Nach den ernüchternden Kritiken schien der neue Street-Fighter-Film keinen besonders leichten Kinostart vor sich zu haben. Doch das erste Wochenende liefert ein anderes Bild. Die Videospielverfilmung hat weltweit rund 51,1 Millionen US-Dollar eingespielt und sich damit an die Spitze der internationalen Kinocharts gesetzt. Auch beim Publikum fällt die Resonanz deutlich freundlicher aus als bei professionellen Kritikern. Ob daraus langfristig ein wirtschaftlicher Erfolg wird, ist allerdings noch offen.
Street Fighter erreicht weltweit mehr als 50 Millionen Dollar
Der am 16. Oktober 2026 gestartete Film hat sein erstes Kinowochenende mit einem Einspielergebnis von rund 51,1 Millionen US-Dollar abgeschlossen.
Das berichtet Push Square unter Berufung auf Zahlen des Branchenmagazins Deadline.
Damit konnte sich die neue Verfilmung der bekannten Capcom-Reihe zunächst den Spitzenplatz an den weltweiten Kinokassen sichern.
Für Paramount Pictures und die beteiligten Produktionsunternehmen ist das ein ordentlicher Auftakt, auch wenn einige optimistischere Prognosen zuvor von einem Ergebnis in Richtung 70 Millionen Dollar ausgegangen waren.
Street Fighter wurde mit einem berichteten Produktionsbudget von rund 82 Millionen Dollar umgesetzt. An der Finanzierung waren unter anderem Legendary Entertainment und Capcom beteiligt, während Paramount den Vertrieb übernimmt.
Die 51,1 Millionen Dollar bedeuten deshalb noch nicht, dass der Film bereits profitabel ist.
Ein erheblicher Teil der Einnahmen bleibt bei den Kinobetreibern. Außerdem kommen zu den reinen Produktionsausgaben zusätzliche Kosten für Werbung und Vermarktung hinzu.
Entscheidend wird sein, wie viele Zuschauer Street Fighter in den kommenden Wochen anziehen kann.
Kritiker und Kinobesucher sehen Street Fighter unterschiedlich
Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen den professionellen Rezensionen und der bisherigen Publikumsbewertung.
Auf Rotten Tomatoes erreicht Street Fighter nach den aktuell gemeldeten Zahlen lediglich 42 Prozent positive Kritikerbewertungen.
Beim Publikum sieht das Bild wesentlich freundlicher aus. Hier liegt die Zustimmung bei rund 79 Prozent.
Das bedeutet nicht, dass der Film bei allen Zuschauern gut ankommt. Die beiden Werte zeigen jedoch, dass die ersten Publikumsreaktionen erheblich positiver ausfallen als die Einschätzungen vieler Kritiker.
Genau diese Entwicklung ist interessant, denn bereits vor dem Kinostart wurde die ungewöhnliche Inszenierung des Films kontrovers beurteilt.
Auf PSINFO hatten wir am 16. Oktober über die schlechten ersten Kritiken zum Street-Fighter-Film und die Reaktionen von Uwe Boll berichtet.
Die neue Entwicklung liefert nun eine andere Perspektive: Trotz der kritischen Bewertungen hat die Verfilmung zum Start ein beachtliches Publikum erreicht.
Die Verfilmung setzt bewusst auf einen ungewöhnlichen Stil
Street Fighter versucht nicht, seine Videospielvorlage in ein besonders ernstes Actiondrama zu verwandeln.
Stattdessen setzt Regisseur Kitao Sakurai auf eine überzeichnete Darstellung der bekannten Kämpfer, auffällige Kostüme, schnelle Action und einen Stil, der sich deutlich am Unterhaltungskino der 1990er-Jahre orientiert.
Die Geschichte spielt im Jahr 1993 und führt Ryu und Ken erneut in das Umfeld des World-Warrior-Turniers.
Zum Ensemble gehören unter anderem Jason Momoa, Noah Centineo, Roman Reigns, Eric André und Curtis Jackson, besser bekannt als 50 Cent.
Schon die ersten Trailer hatten gezeigt, dass die Produktion einen deutlich anderen Ansatz verfolgt als viele moderne Videospielverfilmungen.
Darüber berichteten wir bereits im April in unserem Artikel zum ersten Trailer des neuen Street-Fighter-Films.
Die auffällige Inszenierung könnte auch erklären, warum die Reaktionen so unterschiedlich ausfallen. Während einige Kritiker die übertriebene Darstellung und den Humor bemängeln, scheint genau dieser Stil bei einem Teil des Publikums anzukommen.
Aus den bisherigen Bewertungszahlen lässt sich allerdings nicht ableiten, dass sämtliche Fans der Spiele mit der Umsetzung zufrieden sind.
Für Paramount ist der Kinostart erst der Anfang
Der kommerzielle Erfolg von Street Fighter wird sich nicht allein am ersten Wochenende entscheiden.
Mit einem Produktionsbudget von ungefähr 82 Millionen Dollar benötigt die Verfilmung weitere Einnahmen, um ihre Kosten zu decken und langfristig profitabel zu werden.
Gerade bei Filmen mit bekannten Marken spielt die Entwicklung nach dem Kinostart eine wichtige Rolle.
Starke Rückgänge am zweiten Wochenende können einen zunächst ordentlichen Start erheblich relativieren. Umgekehrt kann positive Mundpropaganda dafür sorgen, dass ein Film länger im Kino gefragt bleibt.
Hinzu kommen spätere Einnahmemöglichkeiten durch digitale Veröffentlichungen, Streaming und andere Vertriebswege.
Konkrete Aussagen über eine mögliche Fortsetzung lassen sich aus dem bisherigen Ergebnis noch nicht ableiten. Paramount und die beteiligten Unternehmen müssten dafür zunächst die weitere wirtschaftliche Entwicklung bewerten.
Für Capcom dürfte zudem interessant sein, wie sich die neue Verfilmung langfristig auf die Wahrnehmung der Marke auswirkt.
Street Fighter gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Kampfspielreihen und ist mit zahlreichen Spielen, Figuren und Wettbewerben fest in der Gaming-Kultur verankert.
Wird Street Fighter doch noch zum Kinoerfolg?
Der erste Vergleich zwischen Kritikerbewertungen und Zuschauerzahlen zeigt vor allem, dass sich beide Entwicklungen nicht zwangsläufig gegenseitig beeinflussen müssen.
Trotz überwiegend durchwachsener Rezensionen hat Street Fighter einen soliden internationalen Kinostart geschafft.
Ein endgültiges Urteil über den wirtschaftlichen Erfolg wäre allerdings verfrüht. Dafür fehlen weitere Kinowochen, die Entwicklung der Einnahmen und ein vollständiger Überblick über die Vermarktungskosten.
Die nächsten Wochen werden deshalb entscheidend sein.
Sollte der Film sein Publikum halten können, könnte die Videospielverfilmung trotz ihres schwierigen Starts bei den Kritikern wirtschaftlich erfolgreich werden. Fallen die Einnahmen schnell ab, dürfte das Ergebnis dagegen deutlich nüchterner ausfallen.
Vorerst steht fest, dass Street Fighter mit mehr als 50 Millionen Dollar am ersten Wochenende stärker ins Kino gestartet ist, als die ernüchternden Rezensionen möglicherweise erwarten ließen.
Lass uns deine Meinung in den Kommentaren wissen.







