NewsPhysische Spiele sind deutlich teurer als gedacht und das erklärt den Digitaltrend

Physische Spiele sind deutlich teurer als gedacht und das erklärt den Digitaltrend

Der zunehmende Wechsel von physischen zu digitalen Spielen hat für Publisher nicht nur mit dem Kaufverhalten der Spieler zu tun. Auch die Kosten spielen offenbar eine größere Rolle als häufig angenommen. Ein neuer Bericht gibt nun einen interessanten Einblick darin, wie viel von einem klassischen Verkaufspreis allein für die physische Veröffentlichung eingeplant werden muss.

Demnach können die Kosten eines Disc-Spiels ungefähr 15 Prozent des Verkaufspreises ausmachen. Bei einem neuen AAA-Spiel für 70 US-Dollar wären das bereits etwas mehr als zehn Dollar – noch bevor weitere Ausgaben berücksichtigt werden.

Mehr als zehn Dollar für ein physisches Spiel

Wie Game File berichtet, entstehen bei einer physischen Veröffentlichung verschiedene Kosten, die bei einem rein digitalen Verkauf nicht in dieser Form anfallen.

Bei einem Spiel mit einem Verkaufspreis von 70 US-Dollar können demnach rund zehn Dollar beziehungsweise etwa 15 Prozent auf die physische Version entfallen.

Damit ist allerdings noch nicht die gesamte Rechnung abgedeckt. Zusätzlich können unter anderem Transport, Vertrieb und die Beteiligung des Einzelhandels Kosten verursachen.

Für große Publisher entsteht dadurch ein deutlicher finanzieller Unterschied zwischen einer Disc im Handel und einem Download über einen digitalen Store.

Digitale Verkäufe sind für Publisher attraktiver

Bei digitalen Versionen entfallen Produktion, Verpackung und der klassische Transport zum Händler. Besonders interessant wird das für Plattformbetreiber, wenn Spiele direkt über den eigenen Store verkauft werden.

Die Entwicklung erklärt zumindest teilweise, warum Unternehmen zunehmend auf digitale Veröffentlichungen setzen.

Hinzu kommt die allgemeine Entwicklung des Marktes. Der Anteil physisch verkaufter Spiele ist über viele Jahre zurückgegangen, während Downloads einen immer größeren Teil des Konsolengeschäfts ausmachen.

Bei PlayStation lag der digitale Anteil der verkauften Vollversionen zuletzt beispielsweise bereits deutlich über dem physischen Geschäft.

Warum Discs trotzdem nicht einfach verschwinden

Die reinen Verkaufszahlen erzählen allerdings nur einen Teil der Geschichte.

Physische Spiele ermöglichen den Weiterverkauf, können verliehen werden und sind für Sammler weiterhin interessant. Zudem sehen viele Spieler eine Disc als zusätzliche Möglichkeit, langfristig unabhängig von digitalen Stores auf ihre Spiele zugreifen zu können.

Genau deshalb sorgt die zunehmende Abkehr von physischen Veröffentlichungen weiterhin für Diskussionen.

Die wirtschaftliche Rechnung für Publisher sieht dagegen anders aus: Wenn digitale Verkäufe gleichzeitig stark wachsen und die zusätzlichen Kosten einer Disc entfallen, wird die digitale Distribution finanziell immer attraktiver.

Kosten dürften den Wandel weiter beschleunigen

Die genannten Zahlen zeigen, dass hinter dem Digitaltrend nicht ausschließlich eine technische Entwicklung steckt. Für Publisher können bei Millionen verkauften Exemplaren bereits wenige Dollar Unterschied pro Spiel erhebliche Auswirkungen haben.

Steigende Entwicklungskosten großer AAA-Produktionen verstärken diesen Druck zusätzlich. Dennoch bleibt die Frage, ob die wirtschaftlichen Vorteile für Unternehmen langfristig schwerer wiegen als die Wahlmöglichkeiten der Kunden.

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über die Zukunft physischer PlayStation-Spiele dürfte das Thema deshalb noch lange nicht beendet sein.

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