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Freitag, Oktober 7, 2022
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Beyond a Steel Sky – Modernes Oldschool Adventure (Review)

Beyond a Steel Sky – Modernes Oldschool Adventure

Nach ganzen 27 Jahren bekommt der Adventure-Klassiker Beneath a Steel Sky einen Nachfolger. Aber statt 2D, präsentiert sich Beyond a Steel Sky in frei begehbarem 3D.

Ob diese Modernisierung immer noch ein gutes Adventure ergibt, soll unsere Review zeigen.

Von der Wüste in die Stadt

Etwa 10 Jahre sind seit den Abenteuern von Hauptcharakter Robert Forster vergangen. Dieser hat sich aus der Stadt Union City zurückgezogen und ist in die Wüste gezogen. Besser gesagt das Gap. Hier genießt er die Freiheit und das Leben. Bei einem Angelausflug kommt es jedoch zu einem fürchterlichen Ereignis. Denn ein Kind einer befreundeten Familie wird von mysteriösen Gestalten in einem merkwürdigen Fahrzeug entführt. Wieso? Das weiß keiner. Forster möchte jedoch dieses Rätsel lösen und somit führen ihn die Spuren nochmals nach Union City. Die Story wird neben vielen Gesprächen auch in handgezeichneten animierten Comics erzählt. Diese fangen perfekt den Stil ein und passen gut zur sonstigen Cel-Shading Optik des Spiels. Außerdem sind alle Dialoge sowohl in deutscher, als auch in englischer Sprache vertont. Natürlich gibt es hierzu auch passende Untertitel, die wie Infokästen in Comics ins Spiel gebracht werden. Somit wirkt Beyond a Steel Sky wie ein spielbarer Comic. Da aber auch Zeichner Dave Gibbons für den Stil verantwortlich war, ist das kein Wunder. Gibbons selbst hat beispielsweise die Watchman Comics gezeichnet.

Bekannte, fremde Stadt

In der vergangenen Zeit hat sich Union City sehr verändert. Forsters alter Freund Joey scheint nicht mehr an der Macht zu sein. Joey selbst ist ein DroYde. Das Sagen hat jetzt aber der sogenannte Rat. Um die verschwundenen Kinder wieder zu finden, können wir Forster frei durch die einzelnen Gebiete bewegen. Diese sind in viele kleine Locations aufgeteilt, in denen es darum geht Gespräche zu führen und kleine Rätsel zu lösen. Denn viele Personen oder DroYden können angesprochen werden. Danach haben wir die Wahl aus verschiedenen Dialogoptionen zu wählen. Dabei sollten die jeweiligen Punkte so oft ausgewählt werden, bis sie grau hinterlegt sind. Leider ist das nicht immer ganz offensichtlich und die Bezeichnung der Option ändert sich nach dem wählen nicht. Im Grunde ist das nicht schlimm wenn man das weiß. Trotzdem wirkt es komisch eigentlich mehrmals die selbe Frage zu stellen. Die Unterhaltung wird jedoch dann fortgesetzt. Die Dialoge selbst sind aber wirklich witzig geschrieben und lockern die Gespräche auf. Trotzdem können sich die Dialoge etwas in die länge ziehen und so etwas zäh werden.

Inventar und Hacking-Rätsel

Daneben können wir uns mit unserem Hacking-Tool in umliegende Maschinen hacken. Hier kommt es dann zu einem kleinen Schieberätsel. Der Anspruch ist aber kaum vorhanden und mit logischem Denken schnell machbar. In eine Sackgasse kann man eigentlich nur kommen, wenn man nicht alle Dialogoptionen abgearbeitet hat oder eine wichtige Person nicht gleich findet. Ansonsten werden wir auch mit bekannten Inventarrätseln konfrontiert. Hier müssen gesammelte Items mit den richtigen Punkten interagiert werden um weiterzukommen. Bei vielen Situationen werden aber nur mögliche Items auch hervorgehoben. Grundsätzlich sind diese Rätsel aber auch immer recht logisch aufgebaut und werden wie das Hacking nicht zu herausfordernd. Trotzdem gilt es die Umgebung gut im Auge zu behalten, um auf die richtige Lösung zu kommen. Das macht auch bei Erfolg großen Spaß und fühlt sich sehr befriedigend an.

Stimmiger Look mit Macken

Union City ist schön gestaltet und bietet mit seinem Aufbau interessante Ansätze. Denn je weiter unten jemand wohnt, um so wohlhabender ist dieser. Die Figuren sind dabei grundsätzlich schön gestaltet und bewegen die Lippen sogar fast synchron zum Ton. Jedoch sind einige Animationen etwas hölzern und auch die Gesichter an sich sind weniger gut gelungen, denn diese wirken allgemein recht steif. Außerdem kommt es vor, dass Charaktere in Gesprächen an Forster hängen bleiben oder in ihn hereinlaufen. Das kann an der sonst sehr guten Atmosphäre kratzen. Außerdem gibt es hin und wieder unschönen Clipping-Fehlern. Die deutsche Synchronisation ist zwar grundsätzlich gut aber wirklich manchmal etwas abgehakt. Die restliche Audiountermalung ist jedoch sehr gut gelungen. Auch die Steuerung geht gut von der Hand, obwohl manchmal die Abstände zu den Aktionen komisch gelegt sind. Denn es ist nicht immer gleich möglich den richtigen Aktionspunkt in der Umgebung zu wählen. Mit einer Maus wäre das sicher nicht passiert. Ansonsten funktioniert die Controllersteuerung aber sehr gut und es fühlt sich gut an Forster durch Union City zu steuern.

Fazit

Für Adventurefans und vor allem Kenner des Vorgängers ist Beyond a Steel Sky sicher eine Empfehlung. Aber auch Neueinsteigern wird genug zum Vorgänger erklärt, ohne das dies aufdringlich ist. Hier kann jeder mit der guten Sci-Fi-Story Spaß haben. Man muss sich nur bewusst sein, dass man es hier mit einem klassischen Point and Click Adventure in modernem Gewand zu tun hat. Somit ist das Gameplay eher gemächlich und es wird viel geredet. Die Gespräche sind jedoch interessant und witzig geschrieben, können sich aber auch mal in die Länge ziehen. Ansonsten lockern kleine Rätsel das Gameplay etwas auf, werden jedoch nie wirklich schwer. Auch stilistisch kann sich Beyond a Steel Sky mit seiner stimmigen Cel-Shading Optik sehen lassen. Vor allem die Lippen Synchronität ist klasse. Leider sind die Gesichter ansonsten sehr steif und es treten aber auch einige Clipping-Fehler auf, die stören können.

Beyond a Steel Sky - Official Console Trailer
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7.8

Grafik

8.0/10

Sound

8.0/10

Umfang

8.5/10

Gameplay

7.0/10

Atmosphäre

8.0/10

Steuerung

7.0/10

Positiv

  • Atmosphärische Welt
  • Stimmiger Cel-Shading Look
  • Komplett deutsch lokalisiert

Negativ

  • Starre Mimic
  • Dialoge können sich in die Länge ziehen
  • Rätsel ohne großen Anspruch

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