Ubisoft hat die Marke Watch Dogs offenbar noch nicht vollständig aufgegeben. Unternehmenschef Yves Guillemot bezeichnete die Reihe bei einem Treffen mit Investoren weiterhin als wichtig für den französischen Publisher. Gleichzeitig machte er deutlich, dass sich derzeit kein neues Watch Dogs in Entwicklung befindet. Mit einer baldigen Rückkehr der Hacker-Reihe sollten Fans daher nicht rechnen.
Die Aussage ist vor allem deshalb interessant, weil Watch Dogs in Ubisofts aktueller Spieleplanung kaum noch eine erkennbare Rolle spielt. Seit der Veröffentlichung von Watch Dogs Legion im Jahr 2020 ist kein neuer Teil erschienen. Während Reihen wie Assassin’s Creed regelmäßig fortgesetzt werden und auch Far Cry weiterhin zu den großen Marken des Unternehmens gehört, herrscht bei Watch Dogs seit mehreren Jahren weitgehend Funkstille.
Kein neues Watch Dogs in Entwicklung
Wie Video Games Chronicle unter Berufung auf einen Bericht von Game File schreibt, äußerte sich Guillemot Anfang Oktober während der jährlichen Investorenversammlung von Ubisoft zur Zukunft der Marke.
Nach der übersetzten Aussage des Ubisoft-Chefs ist Watch Dogs momentan keinem der neuen sogenannten Creative Houses des Publishers zugeordnet. Ein neues Spiel befindet sich somit offenbar nicht in aktiver Produktion. Guillemot deutete lediglich an, dass die Reihe möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen werden könnte.
Die genaue Formulierung lässt allerdings Interpretationsspielraum. In der englischen Übersetzung ist davon die Rede, dass Watch Dogs möglicherweise „remade“ werden könnte. Damit muss nicht zwangsläufig ein klassisches Remake des ersten Spiels gemeint sein. Ebenso denkbar ist, dass Guillemot lediglich von einer späteren Neuaufstellung oder Wiederbelebung der gesamten Marke gesprochen hat.
Eine Ankündigung oder Bestätigung für ein Watch Dogs Remake liegt derzeit nicht vor. Auch zu einem möglichen vierten Hauptteil gibt es keine offiziellen Informationen.
Ubisoft bezeichnet die Reihe weiterhin als wichtig
Immerhin widerspricht Guillemots Aussage dem Eindruck, Ubisoft habe Watch Dogs dauerhaft abgeschrieben. Noch Anfang 2026 hieß es in einem Bericht, das Franchise gelte intern als „komplett tot“. Über diese damaligen Hinweise haben wir bereits in unserem Artikel Ubisoft beendet Watch Dogs berichtet.
Die aktuelle Stellungnahme zeichnet nun ein etwas differenzierteres Bild. Watch Dogs besitzt für Ubisoft demnach weiterhin einen gewissen Wert, steht bei den laufenden Projekten aber nicht weit oben auf der Prioritätenliste. Das bedeutet: Die Tür für eine Rückkehr bleibt grundsätzlich offen, konkrete Arbeiten haben jedoch offenbar noch nicht begonnen.
Selbst wenn Ubisoft demnächst grünes Licht für einen neuen Teil geben würde, wäre aufgrund der üblichen Entwicklungszeiten großer Open-World-Spiele mit einer Veröffentlichung erst in mehreren Jahren zu rechnen.
Die neue Ubisoft Struktur spielt eine wichtige Rolle
Die Aussagen fallen in eine Phase, in der Ubisoft seine internen Strukturen umfassend verändert. Der Publisher hat seine Entwicklungsteams in mehrere weitgehend eigenständige Creative Houses aufgeteilt. Diese sollen sich jeweils auf bestimmte Marken, Genres und Zielgruppen konzentrieren und zugleich stärker für den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Projekte verantwortlich sein.
Im Zuge dieser Umstrukturierung wurden mehrere Spiele eingestellt, andere Projekte verschoben und Studios geschlossen. Ubisoft versucht damit, Kosten zu reduzieren und seine Ressourcen stärker auf Marken zu konzentrieren, denen das Unternehmen besonders große Erfolgschancen einräumt.
Watch Dogs hat innerhalb dieses Systems momentan offenbar noch keine feste Heimat. Solange die Reihe keinem Creative House zugeordnet und mit einem konkreten Entwicklerteam ausgestattet wird, dürfte sich an der aktuellen Situation wenig ändern.
Watch Dogs Legion blieb hinter den Vorgängern zurück
Der erste Teil erschien 2014 und machte das Hacken vernetzter Städte zum zentralen Spielelement. Trotz Diskussionen über die im Vergleich zur frühen Präsentation schwächere Grafik entwickelte sich Watch Dogs zu einem kommerziell erfolgreichen Start für die neue Marke.
Watch Dogs 2 folgte 2016 und verlagerte die Handlung von Chicago nach San Francisco. Der zweite Teil wurde von vielen Spielern für seine offenere Spielwelt, den leichteren Ton und die größeren spielerischen Freiheiten gelobt.
Mit Watch Dogs Legion wagte Ubisoft 2020 einen deutlich experimentelleren Ansatz. Statt eines festen Hauptcharakters konnten nahezu alle Bewohner des futuristischen Londons rekrutiert und gespielt werden. Das System bot zahlreiche Möglichkeiten, erschwerte nach Ansicht vieler Spieler jedoch den Aufbau einer emotionalen Verbindung zur Handlung und zu den Figuren.
In unserem damaligen Test zu Watch Dogs Legion haben wir uns ausführlich mit diesem ungewöhnlichen Konzept beschäftigt. Die Kritiken zum Spiel fielen insgesamt ordentlich aus, erreichten jedoch nicht das Niveau, das Ubisoft vermutlich für eine langfristig wichtige Open-World-Marke erwartet hatte.
Die Marke bleibt außerhalb der Spiele aktiv
Vollständig verschwunden ist Watch Dogs trotzdem nicht. Eine Verfilmung der Reihe befindet sich weiterhin in Arbeit. Die Dreharbeiten wurden bereits 2024 abgeschlossen, einen verbindlichen Veröffentlichungstermin gibt es bislang jedoch nicht.
Ein erfolgreicher Film könnte das Interesse an der Spielemarke erneut erhöhen. Ob Ubisoft seine weiteren Pläne tatsächlich vom Abschneiden der Verfilmung abhängig macht, ist allerdings nicht bekannt.
Für Fans ist die aktuelle Nachricht daher nur eingeschränkt positiv. Ubisoft betrachtet Watch Dogs weiterhin als bedeutende Marke und schließt eine spätere Rückkehr nicht aus. Ein neues Spiel, ein Remake oder ein Reboot wurde jedoch nicht angekündigt. Bis sich das ändert, bleibt Watch Dogs eine bekannte Ubisoft-Reihe ohne aktives Spieleprojekt.
Quelle:https://www.gamefile.news/p/review-ghost-of-yotei-echoes-of-sekigahara
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Guter Artikel. Schade, dass kein neues Watch Dogs in Arbeit ist. Die Umstrukturierung erklärt viel. Ein Film könnte die Marke wieder beleben. Wir müssen wohl weiter warten.
Die Umstrukturierung erklärt viel. Ein Remake oder Reboot wäre interessant, aber bis dahin heißt es abwarten und sehen, was passiert.
Schade, dass gerade kein neues Spiel entsteht. Gut zu wissen, dass Ubisoft die Marke nicht komplett aufgegeben hat. Vielleicht bringt der Film neues Interesse.