Es gibt Spiele, die wollen laut beeindrucken – mit Action, Explosionen und schnellen Kämpfen. Und dann gibt es Spiele wie Star Trek: Voyager – Across the Unknown. Ein Titel, der bewusst einen anderen Weg geht. Kein hektisches Action-Feuerwerk, sondern ein ruhiges, strategisches Abenteuer, das vor allem eines versucht: das Gefühl einzufangen, als Captain der Voyager fernab der Heimat Entscheidungen treffen zu müssen.

Story & Aufbau – Episodenstruktur im Delta-Quadranten
Die Handlung setzt nach einem folgenschweren Ereignis an, das die Voyager erneut weit weg von der Heimat in den Delta-Quadranten katapultiert. Das Schiff ist beschädigt, die Crew angeschlagen und der Weg nach Hause ungewiss.
Die Kampagne ist in 12 Kapitel unterteilt, die jeweils einen neuen Sektor repräsentieren. Diese Struktur erinnert stark an die Episodenform der Serie: Jede Region bringt neue Probleme, moralische Entscheidungen und unerwartete Begegnungen mit sich.

- verlassene Kolonien
- fremde Planeten
- Notrufe
- Handelsstationen
- mysteriöse Anomalien
Jeder dieser Orte erzählt kleine Geschichten und bietet Entscheidungen mit echten Konsequenzen. Genau dieses „Problem der Woche“-Gefühl passt hervorragend zur DNA von Star Trek: Voyager.
Gameplay – Strategie, Ressourcen und Verantwortung
Im Kern basiert das Gameplay auf einem zyklischen, fast rundenbasierten System. Jede Aktion – Reisen, Forschen, Reparieren oder Erkunden – verbraucht Ressourcen. Besonders wichtig sind dabei Deuterium, Energie, Nahrung und Moral der Crew.
Und genau hier entfaltet das Spiel seine große Stärke:
Man spürt ständig den Druck des Kommandos.

Dieses permanente Abwägen zwischen Risiko und Sicherheit sorgt für eine sehr intensive Spielerfahrung, die sich deutlich von klassischen Strategie- oder Storyspielen unterscheidet.
Entscheidungen & Konsequenzen – Der wahre Kern des Spiels
Across the Unknown lebt von Entscheidungen. Fast jede Begegnung bietet mehrere Lösungswege, die oft an Schiff-Upgrades, Forschung oder vorherige Storyentscheidungen gekoppelt sind.
Ein scheinbar harmloses Ereignis kann schnell eskalieren:
- Man plündert Ressourcen → Crew wird verletzt
- Man geht ein Risiko ein → doppelte Belohnung oder Katastrophe
- Man ignoriert eine Station → späterer Nachteil
Das Spiel zwingt einen ständig dazu, mit unperfekten Optionen zu leben. Und genau das fühlt sich unglaublich authentisch nach Star Trek an.
Schiffsausbau & Management – Voyager als Herzstück
Ein besonders motivierender Aspekt ist der Wiederaufbau und die Anpassung der Voyager selbst. Zu Beginn ist das Schiff stark beschädigt und muss Schritt für Schritt wieder aufgebaut werden.
Dabei stehen viele strategische Entscheidungen im Fokus:
- Fokus auf Waffen und Verteidigung
- Komfort und Moral der Crew
- Forschung und Technologie
- Versorgungssysteme wie Nahrung oder Energie

Dieser Balanceakt sorgt für langfristige Motivation und ein echtes Gefühl von Fortschritt über die Kapitel hinweg, da der Zustand des Schiffes immer übernommen wird.
Raumkämpfe & Außenmissionen – Thematisch stark, spielerisch solide
Die Raumkämpfe sind bewusst strategisch gehalten. Die Voyager wird automatisch gesteuert, während der Spieler Entscheidungen trifft:
- Zielsysteme auswählen
- Torpedos taktisch einsetzen
- Reparaturen priorisieren
- Schildausrichtung beachten
Das passt hervorragend zur Star-Trek-Inszenierung, wirkt aber nach längerer Spielzeit etwas repetitiv.
Außenmissionen funktionieren als skillbasierte Events. Vor jeder Mission wählt man Crewmitglieder mit passenden Fähigkeiten wie Technik, Medizin oder Sicherheit. Auch hier gibt es Risiken – inklusive möglicher Verluste. Diese Mechanik sorgt für zusätzliche Spannung und stärkt die Bindung zur Crew.
Atmosphäre & Fanservice – Eine Liebeserklärung an Voyager
Hier spielt das Spiel seine größte Stärke aus. Across the Unknown fühlt sich stellenweise wie eine interaktive Staffel der Serie an.

Die Atmosphäre ist ruhig, nachdenklich und stark auf Immersion ausgelegt. Besonders auf der PS5 im Wohnzimmer entfaltet das Spiel seine Wirkung, da man sich richtig in die Rolle des Captains hineinversetzt fühlt.
Technik & Präsentation auf PS5
Technisch ist das Spiel solide, aber kein grafisches Blockbuster-Erlebnis. Die Präsentation ist funktional und erinnert teilweise an klassische PC-Strategietitel.
Positiv:
- stabile Performance auf PS5
- gute Lesbarkeit auf großem Bildschirm
- atmosphärischer Soundtrack
- passende Sci-Fi-Optik
Negativ:
- Interface wirkt stellenweise etwas überladen
- nicht alle Charaktere vollständig vertont
- Präsentation insgesamt eher zweckmäßig
Die neu hinzugefügte Sprachausgabe bekannter Stimmen ist ein schönes Extra, auch wenn sie nicht durchgehend eingesetzt wird.
Langzeitmotivation & Wiederspielwert
Durch die vielen Entscheidungen, zufälligen Events und unterschiedlichen Ausbauwege der Voyager besitzt das Spiel einen überraschend hohen Wiederspielwert.

Allerdings kann der RNG-Faktor (Zufall) gelegentlich frustrierend sein, besonders wenn mehrere negative Ereignisse hintereinander auftreten.
Kritikpunkte – Kleine Schwächen eines ambitionierten Titels
Trotz der starken Atmosphäre ist das Spiel nicht perfekt:
- Raumkämpfe können auf Dauer monoton wirken
- Zufallsfaktor sorgt gelegentlich für Frust
- Interface wirkt teilweise wie ein PC-Port
- Präsentation nicht auf AAA-Niveau
- kein freies Speichern, starkes Autosave-System
Auch die technische Inszenierung erreicht nicht ganz die Ambitionen des Spiels, was man besonders an der eher schlichten Darstellung merkt.
Bewertung
Gesamtwertung: ⭐ 8 / 10
✅ Pro
- Sehr authentisches Star-Trek-Gefühl
- Starke Entscheidungsfreiheit mit echten Konsequenzen
- Tiefer Strategie- und Management-Ansatz
- Hohe Immersion als Captain der Voyager
- Gute Atmosphäre und Fanservice
- Hoher Wiederspielwert durch unterschiedliche Entscheidungen
- Besonders stark für Fans der Serie
❌ Contra
- Kämpfe werden mit der Zeit repetitiv
- RNG kann frustrierend sein
- Präsentation eher zweckmäßig als modern
- Interface teilweise etwas überladen
- Nicht für Action-Spieler geeignet
Fazit
Star Trek: Voyager – Across the Unknown ist kein Spiel für jeden – aber ein echtes Highlight für Fans der Serie und für Spieler, die strategische Entscheidungen und ruhiges Gameplay schätzen.
Es schafft etwas, das nur wenige Lizenzspiele erreichen: Es fühlt sich wirklich wie Star Trek an. Die Verantwortung für Crew, Ressourcen und Schiff erzeugt eine besondere Immersion, die weit über klassische Sci-Fi-Spiele hinausgeht.
Trotz kleiner Schwächen bei Präsentation und Kampfsystem bleibt ein durchweg fesselndes Erlebnis, das vor allem auf der PS5 in entspannter Atmosphäre hervorragend funktioniert.
Für Star-Trek-Fans ist es ein liebevoll gemachtes, tiefes Abenteuer – kein perfektes Spiel, aber definitiv ein sehr gutes. Und genau deshalb absolut empfehlenswert.











Für Fans wohl ein schönes Erlebnis. Autosaves finde ich nicht ideal, aber die Atmosphäre und das Management klingen stimmig.
Guter Überblick. Die Ressourcenverwaltung und die moralischen Entscheidungen sprechen mich an. Schade, dass die Kämpfe auf Dauer eintönig sein können.
Klingt interessant. Mir gefällt, dass das Spiel wie die Serie wirkt und Entscheidungen wichtig sind. Die Technik scheint in Ordnung, aber nichts Spektakuläres.