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GTA 6 sollte nie wieder so entstehen wie Red Dead Redemption 2 und Rockstar erklärt warum

Die Entwicklung von Red Dead Redemption 2 gilt bis heute als eines der aufwendigsten Projekte der Videospielgeschichte. Doch hinter dem gefeierten Western-Abenteuer steckte offenbar eine Arbeitsbelastung, die selbst Rockstar Games nicht noch einmal erleben wollte. In einem aktuellen Gespräch mit Bloomberg erklärt Publishing-Chefin Jennifer Kolbe, dass die damaligen Erfahrungen zu einem grundlegenden Umdenken geführt hätten. Bei GTA 6 sollte vieles anders laufen.

Die Aussagen kommen nur wenige Wochen vor der geplanten Veröffentlichung des neuen Grand Theft Auto und liefern einen interessanten Einblick in die Veränderungen bei Rockstar. Denn während GTA 6 noch deutlich größer und technisch anspruchsvoller als frühere Produktionen werden soll, möchte das Studio zugleich die extreme Überstundenkultur vergangener Jahre hinter sich lassen.

Red Dead Redemption 2 wurde für Rockstar zum Wendepunkt

Als Red Dead Redemption 2 im Oktober 2018 erschien, wurde das Spiel insbesondere für seine außergewöhnlich detaillierte Welt, die Animationen und seine umfangreiche Geschichte gelobt.

Gleichzeitig rückten die Arbeitsbedingungen während der Entwicklung in den Mittelpunkt.

Berichte über intensive Überstunden, hohen Zeitdruck und sogenannte Crunch-Phasen lösten damals eine größere Diskussion aus.

Der Begriff Crunch beschreibt Phasen, in denen Entwickler über längere Zeit besonders viele Überstunden leisten, um ein Projekt rechtzeitig fertigzustellen.

Gerade bei großen Videospielen kann daraus eine erhebliche Belastung für die Beschäftigten entstehen.

Nach Angaben von Jennifer Kolbe wurde das Ende der Produktion von Red Dead Redemption 2 zu einem entscheidenden Moment für Rockstar.

Das Unternehmen habe damals erkannt, dass man das nächste große Projekt nicht wieder auf dieselbe Weise entwickeln wollte.

Damit war die Arbeit an GTA 6 von Anfang an auch mit dem Anspruch verbunden, interne Prozesse zu verändern.

Rockstar räumt ein, dass nicht alles perfekt läuft

Besonders interessant ist, dass Kolbe die Veränderungen nicht als vollständige Erfolgsgeschichte darstellt.

Sie erklärt, dass sich die Situation gegenüber Red Dead Redemption 2 verbessert habe.

Gleichzeitig räumt sie ein, dass weiterhin einzelne Mitarbeiter von besonders hoher Arbeitsbelastung berichten könnten.

Rockstar behauptet damit nicht, dass es während der Entwicklung von GTA 6 überhaupt keine schwierigen Phasen gegeben habe.

Vielmehr beschreibt Kolbe den Versuch, den Umfang solcher Belastungen zu reduzieren und die Produktion anders zu organisieren.

Ob diese Maßnahmen tatsächlich für sämtliche Teams gleichermaßen erfolgreich waren, lässt sich anhand ihrer Aussagen nicht unabhängig beurteilen.

Der Bericht macht aber deutlich, dass sich Rockstar mit der Kritik an den früheren Arbeitsbedingungen auseinandergesetzt hat.

GTA 6 wurde gleichzeitig immer größer

Die Herausforderung für das Entwicklerstudio bestand darin, die Arbeitsabläufe zu verbessern, während der technische Aufwand weiter stieg.

GTA 6 soll die bisher größte und detaillierteste offene Welt der Reihe bieten.

Neben den beiden Hauptfiguren Jason und Lucia stehen besonders die lebendigen Straßen von Vice City und die zahlreichen Interaktionen innerhalb der Spielwelt im Mittelpunkt.

Rockstar investiert erheblichen Aufwand in Animationen, Dialoge und das Verhalten der Bewohner.

So berichten beteiligte Entwickler davon, dass eigene Teams ausschließlich an den Hintergrundgesprächen der NPCs arbeiten.

Diese Unterhaltungen sollen dazu beitragen, dass sich Leonida wie eine glaubwürdige Welt anfühlt.

Dabei geht es nicht nur um Gespräche, die Spieler unmittelbar mitverfolgen.

Auch beiläufige Dialoge beim Vorbeilaufen durch eine belebte Straße werden bewusst gestaltet.

Wie umfangreich diese Arbeit tatsächlich ausfällt, zeigt sich daran, dass selbst kleine Gesprächsfetzen als wichtiger Bestandteil der Atmosphäre betrachtet werden.

Für die Welt von GTA 6 gibt es keine einfachen Abkürzungen

Rockstars Open-World-Autor James Horton betont im Zusammenhang mit der neuen Bloomberg-Recherche, dass die Gestaltung einer glaubwürdigen Spielwelt nicht einfach durch oberflächliche Details ersetzt werden könne.

Jeder Abschnitt müsse auch dann überzeugen, wenn Spieler genauer hinschauen.

Dazu gehört beispielsweise, dass Passanten nicht nur auf den ersten Blick natürlich wirken, sondern auch bei näherer Beobachtung glaubwürdige Gespräche führen.

Das erklärt zumindest teilweise, warum die Produktion eines solchen Spiels außergewöhnlich zeitaufwendig ist.

Für Rockstar entsteht daraus ein schwieriger Balanceakt.

Einerseits sollen technische und kreative Ansprüche möglichst hoch bleiben.

Andererseits darf die Belastung der Beschäftigten nicht wieder ähnliche Ausmaße annehmen wie bei früheren Projekten.

Eine größere Belegschaft allein löst dieses Problem nicht automatisch.

Komplexe Entwicklungsprozesse müssen schließlich koordiniert werden, und zusätzliche Mitarbeiter benötigen ebenfalls Zeit für Abstimmungen und Zusammenarbeit.

Die Entwicklung von GTA 6 veränderte Rockstar grundlegend

Wie tiefgreifend der Umbau tatsächlich war, zeigt die neue Bloomberg-Recherche von Jason Schreier.

Rockstar ist seit der Veröffentlichung von Red Dead Redemption 2 erheblich gewachsen.

Gleichzeitig wurden ursprüngliche Ideen für GTA 6 verändert und die geplante Spielwelt stärker auf Vice City und den Bundesstaat Leonida konzentriert.

Die schwierige Entwicklung und das frühere Project-Americas-Konzept haben wir bereits in unserer Berichterstattung zu den gestrichenen GTA 6 Inhalten aufgegriffen.

Der aktuelle Bericht ergänzt diesen Hintergrund nun um die Erfahrungen der Beschäftigten.

Dadurch wird deutlich, dass die lange Entwicklung nicht ausschließlich eine Frage der Technik oder der Kartengröße war.

Auch die internen Strukturen mussten sich an die Anforderungen einer immer komplexeren Produktion anpassen.

Bedeutet das weniger Überstunden bei zukünftigen Spielen?

Ob Rockstar seine neue Arbeitsweise langfristig beibehält, wird sich erst bei weiteren Produktionen zeigen.

Die Verantwortlichen betonen zwar, dass die Entwicklung von GTA 6 bewusster organisiert wurde.

Eine Garantie dafür, dass kommende Projekte vollständig ohne besonders intensive Arbeitsphasen entstehen, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Auch die weiterhin umstrittene Anwesenheitspflicht im Büro und Auseinandersetzungen mit Beschäftigten zeigen, dass die Arbeitsbedingungen bei Rockstar nicht frei von Konflikten sind.

Dennoch sind die aktuellen Aussagen bemerkenswert.

Eines der bekanntesten Entwicklerstudios der Welt räumt öffentlich ein, dass die Produktionsweise eines seiner erfolgreichsten Spiele nicht als Vorbild für die Zukunft dienen sollte.

GTA 6 könnte auch hinter den Kulissen neue Maßstäbe setzen

Spieler werden GTA 6 nach seiner Veröffentlichung vor allem anhand seiner Grafik, Geschichte und spielerischen Möglichkeiten bewerten.

Für Rockstar selbst könnte der Titel jedoch aus einem anderen Grund besonders wichtig sein.

Die Entwicklung musste zeigen, ob sich ein außergewöhnlich ambitioniertes Videospiel produzieren lässt, ohne die extremen Arbeitsbedingungen früherer Projekte einfach zu wiederholen.

Jennifer Kolbe sieht dabei Fortschritte, verschweigt aber nicht, dass weiterhin Herausforderungen bestehen.

GTA 6 soll am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S erscheinen.

Ob der neue Ansatz tatsächlich nachhaltig funktioniert, dürfte auch davon abhängen, wie Rockstar die Erfahrungen aus dieser Produktion bei seinen kommenden Spielen nutzt.

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