Nur zwei Tage nach der Schließung von BioWare kommen immer mehr Informationen über das eingestellte Mass Effect 5 ans Licht. Nachdem bereits ein echter Trailer mit dem Titel Mass Effect: Universe aufgetaucht war, berichtet nun ein angeblicher Insider über die geplante Handlung. Demnach sollte das Rollenspiel mehr als 600 Jahre nach dem Reaper-Krieg spielen und die bekannte Science-Fiction-Reihe grundlegend verändern. Statt einer weiteren galaktischen Invasion wären Spionage, politische Konflikte und brutale Nahkämpfe in den Mittelpunkt gerückt. Auch Liara T’Soni und die Geth hätten eine deutlich größere Rolle gespielt.
Mass Effect 5 sollte 600 Jahre nach der ursprünglichen Trilogie spielen
Die neuen Informationen stammen vom australischen YouTuber Dantics, der sich seit Jahren mit der Mass-Effect-Reihe beschäftigt.
Am 23. Oktober 2026 veröffentlichte er einen ausführlichen Bericht über die angeblichen Pläne für Mass Effect: Universe.
Dantics behauptet, Teil eines sogenannten Mass Effect Council gewesen zu sein. Dabei soll es sich um eine Gruppe ausgewählter Content Creator und Community-Mitglieder gehandelt haben, die während der Entwicklung Einblicke erhielten und Rückmeldungen geben konnten.
Nach der Einstellung des Spiels sieht er sich offenbar nicht mehr an die bisherigen Vertraulichkeitsregeln gebunden.
Seinen Aussagen zufolge sollte die Handlung mehr als 600 Jahre nach dem Reaper-Krieg aus Mass Effect 3 beginnen.
Damit hätte BioWare einen erheblichen zeitlichen Sprung gegenüber der ursprünglichen Trilogie gemacht.
Commander Shepard wäre längst Geschichte gewesen, sein Vermächtnis hätte aber weiterhin eine bedeutende Rolle gespielt.
Besonders interessant: Laut Dantics sollte die Geschichte so angelegt werden, dass Shepards Vergangenheit unabhängig vom gewählten Ende von Mass Effect 3 gewürdigt wird.
Wie die Entwickler die unterschiedlichen Enden der Trilogie miteinander vereinbaren wollten, ist nicht bekannt.
Die neuen Angaben wurden bislang weder von Electronic Arts noch von ehemaligen BioWare-Mitarbeitern offiziell bestätigt.
Die Galaxis steht vor einem neuen Kalten Krieg
Auch die politische Situation sollte sich erheblich verändert haben.
Laut Dantics wäre die bekannte Galaxis in drei große Machtblöcke zerfallen.
Auf einer Seite hätten sich Menschen, Kroganer, Batarianer und weitere Spezies zusammengeschlossen.
Die traditionellen Ratsvölker sollten eine eigene Allianz bilden.
Als dritte bedeutende Macht wären die Geth aufgetreten.
Damit hätten die künstlichen Lebensformen, die bereits in der ursprünglichen Trilogie eine wichtige Rolle spielten, offenbar erheblich an politischem und militärischem Einfluss gewonnen.
Dantics spricht sogar davon, dass die Geth gewaltige Megastrukturen errichtet hätten.
Statt erneut eine alles vernichtende Bedrohung wie die Reaper einzuführen, sollte Mass Effect: Universe demnach einen galaktischen Kalten Krieg erzählen.
Die verschiedenen Machtblöcke hätten sich gegenseitig misstraut, während im Hintergrund ein bislang unbekannter Gegner agierte.
Dieser Ansatz hätte deutlich mehr Raum für politische Intrigen, verdeckte Operationen und moralisch schwierige Entscheidungen geboten.
Ob sämtliche dieser Konzepte tatsächlich bis zum fertigen Spiel erhalten geblieben wären, bleibt jedoch offen.
Neuer Held sollte John Wick und James Bond verbinden
Eine besonders große Veränderung war offenbar bei der Hauptfigur geplant.
Statt erneut Commander Shepard zu steuern, sollten Spieler einen neuen N7-Agenten übernehmen.
Die Figur wäre laut den Angaben individuell anpassbar gewesen.
Anders als die bisherigen Mass-Effect-Helden sollte sich der neue Protagonist jedoch nicht hauptsächlich durch eine möglichst umfangreiche Waffensammlung auszeichnen.
Dantics beschreibt das Konzept als Mischung aus John Wick und James Bond.
Damit wäre ein Kämpfer gemeint gewesen, der präzise Gewalt, verdeckte Operationen und technisches Spezialwissen miteinander verbindet.
Passend dazu soll der Charakter experimentelle Technologie im eigenen Körper getragen haben.
Diese Implantate hätten verschiedene ungewöhnliche Fähigkeiten ermöglicht.
Beispielsweise sollten Spieler durch Wände sehen, technische Systeme erkennen und bestimmte Gefahren aus der Entfernung auslösen können.
Auch das Hacken und Manipulieren der Umgebung wäre ein wichtiger Bestandteil des Gameplays gewesen.
Statt ausschließlich in direkten Feuergefechten zu kämpfen, hätten Spieler möglicherweise Gegner überlisten oder ihre Umgebung gezielt gegen sie einsetzen können.
Die Angaben passen grundsätzlich zum geheimnisvollen N7-Agenten aus dem kürzlich geleakten Trailer.
Sie sind allerdings kein Beweis dafür, dass sämtliche beschriebenen Fähigkeiten tatsächlich spielbar umgesetzt wurden.
Brutale Exekutionen und mehr Freiheit bei Missionen
Auch beim Kampfsystem soll BioWare eine deutlich andere Richtung verfolgt haben.
Laut Dantics waren besonders brutale Nahkampf-Exekutionen vorgesehen.
Damit hätte der neue Protagonist Gegner offenbar direkt und mit besonders eindrucksvollen Animationen ausschalten können.
Konkrete Spielszenen zu diesen Exekutionen liegen bislang nicht vor.
Noch interessanter ist die angeblich geplante Missionsstruktur.
Während die ursprüngliche Mass-Effect-Trilogie überwiegend auf handgefertigte Missionen setzte, sollte Universe zusätzlich mehr Freiheit bei deren Durchführung bieten.
Dantics zieht dabei einen Vergleich mit der Hitman-Reihe.
Spieler hätten eine Aufgabe also möglicherweise auf unterschiedliche Weise lösen können.
Denkbar wären direkte Kämpfe, heimliches Vorgehen oder die Manipulation technischer Systeme gewesen.
Welche konkreten Möglichkeiten tatsächlich vorgesehen waren, verriet er nicht im Detail.
Die Entwickler wollten demnach die erzählerische Struktur klassischer BioWare-Rollenspiele mit moderneren Möglichkeiten zur individuellen Problemlösung verbinden.
Auch das Zusammenspiel der Begleiter sollte wieder wichtiger werden.
Nach den neuen Aussagen hätten unterschiedliche Squad-Mitglieder miteinander in Konflikt geraten können.
Romanzen sollten ebenfalls ein bedeutender Bestandteil des Spiels bleiben und sich an ein erwachsenes Publikum richten.
Liara wäre eine mächtige Asari Matriarchin geworden
Für langjährige Fans besonders interessant ist die angeblich geplante Rolle von Liara T’Soni.
Die bekannte Asari gehörte bereits in der ursprünglichen Trilogie zu den wichtigsten Begleitfiguren.
Aufgrund ihrer langen Lebenserwartung wäre eine Rückkehr auch mehrere Jahrhunderte nach den Ereignissen von Mass Effect 3 grundsätzlich möglich.
Laut Dantics hätte Liara inzwischen den Status einer mächtigen Asari-Matriarchin erreicht.
Damit wäre sie nicht mehr die vergleichsweise junge Wissenschaftlerin aus dem ersten Mass Effect gewesen, sondern eine einflussreiche Persönlichkeit mit jahrhundertelanger Erfahrung.
Ihre Rückkehr wurde bereits durch den inzwischen aufgetauchten Trailer zu Mass Effect: Universe angedeutet.
In den Aufnahmen ist eine ältere Liara zu sehen, die offenbar mit dem neuen N7-Agenten zusammenarbeitet.
Der Trailer wurde inzwischen von Bloomberg-Journalist Jason Schreier als authentisches BioWare-Material bestätigt.
Die neue Behauptung über Liaras genaue Rolle als Matriarchin stammt allerdings weiterhin ausschließlich aus dem Bericht von Dantics.
Auch eine Verbindung zur Andromeda-Galaxie soll geplant gewesen sein.
Wie diese mit der Handlung in der Milchstraße zusammengehangen hätte, ist bislang nicht bekannt.
BioWare sollte offenbar wieder näher an die alten Mass Effect Spiele rücken
Die angeblichen Pläne legen nahe, dass BioWare mehrere bekannte Stärken der ursprünglichen Trilogie wieder stärker betonen wollte.
Dazu gehören ein individuell gestaltbarer Held, bedeutende Begleiter, moralische Entscheidungen und komplexe politische Konflikte.
Gleichzeitig sollten moderne Spielmechaniken wie Umgebungshacking und unterschiedliche Lösungswege hinzukommen.
Dantics beschreibt die damaligen Pläne als ein Mass Effect, das besonders für die langjährigen Fans der Reihe entwickelt worden sei.
Diese Einschätzung ist allerdings subjektiv.
Dass bestimmte Ideen auf dem Papier überzeugend wirken, bedeutet nicht automatisch, dass sie später auch in einem fertigen Spiel funktioniert hätten.
Gerade große Rollenspiele verändern sich während ihrer Entwicklung teilweise erheblich.
Hinzu kommt, dass Electronic Arts die Arbeiten an Mass Effect: Universe offiziell noch einer frühen Entwicklungsphase zuordnete.
Auch ein fertiger Präsentationstrailer ist deshalb kein Nachweis für ein bereits weitgehend spielbares Produkt.
Die neuen Informationen geben möglicherweise einen Einblick in die kreative Vision, nicht in den tatsächlichen Zustand einer nahezu abgeschlossenen Produktion.
Nach dem BioWare Aus wächst die Enttäuschung der Fans
Electronic Arts bestätigte am 21. Oktober die Schließung von BioWare und die Einstellung des nächsten Mass Effect.
Damit endete ein Projekt, das bereits Ende 2020 angekündigt worden war.
Seitdem haben sich mehrere ehemalige Beteiligte öffentlich zu Wort gemeldet.
Die Autoren Derek Künsken und Catherynne M. Valente erklärten, dass sie über Jahre an der neuen Geschichte gearbeitet hätten und von den entwickelten Ideen überzeugt gewesen seien.
Anschließend tauchte der bislang unveröffentlichte Trailer zu Mass Effect: Universe auf.
Inzwischen versuchen Fans unter dem Hashtag #SaveMassEffect, den Publisher zur Fortsetzung der Marke zu bewegen.
Die nun veröffentlichten angeblichen Story- und Gameplaydetails dürften diese Diskussion weiter befeuern.
Allerdings steht weiterhin nicht fest, ob Electronic Arts jemals wieder ein Mass-Effect-Spiel entwickeln lassen wird.
Auch ein Verkauf der Rechte oder die Übergabe der Reihe an ein anderes Studio wurden nicht angekündigt.
Das Einzige, was bislang offiziell feststeht, ist die Einstellung des bisherigen Projekts.
Die neuen Aussagen von Dantics zeichnen dennoch das Bild einer ungewöhnlich ambitionierten Fortsetzung, die sich deutlich von der bekannten Trilogie unterscheiden sollte.
Sollten sich seine Angaben bestätigen, hätte Mass Effect: Universe möglicherweise stärker auf Spionage, politische Machtkämpfe und flexible Missionslösungen gesetzt als auf eine weitere große Invasion.
Ob diese Vision jemals über frühe Konzepte und Präsentationen hinaus vollständig umgesetzt wurde, bleibt eine offene Frage.
Quelle: Reddit
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