Die Zukunft von Halo könnte deutlich radikaler ausfallen als bislang angenommen. Nachdem Microsoft die Verantwortung für den nächsten großen Serienteil offiziell an Activision übertragen hat, soll dort laut einem neuen Insiderbericht sogar ein vollständiger Neustart der Reihe diskutiert werden. Im Mittelpunkt könnte eine neue Ursprungsgeschichte von Master Chief stehen. Auch Sledgehammer Games, das Studio hinter Call of Duty Modern Warfare 3, soll bereits an frühen Konzepten und Prototypen gearbeitet haben.
Offiziell bestätigt ist davon bislang nur ein Teil: Activision entwickelt tatsächlich das nächste große Halo. Microsoft spricht von einem eigens zusammengestellten Team, das unabhängig von den laufenden Call-of-Duty-Produktionen arbeiten soll. Ein Reboot, die Beteiligung von Sledgehammer Games und eine mögliche Geschichte über die Anfänge von Master Chief wurden dagegen noch nicht angekündigt.
Activision plante angeblich zunächst zwei Halo Spiele
Die neuen Informationen stammen vom Halo-Insider und YouTuber Rebs Gaming. Nach Angaben seiner Quelle habe Activision ursprünglich zwei getrennte Projekte für die Reihe vorgeschlagen.
Eines davon sollte ein kostenlos spielbarer Multiplayer werden. Parallel dazu sei eine eigenständige Kampagne geplant gewesen. Sledgehammer Games soll für beide Projekte grundlegende Spielmechaniken konzipiert und in Form früher Prototypen umgesetzt haben.
Die Arbeiten hätten sich unter anderem mit der Bewegung der Spielfigur beschäftigt. Für die Prototypen soll dabei die technische Grundlage von Call of Duty beziehungsweise die Infinity-Ward-Engine verwendet worden sein.
Diese ursprüngliche Aufteilung wurde dem Bericht zufolge inzwischen wieder verworfen. Statt einer getrennten Kampagne und eines eigenständigen Free-to-Play-Multiplayers soll Activision nun ein vollständiges Halo-Paket entwickeln.
Damit würde der nächste Teil voraussichtlich wieder Kampagne und Mehrspielerbereich in einem gemeinsamen Spiel zusammenführen. Genauere Informationen zum Umfang oder zum Geschäftsmodell liegen derzeit allerdings nicht vor.
Aus einem sanften Neustart könnte ein kompletter Reboot werden
Für die zunächst geplante Einzelspielerkampagne soll Activision angeblich einen sogenannten Soft Reboot erwogen haben. Dieser hätte die Handlung von Halo Infinite nicht direkt fortgesetzt, ohne deshalb sämtliche Ereignisse der älteren Spiele aus dem Kanon zu entfernen.
Mittlerweile könnte das Unternehmen noch weiter gehen. Laut Rebs Gaming wird intern über einen vollständigen Neustart nachgedacht, der sich mit der Ursprungsgeschichte von Master Chief beschäftigt.

Auch der Insider betont, dass sich das Projekt in einer frühen Phase befindet und noch keine endgültige Entscheidung gefallen sein soll. Der mögliche Reboot ist daher keine beschlossene Ausrichtung, sondern eine von Activision offenbar geprüfte Idee.
Welche Rolle spielt Sledgehammer Games wirklich?
Sledgehammer Games entwickelte unter anderem Call of Duty Advanced Warfare, WWII, Vanguard und Modern Warfare 3. Das Studio besitzt entsprechend viel Erfahrung mit Ego-Shootern, schnellen Bewegungsabläufen und großen Onlineproduktionen.
Nach dem Bericht hat Sledgehammer bereits an Halo-Prototypen mitgewirkt. Ob das Studio auch die Leitung der eigentlichen Produktion übernimmt, ist jedoch nicht gesichert.
Microsoft erklärte bei der offiziellen Neuordnung lediglich, dass ein neues, speziell für Halo aufgebautes Activision-Team verantwortlich sein werde. Gleichzeitig wurde ausdrücklich betont, dass dieses Team von den laufenden Plänen für Call of Duty getrennt arbeitet.
Denkbar wäre deshalb auch, dass Entwickler aus unterschiedlichen Activision-Studios für das Projekt zusammengeführt werden. Neben Sledgehammer verfügt der Publisher mit Infinity Ward, Treyarch, Raven Software und weiteren Teams über umfangreiche Erfahrungen mit Kampagnen, Multiplayern und langfristig unterstützten Onlinespielen.
Unreal Engine 5 oder Technik aus Call of Duty
Eine weitere offene Frage betrifft die Engine. Halo Studios wechselte für die neue Generation der Reihe zur Unreal Engine 5. Auch Halo Campaign Evolved wurde mit der Technik von Epic Games umgesetzt.
Die angeblichen Sledgehammer-Prototypen sollen dagegen auf der Engine von Infinity Ward basiert haben, die Activision seit Jahren für Call of Duty weiterentwickelt. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, dass auch das endgültige Halo auf dieser technischen Grundlage entsteht.
Ein Wechsel könnte Activision den Zugriff auf erprobte Shooter-Systeme und bestehende Entwicklungswerkzeuge ermöglichen. Gleichzeitig müsste die Engine an die größeren Umgebungen, Fahrzeuge, Gegnergruppen und physikalischen Besonderheiten von Halo angepasst werden.
Die Unreal Engine 5 wäre dagegen bereits innerhalb der Reihe etabliert. Welche Technologie das neue Team verwendet, wurde bislang nicht bestätigt.
Activision übernimmt nach dem großen Xbox Umbau
Der Wechsel zu Activision ist Teil einer umfassenden Neuordnung der Xbox-Studios. Halo Studios, das frühere 343 Industries, wurde stark verkleinert. Ein verbleibendes Team soll die Community sowie bereits veröffentlichte Spiele wie Halo Infinite und Halo Campaign Evolved unterstützen.
Die Verantwortung für den nächsten Hauptteil liegt dagegen nicht mehr beim bisherigen Stammentwickler. Weitere Hintergründe findet ihr in unserem Bericht darüber, wie Halo Studios verkleinert wurde und Activision die Reihe übernahm.
Activision-Präsident Rob Kostich formulierte das Ziel ausgesprochen ambitioniert. Das neue Team solle das bislang beste Halo entwickeln und gleichzeitig respektieren, weshalb Spieler die Reihe ursprünglich mochten.
Ob ein vollständiger Reboot dafür der richtige Weg ist, dürfte innerhalb der Community kontrovers diskutiert werden. Einerseits könnte ein Neustart neuen Spielern den Einstieg erleichtern. Andererseits umfasst die Serie inzwischen eine lange Geschichte, deren offene Handlungsstränge bei einem Reboot möglicherweise unbeantwortet blieben.
Eine PS5 Version ist noch nicht bestätigt
Für PlayStation-Spieler ist die Entwicklung besonders interessant. Mit Halo Campaign Evolved erschien die Reihe 2026 erstmals offiziell auf der PS5. In unserem Test von Halo Campaign Evolved konnte die modernisierte Kampagne mit ihrem klassischen Shooter-Gameplay und der technischen Überarbeitung überzeugen.
Microsoft hat bislang allerdings keine Plattformen für das nächste Halo genannt. Eine Veröffentlichung auf PlayStation 5 oder einer späteren Sony-Konsole ist daher weder bestätigt noch ausgeschlossen.
Die aktuelle Multiplattformstrategie von Microsoft und das bereits erfolgte PlayStation-Debüt der Marke machen einen weiteren PS5-Ableger grundsätzlich denkbar. Solange Activision das neue Spiel nicht offiziell vorstellt, bleibt dies jedoch Spekulation.
Auch mit einer baldigen Veröffentlichung ist nicht zu rechnen. Das eigens zusammengestellte Team befindet sich offenbar noch im Aufbau, während zentrale Entscheidungen zu Handlung, Technik und Struktur möglicherweise weiterhin diskutiert werden.
Fest steht bislang nur, dass Activision die nächste Phase von Halo verantwortet. Ob daraus tatsächlich eine neue Ursprungsgeschichte von Master Chief unter Leitung ehemaliger Modern-Warfare-Entwickler entsteht, müssen weitere Ankündigungen zeigen.







