Eine neue PlayStation 5 kaufen, den vollen Preis bezahlen, eine ordentliche Rechnung erhalten und anschließend trotzdem ohne Sonys Herstellergarantie dastehen? Genau das berichtet derzeit ein PS5-Besitzer aus Indien. Der Grund ist nicht die Konsole selbst, sondern offenbar der Händler, über den sie verkauft wurde.
Der Spieler kaufte seine PS5 Slim über den Schnelllieferdienst Swiggy Instamart. Als er die Garantie anschließend bei Sony registrieren wollte, teilte ihm der Support mit, dass der auf der Rechnung genannte Verkäufer kein autorisierter Sony-Händler sei.
Besonders ärgerlich: Die Konsole selbst ist nach Angaben des Käufers neu, funktioniert problemlos und wurde zum regulären Preis verkauft.
PS5 Slim gekauft
Der Reddit-Nutzer gibt an, seine PlayStation 5 Slim mit 1 TB Speicher am 27. September 2026 über Swiggy Instamart gekauft zu haben.
Nach Angaben des Käufers entsprach das dem vollständigen Verkaufspreis ohne zusätzlichen Rabatt.
Die Lieferung erfolgte als sogenannte Open Box Delivery.
Der Käufer konnte die Konsole deshalb bei der Übergabe überprüfen. Verpackung und Gerät machten einen neuen Eindruck, die Seriennummern stimmten und auch die PS5 selbst funktioniert bislang ohne Probleme.
Auf der Rechnung wird als Verkäufer allerdings nicht Sony oder Swiggy selbst genannt, sondern PYD Retail Pvt Ltd beziehungsweise Avantika.
Genau das wurde anschließend zum Problem.
Sony wollte Rechnung Seriennummer und Garantiekarte sehen
Der Besitzer kontaktierte Sony, um die Garantie seiner neuen PS5 zu prüfen beziehungsweise registrieren zu lassen.
Nach seiner Darstellung verlangte der Support daraufhin mehrere Nachweise.
Dazu gehörten die Rechnung, ein Foto der Seriennummer der Konsole sowie die Garantiekarte.
Nach mehreren Tagen und weiterem Austausch erhielt er schließlich eine schriftliche Antwort.
Sony erklärte darin, dass Swiggy Instamart beziehungsweise der auf der Rechnung aufgeführte Händler PYD Retail Pvt. Ltd. nicht zu den autorisierten Sony-Händlern gehöre.
Deshalb könne die PS5 nicht für die Herstellergarantie registriert werden.
Sonys offizielle Regeln bestätigen diese Einschränkung
So ungewöhnlich die Situation zunächst klingt, die grundsätzliche Händlerregel findet sich tatsächlich auf Sonys offizieller indischer Webseite.
Sony India weist dort ausdrücklich darauf hin, dass die Herstellergarantie an den Kauf bei einem autorisierten Händler gekoppelt ist.
Produkte, die außerhalb dieses Händlernetzes gekauft werden, können demnach von verschiedenen Leistungen ausgeschlossen sein.
Sony nennt dabei ausdrücklich auch die einjährige Herstellergarantie.
Damit scheint die Antwort des Supports zumindest Sonys veröffentlichten Garantiebedingungen in Indien zu entsprechen.
Für Käufer bleibt allerdings ein erhebliches praktisches Problem: Sie müssen bereits vor dem Kauf wissen, welcher konkrete Verkäufer hinter einem Angebot steckt und ob dieser tatsächlich von Sony autorisiert wurde.
Swiggy verweist den Käufer zurück an Sony
Genau hier steckt der Nutzer momentan offenbar fest.
Nach seiner Darstellung kontaktierte er mehrfach den Support von Swiggy Instamart.
Dort habe er jedoch immer wieder die Empfehlung erhalten, sich wegen der Garantie direkt an den Hersteller zu wenden.
Sony wiederum verweist auf den nicht autorisierten Verkäufer.
Damit entsteht für den Käufer eine unangenehme Situation zwischen Plattform, Händler und Hersteller.
Er kritisiert insbesondere, dass beim Kauf nicht sichtbar darauf hingewiesen worden sei, dass die PS5 möglicherweise keine reguläre Sony-Herstellergarantie besitzt.
Die PS5 selbst ist bislang vollkommen in Ordnung
Wichtig ist allerdings auch: Es geht momentan nicht um einen Defekt.
Die gekaufte PlayStation 5 funktioniert laut Besitzer problemlos.
Es gibt derzeit also keinen konkreten Reparaturfall, den Sony abgelehnt hätte.
Der Streit dreht sich darum, ob die Konsole überhaupt unter Sonys einjährige Herstellergarantie fällt, falls während dieses Zeitraums ein Problem auftreten sollte.
Gerade bei einem Gerät dieser Preisklasse ist das für den Käufer verständlicherweise relevant.
Wie lange PlayStation-Konsolen erfahrungsgemäß durchhalten können, hatten wir bereits in einem anderen Artikel betrachtet:
Natürlich schützt eine grundsätzlich hohe Lebensdauer nicht davor, dass einzelne Geräte bereits früh einen Hardwaredefekt entwickeln können.
Käufer hat inzwischen eine Verbraucherbeschwerde eingereicht
Der PS5-Besitzer möchte die Situation deshalb offenbar nicht einfach hinnehmen.
Nach eigenen Angaben hat er inzwischen eine Beschwerde beim indischen National Consumer Helpline System eingereicht.
Zusätzlich erwägt er weitere rechtliche Schritte.
Wie diese Beschwerde ausgeht, ist momentan nicht bekannt.
Dabei sollte auch zwischen verschiedenen Dingen unterschieden werden.
Dass Sony eine freiwillige Herstellergarantie an bestimmte Bedingungen knüpft, bedeutet nicht automatisch, dass ein Käufer keinerlei Ansprüche gegenüber dem tatsächlichen Verkäufer oder der Verkaufsplattform besitzen kann.
Welche Ansprüche in diesem konkreten Fall bestehen, hängt allerdings vom indischen Verbraucherrecht und den jeweiligen Vertragsbedingungen ab.
Eine Entscheidung dazu gibt es derzeit nicht.
Nicht jeder Online Händler ist automatisch betroffen
Aus dem Fall sollte außerdem nicht geschlossen werden, dass PS5-Konsolen aus indischen Online-Shops grundsätzlich keine Garantie besitzen.
Sony veröffentlicht selbst eine Liste autorisierter Händler und Online-Partner.
Dazu gehören in Indien beispielsweise bestimmte Verkäufer auf Amazon und Flipkart sowie Händler wie Reliance Digital, Croma und Vijay Sales.
Entscheidend ist also offenbar nicht ausschließlich die Plattform, sondern der konkrete Händler beziehungsweise Verkäufer auf der Rechnung.
Auch andere Schnelllieferdienste wie Blinkit oder Zepto sollten deshalb nicht pauschal als nicht autorisiert bezeichnet werden, solange der jeweilige Verkäufer nicht überprüft wurde.
Schon andere Käufer waren wegen Swiggy verunsichert
Der Fall steht außerdem nicht vollständig allein.
Erst wenige Tage zuvor hatte ein anderer Nutzer berichtet, ebenfalls eine PS5 über Swiggy Instamart gekauft zu haben.
Dieser kontaktierte vorsorglich Sony und bekam nach eigener Aussage ebenfalls den Hinweis, dass Swiggy Instamart kein autorisierter Verkäufer sei.
Sony bat auch dort um Seriennummer und Rechnung, um den Fall genauer zu prüfen.
In einer weiteren aktuellen Community-Meldung hatte ein Käufer sogar eine defekte PS5 Disc Edition über Instamart erhalten. Dort ging es allerdings um einen separaten Streit bezüglich einer Rückgabe beziehungsweise eines Austauschs über den Händler.
Die Fälle zeigen zumindest, dass Käufer hochpreisiger Elektronik bei solchen Schnelllieferdiensten genauer auf den tatsächlichen Verkäufer achten sollten.
Für deutsche PS5 Käufer gelten andere Regeln
Die Situation lässt sich nicht einfach auf Deutschland oder andere europäische Länder übertragen.
Garantiebedingungen und gesetzliche Verbraucherrechte unterscheiden sich je nach Land.
Der aktuelle Fall betrifft ausdrücklich Sony India und einen Kauf über eine indische Plattform.
Auch die Bezeichnung Herstellergarantie ist wichtig: Sie ist nicht automatisch identisch mit gesetzlichen Ansprüchen gegenüber einem Händler.
Für den betroffenen PS5-Besitzer dürfte diese Unterscheidung momentan allerdings wenig beruhigend sein.
Er hat eine neue Konsole zum vollständigen Preis gekauft, eine Rechnung und eine Garantiekarte erhalten und erst anschließend erfahren, dass Sony den Verkäufer nicht als autorisierten Händler anerkennt.
Wie Sony, Swiggy oder der eigentliche Händler nach der Verbraucherbeschwerde reagieren, bleibt abzuwarten.
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