Madden-NFL-21-Review

Madden NFL 21 – Out of Bounds (Review)

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Mit Madden NFL 21 erschien am 28. August EA’s neuester Ableger des berühmten American Football Franchise. Wir durften uns die Football-Simulation für euch ansehen. Was wir von der diesjährigen Madden NFL Ausgabe halten, haben wir hier zusammengefasst.

Madden-NFL-21-Review

Gib alles in Madden NFL 21, wo eine furchtlose neue Generation aufstrebender NFL-Stars danach strebt, das Spiel entscheidend zu verändern. Sprenge die Ketten und erweitere dein Vermächtnis in Face of the Franchise: Werde zum Star. Setz ein Zeichen und übertriff alle Erwartungen, während du dir in einzigartiger Manier den Weg an die Spitze erkämpfst.

Never Change a Running System?

Von Postern mit diesem inspirierenden Zitat könnte wohl das ein oder andere in den Büros der zuständigen Entwickler hängen. Möglicherweise handelt es sich auch um eine Art Firmenphilosophie bei EA. So oder so, eines steht fest: viel verändert hat sich in Madden NFL 21 im Vergleich zu den Vorgängern nicht. Fassen wir schnell zusammen, was im neuen Madden eben nicht wirklich neu ist. Man trifft größtenteils wieder die altbekannten Spielmodi an. Den Exhibition Modus für schnelle Spiele alleine oder mit Freunden oder auch für Skill Training. Den Franchise Modus, in dem Spieler das Team ihrer Wahl leiten und managen können. Und auch der seit Jahren kritisierte Ultimate Team Modus hat es erneut ins Spiel geschafft.

Für Sportspiele an sich nichts Ungewöhnliches und prinzipiell auch nicht automatisch ein negativer Aspekt. Im Fall von Madden NFL 21 ist hier jedoch durchaus etwas Kritik angebracht. Es handelt sich bei den oben genannten Modi nämlich nicht einfach jeweils um denselben Modus – man hat vielmehr das Gefühl, es handelt sich tatsächlich um den komplett gleichen Modus. So scheint der Franchise Modus mit beinahe allen von der Community im Laufe der letzten Jahre aufgebrachten Kritikpunkten erneut unverändert übernommen worden zu sein.

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Und der Kelch der Veränderung ging scheinbar auch am Ultimate Team Modus vorüber. Es ist kein Geheimnis, dass EA’s Ultimate Team nicht nur in der Madden NFL-Serie seit geraumer Zeit heftig kritisiert wird. Und während der Modus aus dem diesjährigen UFC-Ableger als Reaktion auf das schlechte Feedback zur Gänze entfernt wurde, wird dieses Glück Football Fans nicht zuteil. Der Ultimate Team Modus ist auch in Madden NFL 21 wieder völlig unverändert mit dem altbekannten Pay-to-Win System übernommen worden.

Neue Ansätze…

Allerdings verfügt Madden NFL 21 auch über neue Spielmodi.

Mit dem Superstar KO Modus steht ein neuer Modus zur Verfügung, den man wahlweise alleine, online im Koop mit Freunden oder auch online gegen andere Spieler spielen kann. Im Superstar KO Modus spielt man abwechselnd Angriffsserien, um einen Sieger zu ermitteln.

Neu ist auch Face of the Franchise. Mit Face of the Franchise verfügt Madden NFL 21 nun über einen Story-Modus. Mit einem zu Beginn selbst erstellten Spieler kämpft man sich seinen Weg durch High School und College, um schließlich sein Glück in der NFL zu versuchen. Face of the Franchise besteht grundsätzlich aus einer Mischung von Cutscenes und Footballspielen. Die Cutscenes erzählen die Geschichte unseres Spielers, bringen diese voran und dienen als Überleitung zwischen den einzelnen Spielen. In den Sequenzen können wir auch immer wieder Entscheidungen treffen, die direkten Einfluss auf die Traits unseres Spielers haben.

Es liegt an uns zu entscheiden, ob wir eher als der einsichtige Teamplayer oder der aufbrausende Einzelgänger wahrgenommen werden. Die Idee hinter dem Face of the Franchise Modus ist an sich eine gute. Sich selbst einbringen zu können, Entscheidungen zu treffen und den eigenen Spieler zum Erfolg zu führen, bietet vielen Spielern sicher mehr, als nur ein Spiel nach dem anderen zu spielen.

…mit Ecken und Kanten

Die Umsetzung lässt jedoch leider noch stark zu wünschen übrig. Dies beginnt bereits bei der Charaktererstellung. Die „Spieler“, welche man hier erstellen kann und speziell deren Gesichter, nehmen oft äußerst bizarre Formen. Da stellt sich schon mal die Frage, ob die Entwickler womöglich zu der Sorte Programmierer gehören, die eher selten einen echten Menschen zu Gesicht bekommen. Entscheidungen können zwar getroffen werden, deren Auswirkung ist jedoch kaum spürbar.

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Die Story wirkt außerdem extrem linear und gescriptet –  man erlebt zwar EINE Geschichte, hat jedoch beinahe nie das Gefühl, SEINE Geschichte zu erleben. Auch die eigene spielerische Leistung scheint keinerlei Einfluss auf die Story zu haben. Eben noch die gegnerische Mannschaft 87:3 deklassiert, sitzt man im nächsten Spiel plötzlich auf der Bank – weil es die Story eben so will. Dieser Mangel an Logik im Verlauf der Geschichte zieht sich durch den ganzen Modus. Die Cutscenes selbst wirken oft etwas zusammenhanglos und lassen den Spieler mit mehr Fragen als Antworten zurück.

Der Silberstreif am Horizont

Doch nun zur guten Nachricht. Mit dem The Yard Modus haben die Entwickler einen Modus integriert, der stark an den Street Modus aus Fifa erinnert. Auf einem Sportplatz außerhalb der großen Stadien trägt man hier kleine Partien mit je sechs Spieler pro Team aus. Gespielt wird an unterschiedlichen Schauplätzen rund um den Globus. Mit abweichenden und sich ändernden Regeln kann man sich in The Yard außerdem verschiedenen Herausforderungen stellen. Diese bringen zusätzliche Punkte, mit denen man im Anschluss neue Ausrüstungsgegenstände für seinen Spieler freischalten kann.

Gameplay

Die Steuerung in Madden NFL 21 bringt nicht viele Neuerungen mit sich. Erwähnenswert ist hier die Einführung des neuen Skill Stick. Dieser ermöglicht es den Spielern, besondere Moves recht präzise ausführen und auch gut kombinieren zu können. Speziell in der Defense macht es Laune, die gegnerische O-Line mit einem sogenannten Bullrush zu überrumpeln.

Während des Spiels kommen einem leider immer wieder verschiedenste Bugs unter. Sei dies bei der Ballannahme, beim Laufen oder auch bei anderen Bewegungsabläufen. Auch die Kamera kann Spielern ab und an Schwierigkeiten bereiten. So kann es schon mal vorkommen, dass beim Kick-off der gesamte Bildschirm für ein paar Augenblicke vom gegnerischen Field Goal verdeckt wird. Es handelt sich bei den meisten Fehlern um Kleinigkeiten. Allerdings die Art von Kleinigkeiten, die eventuell einem neuen Studio passieren könnten, bei einem erfahrenen Entwickler wie EA jedoch definitiv nicht mehr vorhanden sein sollten.

Sound

Der Soundtrack ist – wie von EA gewohnt – ein Punkt, bei dem es absolut nichts zu meckern gibt. Die Verantwortlichen stellten hier wieder eine tolle Sammlung von Tracks zusammen. Die Lieder erzeugen eine tolle Stimmung, passen perfekt zum Thema und machen ganz einfach Bock auf mehr.

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Leider ist jedoch auch akustisch nicht alles perfekt. Die Kommentatoren in Madden NFL 21 scheinen über einen wirklich extrem beschränkten Wortschatz zu verfügen. Spätestens nach fünf Spielen hat man das Gefühl, jede zweite Line der Stadionsprecher bereits auswendig zu kennen. Echten Football Fans dürfte außerdem auffallen, dass die Sprecher im Story-Modus gewisse Situationen falsch kommentieren. Während der Schulzeit unseres Spielers kann es zu Situationen kommen, die aufgrund der leicht unterschiedlichen Regeln zur NFL von den Kommentatoren falsch gedeutet und bewertet werden.

Grafik

Auch optisch fällt es eher schwer, Madden NFL 21 von seinen Vorgängern zu unterscheiden. Die Grafik ist zwar keinesfalls schlecht, es gäbe jedoch auch hier noch zweifelsohne Luft nach oben. Speziell die bereits angesprochene Charaktererstellung weist nur allzu offensichtlich grafische Mängel auf. Auch während der Spiele sollte man es in bestimmten Situationen besser vermeiden, zu genau hinzusehen.

Fazit

Mit Madden NFL 21 ist EA wahrlich kein Meisterwerk gelungen. Das Spiel weist an allen Ecken und Enden Mängel auf, die man von einem derart bekannten Publisher eigentlich nicht erwartet – und das zu Recht. Zu behaupten, dass das Spiel an sich einfach schlecht ist, wäre jedoch auch nicht richtig. Der Großteil der Spielmodi macht durchaus Spaß und viele der Spielmechaniken sind auch aus gutem Grund altbewährt – sie funktionieren und das sogar recht gut.

Was jedoch wirklich negativ auffällt und sicher auch vielen Spielern sauer aufstößt, ist die offensichtliche Ignoranz der Entwickler gegenüber Verbesserungsvorschlägen aus der Community. Perfekt sind die Madden Spiele nämlich noch lange nicht. Es scheint jedoch von Seiten der Entwickler absolut kein Wille vorhanden zu sein, sich der Kritikpunkte anzunehmen. So Der Face of the Franchise Modus ist eine an sich tolle Idee, deren Umsetzung jedoch nur so vor eben jener Lieblosigkeit strotzt, die sich im gesamten Spiel immer wieder aufs Neue zeigt. Der Skill Stick und der recht gelungene The Yard Modus reichen leider bei Weitem nicht aus, um die vielen Negativpunkte von Madden NFL 21 aufzuwiegen. So bleibt einem nur zu hoffen, dass EA aus dem diesjährigen Debakel die richtigen Schlüsse zieht und wir uns auf ein besseres Madden in neuem Gewand auf der nächsten Konsolengeneration freuen dürfen.

Madden NFL 21

6.4

Story

5.0/10

Atmosphäre

6.5/10

Gameplay

6.0/10

Sound

7.5/10

Grafik

6.5/10

Umfang

7.0/10
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