NewsSquare Enix reagiert auf Gerüchte und wird ungewöhnlich deutlich

Square Enix reagiert auf Gerüchte und wird ungewöhnlich deutlich

Square Enix hat auf aktuelle Spekulationen über einen möglichen Rückzug von der Börse reagiert. Nachdem das japanische Magazin Sentaku berichtet hatte, der Konzern könnte eine Privatisierung prüfen, veröffentlichte Square Enix selbst eine kurze Stellungnahme. Darin stellt das Unternehmen klar, dass derzeit intern keine Überlegungen laufen, Square Enix von der Börse zu nehmen.

Die Gerüchte hatten zuvor für Bewegung an der Börse gesorgt. Zeitweise legte die Aktie von Square Enix deutlich zu, nachdem Investoren auf einen möglichen Deal oder einen Einstieg größerer Geldgeber spekulierten.

Ein japanischer Bericht löste die Spekulationen aus

Ausgangspunkt war die September-Ausgabe des japanischen Monatsmagazins Sentaku.

Dort wurde über die Möglichkeit berichtet, dass Square Enix künftig nicht mehr als börsennotiertes Unternehmen geführt werden könnte. Im Raum stand damit ein sogenanntes Going Private, bei dem ein Unternehmen seine öffentlich gehandelten Aktien zurücknimmt beziehungsweise durch Investoren übernehmen lässt und anschließend die Börse verlässt.

Laut Berichten soll Sentaku außerdem Interesse ausländischer Investmentfonds thematisiert haben.

Das genügte offenbar, um am Markt entsprechende Erwartungen auszulösen.

Die Square-Enix-Aktie legte am 1. September zeitweise deutlich zu. Je nach Zeitpunkt der Betrachtung wurde von ungefähr sieben bis elf Prozent Kursplus berichtet.

Square Enix widerspricht dem Bericht direkt

Das Unternehmen ließ die Spekulationen nicht lange laufen.

In einer offiziellen Mitteilung von Square Enix Holdings heißt es, dass der Bericht nicht vom Unternehmen selbst stamme. Noch wichtiger ist der zweite Punkt: Innerhalb des Konzerns werde derzeit nicht darüber nachgedacht, Square Enix zu privatisieren.

Kingdom Hearts 4
Kingdom Hearts 4

Damit fällt die Reaktion ungewöhnlich eindeutig aus.

Square Enix spricht nicht lediglich davon, Gerüchte nicht kommentieren zu wollen, sondern stellt klar, dass entsprechende Überlegungen aktuell nicht stattfinden.

Eine geplante Privatisierung ist nach dem derzeitigen offiziellen Stand damit vom Tisch.

Von einer Sony Übernahme kann derzeit keine Rede sein

Gerade innerhalb der PlayStation-Community führt praktisch jedes größere Gerücht rund um Square Enix schnell zu Spekulationen über Sony.

Das ist angesichts der langen gemeinsamen Geschichte verständlich. Final Fantasy, Kingdom Hearts und weitere Square-Enix-Marken sind seit Jahrzehnten eng mit PlayStation verbunden.

Für eine bevorstehende Übernahme durch Sony gibt es im Zusammenhang mit der aktuellen Meldung allerdings keinen belastbaren Hinweis.

Die ursprüngliche Diskussion dreht sich um eine mögliche Privatisierung von Square Enix und nicht um einen konkret bestätigten Kaufinteressenten.

Auch Square Enix erwähnt Sony in seiner offiziellen Stellungnahme mit keinem Wort.

Entsprechend wäre es derzeit falsch, aus dem Börsengerücht automatisch eine mögliche Sony-Übernahme abzuleiten.

Ein Investor hält einen großen Anteil an Square Enix

Ein Hintergrund für die Spekulationen dürfte die derzeitige Aktionärsstruktur sein.

Der in Singapur ansässige Investor 3D Investment Partners hält mittlerweile einen erheblichen Anteil an Square Enix und hat öffentlich Veränderungen beim Unternehmen gefordert. Rund 18,5 Prozent der Aktien sollen sich inzwischen im Besitz des Investors befinden.

Solche Situationen können am Markt grundsätzlich Übernahmespekulationen oder Diskussionen über eine Privatisierung auslösen.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Square Enix selbst entsprechende Pläne verfolgt.

Genau diesen Punkt versucht das Unternehmen mit seiner aktuellen Stellungnahme offenbar klarzustellen.

Square Enix befindet sich ohnehin mitten im Umbau

Dass Investoren besonders aufmerksam auf die Zukunft des Publishers schauen, kommt nicht überraschend.

Square Enix verändert seine Geschäftsstrategie bereits seit längerer Zeit deutlich.

Das Unternehmen will sich stärker auf seine wichtigsten Marken konzentrieren, Entwicklungsprozesse effizienter gestalten und Spiele vermehrt auf mehreren Plattformen veröffentlichen.

Die frühere Strategie mit zahlreichen kleineren Projekten und teilweise exklusiven Veröffentlichungen wurde in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt zurückgefahren.

Im Mittelpunkt stehen künftig vor allem große Marken wie Final Fantasy, Dragon Quest und Kingdom Hearts.

Gleichzeitig versucht Square Enix, Kosten stärker zu kontrollieren und die Profitabilität seiner Spieleentwicklung zu erhöhen.

Große Projekte bestimmen die nächsten Jahre

Für Spieler dürfte deshalb weniger die Börsenstruktur interessant sein als die Frage, welche Spiele tatsächlich erscheinen.

Square Enix arbeitet derzeit an mehreren seiner wichtigsten Marken gleichzeitig.

Kingdom Hearts 4 soll 2027 erscheinen. Mit Final Fantasy 7 Revelation befindet sich außerdem der Abschluss der Remake-Trilogie in Entwicklung und bekommt bei der heutigen State of Play einen größeren Auftritt.

Hinzu kommen weitere Projekte wie Dragon Quest 12.

Damit besitzt Square Enix trotz seiner laufenden Umstrukturierung weiterhin einige der größten japanischen Gaming-Marken überhaupt.

Ein Eigentümerwechsel könnte entsprechend weitreichende Folgen für die Branche haben.

Nach der offiziellen Stellungnahme gibt es für ein solches Szenario derzeit allerdings keinen konkreten Anhaltspunkt.

Die Gerüchte haben Square Enix trotzdem unter Zugzwang gesetzt

Bemerkenswert ist vor allem, dass sich der Publisher überhaupt zu dem Bericht geäußert hat.

Unternehmen kommentieren Marktgerüchte normalerweise nur dann ausführlicher, wenn diese eine gewisse wirtschaftliche Relevanz entwickeln.

Der deutliche Kursanstieg dürfte dazu beigetragen haben, dass Square Enix schnell für Klarheit sorgen wollte.

Der derzeitige Stand ist damit relativ eindeutig: Square Enix bleibt börsennotiert und prüft aktuell keine Privatisierung.

Ob sich daran langfristig irgendwann etwas ändert, lässt sich natürlich nicht ausschließen. Für die derzeit kursierenden Spekulationen gibt es nach Aussage des Unternehmens jedoch keine Grundlage.

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