Der Pandemie zum Trotz- Gaming so wichtig wie nie

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Das Jahr 2020 ist zu Ende. Vor allem die Corona-Pandemie war ein zentrales Thema weltweit und hat viele Krisen ausgelöst. Doch wie bei vielen Krisen gibt es auch Personen und Branchen, die einen plötzlichen (positiven) Schub erhalten.

Machen wir uns nichts vor: Das Jahr 2020 war für die meisten Menschen ein Jahr zum vergessen. Während weltweit der Corona-Virus wütet und speziell in Deutschland heftige Konflikte zwischen Maßnahmen-Gegnern und Befürwortern brodeln, ist es nur umso verständlicher, dass sich viele Menschen nach anderen Themen und Umständen sehnen. Eben durch die Einschränkungen im öffentlichen Leben konnten wir auch bei PlayStationInfo beobachten, dass insbesondere die Gamingbranche ein deutliches Wachstum an Interesse verzeichnen konnte. Wir haben uns diese Entwicklung mal genauer angeschaut und sind zu dem Schluss gekommen, dass Gaming noch nie so wichtig war, wie in diesem Jahr. Warum? Das werden wir auch jetzt verraten.

Kaum Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung

Der offensichtlichste Grund für einen gestiegenem Interesse an Gaming ist natürlich die Einschränkung des öffentlichen Lebens. Geschlossene Freizeiteinrichtungen, Reiseverbote und Ausgangssperren haben die Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten fast vollständig lahmgelegt. Da ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen einen Blick auf verschiedenste Unterhaltungselektronik werfen. Neben Netflix, Amazon Video und Co. sind es aber vor allem Videospiele, die eine (aktive) Flucht aus dem tristen Alltag ermöglichen. Woran lässt sich das gestiegene Interesse aber genau festmachen? Dazu reicht ein Blick auf die gegenwärtige Verkaufssituation von Unterhaltungselektronik.

Sowohl die neuen Computerteile, wie Prozessoren und Grafikkarten als auch der Spielekonsolen der PlayStation 5, Xbox Series S/X und auch der Nintendo Switch sind praktisch kaum bis gar nicht verfügbar oder nur zu stark erhöhten Preisen. Natürlich liegt das auch an pandemiebedingten Produktionsproblemen sowie an Resellern/Scalpern, die eine große Menge an verfügbarer Hardware mit Hilfe von Bots ergattern konnten. Allerdings wäre die allgemeine Verkaufssituation dennoch ähnlich angespannt, wären die genannten Probleme nicht vorhanden. Dies zeigt beispielsweise eine Umfrage von Statista, die sowohl bei den Nutzer*innen-Zahlen als auch beim Absatz von Videospielprodukten einen deutlichen Anstieg in 2020 erkennen lässt. Außerdem werden laut Sony bis Ende 2021 bis zu 18 Millionen ausgelieferte Playstation 5 Konsolen erwartet

Das Phänomen FallGuys und Among Us

Fall-Guys-Banner

Auch dieses Jahr sind wieder einige Blockbuster-Titel erschienen, die aber nicht selten unter Gamer*innen heftig diskutiert wurden. So wurden beispielsweise The Last of Us 2, Assassins Creed Valhalla oder aber auch das jüngst erschienene Cyberpunk 2077 extrem kritisch aufgenommen. Während es bei Cyberpunk jedoch größtenteils technische Mängel sind, die den Spielspaß einschränken, waren es bei TLoU2 und AC:V vor allem Story und Gameplay, die Spieler*innen sauer aufstoßen ließen. Dennoch waren insbesondere zwei andere Titel dieses Jahr Gesprächsthema Nummer 1: FallGuys und Among Us.

Diese beiden, nun, nennen wir sie mal Partyspiele, haben für einen der größten „Boom-Ereignisse“ in diesem Jahr gesorgt. Praktisch jede/r hat sich in einer Runde FallGuys mit anderen Spielern um die Krone gekloppt oder in Among Us mit bis zu 9 weiteren Fremden oder Freunden Diskussionen über den/die mögliche Imposter geführt. Da ist es nicht verwunderlich, dass gerade diese beiden Titel sowohl auf Twitch als auch auf YouTube mehrere Wochen in den Top 10 zu finden waren und teilweise immer noch sind.

Das Phänomen dahinter ist, dass nicht nur „etablierte“ Gamer*innen das Gamepad in die Hand nahmen, sondern auch viele, die eigentlich nichts mit Gaming am Hut haben. Die recht simplen Spielmechaniken und die Möglichkeit, mit Freunden (virtuell) zusammenzukommen konnten damit den real eingeschränkten Kontakten entgegenwirken und trotzdem ein Gefühl des gemeinsamen Spieleabends vermitteln. Auch wir in der Redaktion konnten das im privaten Rahmen feststellen. Einige, die vorher nie wirklich mit Videospielen in Berührung waren, haben durch FallGuys oder Among Us plötzlich so viel Interesse entwickelt, dass der Kauf einer eigenen Spielekonsole oder eines Computers geplant worden ist.

 

Der Gamingboom – Chance oder Gefahr?

Diese Entwicklung lässt sich natürlich wieder von zwei Seiten betrachten. Zum einen ist das gestiegene Interesse eine sehr positive Entwicklung. Mehr Menschen kaufen Spiele und Konsolen, dadurch haben Hersteller und Entwickler mehr finanzielle Möglichkeiten, welche in noch bessere Technik und aufwendigere Spiele investiert werden kann. Und auch wenn die Gaming Industrie längst das „Kellerkind-Image“ verlassen hat und zu den Big-Playern der Unterhaltungsindustrie zählt, kann diese Entwicklung zu einer verstärkten Etablierung und Akzeptanz in der breiten Bevölkerung führen.

Andererseits kann das gestiegene Interesse aber auch zu einer gegenteiligen Entwicklung führen, nämlich dass Thematiken wie Spiel- und/oder Internetsucht deutlich zunehmen. Außerdem könnten insbesondere Spiele-Publisher doch verstärkt auf den Trend des „Early-Access“ setzen, um schnellstmöglich eine große Summe an Einnahmen zu generieren und damit den Markt mit unfertigen Spielen zu fluten. Dennoch sehe ich diese Entwicklung als eine große Chance, das Thema Gaming mehr in den Fokus der Gesellschaft zu rücken.

Gaming so wichtig wie nie

Letztlich können wir mit einem Blick auf das vergangene Jahr sagen, dass Gaming eine große Rolle im Alltagsgeschehen vieler Haushalte eingenommen hat und diese Entwicklung zukünftig sogar noch steigen könnte, insbesondere im Fall der weiter andauernden Pandemie. Daher lässt sich für 2021 aus dieser Perspektive hoffen, dass sich die Verfügbarkeitssituation der neuen Konsolen, wie PlayStation5 und Xbox Series S/X, schnell verbessert.

Gaming ist gegenwärtig nicht nur als bloße Freizeitbeschäftigung, sondern vielmehr eine Möglichkeit, mit seiner Familie und seinen Freunden gemeinsam Spaß zu haben, um zumindest für einige Stunden der chaotischen Welt zu entfliehen und ist daher so wichtig wie nie zuvor.

 

Wie ist das bei euch? Habt ihr auch festgestellt, dass Personen zu zocken begonnen haben, die vorher nichts mit Gaming zu tun hatten? Schreibt es uns in die Kommentare.

 

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