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Razer Wolverine V4 Pro setzt auf neue Stick Technik statt TMR

Razer hat mit dem Wolverine V4 Pro einen neuen Premium-Controller für Xbox Series X|S und PC vorgestellt. Die interessanteste Neuerung steckt in den Analogsticks: Statt der inzwischen verbreiteten Hall-Effect- oder TMR-Technologie verwendet Razer erstmals kapazitive Sensoren. Diese sollen besonders präzise, energieeffizient und weiterhin gegen klassischen Stick Drift geschützt sein.

Für PlayStation 5 erscheint der Wolverine V4 Pro allerdings nicht. PS5-Spieler müssen weiterhin auf den Razer Raiju V3 Pro oder Alternativen anderer Hersteller ausweichen. Technisch könnte der neue Controller dennoch einen Ausblick darauf geben, welche Stick-Technologie künftig auch bei weiteren Modellen zum Einsatz kommt.

Kapazitive Sensoren ersetzen TMR Sticks

TMR gilt bei modernen Premium-Controllern momentan als eine der fortschrittlichsten Lösungen für Analogsticks. Die Technik arbeitet magnetisch und soll höhere Präzision mit geringerem Energieverbrauch sowie einer langen Lebensdauer verbinden.

Beim Wolverine V4 Pro entscheidet sich Razer bewusst für einen anderen Weg. Die neu entwickelten kapazitiven Sensoren sollen eine noch höhere Auflösung bieten und weniger Energie benötigen als TMR- und Hall-Effect-Lösungen.

Nach Angaben des Herstellers bleibt der Controller gleichzeitig gegen Stick Drift geschützt. Die Position der Sticks wird berührungslos erfasst, weshalb die bei klassischen Potentiometern auftretende mechanische Abnutzung reduziert werden soll.

Unabhängige Langzeittests liegen zur neuen Technik bislang allerdings noch nicht vor. Ob kapazitive Sticks in der Praxis tatsächlich präziser arbeiten und langfristig ebenso zuverlässig bleiben, muss sich daher erst zeigen.

Magnetische Bauteile sorgen für ungewöhnliche Entscheidung

Hinter dem Wechsel steckt offenbar nicht nur die Suche nach einer höheren Genauigkeit. Der Wolverine V4 Pro verwendet austauschbare magnetische Komponenten. Diese könnten die ebenfalls magnetisch arbeitenden TMR-Sensoren beeinflussen und damit zu Problemen bei der Erfassung führen.

Kapazitive Sensoren erlauben Razer dagegen, die magnetischen Austauschmöglichkeiten beizubehalten, ohne die Positionserkennung der Analogsticks auf dieselbe Weise zu stören.

Zum Lieferumfang gehören unterschiedlich geformte Stickkappen, ein Anschlusskabel und ein kabelloser USB-Empfänger. Die vier rückseitigen Tasten können außerdem entfernt und durch magnetische Abdeckungen ersetzt werden, wenn sie nicht benötigt werden.

Damit lässt sich der Controller etwas stärker an den eigenen Spielstil anpassen. Ein Transportetui ist im Gegensatz zum Vorgänger jedoch nicht mehr enthalten.

Bis zu 8000 Hertz am PC

Bei der Polling-Rate unterscheidet Razer zwischen Xbox und PC. An einer Xbox-Konsole arbeitet der Wolverine V4 Pro mit den üblichen 250 Hertz. Wird der Controller mit einem PC verbunden, kann die Abfragerate dagegen auf bis zu 8000 Hertz erhöht werden.

Eine höhere Polling-Rate verkürzt theoretisch die Zeit zwischen einer Eingabe und ihrer Übermittlung an das Spiel. Der Unterschied dürfte vor allem für kompetitive Spieler mit sehr hohen Bildraten interessant sein. Im normalen Konsolenbetrieb bleibt dieser Vorteil aufgrund der Beschränkung auf 250 Hertz aus.

Der Vorgänger war zwar ebenfalls in einer speziellen 8000-Hertz-Ausführung erhältlich, diese Version verzichtete jedoch auf die Xbox-Lizenz. Beim neuen Modell kombiniert Razer erstmals die Unterstützung für Xbox mit dem schnelleren PC-Modus.

Sechs zusätzliche Tasten und kurze Trigger

Zur weiteren Ausstattung gehören vier rückseitige Tasten und zwei zusätzliche Schulterbuttons. Alle sechs Eingaben lassen sich frei belegen, sodass wichtige Aktionen ausgeführt werden können, ohne die Daumen von den Analogsticks nehmen zu müssen.

Razer verbaut erneut deutlich klickende Mikroschalter, die technisch von den hauseigenen E-Sport-Mäusen abgeleitet wurden. Beim neuen Modell soll die Auslösung etwas komfortabler ausfallen als beim Wolverine V3 Pro.

Die Trigger besitzen weiterhin mechanische Stopps. Spieler können dadurch zwischen dem vollständigen analogen Weg und einer kurzen, mausklickähnlichen Auslösung wechseln. Der kurze Modus eignet sich vor allem für Shooter, während der analoge Weg beispielsweise in Rennspielen eine feinere Steuerung von Gas und Bremse ermöglicht.

Über Razer Synapse lassen sich Tastenbelegung, Stick-Einstellungen und weitere Funktionen verändern. Vier Profile können direkt auf dem Controller gespeichert und anschließend ohne erneute Konfiguration verwendet werden.

Auch die Vorderseite ist magnetisch befestigt. Damit schafft Razer grundsätzlich die Möglichkeit, später zusätzliche Farben oder Designs anzubieten. Konkrete alternative Frontplatten wurden bislang jedoch nicht angekündigt.

Gleicher Preis aber weniger Zubehör

Der Razer Wolverine V4 Pro soll in den USA 199,99 Dollar und in Großbritannien 199,99 Pfund kosten. Einen bestätigten Preis für Deutschland nennt der bisherige Bericht noch nicht.

Damit bleibt der Preis auf dem Niveau des Vorgängers, obwohl Razer das bisher enthaltene Transportetui aus dem Lieferumfang entfernt. Als Begründung sollen Produktverantwortliche erklärt haben, dass nur wenige Käufer ihren Controller regelmäßig mitnehmen würden.

Gerade bei einem hochpreisigen Modell mit austauschbaren Komponenten dürfte diese Entscheidung dennoch nicht jeden überzeugen. Das Etui konnte schließlich nicht nur für Reisen, sondern ebenso zur geschützten Aufbewahrung des Controllers und der Zubehörteile genutzt werden.

PS5 Spieler bleiben beim Raiju

Der Wolverine V4 Pro ist offiziell für Xbox und PC vorgesehen. Eine Kompatibilität mit der PlayStation 5 besteht nicht. Razer führt für Sonys Konsole weiterhin eine eigene Controller-Reihe.

Der Razer Raiju V3 Pro für PS5 verwendet TMR-Sticks, sechs zusätzliche Tasten und umschaltbare HyperTrigger. In unserem ausführlichen Test des Raiju V3 Pro konnte der Premium-Controller bereits zeigen, wie sich Razers Konzept auf der PS5 schlägt.

Auch andere Hersteller setzen bei neuen PlayStation-Modellen inzwischen auf TMR. Der kürzlich vorgestellte NACON Revolution 5 Unlimited kombiniert die Technik beispielsweise mit einem integrierten Display und einer Ladestation.

Umso interessanter wird die Frage, ob Razer seine neuen kapazitiven Sensoren später auch in einen Nachfolger des Raiju integriert. Bestätigt ist ein entsprechendes PS5-Modell derzeit nicht.

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