Eine erfolgreiche Europäische Bürgerinitiative bringt die Europäische Kommission dazu, sich mit einem Thema zu befassen, das Millionen Spieler betrifft: Was passiert mit Videospielen, wenn Publisher den Online-Support einstellen?
Rund 1,3 Millionen Menschen aus allen EU-Mitgliedstaaten haben die Initiative „Stop Destroying Videogames“ unterstützt. Damit ist sie die 14. erfolgreiche Europäische Bürgerinitiative seit Einführung des Instruments im Jahr 2012.
Worum es der Initiative konkret geht
Im Fokus stehen Spiele, die nur mit permanenter Internetverbindung, Serveranbindung oder Telemetrie funktionieren. Wird der Support eingestellt, können diese Titel aus der Ferne unspielbar werden – obwohl sie zuvor regulär verkauft wurden.
Die Initiatoren fordern deshalb, dass Publisher verpflichtet werden, Spiele in einem weiterhin funktionsfähigen Zustand zu hinterlassen, wenn sie den Support beenden. Das bedeutet nicht, dass Unternehmen die Server dauerhaft betreiben müssen. Vielmehr sollen Spieler die Möglichkeit erhalten, die notwendige Infrastruktur selbst zu betreiben – etwa durch Offline-Modi oder Community-Server.
Die Argumentation: In anderen Branchen sei es unüblich, dass ein verkauftes Produkt im Nachhinein faktisch „deaktiviert“ werden kann.
Was die EU-Kommission nun tun muss
Durch den Erfolg der Initiative ist die Kommission verpflichtet:
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Das Anliegen offiziell zu prüfen
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Gespräche mit den Initiatoren zu führen
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Innerhalb von sechs Monaten zu erklären, ob ein Gesetzesvorschlag erarbeitet wird oder nicht
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Eine Anhörung im EU-Parlament zu ermöglichen
Ob es tatsächlich zu neuen Regeln für Spielehersteller kommt, ist damit noch offen – das Thema steht jedoch offiziell auf der politischen Agenda.
Direkte Demokratie trifft Gaming
Die Europäische Bürgerinitiative ist ein Instrument der direkten Demokratie. Innerhalb eines Jahres müssen mindestens eine Million Unterschriften aus sieben EU-Staaten gesammelt werden, damit die Kommission tätig werden muss.
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Dass nun ein Gaming-Thema diese Hürde genommen hat, zeigt, wie relevant die Problematik für viele Verbraucher geworden ist.
Für Spieler geht es dabei um eine zentrale Frage: Soll ein gekauftes Spiel auch Jahre später noch nutzbar sein – selbst wenn der Publisher sich zurückzieht?
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