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Freitag, Oktober 22, 2021
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Mass Effect Legendary Edition – Das rundum sorglos Paket (Review)

Oldies but goldies heißt es doch immer. Ob das aber auch für die Mass Effect Legendary Edition zutrifft oder diese jetzt zum Alten Eisen gehört und Rost ansetzt, wollen wir in unserer Review klären.

Eine epische Trilogie

Zuerst wollen wir mal zum Allgemeinen kommen und die Ausgangslage besprechen. Die Mass Effect Legendary Edition ist ein Remaster der Ur-Trilogie um Commander Shepard. Das leider weniger gelungene Mass Effect Andromeda wird hier außer acht gelassen. Was heißt das jetzt? Grundsätzlich bleibt alles gleich, wie man es gewohnt war bzw. wird nichts an der Story geändert. Lediglich kleine Gameplay-Änderungen, vor allem im ersten Teil, sowie grafische Verbesserungen kann man hier erwarten. Des Weiteren erhalten wir fast alle zuvor veröffentlichten DLC´s und somit die Ur-Trilogie als komplettes Erlebnis auf Disc oder zum Download. Dabei schafft es die Legendary Edition auf über 100 GB Speicherplatz. Über die 70 Euro Kaufpreis kann man streiten. Jedoch bekommt man in diesem Paket über 100 Stunden grandiose Sci-Fi-Rollenspiel Unterhaltung, aus Zeiten in denen BioWare noch für Qualität stand. Die Story kann mit vielen Wendungen, interessanten Gesprächen und vor allem glaubwürdigen und sympathischen Charakteren punkten. In kaum einem anderen Spiel wachsen uns die Charaktere so sehr ans Herz und sind manche Entscheidungen deswegen so schwerwiegend und erschütternd. Außerdem erzählt Mass Effect über drei Spiele hinweg eine zusammenhängende persönliche Story, die uns unsere Entscheidungen bis zum Schluss vor Augen hält. Aber jetzt der Reihe nach.

Mass Effect 1

Von allen drei Teilen merkt man natürlich Teil 1 die meisten Veränderungen an. Ursprünglich im Jahr 2007 für die Xbox 360 veröffentlicht, hat der Erstling die längste Zeit auf dem Buckel. Das merkt man aber nicht nur an der Optik, sondern auch am Gameplay. Denn Mass Effect 1 ist deutlich langsamer und viel mehr Rollenspiel, als es Teil 2 und 3 je waren. Außerdem hatte man die Möglichkeiten einige Planeten in größeren Gebieten mit dem Mako frei zu erkunden. Diese Bereiche sind natürlich immer noch recht leer und auch die Nebenmissionen sind sehr gleichförmig. Optisch kann sich aber auch Teil 1 im Jahr 2021 sehen lassen und vor allem mit der tollen Stimmung punkten. Die Rüstungen der Charaktere wurden mit Details aufgemotzt, Wasser hat bessere Reflexionen spendiert bekommen und einige Hintergründe wurden deutlich verschönert. Außerdem wurde das Kampf-Gameplay etwas an die Nachfolger angepasst. Trotzdem wird Teil 1 dadurch kein Shooter, fühlt sich aber etwas griffiger an. Abstriche muss man jedoch in der KI der Kameraden und der Gegner machen. Denn die bleibt hin und wieder an Objekten hängen oder bewegt sich kaum hinter der Deckung hervor. Außerdem sieht man den Gesichtern und den etwas steifen Animationen das Alter auf jeden Fall an. Des Weiteren wurde die Steuerung des Mako verbessert, die in der Ur-Version sehr kompliziert war.

Mass Effect 2

Im Jahr 2010 wurde Mass Effect 2 auch zu erst auf Xbox 360 und PC veröffentlicht. Erst ein Jahr später kam der zweite Teil auf die PlayStation 3. Dann aber mit allen zuvor erschienen DLC´s. Die Story um Commander Shepard, ob weiblich oder männlich ist eure Wahl, wird fortgesetzt. Einige Charaktere treffen wir aus Teil 1 wieder und neue kommen hinzu. Es gab neue Romanzen die wir eingehen konnten und den Speicherstand von Mass Effect 1 war in den Nachfolger integrierbar. Somit werden alle Entscheidungen auch in Teil 2 übernommen und haben Auswirkungen. Das führt dazu, dass sich NPC´s an unsere Taten auch erinnern. Vom Gameplay her spielt sich Mass Effect 2 eher wie ein Deckungs-Shooter mit verschiedenen Fähigkeiten. Aber auch schon im Jahr 2011 war das Gameplay nie so griffig wie andere vergleichbare Shooter. Trotzdem machen die Gefechte Laune. Auch im Jahr 2021. Außerdem wurden die Kameraschnitte in Gesprächen verbessert und versprühen auch heute noch Kinoatmosphäre. Grafisch sind diesmal die Änderungen geringer ausgefallen. Mass Effect 2 ist trotzdem immer noch ansehnlich. Dafür erhält man diesmal die DLC´s „Absturzstelle der Normandy“, „Zaeed – Der Preis der Rache“, „Kasumi – Gestohlene Erinnerungen“, „Overlord“,„Shadow Broker“ und „Die Ankunft“. Einzig, dass die deutsche männliche Stimme von Commander Shepard von Teil 1 zu Teil 2 und 3 ausgetauscht wurde, kann etwas fremdartig wirken. Das gilt auch für die Aussprache mancher Begriffe wie etwa „Geth“, die geändert wurde. Beide Sprecher machen aber einen guten Job und beim weiblichen Shepard wurde kein Wechsel durchgeführt.

Mass Effect 3

Im Jahr 2012 wurde die Reihe mit Teil 3 dann endlich abgeschlossen und erschien gleichzeitig auf Playstation 3, Xbox 360 und dem PC. Die Legendary Edition ändert hier am wenigsten an der optischen Darstellung. Das ist aber nicht wirklich schlimm. Ein Punkt könnte jedoch bei einigen Fans für Enttäuschung sorgen. Denn der Multiplayer-Modus von Mass Effect 3 wurde komplett gestrichen. Somit ist die Neuauflage ein reines Einzelspieler-Abenteuer. Die nötigen Punkte des Multiplayer-Modus, die das Ende des Spiels beeinflussen, können diesmal durch Entscheidungen aber trotzdem vollständig erworben werden. Außerdem enthält die Legendary Edition natürlich auch den Extended Cut, der dem Schluss und den Entscheidungen der Trilogy mehr Gewicht und Substanz gibt. Somit wird die Reihe bombastischen abgeschlossen. Des Weiteren kann man in diesem Teil wählen, ob man lieber auf Action, Rollenspiel oder Story Wert legt. Der Action-Weg zeigt die Gespräche einfach in Zwischensequenzen ohne Einflussmöglichkeit, der Rollenspiel-Weg ist die Klassische Erfahrung und der Story-Weg bietet einfache Gefechte ohne große Herausforderung. Natürlich kann auch hier der Speicherstand vom Vorgänger übernommen werden und lässt uns so alle noch lebenden Charaktere zum Abschluss noch einmal treffen. Einfach fantastisch. Was aber alle drei Teile gemein haben, sind kleinere Grafik Glitches, die aber schon in den Grundspielen enthalten waren. Das ist zwar schade aber stört im großen und ganzen nicht. Des Weiteren kann der grandiose Soundtrack über vieles hinwegtrösten. 

Zusammenfassung und Fazit

Mit der Mass Effect Legendary Edition bekommen wir eine legendäre Trilogie, die es wie keine andere Reihe schafft untereinander so zusammenhängend zu sein. Wir erleben von vorne bis hinten eine persönliche Story, da wir Commander Shepard selbst erstellen können. Alle Entscheidungen und Folgen sind unsere. Außerdem sind viele Charaktere so glaubhaft und liebenswert gestaltet, dass diese auch nach dem Ende noch im Kopf bleiben. Wer also noch nie mit der Mass Effect-Reihe in Berührung gekommen ist, bekommt jetzt die perfekte Gelegenheit. Fans erhalten hingegen die schönste Version aller drei Spiele. Zwar nicht perfekt, jedoch auf Grund des Alters der Spiele geht das völlig in Ordnung. Außerdem sind die Ladezeiten diesmal angenehm kurz. Einzig der Preis von 70 Euro stößt etwas sauer auf. Jedoch ist der Gegenwert dafür sehr, sehr hoch. Wer also nur ein bisschen Interesse an Mass Effect hat, kann bedenkenlos zugreifen. Ihr werdet es nicht bereuen.

Mass Effect Legendary Edition

-
8.7

Grafik

7.9/10

Atmosphäre

8.7/10

Steuerung

8.5/10

Story

9.1/10

Sound

9.0/10

Umfang

9.0/10

Positiv

  • Gute Grafikverbesserung
  • Umfangmonster
  • Spannende Geschichte
  • Soundtrack

Negativ

  • Clipping Fehler
  • steife Animationen
  • KI-Aussetzer

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