Die Resident-Evil-Reihe hat sich über die Jahre immer wieder neu erfunden. Mal stand purer Survival-Horror im Mittelpunkt, mal setzte Capcom stärker auf Action und Spektakel. Mit Resident Evil Requiem versucht das Studio nun, beide Identitäten der Serie in einem Spiel zu vereinen – und liefert damit einen der spannendsten Serienteile der letzten Jahre ab.
Doch funktioniert dieser Spagat wirklich oder verliert sich Requiem zwischen Horror und Blockbuster-Action?
Zwei Perspektiven, zwei Spielerlebnisse
Im Zentrum der rund 14–16 Stunden langen Kampagne stehen zwei spielbare Charaktere mit völlig unterschiedlichen Gameplay-Ansätzen.
Neu eingeführt wird Grace Ashcroft, die Tochter von Alyssa Ashcroft. Ihre Story beginnt düster und persönlich: Auf der Suche nach der Wahrheit rund um den Tod ihrer Mutter gerät sie in die Fänge einer mysteriösen Organisation und findet sich in einer albtraumhaften Einrichtung wieder.
Parallel dazu übernimmt Serienveteran Leon S. Kennedy eine zentrale Rolle, dessen Mission sich zunehmend mit Grace’ Schicksal überschneidet.
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Diese doppelte Perspektive sorgt nicht nur für narrative Spannung, sondern auch für abwechslungsreiches Gameplay.
Gameplay: Klassischer Horror trifft moderne Action
Resident Evil Requiem trennt seine Gameplay-Philosophie bewusst statt sie zu vermischen – und genau das ist eine seiner größten Stärken.
Die Abschnitte mit Grace setzen klar auf klassischen Survival-Horror:
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begrenzte Ressourcen
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langsames, vorsichtiges Erkunden
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ständige Bedrohung durch Gegner
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Fokus auf Atmosphäre und Spannung
Die Level sind eng, verschachtelt und erinnern stark an die ikonischen Schauplätze der frühen Resident-Evil-Teile. Backtracking, Schlüsselmechaniken und cleveres Ressourcenmanagement stehen wieder im Vordergrund, was besonders Fans von Resident Evil 1 und 2 begeistern dürfte.
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Leon hingegen bringt eine völlig andere Dynamik ins Spiel. Seine Kapitel sind actionreicher, größer inszeniert und erinnern stark an die Intensität von Resident Evil 4.
Hier dominieren:
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intensive Gefechte
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größere Areale
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spektakuläre Bosskämpfe
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ein deutlich schnelleres Kampftempo
Dieser Wechsel zwischen Angst und Adrenalin sorgt dafür, dass sich das Spiel nie eintönig anfühlt.
Leveldesign und Spannungskurve
Besonders hervorzuheben ist das Leveldesign. Die Horror-Abschnitte sind extrem atmosphärisch aufgebaut und nutzen Licht, Geräusche und enge Räume gezielt, um permanent Druck aufzubauen.
Ein interessantes Detail: Besiegte Gegner können in mutierte, stärkere Varianten zurückkehren, was dazu führt, dass sichere Wege plötzlich wieder gefährlich werden.
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Das zwingt Spieler dazu, ihre Routen ständig neu zu überdenken – ein Element, das hervorragend zur Survival-Horror-DNA der Reihe passt.
Grafik und Technik: Next-Gen-Niveau
Visuell gehört Resident Evil Requiem zu den stärksten Titeln der aktuellen Generation.
Die RE Engine zeigt einmal mehr, was technisch möglich ist:
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extrem detaillierte Charaktermodelle
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realistische Beleuchtung
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beeindruckende Umgebungsdetails
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sehr hochwertige Animationen
Besonders die düsteren Innenbereiche profitieren enorm von der Lichttechnik und erzeugen eine beklemmende Atmosphäre, die perfekt zum Horror-Setting passt.
Sounddesign: Atmosphärisch und intensiv
Auch akustisch überzeugt Requiem auf ganzer Linie.
Während Grace’ Abschnitte stark auf bedrückende Stille, subtile Geräusche und psychologischen Horror setzen, liefern Leons Sequenzen einen deutlich wuchtigeren Soundmix mit treibender Musik und intensiven Kampfsounds.
Das Zusammenspiel aus Sound, Umgebung und Inszenierung sorgt für eine konstant dichte Atmosphäre.
Perspektivenfreiheit als modernes Feature
Ein weiteres Highlight: Das Spiel erlaubt sowohl eine First-Person- als auch Third-Person-Perspektive.
Diese Flexibilität gibt Spielern die Möglichkeit, das Erlebnis individuell anzupassen – egal ob klassischer Horror-Fokus oder actionlastige Steuerung bevorzugt wird.
Story und Inszenierung
Die Handlung wagt große erzählerische Schritte und erweitert das Resident-Evil-Universum sinnvoll.
Besonders die Verbindung zwischen Grace und Leon sorgt für emotionale Tiefe und narrative Spannung. Zwar nimmt die Story einige riskante Wendungen, bleibt aber insgesamt fesselnd und gut inszeniert.
Fazit: Ein starkes Gesamtpaket für Horror- und Action-Fans
Resident Evil Requiem ist ein mutiger und hochwertig produzierter Serienteil, der die zwei wichtigsten Seiten der Franchise gekonnt kombiniert.
Statt sich auf eine Richtung festzulegen, bietet das Spiel gezielt Horror für Puristen und actionreiche Sequenzen für moderne Fans – ohne dass sich eines davon fehl am Platz anfühlt.
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Gerade diese Balance macht Requiem zu einem der interessantesten Resident-Evil-Titel der letzten Jahre.
Pro:
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Starke Mischung aus Horror und Action
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Atmosphärisches Leveldesign
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Sehr hochwertige Grafik (Next-Gen)
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Zwei abwechslungsreiche Kampagnen
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Flexible Perspektive (First & Third Person)
Contra:
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Tonale Wechsel könnten nicht jedem gefallen
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Story nimmt teilweise große, riskante Wendungen
Wertung (PlayStationInfo-Empfehlung): 8,0 / 10 – Sehr gut
Ein atmosphärisch dichter, technisch beeindruckender und spielerisch abwechslungsreicher Resident-Evil-Titel, der die Stärken der Reihe modern interpretiert.









Die Wertung von 8,0 klingt fair. Insgesamt wirkt das Spiel solide, auch wenn die Story einige riskante Wendungen hat.
Grafik und Sound werden gelobt, das macht neugierig. Atmosphärische Bereiche gefallen mir besonders.
Die Idee, dass besiegte Gegner stärker zurückkommen können, macht das interessant. Das erhöht wohl die Spannung beim Erkunden.
Die unterschiedlichen Herangehensweisen von Grace und Leon klingen abwechslungsreich. Hoffe, die Balance bleibt gut.
Gut, dass man zwischen First- und Third-Person wählen kann. So kann man das Spiel an den eigenen Stil anpassen.
Die Spielzeit von 14–16 Stunden passt gut. Schade nur, wenn die tonalen Wechsel manche stören könnten.
Klingt spannend mit den zwei Perspektiven. Ich finde die Mischung aus Horror und Action interessant.