Sonntag, Februar 15, 2026
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Test: Disciples: Domination (PS5) – Düsteres Strategie-RPG mit starken Ideen und klassischem Kern

Mit Disciples: Domination kehrt die traditionsreiche Dark-Fantasy-Reihe nach Nevendaar zurück – und das mit einem klaren Fokus auf rundenbasierte Strategie, düstere Atmosphäre und taktische Entscheidungen. Entwickelt von Artefacts Studio und veröffentlicht von Kalypso Media, richtet sich der Titel vor allem an Spieler, die klassische Strategie-RPGs mit Story-Tiefe und methodischem Gameplay zu schätzen wissen.

Doch kann der neue Ableger wirklich an die Stärke früherer Disciples-Titel anknüpfen, oder bleibt er eher ein solides, aber konservatives Comeback?


Rückkehr nach Nevendaar – Düster, ernst und erzählerisch getragen

Die Geschichte setzt rund 15 Jahre nach den Ereignissen rund um Königin Avyanna an. Der einst errungene Frieden ist brüchig geworden, und eine neue, mysteriöse Bedrohung breitet sich in der Welt aus. Intrigen, Wahnsinn und dunkle Mächte stehen erneut im Mittelpunkt der Handlung.

Positiv fällt sofort auf, dass Disciples: Domination seine Story sehr ernst nimmt. Statt bloßer Hintergrundkulisse spielt die Erzählung eine tragende Rolle im Spielfortschritt. Entscheidungen haben spürbare Auswirkungen, und moralische Konflikte sind kein seltenes Element, sondern ein zentraler Bestandteil der Spielerfahrung.

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Gerade Fans von Dark-Fantasy-Welten werden sich hier schnell wohlfühlen. Nevendaar wirkt düster, angeschlagen und glaubwürdig – eine Welt, die nicht glänzen will, sondern bewusst rau und bedrückend inszeniert ist.


Gameplay – Klassische Strategie trifft moderne Zugänglichkeit

Im Kern bleibt Disciples: Domination ein rundenbasiertes Strategie-RPG, das stark auf taktische Planung und Einheitenmanagement setzt. Die Kämpfe finden auf einem Grid-System statt, was dem Spiel eine klare Struktur und Übersicht verleiht.

Das Kampfsystem verlangt Geduld statt hektischer Reaktionen. Jede Einheit, jede Fähigkeit und jede Positionierung kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Besonders gelungen ist die Kombination aus:

  • Fraktionsfähigkeiten
  • Einheiten-Synergien
  • taktischer Positionierung
  • situationsabhängigen Entscheidungen

Gerade in längeren Gefechten entfaltet sich die strategische Tiefe. Statt stumpf Einheiten vorzuschicken, muss man sinnvoll kombinieren, Buffs einsetzen und Gegner analysieren. Das sorgt für ein angenehm entschleunigtes, aber dennoch forderndes Gameplay.


Taktische Kämpfe – Durchdacht, aber bewusst klassisch

Die rundenbasierten Schlachten gehören klar zu den stärksten Elementen des Spiels. Das Grid-System sorgt für Übersicht und strategische Klarheit, während dynamische Ereignisse und Fähigkeiten zusätzliche Tiefe ins Kampfsystem bringen.

Einheiten lassen sich rekrutieren, verbessern und gezielt einsetzen. Dabei spielen Synergien eine wichtige Rolle – manche Einheiten entfalten ihr volles Potenzial erst im Zusammenspiel mit anderen.

Allerdings merkt man auch, dass Disciples: Domination bewusst konservativ bleibt. Das Kampfsystem ist solide und durchdacht, aber nicht revolutionär. Wer Innovation im Genre sucht, wird hier eher bekannte Mechaniken in moderner Präsentation finden.


Erkundung & Quests – Viel Inhalt mit Dark-Fantasy-Flair

Neben den Kämpfen steht die Erkundung der Welt von Nevendaar im Mittelpunkt. Neue Regionen, Charaktere, Gefährten und Fraktionen sorgen für Abwechslung im Spielverlauf.

Besonders interessant ist die Rolle der Zwerge und anderer Fraktionen, die je nach Entscheidungen Verbündete oder Gegner werden können. Diese Entscheidungsfreiheit verleiht dem Spiel eine gewisse narrative Dynamik.

Die Quests sind größtenteils storygetrieben und passen gut zur düsteren Atmosphäre. Statt belangloser Nebenaufgaben setzt das Spiel eher auf erzählerische Einbindung, was die Immersion stärkt.


Atmosphäre & Präsentation – Düster, stimmig und konsequent

Visuell setzt Disciples: Domination auf eine klare Dark-Fantasy-Ästhetik. Die Welt ist düster, detailreich und stilistisch konsistent umgesetzt. Keine übertriebene Farbenpracht, sondern eine eher ernste, melancholische Optik, die gut zur Handlung passt.

Der Soundtrack unterstreicht diese Stimmung sehr gelungen. Ruhige, atmosphärische Musik begleitet die Erkundung, während Kämpfe musikalisch intensiver inszeniert werden. Gerade mit Kopfhörern entfaltet sich hier eine dichte Atmosphäre.

Technisch läuft die PS5-Version stabil und flüssig. Ladezeiten sind angenehm kurz, und auch in größeren Schlachten bleibt die Performance konstant.


Einstieg & Zugänglichkeit – Für Strategiefans gemacht

Disciples: Domination richtet sich klar an Fans von rundenbasierten Strategie-RPGs. Das Spiel nimmt sich Zeit, Mechaniken zu erklären, ohne dabei zu stark zu vereinfachen.

Neulinge im Genre könnten anfangs etwas Zeit brauchen, um sich an das Tempo und die taktische Tiefe zu gewöhnen. Wer jedoch Spiele wie klassische Strategie-RPGs oder taktische Titel mag, wird sich schnell einfinden.

Positiv ist, dass das Spiel nicht überladen wirkt. Menüs, Systeme und Mechaniken bleiben übersichtlich und nachvollziehbar.


Umfang & Preis-Leistung – Solide, aber nicht spektakulär

Mit einer Standard Edition (49,99 €) und einer Deluxe Edition (59,99 €) positioniert sich Disciples: Domination im mittleren Preissegment. Der Umfang ist ordentlich, besonders durch:

  • Story-Kampagne
  • neue Regionen
  • Gefährten und Fraktionen
  • taktische Entscheidungen mit Auswirkungen

Die Deluxe-Inhalte (Kosmetik, Soundtrack, digitales Kompendium) sind nett, aber kein Muss für das Kernerlebnis.


Kritikpunkte – Gute Basis, wenig Risiko

So solide das Gesamtpaket ist, ganz ohne Kritik kommt Disciples: Domination nicht aus:

  • Das Kampfsystem ist stark, aber wenig innovativ
  • Teilweise gemächliches Spieltempo
  • Präsentation funktional, aber nicht spektakulär AAA
  • Könnte für Action-orientierte Spieler zu langsam wirken

Gerade wer ein modernes, dynamisches Strategie-Erlebnis erwartet, könnte das Spiel als etwas zu klassisch empfinden.


Fazit – Ein solides, düsteres Strategie-RPG für Genre-Fans

Disciples: Domination ist kein lauter Neustart, sondern eine ruhige, konsequente Weiterentwicklung der Reihe. Das Spiel setzt auf Atmosphäre, taktische Tiefe und eine ernst erzählte Dark-Fantasy-Story statt auf schnelle Effekte oder übertriebene Innovation.

Die PS5-Version läuft stabil, bietet eine gute Steuerung und sorgt für ein angenehm entschleunigtes Strategie-Erlebnis, das vor allem Fans klassischer rundenbasierter Titel ansprechen dürfte.

Wer tiefgehende Taktik, düstere Welten und strategische Entscheidungen liebt, bekommt hier ein stimmiges Gesamtpaket. Wer hingegen spektakuläre Neuerungen oder ein schnelles Gameplay sucht, sollte seine Erwartungen entsprechend anpassen.


Bewertung: 7,5 / 10

✅ Stärken

  • Atmosphärische Dark-Fantasy-Welt
  • Taktisch durchdachte rundenbasierte Kämpfe
  • Starke Story mit Entscheidungsfreiheit
  • Gute PS5-Performance
  • Stimmiger Soundtrack und Atmosphäre

❌ Schwächen

  • Wenig Innovation im Gameplay
  • Teilweise langsames Spieltempo
  • Eher konservatives Design im Genrevergleich


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