Die Zukunft von Hogwarts Legacy 2 könnte bald von einem einzigen Deal abhängen. Medienberichten zufolge steht Warner Bros. Discovery vor einem möglichen Verkauf seiner Spiele-Sparte – und mehrere Branchengrößen wie Sony, Netflix und Paramount sollen bereits Interesse zeigen.
Für das kommende Zauberabenteuer aus dem Harry-Potter-Universum könnte das weitreichende Konsequenzen haben.
Ein möglicher Besitzerwechsel sorgt für Unruhe
Wie Insider berichten, prüft Warner Bros. derzeit verschiedene „strategische Alternativen“ – ein Ausdruck, der in der Wirtschaft meist auf einen Teil- oder Komplettverkauf hindeutet. Besonders betroffen wäre die Gaming-Abteilung, die erst Anfang 2025 in vier große Bereiche aufgeteilt wurde:
- Harry Potter
- Game of Thrones
- Mortal Kombat
- DC Universe
Diese neue Struktur sollte ursprünglich langfristige Markenpflege ermöglichen. Nun könnten diese Pläne allerdings schon vor dem Start wieder ins Wanken geraten.
Der Zeitpunkt ist heikel: Das bei Avalanche Software in Entwicklung befindliche Hogwarts Legacy 2 gilt als eines der wichtigsten Projekte für Warner Games – und als potenzieller Blockbuster für 2026 oder 2027.
Drei mögliche Käufer – und ihre ganz eigenen Visionen
Netflix – Risiko statt Realismus
Der Streaming-Riese soll bereits Banker engagiert haben, um ein mögliches Angebot vorzubereiten. Netflix experimentiert zwar mit Spielen, konzentriert sich aber bislang auf Mobile-Titel und Cloud-Gaming.
Ein Kauf durch Netflix könnte bedeuten, dass Hogwarts künftig stärker auf Streaming und kleine Formate ausgerichtet wird – ein Risiko für Fans klassischer AAA-Erlebnisse.
Paramount – Die vielversprechendste Option
Paramount gilt laut Branchenquellen als favorisierter Interessent. Nach der Fusion mit Skydance verfügt das Studio über mehrere interne Entwicklerteams, die an großen Franchises wie Marvel’s Avengers: Secret Wars und einem Avatar: The Last Airbender-RPG arbeiten.
Ein Zusammenschluss mit Warner könnte Synergien zwischen Film, Serie und Spiel schaffen – etwa durch eine Verbindung zur geplanten Harry-Potter-Serie auf HBO.
Sony – Die sichere Wahl
Auch Sony soll ein Angebot prüfen – und wäre damit die wohl fansympathischste Lösung. Der Erfolg von Hogwarts Legacy auf der PlayStation könnte dazu führen, dass zeitlich exklusive Inhalte oder Missionen wieder Teil der Strategie werden. Außerdem besitzt Warner mit Rocksteady (Batman: Arkham) noch weitere Marken, die perfekt in Sonys Ökosystem passen würden.
Zwischen kreativer Vision und wirtschaftlichem Druck
Ein Verkauf an einen der Interessenten wäre jedoch nicht ohne Risiko. Branchenanalysten warnen, dass neue Eigentümer oft kurzfristige Gewinne priorisieren, während große Spieleprojekte jahrelange Entwicklungszeiten benötigen.
Das erste Hogwarts Legacy befand sich rund fünf Jahre in Produktion – ein ähnlicher Zeitrahmen ist auch für den Nachfolger zu erwarten. Für Investoren, die schnelle Erfolge wollen, könnte das ein Problem sein.
Trotzdem steht Hogwarts Legacy 2 nicht vor einem Stillstand. Avalanche Software verfügt dank des Erfolgs des Vorgängers über erprobte Tools, Technologie und Erfahrung, um das Fundament auszubauen. Doch der Kurs des Projekts hängt nun entscheidend davon ab, wer künftig das Sagen bei Warner Bros. Games hat.
Ein Spiel zwischen Magie und Macht
Noch arbeitet das Entwicklerteam laut Insidern „hinter verschlossenen Türen“, während die Übernahmegespräche laufen.
Ob Paramount und Sony den kreativen Weg fortsetzen oder Netflix das Franchise in neue Richtungen führt – das Schicksal von Hogwarts Legacy 2 liegt derzeit in den Händen von Managern, nicht Magiern.
Bleibt nur die Frage:
Wird das nächste Hogwarts-Abenteuer aus dieser Krise gestärkt hervorgehen – oder im Schatten der Firmenpolitik verschwinden?

