Gadgets | Zubehör | TechnikRTX 5090 für über 7.000 Euro: Nvidias stärkste Grafikkarte wird zum Luxusproblem

RTX 5090 für über 7.000 Euro: Nvidias stärkste Grafikkarte wird zum Luxusproblem

Die Preise für High-End-Grafikkarten erreichen in Deutschland inzwischen ungewöhnliche Dimensionen. Wer aktuell eine Nvidia GeForce RTX 5090 kaufen möchte, muss mindestens 7.367 Euro einplanen. Damit kostet das leistungsstärkste Gaming-Modell des Herstellers mehr als das Dreifache der offiziellen Preisempfehlung von 2.099 Euro. Gleichzeitig verdichten sich Hinweise auf Lieferengpässe, während die steigende Nachfrage nach KI-Hardware den Grafikkartenmarkt zusätzlich unter Druck setzt.

RTX 5090 kostet inzwischen mehr als das Dreifache der UVP

Die GeForce RTX 5090 war bereits zum Verkaufsstart im Januar 2025 keine günstige Grafikkarte. Ursprünglich verlangte Nvidia für die Founders Edition 2.329 Euro, bevor die Preisempfehlung im August 2025 auf 2.099 Euro gesenkt wurde.

Inzwischen hat sich die Situation erheblich verändert.

Wie RaidRush über die aktuelle Preisentwicklung der RTX 5090 berichtet, beginnen die Händlerangebote in Deutschland mittlerweile bei 7.367 Euro.

Damit liegt der günstigste dokumentierte Angebotspreis satte 5.268 Euro über Nvidias offizieller Preisempfehlung. Das entspricht einem Aufschlag von rund 251 Prozent.

Besonders auffällig ist die Geschwindigkeit dieser Entwicklung.

Noch Anfang September wurden entsprechende Modelle für ungefähr 5.000 Euro angeboten. Anfang Oktober lag der Einstieg bereits bei knapp 6.000 Euro. Am 23. Oktober wurde schließlich die Marke von 7.367 Euro erreicht.

Innerhalb weniger Wochen verteuerte sich die ohnehin teure Grafikkarte damit um mehr als 2.300 Euro.

Einige besonders aufwendig ausgestattete Varianten werden sogar für fünfstellige Beträge angeboten. Allerdings handelt es sich dabei um ausgeschriebene Händlerpreise. Ob die Karten zu diesen Summen tatsächlich verkauft werden, ist nicht bekannt.

Warum wird Nvidias Flaggschiff plötzlich so teuer?

Ein wesentlicher Faktor dürfte die eingeschränkte Verfügbarkeit sein.

Die RTX 5090 verwendet den leistungsfähigen GB202-Grafikchip aus Nvidias Blackwell-Generation. Genau bei diesem Chip gibt es seit einiger Zeit Berichte über Probleme bei der Belieferung von Grafikkartenherstellern.

Der Hardware-Experte Roman Hartung, besser bekannt als der8auer, berichtete beispielsweise über einen Hersteller, der derzeit keine neuen GB202-Chips einschließlich der benötigten Speicherkomponenten bestellen könne.

Weitere Brancheninformationen deuten darauf hin, dass auch andere Unternehmen Schwierigkeiten bei der Versorgung haben könnten.

Eine vollständige Einstellung der RTX 5090 hat Nvidia allerdings nicht bestätigt.

Im Gegenteil: Das Unternehmen erklärte Mitte Oktober, dass die Karte weiterhin ausgeliefert werde, wenn auch in begrenzten Stückzahlen.

Damit bleibt die genaue Situation unklar.

Während einzelne Hersteller offenbar keine neuen Komponenten erhalten, betont Nvidia weiterhin, dass die GeForce RTX 5090 nicht offiziell eingestellt wurde.

Für die Preise spielt dieser Unterschied jedoch zunächst nur eine untergeordnete Rolle. Wenn weniger Karten im Handel verfügbar sind und weiterhin Nachfrage besteht, können die Angebote deutlich teurer werden.

Der KI Boom verändert den Grafikkartenmarkt

Die aktuelle Entwicklung fällt in eine Zeit, in der Nvidia enorme Geschäfte mit künstlicher Intelligenz macht.

Leistungsfähige Grafikprozessoren werden längst nicht mehr ausschließlich für Videospiele oder professionelle 3D-Anwendungen eingesetzt.

Auch das Training und die Ausführung großer KI-Modelle benötigen erhebliche Rechenleistung.

Für entsprechende Anwendungen sind insbesondere große Speicherkapazitäten und hohe Speicherbandbreiten interessant.

Die RTX 5090 bietet 32 GB GDDR7-Speicher und erreicht eine Speicherbandbreite von bis zu 1.792 GB pro Sekunde.

Damit ist sie nicht nur für anspruchsvolle Spiele geeignet, sondern auch für bestimmte lokale KI-Anwendungen und professionelle Berechnungen.

Gleichzeitig werden Rechenzentrumsprodukte für Nvidia wirtschaftlich immer wichtiger.

Branchenbeobachter vermuten deshalb, dass sich die verfügbaren Fertigungskapazitäten stärker in Richtung professioneller Produkte verschieben könnten.

Ob diese Entwicklung unmittelbar für die aktuellen RTX-5090-Preise verantwortlich ist, lässt sich allerdings nicht eindeutig belegen.

Auch Speicherpreise, vorhandene Lagerbestände und die Nachfrage bestimmter Kundengruppen dürften eine Rolle spielen.

Was bekommt man für mehr als 7.000 Euro?

Technisch gehört die GeForce RTX 5090 weiterhin zu den leistungsfähigsten Gaming-Grafikkarten auf dem Markt.

Sie verfügt über 21.760 CUDA-Recheneinheiten, 32 GB GDDR7-Speicher und unterstützt moderne Technologien wie DLSS 4 und Multi Frame Generation.

Gerade bei Spielen in 4K-Auflösung mit umfangreichen Raytracing-Effekten kann die Karte ihre Leistung ausspielen.

Auch professionelle Anwendungen für Videoschnitt, Rendering und KI-Berechnungen können von der Ausstattung profitieren.

Das Problem liegt inzwischen allerdings beim Verhältnis zwischen Leistung und Anschaffungspreis.

Eine Grafikkarte für 7.367 Euro bietet nicht automatisch die dreifache Gaming-Leistung eines Modells für rund 2.000 Euro.

Auch günstigere Grafikkarten können zahlreiche aktuelle Spiele mit hohen Details darstellen.

Für gewöhnliche Spieler dürfte der gewaltige Aufpreis deshalb kaum zu rechtfertigen sein.

Wer ausschließlich einen leistungsfähigen Gaming-PC zusammenstellen möchte, findet in niedrigeren Leistungsklassen wesentlich wirtschaftlichere Möglichkeiten.

Auch andere Nvidia Grafikkarten werden teurer

Die RTX 5090 ist nicht das einzige Modell, dessen Preis zuletzt deutlich gestiegen ist.

Auch die GeForce RTX 5080 und RTX 5070 Ti wurden in den vergangenen Monaten spürbar teurer.

Bei der RTX 5080 lagen die günstigsten dokumentierten Angebote Mitte Oktober bereits bei rund 1.579 Euro. Die RTX 5070 Ti erreichte ungefähr 1.222 Euro.

Damit entfernen sich auch diese Modelle immer weiter von ihren ursprünglichen Preisempfehlungen.

Die Preisentwicklung betrifft zudem nicht ausschließlich Nvidia. Verschiedene AMD- und Intel-Grafikkarten wurden ebenfalls teurer, auch wenn die Aufschläge je nach Modell unterschiedlich ausfallen.

Für PC-Spieler ist das eine ungünstige Situation.

Wer seinen Rechner modernisieren möchte, muss häufig deutlich mehr bezahlen als noch vor einem Jahr.

Gleichzeitig ist unklar, wann die nächste größere Grafikkartengeneration erscheint und ob sie die Preise wieder entspannen könnte.

Bereits im September hatten wir auf PlayStationInfo.de darüber berichtet, dass AMD und Nvidia ihre nächsten großen Grafikkarten möglicherweise erst 2028 veröffentlichen.

Eine offizielle Bestätigung für diese langfristige Releaseplanung liegt allerdings weiterhin nicht vor.

Könnte die Entwicklung auch die PlayStation 6 betreffen?

Die hohen Preise für PC-Grafikkarten werfen auch Fragen zur Zukunft der Konsolenhardware auf.

Sony und Microsoft verwenden zwar keine gewöhnlichen GeForce-Grafikkarten in ihren Konsolen. Trotzdem benötigen auch ihre Geräte leistungsfähige Halbleiter, schnellen Arbeitsspeicher und moderne Fertigungsverfahren.

Wenn die Kosten für Speicher und bestimmte Chipkomponenten steigen, kann dies grundsätzlich auch die Entwicklung neuer Konsolen beeinflussen.

Besonders mit Blick auf die nächste PlayStation-Generation wird deshalb über mögliche Auswirkungen diskutiert.

Schon Anfang des Jahres berichteten wir darüber, dass steigende RAM-Preise die Entwicklung der PlayStation 6 beeinflussen könnten.

Ein direkter Zusammenhang zwischen der aktuellen RTX-5090-Preisentwicklung und einem möglichen PS6-Verkaufspreis ist allerdings nicht nachgewiesen.

Die Situation zeigt vielmehr, wie stark sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Hardwaremarktes verändern.

Wann könnte die RTX 5090 wieder günstiger werden?

Eine kurzfristige Entspannung ist derzeit nicht absehbar.

Solange Nvidia nur begrenzte Stückzahlen liefert und die Nachfrage hoch bleibt, könnten die Preise weiterhin auf einem ungewöhnlich hohen Niveau liegen.

Eine Verbesserung wäre denkbar, wenn wieder größere Mengen verfügbar werden oder das Interesse an den verbliebenen Karten nachlässt.

Auch zukünftige Grafikkarten könnten den Markt verändern.

Wann entsprechende Produkte erscheinen und zu welchen Preisen sie angeboten werden, bleibt allerdings offen.

Für gewöhnliche PC-Spieler dürfte es deshalb sinnvoll sein, einen überstürzten Kauf zu vermeiden und die weitere Entwicklung zu beobachten.

Die RTX 5090 bleibt technisch eine beeindruckende Grafikkarte. Ihr aktueller Preis hat sich jedoch so weit von der ursprünglichen Empfehlung entfernt, dass sie für die meisten Gaming-PCs wirtschaftlich kaum noch infrage kommt.

Während Nvidia auf seiner offiziellen Webseite weiterhin 2.099 Euro nennt, zeigt der deutsche Handel Ende Oktober 2026 ein völlig anderes Bild.

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