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Ghost of Yōtei läuft erstmals auf einem PS5 Emulator für PC doch es gibt einen gewaltigen Haken

Die Emulation der PlayStation 5 macht weitere Fortschritte. Entwickler haben es geschafft, Ghost of Yōtei auf einem PC über den experimentellen Emulator SharpEmu zu starten und erstmals tatsächliche Spielszenen darzustellen. In veröffentlichten Videos ist Hauptfigur Atsu zu sehen, die sich bereits durch die Spielwelt bewegen lässt. Allerdings hat der technische Durchbruch einen erheblichen Haken: Die Leistung ist momentan so gering, dass von einem normal spielbaren Erlebnis noch keine Rede sein kann.

Die ersten Tests erreichen teilweise nur ein bis zwei Bilder pro Sekunde. Hinzu kommen zahlreiche Grafikfehler, unvollständige Effekte und Probleme bei der Darstellung der Spielwelt. Trotzdem ist der Fortschritt bemerkenswert, denn noch vor kurzer Zeit kam das Spiel im Emulator kaum über den Startvorgang hinaus.

Ghost of Yōtei erreicht erstmals echtes Gameplay auf dem PC

Hinter dem aktuellen Fortschritt steht unter anderem der Entwickler Foued, der auf der Plattform X unter dem Namen foufouadi_ über seine Arbeit berichtet.

Er verwendet eine modifizierte Version des PlayStation-5-Emulators SharpEmu, um Ghost of Yōtei auf dem PC auszuführen.

In einer veröffentlichten Demonstration ist zu sehen, wie das Spiel sein Hauptmenü lädt und anschließend eine dreidimensionale Umgebung darstellt.

Auch Hauptfigur Atsu erscheint im Bild und lässt sich bereits bewegen.

Damit wurde eine wichtige technische Hürde überwunden.

Ein Emulator, der lediglich das Startmenü eines Spiels darstellen kann, muss noch zahlreiche weitere Funktionen unterstützen, bevor tatsächliches Gameplay möglich wird.

Dazu gehören beispielsweise die Verarbeitung von Grafikbefehlen, die Simulation bestimmter Systemfunktionen und das Laden der benötigten Spieldaten.

Dass Ghost of Yōtei inzwischen über das Hauptmenü hinauskommt, zeigt deshalb, dass SharpEmu bei der Umsetzung dieser Funktionen Fortschritte gemacht hat.

Allerdings bedeutet der sogenannte Ingame-Status nicht automatisch, dass ein Spiel bereits vollständig oder auch nur zuverlässig spielbar ist.

Nur ein bis zwei FPS zeigen die aktuellen Grenzen

Der größte Schwachpunkt ist momentan die Leistung.

Während Ghost of Yōtei auf der PlayStation 5 für flüssige Bewegungen optimiert wurde, läuft die experimentelle PC-Umsetzung in frühen Tests mit teilweise nur ein bis zwei Bildern pro Sekunde.

Zum Vergleich: Bei 30 FPS wird ungefähr alle 33 Millisekunden ein neues Bild dargestellt. Bei zwei FPS dauert es dagegen etwa eine halbe Sekunde, bis das nächste Bild erscheint.

Dadurch wirken selbst einfache Bewegungen extrem langsam und abgehackt.

Der Entwickler hat deshalb ausdrücklich darauf hingewiesen, dass seine veröffentlichten Videos beschleunigt wurden.

Die gezeigten Szenen entsprechen also nicht der tatsächlichen Spielgeschwindigkeit.

Wer die Aufnahmen betrachtet, könnte andernfalls den Eindruck bekommen, Ghost of Yōtei laufe bereits wesentlich besser, als es momentan der Fall ist.

Eine andere Demonstration zeigt offenbar einen Bosskampf gegen The Snake.

Dabei wurde eine Bildrate von ungefähr 10,9 FPS dokumentiert, obwohl ein leistungsstarker PC mit einer GeForce RTX 4090 und einem AMD Ryzen 7 7800X3D zum Einsatz kam.

Die Messwerte stammen allerdings aus unterschiedlichen Tests und Entwicklungsständen und sind deshalb nicht direkt miteinander vergleichbar.

Gemeinsam zeigen sie vor allem eines: Bis zu einer flüssigen Ausführung des Spiels ist noch erhebliche Entwicklungsarbeit notwendig.

Entwickler verbessern die Grafik bereits deutlich

Neben der geringen Leistung gehören Darstellungsfehler zu den größten Schwierigkeiten.

Frühere Aufnahmen zeigten fehlerhafte Oberflächen, unvollständige Texturen und zahlreiche Probleme bei der Berechnung dreidimensionaler Objekte.

Einige Bildbereiche wurden nicht korrekt dargestellt, während andere Elemente ungewöhnliche Formen oder Farben annahmen.

Inzwischen hat Foued nach eigenen Angaben einen besonders hartnäckigen Grafikfehler behoben.

Nach längerer Arbeit veröffentlichte er am 11. Oktober neue Aufnahmen, auf denen die Darstellung bereits deutlich vollständiger wirkt.

Die Spielfigur und verschiedene Bestandteile der Umgebung sind besser zu erkennen als in den ersten Demonstrationen.

Allerdings bestehen weiterhin Probleme mit Effekten, Audio und der allgemeinen Stabilität.

Der Entwickler erklärte ausdrücklich, dass er sich zunächst auf eine möglichst korrekte Darstellung konzentrieren möchte.

Erst danach soll die Leistung optimiert werden.

Dieser Ansatz ist bei der Entwicklung von Emulatoren nicht ungewöhnlich.

Solange bestimmte Grafikfunktionen fehlerhaft umgesetzt werden, lässt sich die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Spiels nur eingeschränkt beurteilen.

Was ist SharpEmu überhaupt?

SharpEmu ist ein experimenteller PlayStation-5-Emulator für PC-Systeme.

Die Software wird als Open-Source-Projekt entwickelt und ist unter anderem für Windows, Linux und macOS vorgesehen.

Technisch basiert das Projekt auf der Programmiersprache C# und verwendet Vulkan für die Grafikausgabe.

Ziel ist es, zentrale Funktionen der PlayStation-5-Systemumgebung auf einem normalen Computer nachzubilden.

Anders als bei einer direkten PC-Portierung werden Spiele dabei nicht speziell für Windows oder andere Desktop-Betriebssysteme neu entwickelt.

Stattdessen versucht der Emulator, die benötigten Funktionen der ursprünglichen Konsole bereitzustellen.

Das ist besonders anspruchsvoll, weil Spiele auf zahlreiche technische Eigenschaften der PS5 zugreifen.

Dazu gehören neben Grafik- und Speicherfunktionen auch Bestandteile des Betriebssystems sowie verschiedene Schnittstellen zur Hardware.

SharpEmu befindet sich deshalb noch in einer frühen Entwicklungsphase.

Auf der offiziellen Projektseite werden Spiele nach unterschiedlichen Kompatibilitätsstufen eingeordnet.

Dabei wird unter anderem zwischen Titeln unterschieden, die lediglich starten, das Hauptmenü erreichen, tatsächliches Gameplay darstellen oder bereits weitgehend spielbar sind.

Gerade bei technisch anspruchsvollen Produktionen wie Ghost of Yōtei bleiben die Herausforderungen besonders groß.

Andere PS5 Spiele machen ebenfalls Fortschritte

Ghost of Yōtei ist nicht das einzige große PlayStation-Spiel, mit dem die Emulator-Community derzeit experimentiert.

Auch Marvel’s Wolverine wurde zuletzt in ersten Tests über einen anderen PS5-Emulator gestartet.

Dort gelang es ebenfalls, über die anfänglichen Menüs hinauszukommen und Spielgrafik darzustellen.

Die Ergebnisse befinden sich allerdings ebenfalls in einem frühen Entwicklungsstadium.

Bei anderen, technisch weniger anspruchsvollen Spielen sind verschiedene Emulatoren bereits deutlich weiter.

Das zeigt, wie unterschiedlich die Anforderungen einzelner Titel ausfallen können.

Ein Spiel, das vergleichsweise wenige Systemfunktionen benötigt, kann unter Umständen bereits funktionieren, während ein grafisch aufwendiger Blockbuster weiterhin erhebliche Probleme verursacht.

Hinzu kommt, dass verschiedene Emulatorprojekte unterschiedliche Ansätze verfolgen.

Fortschritte bei SharpEmu lassen sich deshalb nicht automatisch auf andere Programme übertragen.

Ebenso wenig bedeutet die erfolgreiche Darstellung eines Spiels, dass unmittelbar eine vollständig nutzbare PC-Version bevorsteht.

PS5 Emulation ist nicht dasselbe wie eine offizielle PC Version

Die aktuelle Entwicklung fällt in eine Zeit, in der immer wieder über die Zukunft von Sonys PC-Veröffentlichungen diskutiert wird.

Ghost of Yōtei wurde ursprünglich am 2. Oktober 2025 für PlayStation 5 veröffentlicht.

Eine offizielle PC-Version hat Sony bislang nicht angekündigt.

Der experimentelle Start über SharpEmu ändert daran nichts.

Ein Emulator ist keine von Sucker Punch entwickelte Portierung und besitzt auch nicht zwangsläufig sämtliche Funktionen des Originals.

Selbst bei einer später deutlich besseren Emulation könnten weiterhin Probleme mit Grafikeffekten, Eingabegeräten, Speicherständen oder der Stabilität auftreten.

Auch der Hardwarebedarf ist derzeit nicht zuverlässig abzuschätzen.

Dass einzelne Tests selbst auf sehr leistungsstarken PCs nur niedrige Bildraten erreichen, zeigt vor allem den unfertigen Zustand der Software.

Daraus lässt sich nicht ableiten, welche Leistung bei einer ausgereifteren Emulator-Version möglich wäre.

Auch auf der PS5 entwickelt sich Ghost of Yōtei weiter

Während die Homebrew-Szene an einer PC-Emulation arbeitet, erhält die reguläre PlayStation-Version weiterhin technische Verbesserungen.

Erst am 9. Oktober veröffentlichte Sucker Punch ein neues Update auf Version 2.007.

Der Patch behebt mehrere Probleme, darunter Fehler bei Missionen und Schwierigkeiten mit dem Spielfortschritt.

In unserem Artikel Ghost of Yōtei Update 2.007 behebt nervige PS5 Fehler haben wir die wichtigsten Änderungen zusammengefasst.

Bereits Anfang Oktober hatte das Spiel außerdem zusätzliche Inhalte und neue Grafikfunktionen erhalten.

Dazu gehört Sonys neue Upscaling-Technologie QSSR, die auch auf der normalen PlayStation 5 eingesetzt wird.

Über die Einführung hatten wir in unserem Artikel PS5 bekommt jetzt KI Upscaling mit neuer QSSR Technik berichtet.

Die offiziellen Verbesserungen zeigen, wie viel technische Arbeit in einem modernen PS5-Spiel steckt.

Für Emulatorentwickler bedeutet das gleichzeitig, dass nicht nur die ursprüngliche Spielversion, sondern unter Umständen auch spätere Aktualisierungen zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen können.

Warum der technische Durchbruch trotzdem wichtig ist

Auch wenn Ghost of Yōtei momentan auf dem PC kaum spielbar ist, bleibt die Entwicklung aus technischer Sicht interessant.

Noch vor wenigen Wochen scheiterte das Spiel in SharpEmu bereits beim Start oder zeigte lediglich einen schwarzen Bildschirm.

Nun gelingt es, dreidimensionale Spielumgebungen zu laden und grundlegende Aktionen mit der Hauptfigur auszuführen.

Die Entwickler können dadurch weitere Fehler identifizieren und gezielt an den fehlenden Funktionen arbeiten.

Dass innerhalb weniger Tage sichtbar verbesserte Grafikergebnisse entstanden sind, verdeutlicht den derzeitigen Fortschritt.

Eine Prognose für die vollständige Spielbarkeit lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.

Gerade aufwendige Titel können auch nach dem Erreichen erster Spielszenen über längere Zeit unvollständig bleiben.

Entscheidend sind künftig vor allem die Korrektur der Grafikfehler, eine stabile Ausführung und die Verbesserung der Bildrate.

Für PlayStation-Spieler ändert sich zunächst nichts: Wer Ghost of Yōtei ohne größere technische Einschränkungen erleben möchte, ist weiterhin auf die offizielle PS5-Version angewiesen.

Der Versuch mit SharpEmu zeigt aber, dass sich die Emulation moderner Konsolen weiterentwickelt und selbst technisch anspruchsvolle Spiele inzwischen erste Fortschritte machen.

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