NewsResident Evil 7 sollte völlig anders werden und ausgerechnet The Last of...

Resident Evil 7 sollte völlig anders werden und ausgerechnet The Last of Us spielte eine große Rolle

Resident Evil 7 gilt als einer der wichtigsten Wendepunkte der bekannten Horror-Reihe. Doch beinahe wäre das Spiel in einer völlig anderen Form erschienen. Ein ehemaliger Capcom-Manager hat jetzt überraschende Einblicke in die schwierige Entwicklung gegeben. Demnach orientierten sich frühe Konzepte stark an Naughty Dogs The Last of Us. Sogar Leon S. Kennedy sollte ursprünglich eine zentrale Rolle übernehmen. Erst nach mehreren Richtungswechseln entstand schließlich das Horror-Abenteuer, das 2017 veröffentlicht wurde.

Resident Evil 7 sollte zunächst ganz anders aussehen

Die neuen Informationen stammen von Miguel Corti, der früher als Senior Manager of Global Production bei Capcom tätig war und an der Entwicklung von Resident Evil 7 beteiligt war.

In einer ausführlichen Beitragsreihe auf Bluesky vom 18. und 19. Oktober 2026 blickte er auf die Entstehung des Spiels zurück. Dabei beschrieb er eine Produktionsphase, in der Capcom noch nach der richtigen Zukunft für seine wichtigste Horror-Marke suchte.

Nach dem kommerziell erfolgreichen, aber kritisch aufgenommenen Resident Evil 6 stand das Unternehmen vor einer schwierigen Entscheidung.

Sollte die Reihe ihren actionreichen Kurs fortsetzen oder wieder stärker auf klassische Survival-Horror-Elemente setzen?

Laut Corti existierten zunächst mehrere unterschiedliche Konzepte für Resident Evil 7. Statt sich weiterhin an großen Actionspielen wie Call of Duty zu orientieren, rückte innerhalb des Entwicklerteams zunehmend ein anderes Spiel in den Mittelpunkt: The Last of Us.

Das 2013 veröffentlichte PlayStation-Abenteuer von Naughty Dog hatte gezeigt, dass sich eine aufwendige Einzelspielerproduktion mit einer emotionalen Geschichte sowohl kommerziell als auch bei Kritikern behaupten konnte.

Genau diese Anerkennung wollte offenbar auch ein Teil der Resident-Evil-Entwickler erreichen.

The Last of Us wurde zum großen Vorbild

Besonders bemerkenswert ist Cortis Beschreibung der damaligen Stimmung innerhalb von Capcom.

Während die Unternehmensführung mit dem wirtschaftlichen Abschneiden von Resident Evil 6 grundsätzlich zufrieden gewesen sei, hätten sich viele Entwickler eine bessere kritische Aufnahme gewünscht.

Aus ihrer Sicht sei es bemerkenswert gewesen, dass andere Spiele mit deutlichen Einflüssen aus Resident Evil große Anerkennung erhielten, während die eigene Reihe zunehmend für ihre Ausrichtung kritisiert wurde.

The Last of Us spielte bei diesen Überlegungen eine wichtige Rolle.

Das Entwicklerteam erhielt laut Corti zeitweise sogar die Vorgabe, sich stärker auf die Erzählung zu konzentrieren. Eine überzeugende Geschichte galt damals intern als wesentliche Rechtfertigung für die Entwicklung eines großen Einzelspielertitels.

Dabei ging es nicht darum, The Last of Us vollständig zu kopieren. Vielmehr sollten dessen erzählerische Stärken als Orientierung dienen.

Wie genau die frühen Spielkonzepte aussahen und welche Gameplay-Systeme bereits umgesetzt worden waren, lässt sich aus den Aussagen nicht vollständig rekonstruieren.

Fest steht jedoch, dass die Entwicklungsrichtung mehrfach verändert wurde.

Sogar Leon S. Kennedy sollte zurückkehren

Eine weitere Überraschung betrifft die ursprünglich geplanten Figuren.

Laut Corti sollte Leon S. Kennedy in einer frühen Version von Resident Evil 7 erneut eine zentrale Rolle spielen.

Zusätzlich wurden verschiedene bekannte Charaktere als mögliche Begleiter oder weitere wichtige Figuren diskutiert.

Zu den damaligen Überlegungen gehörten unter anderem Rebecca Chambers, Jill Valentine und HUNK.

Auch die Geschichte sollte deutlich stärker mit Umbrella und der bisherigen Handlung der Reihe verbunden werden.

Damit hätte Resident Evil 7 möglicherweise stärker an frühere Abenteuer angeknüpft, statt einen weitgehend neuen Einstiegspunkt zu schaffen.

Im fertigen Spiel entschied sich Capcom bekanntlich für einen anderen Weg.

Mit Ethan Winters wurde ein neuer Protagonist eingeführt, der zunächst kaum Verbindungen zu den bisherigen Ereignissen besaß.

Auch der Schauplatz unterschied sich erheblich von den großen internationalen Konflikten der Vorgänger. Statt weltweiter Bedrohungen stand ein abgelegenes Anwesen in Louisiana im Mittelpunkt.

Die Veränderung ermöglichte eine persönlichere und deutlich beklemmendere Horrorerfahrung.

Capcom begann die Entwicklung schließlich neu

Die verschiedenen Ideen führten offenbar nicht sofort zum gewünschten Ergebnis.

Corti berichtet, dass Capcom die Entwicklung von Resident Evil 7 schließlich grundlegend neu aufstellte.

Ein neues Entwicklerteam und ein neuer Director übernahmen das Projekt. Auch die kreative Ausrichtung wurde überarbeitet.

Im Mittelpunkt stand nun die Rückkehr zu den Ursprüngen der Reihe.

Kleinere Schauplätze, begrenzte Ressourcen, Rätsel und eine stärkere Betonung des Horrors sollten das Spielerlebnis prägen.

Hinzu kam die Entscheidung für eine Ego-Perspektive, die sich deutlich von der Third-Person-Darstellung der vorherigen Hauptteile unterschied.

Technisch bedeutete der Neustart ebenfalls große Herausforderungen. Capcom entwickelte mit der RE Engine eine neue technische Grundlage und setzte auf fotorealistische Umgebungen sowie die Unterstützung von Virtual Reality.

Diese Entscheidungen veränderten das Erscheinungsbild und die Atmosphäre des Spiels erheblich.

Aus dem zunächst von großen Action- und Storyspielen beeinflussten Projekt entwickelte sich so ein wesentlich kompakteres Horror-Abenteuer.

Nicht alle Probleme wurden während der Entwicklung gelöst

Corti blickt allerdings keineswegs ausschließlich positiv auf die Produktion zurück.

In seinen Beiträgen räumt er ein, dass einige Schwächen von Resident Evil 7 bereits während der Entwicklung bekannt gewesen seien.

Trotzdem wurden bestimmte Probleme seiner Darstellung nach nicht ausreichend berücksichtigt.

Dazu gehörten unter anderem erzählerische Entscheidungen, die begrenzte Gegnervielfalt und die unterschiedliche Qualität einzelner Spielabschnitte.

Gerade die spätere Phase von Resident Evil 7 wurde nach der Veröffentlichung häufig kritischer bewertet als der atmosphärische Beginn im Anwesen der Familie Baker.

Auch die Einbindung bekannter Elemente aus der Geschichte der Reihe sorgte während der Entwicklung offenbar für Diskussionen.

Die Aussagen machen deutlich, dass der fertige Titel das Ergebnis zahlreicher Kompromisse und kreativer Auseinandersetzungen war.

Trotz dieser Schwierigkeiten entwickelte sich Resident Evil 7 langfristig zu einem großen Erfolg für Capcom.

Resident Evil 7 veränderte die gesamte Reihe

Mit seiner Veröffentlichung im Januar 2017 schlug Resident Evil 7 ein neues Kapitel auf.

Die Rückkehr zu stärkerem Survival-Horror, die neue Perspektive und die Konzentration auf eine überschaubare Spielwelt wurden von vielen Kritikern positiv aufgenommen.

Gleichzeitig schuf Capcom mit Ethan Winters eine neue Hauptfigur, deren Geschichte 2021 in Resident Evil Village fortgesetzt wurde.

Auch die späteren Remakes von Resident Evil 2 und Resident Evil 4 profitierten von der technischen und kreativen Neuausrichtung des Unternehmens.

Interessant ist dabei, dass Resident Evil 7 nach Cortis Aussagen nicht allein durch eine klare ursprüngliche Vision entstand. Vielmehr entwickelte sich das Spiel über mehrere verworfene Ansätze und grundlegende Veränderungen.

Der Einfluss von The Last of Us war dabei ein wichtiger Bestandteil der frühen Überlegungen, aber nicht die alleinige Grundlage des fertigen Spiels.

Fast zehn Jahre nach der Veröffentlichung zeigen die neuen Einblicke, wie anders Resident Evil 7 ursprünglich hätte aussehen können.

Statt Ethan Winters und der Baker-Familie hätten Spieler möglicherweise ein weiteres Abenteuer mit Leon S. Kennedy erlebt, das deutlich stärker auf die bekannte Geschichte der Reihe gesetzt hätte.

Welche dieser frühen Ideen tatsächlich bereits spielbar umgesetzt wurden, bleibt allerdings offen.

Lass uns deine Meinung in den Kommentaren wissen.

Wie hat dir dieser Artikel gefallen?

Amazon

Jetzt einkaufen und unterstützen

*Unsere Seite enthält Affiliate-Links zu Amazon. Ihr unterstützt uns durch eure Einkäufe, ohne dass zusätzliche Kosten für euch anfallen.

Weitere News