffentliche Räume und eine Stadtentwicklung, die Menschen wieder Lust darauf macht, ihre Freizeit und ihr Geld vor Ort zu verbringen.

Gerade bei den Grünen und Oberbürgermeister Onay vermisse ich persönlich eine überzeugende Bilanz in diesem Bereich. Das ist meine politische Bewertung, keine Behauptung, dass eine einzelne Partei für sämtliche wirtschaftlichen Veränderungen verantwortlich wäre.

Denn am Ende interessiert die Menschen nicht, wie viele Konzepte eine Verwaltung vorgestellt hat. Sie wollen sehen, dass sich ihre Stadt positiv entwickelt.

Und genau das vermisse ich in Hannover zunehmend.

Wenn selbst langjährige Einwohner irgendwann lieber online bestellen oder ihre Einkäufe anderswo erledigen, müssen sich Handel und Politik gleichermaßen fragen, welchen Anteil sie an dieser Entwicklung haben.

Eine lebendige Innenstadt braucht mehr als gute Absichten. Sie braucht Ergebnisse.

Die Zukunft des Einzelhandels entscheidet sich nicht allein an der Kasse

In Diskussionen über das Ladensterben wird häufig vor allem über Preise, Mieten und Umsätze gesprochen.

Das sind selbstverständlich wichtige Faktoren.

Aber ich glaube, dass wir einen anderen Punkt manchmal unterschätzen: Menschen müssen sich in einem Geschäft und in einer Innenstadt auch gerne aufhalten.

Ein schöner Laden, eine interessante Produktauswahl und freundliche Beratung können einen Einkauf zu einer positiven Erfahrung machen.

Das Gleiche gilt für gepflegte Einkaufsstraßen, abwechslungsreiche Geschäfte und öffentliche Bereiche, in denen man sich wohlfühlt.

Wer einmal gerne in einen bestimmten Laden gegangen ist, kommt möglicherweise auch wieder.

Wer dagegen schlechte Erfahrungen macht, überlegt sich beim nächsten Mal vielleicht, ob er nicht einfach direkt online bestellt.

Natürlich entscheidet niemand ausschließlich aufgrund ein paar herumstehender Kartons über die Zukunft des Einzelhandels.

Aber solche Eindrücke gehören zum Gesamtbild.

Und das Gesamtbild entscheidet mit darüber, wie Kunden einen Standort wahrnehmen.

Deshalb finde ich es zu einfach, die Probleme stationärer Geschäfte ausschließlich auf Amazon und andere Onlineanbieter zu schieben.

Der Onlinehandel ist ein wichtiger Teil des Strukturwandels.

Aber stationäre Händler haben weiterhin Möglichkeiten, sich zu unterscheiden.

Sie müssen diese Möglichkeiten nur konsequent nutzen.

Was ich mir von MediaMarkt und anderen Elektronikmärkten wünschen würde

Dabei erwarte ich gar keine übertriebenen Luxusgeschäfte.

Nicht jede Filiale braucht riesige Videowände, aufwendige Erlebnisstationen oder spektakuläre Technikvorführungen.

Manchmal sind es die einfachen Dinge, die einen großen Unterschied machen.

Eine aufgeräumte Verkaufsfläche beispielsweise. Klar erkennbare Produktbereiche. Eine Präsentation, die Lust darauf macht, sich Geräte näher anzusehen.

Dazu Mitarbeiter, die bei Fragen weiterhelfen können, und ausreichend Möglichkeiten, ausgewählte Produkte tatsächlich auszuprobieren.

Besonders bei Gaming-Hardware, Fernsehern und Audiogeräten sehe ich großes Potenzial.

Wenn ich einen neuen Gaming-Monitor kaufen möchte, würde ich mir gerne unterschiedliche Geräte direkt ansehen.

Wenn ich auf der Suche nach einem guten Headset bin, möchte ich vielleicht wissen, wie es sitzt und welchen Eindruck die Verarbeitung macht.

Und wenn ich über einen neuen Fernseher nachdenke, interessiert mich nicht nur die Größe auf dem Preisschild, sondern vor allem die tatsächliche Bildqualität.

Genau solche Erfahrungen kann ein Elektronikmarkt bieten.

Ein Onlinehändler kann umfangreiche Produktinformationen liefern und mitunter bessere Preise anbieten.

Aber er kann mir nicht unmittelbar zeigen, wie ein bestimmtes Gerät in meiner Hand liegt oder wie sich mehrere Produkte nebeneinander anfühlen.

Das ist eine Stärke des stationären Handels, die man nicht unterschätzen sollte.

Auch spontane Entdeckungen spielen eine Rolle.

Manchmal entdeckt man beim Rundgang ein Produkt, das man vorher gar nicht kannte. Vielleicht ergibt sich daraus ein interessanter Kauf oder zumindest die Möglichkeit, sich später ausführlicher darüber zu informieren.

Diese Form des Entdeckens könnte wieder viel stärker in den Mittelpunkt rücken.

Und natürlich gehört auch ein ordentliches Umfeld dazu.

Denn wer Technik verkaufen möchte, sollte sie so präsentieren, dass man sich gerne damit beschäftigt.

MediaMarktSaturn vor einem Eigentümerwechsel: Was bedeutet die Übernahme durch JD.com?

Während der stationäre Elektronikhandel nach neuen Wegen sucht, steht MediaMarktSaturn vor einer der größten Veränderungen seiner jüngeren Unternehmensgeschichte.

Der chinesische Onlinehandelskonzern JD.com übernimmt die Mehrheit an der Muttergesellschaft Ceconomy. Am 3. November 2026 erteilte die Europäische Kommission die letzte noch ausstehende behördliche Genehmigung. Damit sind die Voraussetzungen für den Abschluss der Übernahme erfüllt. Der endgültige Vollzug wird in den kommenden Tagen erwartet.

Die Übernahme hat ein Volumen von rund 2,2 Milliarden Euro. Im Rahmen des Angebots sicherte sich JD.com rund 59,8 Prozent der Ceconomy-Aktien. Gemeinsam mit der Beteiligungsgesellschaft Convergenta der Gründerfamilie Kellerhals ergibt sich eine Beteiligung von rund 85,2 Prozent.

Besonders interessant ist dabei, dass ausgerechnet ein großer Onlinehandelskonzern künftig maßgeblichen Einfluss auf eines der bekanntesten stationären Elektronikhandelsunternehmen Europas erhält.

JD.com verfügt über umfangreiche Erfahrungen mit Onlinehandel, Warenlogistik und digitalen Vertriebssystemen. Genau diese Bereiche könnten künftig auch für MediaMarkt und Saturn eine noch größere Rolle spielen.

Die EU-Kommission hat die Übernahme allerdings an Bedingungen geknüpft. Unter anderem müssen bestimmte Finanzierungen und Geschäfte zwischen den Unternehmen zu marktüblichen Bedingungen erfolgen. Auch beim Zugang zu Logistik- und Technologiedienstleistungen gelten Verpflichtungen, um ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile zu verhindern.

Für die Kunden sollen sich zunächst keine grundlegenden Änderungen am Geschäftsmodell ergeben.

Trotzdem wirft der Eigentümerwechsel interessante Fragen auf. Werden klassische MediaMarkt-Filialen künftig noch stärker mit dem Onlinehandel verzahnt? Könnten neue Logistiklösungen dazu führen, dass Geschäfte zunehmend auch als lokale Auslieferungsstandorte dienen? Und welche Rolle spielt dabei das Einkaufserlebnis vor Ort?

Gerade der letzte Punkt erscheint mir entscheidend.

Denn so wichtig schnelle Lieferungen, digitale Angebote und effiziente Warenwirtschaft auch sind: Sie ersetzen nicht automatisch das besondere Erlebnis, Technik persönlich entdecken und ausprobieren zu können.

Die Übernahme könnte neue Möglichkeiten eröffnen. Ob und wie diese tatsächlich in den klassischen Filialen ankommen, bleibt allerdings abzuwarten.

Und damit sind wir wieder bei der ursprünglichen Frage: Was macht einen Elektronikmarkt für seine Kunden künftig wirklich attraktiv?

MediaMarkt setzt weiter auf stationäre Geschäfte

Dass MediaMarktSaturn den stationären Handel keineswegs aufgegeben hat, zeigt auch eine aktuelle Unternehmensentscheidung.

Am 23. Oktober 2026 stellte der Konzern ein neues Omnichannel-Partnerprogramm vor.

Dabei sollen künftig auch selbstständige Händler die Möglichkeit erhalten, unter der Marke MediaMarkt einen Standort zu betreiben.

Die Idee dahinter ist, lokale Marktkenntnisse und unternehmerische Eigenverantwortung mit den zentralen Strukturen eines großen Elektronikhändlers zu verbinden.

Das ist insofern bemerkenswert, weil es zeigt, dass das Unternehmen weiterhin an die Bedeutung physischer Geschäfte glaubt.

Gleichzeitig verdeutlicht der Schritt, dass sich das bisherige Geschäftsmodell verändert.

Der Elektronikmarkt der Zukunft muss offenbar flexibler werden und stärker auf die jeweiligen Bedürfnisse vor Ort eingehen.

Genau darin könnte eine Chance liegen.

Denn ein Markt in einer großen Innenstadt hat möglicherweise andere Anforderungen als ein Standort in einem Einkaufszentrum oder einer kleineren Stadt.

Manche Kunden erwarten große Erlebnisbereiche, andere benötigen vor allem eine schnelle und zuverlässige Versorgung mit Technikprodukten.

Ein einheitliches Konzept wird diesen unterschiedlichen Erwartungen nicht immer gerecht.

Umso wichtiger erscheint mir, dass trotz aller Unterschiede grundlegende Qualitätsansprüche erhalten bleiben.

Einladende Geschäfte, nachvollziehbare Warenpräsentation und gute Beratung sollten keine Besonderheiten ausgewählter Vorzeigestandorte sein.

Sie sollten zum normalen Einkaufserlebnis gehören.

Ein Besuch, der mehr Fragen aufgeworfen hat als erwartet

Vielleicht wird jetzt deutlicher, warum mich mein Besuch bei MediaMarkt so beschäftigt hat.

Es geht mir nicht darum, aus herumstehenden Kartons einen Skandal zu machen.

Es geht auch nicht darum, Mitarbeitern Vorwürfe zu machen, die möglicherweise gerade unter hohem Arbeitsaufkommen Waren einräumen mussten.

Und schon gar nicht möchte ich behaupten, dass alle MediaMarkt-Filialen so aussehen.

Dafür gibt es keine Grundlage.

Aber ich finde, dass man als Kunde einen enttäuschenden Eindruck durchaus ansprechen darf.

Gerade dann, wenn sich daraus grundsätzliche Fragen ergeben.

Was erwarten wir heute eigentlich von einem Elektronikmarkt? Wie sieht ein zeitgemäßes Einkaufserlebnis aus? Und was muss der stationäre Handel leisten, um auch in Zukunft interessant zu bleiben?

Diese Fragen betreffen nicht nur MediaMarkt.

Sie betreffen ebenso andere Elektronikhändler, die Innenstädte und letztlich uns alle als Kunden.

Denn wir entscheiden mit unserem Kaufverhalten darüber, welche Geschäfte langfristig bestehen bleiben.

Gleichzeitig müssen Händler uns aber auch einen Grund geben, ihre Angebote zu nutzen.

Das ist keine Einbahnstraße.

Wer möchte, dass Kunden weiterhin persönlich einkaufen, muss ihnen zeigen, weshalb sich der Weg lohnt.

Fazit: Wir brauchen Technikmärkte – aber sie müssen uns einen Grund geben, wiederzukommen

Ich wünsche mir ausdrücklich, dass es auch in zehn oder zwanzig Jahren noch große Elektronikmärkte gibt.

Nicht nur als Abholstationen für Onlinebestellungen, sondern als Orte, an denen man Technik entdecken, ausprobieren und sich darüber informieren kann.

Gerade für Gaming-Fans, Technikbegeisterte und Menschen, die vor einer größeren Anschaffung persönliche Beratung suchen, können solche Geschäfte weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Aber dafür müssen sie attraktiv bleiben.

MediaMarktSaturn investiert in neue Ladenkonzepte, entwickelt seine Strategie weiter und zeigt mit modernen Erlebniswelten, wie der Elektronikhandel der Zukunft aussehen könnte. Mit der bevorstehenden Übernahme durch JD.com könnte eine weitere Phase des Wandels beginnen. Ob davon auch die klassischen Filialen und ihre Kunden profitieren, wird sich erst zeigen.

Das verdient durchaus Anerkennung.

Gleichzeitig muss sich dieser Anspruch auch im Alltag der gewöhnlichen Filialen wiederfinden.

Mein Besuch in Hannover hat bei mir jedenfalls Fragen hinterlassen, die weit über eine einzelne Verkaufsfläche hinausgehen.

Und auch unsere Städte müssen sich diesen Fragen stellen. Wenn Geschäfte verschwinden, Einkaufsstraßen an Attraktivität verlieren und Menschen immer weniger Gründe sehen, persönlich einzukaufen, brauchen wir mehr als schöne Ankündigungen.

Wir brauchen überzeugende Konzepte, die tatsächlich funktionieren.

Denn am Ende ist das vielleicht die wichtigste Erkenntnis:

Der stationäre Elektronikhandel verliert seine Kunden nicht zwangsläufig an das Internet. Aber er riskiert, noch mehr von ihnen zu verlieren, wenn er keinen überzeugenden Grund mehr bietet, persönlich vorbeizukommen.

Und das wäre schade.

Nicht nur für MediaMarkt, sondern für alle, die Technik gerne noch mit eigenen Augen entdecken möchten.

Redaktioneller Hinweis: PlayStationInfo.de hat MediaMarktSaturn am 27. Oktober 2026 um eine Stellungnahme zur beobachteten Situation in Hannover und zur Zukunft des stationären Elektronikhandels gebeten. Bis zum Redaktionsschluss am 5. November 2026 lag keine Antwort vor. Die Eindrücke aus der Filiale beschreiben einen persönlichen Besuch und sind nicht als allgemeine Bewertung sämtlicher MediaMarkt-Standorte zu verstehen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. IHK Hannover – Einzelhandel 2016–2025
  2. MediaMarktSaturn – Unternehmensstrategie 2026
  3. MediaMarktSaturn – Tech Village Köln
  4. MediaMarktSaturn – Omnichannel-Partnerprogramm
  5. Landeshauptstadt Hannover – Innenstadt und Leerstand
  6. Landeshauptstadt Hannover – Karstadt und Kaufhof
  7. Stadt Hannover – Zukunft des ehemaligen Kaufhofs
  8. Landeshauptstadt Hannover – Oberbürgermeisterwahl 2026
  9. CECONOMY – Abschließende behördliche Genehmigung der JD.com-Übernahme (3. November 2026)
  10. Europäische Kommission – Genehmigung der Übernahme unter Bedingungen (3. November 2026)

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3 Kommentare

  1. Als Gaming-Interessierter teile ich die Beobachtung, dass digitale Downloads die Regalflächen reduzieren. Trotzdem bleibt der Wert physischer Erfahrung bestehen: Controller, Bildqualität und Haptik sind schwer online zu beurteilen. Sinnvoll wären integrierte Omnichannel-Services, klarere Sortimente und regelmäßige Vorführungen, damit Filialbesuche wieder lohnenswert werden.

  2. Der Beitrag erläutert gut, wie Erlebniswelten wie das Tech Village Chancen aufzeigen, aber gleichzeitig alltägliche Filialen nicht vernachlässigt werden dürfen. Kunden erwarten Beratung, Übersichtlichkeit und Probeautomaten. Politik und Handel sollten gemeinsam an Konzepten arbeiten, die Innenstädte wieder attraktiver machen, ohne kurzfristige Effekte zu überbetonen.

  3. Der Artikel trifft viele relevante Punkte: Die Balance zwischen logistischer Notwendigkeit und kundenfreundlicher Präsentation ist schwierig. Es bleibt wichtig, dass Filialen klare Konzepte und gepflegte Flächen bieten, damit stationärer Handel gegenüber Onlineangeboten bestehen kann. Besonders kleinere Standorte brauchen praktikable Lösungen, die vor Ort passen.

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