Ratchet & Clank: Rift Apart – So sollte sich Next-Gen anfühlen (Review)

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Die Action-Adventure-Reihe mit Lombax Ratchet und Roboter Clank hat schon zu PS2-Zeiten begonnen. Die Teile boten alle Schießereien mit abgefahrenen Waffen und Sprungpassagen.

Rift Apart möchte die Power der PS5 nutzen und das Spiel nun ohne eine Ladezeit präsentieren. Ob dies nun geklappt hat und der PS5 Exklusiv Titel überzeugen kann, soll unserer Review klären.

Entzweit

Ratchet und Clank lassen sich für ihre Taten aus dem Vorgänger feiern. Außerdem möchte Clank seinem besten Kumpel Ratchet für die vielen Abenteuer ein Geschenk überreichen. Gestört wird dieses Vorhaben jedoch von Dr. Nefarious, dem Erzfeind unseres Duos. Durch ein Missgeschick verursacht der Bösewicht ein Chaos im Universum, in dem er jede Menge Risse in Paralleluniversen öffnet. Die sogenannten Rifts eben. Beide Freunde werden dabei getrennt und nun liegt es an uns, die beiden wieder zu vereinen. Es ist zwar sinnvoll den direkten Vorgänger aus dem Jahr 2016 zu kennen, aber nicht unbedingt notwendig um die Geschichte von Rift Apart zu verstehen. Denn wir bekommen hier eine eigene und persönliche Geschichte erzählt, wie es Pixar nicht besser gemacht hätte. Außerdem werden einige neue Charaktere wie etwa Lombax Dame Rivet eingeführt, die ihre eigene interessante Sichtweise in das Ratchet & Clank Universum bringt. Dabei ist die Geschichte vielleicht nicht die tiefste und komplexeste, jedoch interessant und witzig genug um Jung und Alt zu Unterhalten. Denn Rift Apart ist trotz des Grafikstils nicht unbedingt ein Kinderspiel. Das wird vor allem auch in den grandiosen Umgebungen klar, die wirklich düster sein können. Trotzdem werden manche Szenen durch einen Witz aufgelockert, was herrlich zum allgemeinen Ton passt.

Nahtlos von Welt zu Welt

Wirklich beeindrucken ist der fließende Übergang zwischen Cutscenes und Gameplay. Denn dieser ist wirklich nicht merkbar. Man kommt sich fast wie in einem spielbaren Film vor. Sogar der Wechsel von Planeten wird mit filmischen Schnitten gelöst. Dabei können die Areale auch mal größer ausfallen, als zuvor angenommen. Im großen und ganzen ist Rift Apart aber ein eher lineares Spiel mit kleinen Abzweigungen. Wir treffen deswegen überall auf verschiedene Risse in den Welten, die wir öffnen können. Dahinter verbergen sich dann optionale kleine Welten, die meist mit Geschicklichkeitspassagen gespickt sind. Lösen wir diese erfolgreich, erhalten wir ein Rüstungsteil aus einem Set für unsere Charaktere. Diese geben uns permanente Boni und das sogar wenn diese nicht angelegt sind. Aber da die Rüstungen auch wirklich schick aussehen, trägt man diese gerne wenn man einen Favoriten gefunden hat. Daneben lassen sich auch eine gewisse Anzahl an Goldbolts sammeln wie schon im Vorgänger, sowie Infobots. Beide Items geben uns weitere Bonuseinstellungen wie einen Fotomodus oder verschiedene Filter. Die Infobots sogar eine komplett neue Waffe, wenn wir alle gefunden haben. Letzteres Item erhalten wir oft durch das erfüllen von Nebenquests, die es auf jedem Planeten zu erledigen gibt. Da es hier aber nie in Arbeit ausartet, macht man die Quests wirklich gerne. Das ist auch die große Stärke von Ratchet & Clank Rift Apart. Die einzelnen Spielabschnitte sind so gut dosiert, dass diese nie nervig werden und uns so sehr viel Abwechslung geboten wird. Neben dem Schießen und Springe, müssen wir sogar kleine Rätsel mit Clank lösen. Es wird einfach nie langweilig und macht großen Spaß.

Ein ganzes Waffenarsenal

Diesen Spaß bestärkt auch das Kampfsystem und vor allem die vielen unterschiedlichen Waffen. Dabei ist keine wirklich unnötig und auch die Anfangswaffe bleibt bis zum Schluss relevant. Einzig die Menge der Waffen könnte hier kritisiert werden, denn es gibt wirklich sehr viele und man wird sich seine Favoriten suchen und den Rest eventuell links liegen lassen. Das ist deswegen schade, da die Waffen mit der Benutzung leveln und stärker werden und die unbenutzten eben nicht. Um so höher das Level, um so mehr können wir die Waffen in einem Skilltree bei einem Händler aufwerten. Dabei ist Level 5 die Maximalstufe. Um im Skilltree die Werte zu verbessern, benötigen wir Raritanium. Dieses finden wir über all in der Welt, jedoch wird die suche nie zu kompliziert und aufwändig. Daneben leveln wir auch mit der Zeit unsere Charaktere auf, die dann mehr Trefferpunkte bekommen und mehr Schaden aushalten. Dabei teilen sich Ratchet und Rivet das Inventar und die Fähigkeiten. Soll heißen alle gekauften Waffen und gefundenen Items, können beide uneingeschränkt nutzen. Ist man dann bereit für den Kampf, kann man sich mit Ratchet und Rivet ins Getümmel stürzen. Dabei fühlt sich das schießen in Rift Apart deutlich besser an, als noch im 2016er Remake. Die Schüsse sind wuchtig und die Kontrolle der Charaktere punktgenau. Hinzu kommen noch der neue Phantomsprint-Dash, der uns viel einfacher Ausweichen lässt. Einzig das Trefferfeedback, wenn wir selbst getroffen werden, könnte etwas besser angezeigt werden. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad wird das aber kaum ein Problem sein, da Rift Apart kein wirklich schweres Game ist. Wenn man einmal im Flow ist geht’s einfach Vorwärts.

Der Anfang der Next-Gen

Ratchet & Clank: Rift Apart sieht wirklich hervorragend aus. Vor allem der Stil wirkt einfach nur stimmig. Wenn man das erste mal Ratchets Fell erblickt, kommt man kaum aus dem Staunen heraus. Hier ist die Darstellung von Rift Apart sogar fast besser als der Ratchet & Clank Film aus 2016, nur eben in interaktiv. Hinzu kommt die super schnelle SSD, die man hier wirklich mal spürt. Denn wir wechseln Welten in Sekunden Bruchteilen. Sozusagen per Knopfdruck. Es gibt im Spiel keine einzige Ladezeit und wir können einfach ohne Unterbrechung durch die Rifts laufen und komplette Level ändern. So etwas wäre mit der PS4 sicher nicht möglich gewesen. Hinzu kommt der DualSense-Support. Denn dieser reagiert auf den Untergrund auf dem wir laufen und vibriert dementsprechend bei jedem Belag anders. Außerdem werden die adaptiven Trigger bei den Waffen eingesetzt, wie etwa schon bei Returnal. Je nachdem wie stark wir den Knopf drücken, lösen wir eine andere Funktion aus. Anfangs ist das zwar gewöhnungsbedürftig, jedoch geht das schnell in Fleisch und Blut über. Wer möchte kann aber auch diese Funktionen deaktivieren und traditionell spielen. Die soundliche Kulisse ist auch sehr gut gelungen, sowie die Lokalisation. Die deutschen Sprecher machen hier gewohnt gute Arbeit. Während des Test ist das Spiel einmal abgestützt und wir sind einmal durch den Level-Boden gefallen, wobei das Game dann kurz darauf aber wieder neu geladen hat. Ansonsten lief Rift Apart eins A und hat seit dem Release schon einige Updates bekommen.

Fazit

Nun beginnt sie. Die Zeit der Next-Gen. Zumindest langsam und Ratchet & Clank: Rift Apart ist ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen kann. Sowohl die SSD und der Dual-Sense können hier zeigen was sie können. Keinerlei Ladezeiten zwischen Cutscenes, Gameplay und Gebiet wechseln. Man kommt sich fast vor wie in einem spielbaren Animationsfilm. Auch grafisch sieht Rift Apart wirklich klasse aus. Die Lichteffekte und Spiegelungen, sowie die Charaktermodelle und hier vor allem das Fell von Ratchet und Rivet sind einfach beeindrucken. Hinzu kommt das smoothe Gameplay, dass sich im Vergleich zum Vorgänger so viel besser anfühlt. Außerdem ist die Abwechslung so gut dossiert, dass nie Langeweile auftritt und man deswegen sogar gerne Nebenquests erledigt, weil diese Spaß machen und sogar nützliche Boni bereithalten. Somit ist Rift Apart vielleicht das erste Must-Have für jeden PS5-Besitzer, ob groß oder klein. Lasst euch nicht vom Grafikstil beeinflussen, denn ihr bekommt hier wirklich gute Unterhaltung geboten.

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8.9

Grafik

9.5/10

Atmosphäre

9.5/10

Steuerung

9.0/10

Umfang

8.0/10

Sound

9.0/10

Story

8.5/10

Positiv

  • Keinerlei Ladezeiten
  • Wunderschöne Optik
  • Jede Menge kreativer Waffen
  • Dual-Sense Features

Negativ

  • Trefferfeedback nicht immer gelungen
  • Vielleicht etwas zu viele Waffen

Ratchet & Clank: Rift Apart – Launch Trailer I PS5
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