NewsDOOM Legende John Romero rettet seinen Shooter und findet neuen Publisher nach...

DOOM Legende John Romero rettet seinen Shooter und findet neuen Publisher nach Xbox Aus

Eine der bittersten Geschichten der jüngeren Gaming-Branche bekommt eine überraschend positive Wendung. John Romero, Mitbegründer von id Software und einer der Köpfe hinter DOOM und Quake, hat für sein gefährdetes Shooter-Projekt einen neuen Publisher gefunden. Nachdem die Finanzierung durch Microsoft weggebrochen war und sein Entwicklerstudio von 110 auf zeitweise nur fünf Mitarbeiter schrumpfte, arbeitet Romero inzwischen wieder mit einem größeren Team an einem neuen Spiel. Die ursprüngliche Vision musste dafür allerdings vollständig überarbeitet werden.

John Romero bestätigt neuen Publisher

Die Neuigkeiten stammen direkt von John Romero, der während der Gamescom Asia mit Video Games Chronicle über die schwierige Vergangenheit seines Studios und die aktuelle Entwicklung sprach.

Dabei bestätigte der Entwickler, dass Romero Games inzwischen einen neuen Publishing-Vertrag abgeschlossen hat.

Die Identität des neuen Partners möchte Romero allerdings noch nicht verraten. Auch wann das Projekt offiziell vorgestellt wird, steht bislang nicht fest.

Interessant ist jedoch, dass der neue Publisher dem Entwicklerteam offenbar weitgehend freie Hand lässt.

Nach Romeros Aussagen gibt es keine kreativen Vorgaben, die dem Studio eine bestimmte Richtung aufzwingen.

Stattdessen könne das Team seine eigenen Ideen verfolgen und selbst entscheiden, wie der neue Shooter aussehen soll.

Für Romero ist diese Freiheit besonders wichtig, nachdem sein vorheriges Projekt durch eine Entscheidung des damaligen Finanzierungspartners praktisch über Nacht seine wirtschaftliche Grundlage verloren hatte.

Von 110 Mitarbeitern auf nur fünf Entwickler

Die Ereignisse rund um Romero Games verdeutlichen, wie dramatisch die Situation zwischenzeitlich war.

Das Studio arbeitete ursprünglich mit rund 110 Mitarbeitern an einem ambitionierten Shooter-Projekt.

Die Entwicklung lief bereits seit mehreren Jahren, als die Finanzierung gestrichen wurde.

Hintergrund waren umfassende Sparmaßnahmen innerhalb der Xbox-Sparte von Microsoft.

Im Zuge dieser Umstrukturierungen wurden zahlreiche Stellen abgebaut und mehrere Projekte eingestellt oder neu bewertet.

Auch Romero Games verlor seinen damaligen Publishing-Vertrag.

Die Verantwortlichen versuchten zunächst, das bestehende Team möglichst lange zusammenzuhalten und eine alternative Finanzierung zu finden.

Doch die Suche benötigte Zeit.

Schließlich musste das Studio drastisch verkleinert werden.

Von ursprünglich 110 Mitarbeitern blieben zeitweise lediglich fünf Personen übrig.

Besonders bitter daran war, dass bereits umfangreiche Entwicklungsarbeit geleistet worden war.

Charaktermodelle, Spielmechaniken, Programmcode und weitere Bestandteile des Shooters existierten bereits.

Die ursprüngliche Vision ließ sich mit einem derart kleinen Team jedoch nicht mehr verwirklichen.

Zehn ehemalige Mitarbeiter wurden zurückgeholt

Inzwischen hat sich die Situation zumindest teilweise verbessert.

John Romero bestätigte, dass das Studio zehn ehemalige Mitarbeiter zurückholen konnte.

Dabei handelt es sich vor allem um erfahrene Entwickler, die zuvor leitende Positionen in unterschiedlichen Bereichen innehatten.

Das aktuelle Team besteht damit aus ungefähr 15 bis 16 Personen.

Eine Rückkehr zur früheren Größe ist vorerst nicht geplant.

Romero betrachtet das kleinere Entwicklerteam inzwischen sogar als Vorteil.

Die Mitarbeiter können eng miteinander zusammenarbeiten, Entscheidungen schneller treffen und unmittelbar an der eigentlichen Spielentwicklung mitwirken.

Er selbst verbringt dadurch wieder deutlich mehr Zeit mit dem Entwerfen und Umsetzen von Spielmechaniken.

Statt zahlreiche Besprechungen zwischen unterschiedlichen Abteilungen zu koordinieren, arbeitet er wieder direkt im Unreal Editor.

Gerade diese praktische Arbeit gehört nach seinen Aussagen zu den Dingen, die ihm an der Spieleentwicklung besonders gefallen.

Der ursprüngliche Shooter wird nicht fertiggestellt

Bei aller Freude über die Rettung des Studios gibt es allerdings einen wichtigen Unterschied zur ursprünglichen Planung.

Der damals von Microsoft finanzierte Shooter wird nicht einfach unter einem neuen Publisher fertiggestellt.

Das frühere Projekt war für ein wesentlich größeres Entwicklerteam ausgelegt.

Sein ursprünglicher Umfang wäre mit den derzeit verfügbaren Mitarbeitern nicht mehr zu bewältigen.

Deshalb hat Romero die Spielidee vollständig neu konzipiert.

Das neue Projekt bleibt zwar ein Shooter, unterscheidet sich jedoch grundlegend von der früheren Version.

Trotzdem konnten die Entwickler zahlreiche bereits erstellte Inhalte übernehmen.

Dazu gehören Charaktere, Grafiken, Waffenmodelle, Programmcode und andere technische Grundlagen.

Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass Romero Games nach eigenen Angaben sämtliche Rechte an diesen Materialien besitzt.

Das Studio konnte dadurch auf vorhandene Entwicklungsarbeit zurückgreifen, statt komplett bei null anfangen zu müssen.

Gerade für ein deutlich kleineres Team ist das ein wichtiger Faktor.

Die bereits vorhandenen Inhalte verschaffen den Entwicklern einen erheblichen Vorsprung gegenüber einem vollständig neuen Projekt.

Romero verspricht einen ungewöhnlichen Shooter

Über das eigentliche Spiel möchte John Romero derzeit noch nicht ausführlich sprechen.

Bestätigt ist lediglich, dass es sich weiterhin um einen Shooter handelt.

Alle anderen Bestandteile sollen sich allerdings deutlich von klassischen Genrevertretern unterscheiden.

Schon während eines früheren Auftritts hatte Romero erklärt, dass das Projekt den Spielern Erfahrungen bieten soll, die sie in dieser Form bislang nicht kennen.

Als Vergleich zog er damals Elden Ring heran.

Dabei ging es nicht darum, dessen Spielmechaniken direkt zu übernehmen, sondern um das Gefühl, eine ungewöhnliche und neue Spielerfahrung zu entdecken.

Auch im aktuellen Interview betont Romero, dass sein Team besonders von der neuen Ausrichtung begeistert sei.

Konkrete Einzelheiten zu Schauplätzen, Handlung oder Gameplay gibt es allerdings noch nicht.

Ebenso wenig wurden Zielplattformen oder ein möglicher Veröffentlichungstermin bestätigt.

Ob das Spiel später auch für die PlayStation 5 erscheint, bleibt deshalb offen.

John Romero prägte das Shooter Genre entscheidend

Dass die Rettung seines Projekts Aufmerksamkeit erhält, liegt auch an Romeros außergewöhnlicher Karriere.

Gemeinsam mit John Carmack, Tom Hall und Adrian Carmack gehörte er 1991 zu den Gründern von id Software.

Das Studio entwickelte einige der einflussreichsten Ego-Shooter überhaupt.

Wolfenstein 3D machte 1992 das Genre einem breiteren Publikum zugänglich.

Ein Jahr später folgte DOOM, das mit seiner Geschwindigkeit, seiner düsteren Atmosphäre und seinen technischen Möglichkeiten neue Maßstäbe setzte.

1996 erschien schließlich Quake, das insbesondere durch seine dreidimensionale Spielwelt und seine Multiplayer-Möglichkeiten großen Einfluss auf die weitere Entwicklung des Genres hatte.

Romero war an diesen Projekten maßgeblich beteiligt und wurde zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten der frühen PC-Gaming-Geschichte.

Auch Jahrzehnte später beschäftigt er sich weiterhin intensiv mit dem Shooter-Genre.

Sein aktuelles Projekt soll nun zeigen, welche Möglichkeiten sich mit einem kleineren und unabhängigeren Entwicklerteam ergeben.

Die Krise der Gaming Branche bleibt ein großes Thema

Die Schwierigkeiten von Romero Games stehen beispielhaft für die Veränderungen innerhalb der Videospielindustrie.

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Entwicklerstudios verkleinert, Projekte eingestellt und Mitarbeiter entlassen.

Steigende Entwicklungskosten und wirtschaftliche Unsicherheiten haben dazu geführt, dass selbst erfahrene Teams nicht mehr vor plötzlichen Finanzierungsproblemen geschützt sind.

John Romero hatte diese Entwicklung bereits im Frühjahr deutlich kritisiert.

In unserem Artikel John Romero sieht Spielebranche in ihrer schwierigsten Phase seit Jahrzehnten berichteten wir über seine Einschätzung, dass sich die Industrie in einer besonders schwierigen Phase befindet.

Damals sprach er unter anderem über die zahlreichen Entlassungen und die zunehmende Unsicherheit für Entwickler.

Auch Microsoft befindet sich weiterhin in einem grundlegenden Umbau seiner Gaming-Sparte.

Wie umfangreich diese Veränderungen ausfallen, haben wir bereits in unserem Bericht Xbox wird radikal umgebaut und Ninja Theory droht das Aus aufgegriffen.

Dass Romero Games nach dem Verlust eines derart großen Projekts überhaupt weiterarbeiten konnte, ist deshalb bemerkenswert.

Allerdings darf die positive Entwicklung nicht darüber hinwegtäuschen, dass zahlreiche frühere Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verloren haben.

Die heutige Größe des Studios liegt weiterhin deutlich unter dem ursprünglichen Niveau.

Wann wird John Romeros neuer Shooter vorgestellt?

Einen Termin für die offizielle Enthüllung gibt es bislang nicht.

Auch den Namen des neuen Publishers hält Romero weiterhin geheim.

Fest steht lediglich, dass sich das Projekt in aktiver Entwicklung befindet und der Neustart nach Angaben des Studios gut vorankommt.

Das kleinere Team soll dabei bewusst erhalten bleiben.

Romero möchte künftig möglichst direkt an der Entwicklung beteiligt sein und die kreativen Entscheidungen nicht an zahlreiche Managementebenen abgeben.

Für Fans klassischer Ego-Shooter ist die Nachricht dennoch ein positives Signal.

Nach dem Verlust der Finanzierung und den massiven Entlassungen sah die Zukunft von Romero Games zeitweise ausgesprochen unsicher aus.

Nun arbeitet das Studio wieder an einem Shooter, besitzt einen neuen Finanzierungspartner und konnte zumindest einen Teil seiner ehemaligen Mitarbeiter zurückholen.

Ob daraus tatsächlich ein weiterer wichtiger Genrebeitrag entsteht, bleibt abzuwarten.

Die Grundlage dafür scheint jedenfalls wieder vorhanden zu sein.

Quelle: VGC

Lass uns deine Meinung in den Kommentaren wissen.

Wie hat dir dieser Artikel gefallen?

Amazon

Jetzt einkaufen und unterstützen

*Unsere Seite enthält Affiliate-Links zu Amazon. Ihr unterstützt uns durch eure Einkäufe, ohne dass zusätzliche Kosten für euch anfallen.

Weitere News