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Razer Raiju V3 Pro im Test – Wenn der DualSense plötzlich schüchtern wirkt

Pro-Controller für die PS5 gibt es inzwischen einige, aber so richtig spannend wurde es erst mit dem Razer Raiju V3 Pro. Razer verspricht: ein kabelloser PS5-Controller, entwickelt mit E-Sport-Profis, symmetrische TMR-Sticks, sechs zusätzliche Tasten, HyperTriggers – kurz: ein Pad, das dir in Call of Duty, Fortnite, Battlefield 6 & Co. buchstäblich die letzten Millisekunden rausholt.

Ich habe den Raiju V3 Pro mehrere Tage im Dauereinsatz gehabt – von Shootern über Action-Games bis hin zu gemütlichen Abenden mit RPGs – und kann sagen: Das Ding ist ein Biest. Aber eins mit Charakter, Stärken und ein paar Macken.

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Design & Verarbeitung – Es fühlt sich nach „Pro“ an

Razer Raiju V3 Pro im Test – Wenn der DualSense plötzlich schüchtern wirkt - PlayStationInfoOptisch erinnert der Raiju V3 Pro ein bisschen an eine Mischung aus DualSense und Razers Wolverine-Serie:
breiter Mittelteil, ausgeprägte Griffe, symmetrische Sticks wie beim PlayStation-Layout und eine Oberfläche mit griffiger Textur.

In der Hand liegt er:

  • etwas größer und voluminöser als ein DualSense / DualSense Edge – perfekt für mittlere bis große Hände
  • erstaunlich leicht, was anfangs ungewohnt ist, aber bei langen Sessions Gold wert ist
  • sehr stabil – nichts knarzt, die Griffe wirken hochwertig gummiert

Razer packt ordentlich Zubehör in die Box:

  • 2,4-GHz-Dongle für PS5/PC
  • abnehmbares USB-C-Kabel
  • Austauschbare Thumbstick-Kappen
  • vier Back-Paddles + zwei „claw grip“-Bumper, die man entfernen oder tauschen kann

Razer Raiju V3 Pro im Test – Wenn der DualSense plötzlich schüchtern wirkt - PlayStationInfoPlus: ein solides Case, damit der Controller den Weg zu Turnieren/Freunden ohne Kratzer überlebt. Das Gesamtpaket schreit schon beim Auspacken „Premium“.


Technik unter der Haube – TMR-Sticks & HyperTriggers

Das große Buzzword beim Raiju V3 Pro sind die TMR-Thumbsticks (Tunneling Magnetoresistance). Die sollen laut Razer nicht nur präziser sein, sondern vor allem Stick-Drift praktisch ausschließen, weil kein klassisches Potentiometer mehr verbaut ist.

In der Praxis:

  • Die Sticks fühlen sich sehr präzise, gleichmäßig und angenehm straff an.
  • Feine Mikrobewegungen in Shootern (Snipen, Tracken) gehen leichter von der Hand als beim Standard-DualSense.
  • Deadzones lassen sich per Software anpassen – auf PC mit Razer Synapse, auf Konsole über die Mobile-App.

Razer Raiju V3 Pro im Test – Wenn der DualSense plötzlich schüchtern wirkt - PlayStationInfoDazu kommen die Razer Pro HyperTriggers:

  • Auf der Rückseite hat jeder Trigger einen Schieberegler:
    • Stellung 1: normaler, analoger Trigger – ideal für Rennspiele oder Singleplayer.
    • Stellung 2: superkurzer, digitaler „Klick“ wie bei einer Maustaste – perfekt für Shooter.
  • Das fühlt sich im „Hyper“-Modus wirklich brutal schnell an – einmal umgewöhnt, will man in kompetitiven Games kaum zurück.

Razer Raiju V3 Pro im Test – Wenn der DualSense plötzlich schüchtern wirkt - PlayStationInfoDie Facebuttons und Zusatzbuttons sind wie von Razer gewohnt mecha-tactile, also sehr klare, klickende Eingaben – man spürt und hört den Druckpunkt. Wer weiche Buttons mag, muss sich umstellen; wer Tastatur-Feeling mag, wird sie feiern.


Zusatztasten & Anpassung – 6 Extra-Buttons, wenn du sie brauchst

Der Raiju V3 Pro bietet:

  • 4 Back-Paddles auf der Unterseite
  • 2 zusätzliche Bumper oben (für „Claw Grip“)

Alle sechs Buttons sind frei belegbar und können bei Bedarf physisch entfernt werden (Razer legt passende Blenden und Werkzeug bei).

Im Alltag:

  • In Shootern lege ich dort Springen, Nachladen, Ducken, Platten anlegen etc. – ohne den Daumen vom Stick zu nehmen.
  • In Action-Games wandern Spezialfähigkeiten, Ausweichen oder Waffenwechsel auf die Paddles.
  • Für gemütliche Spiele kann man die meisten Zusatzbuttons einfach stilllegen oder abbauen und den Controller „entschärfen“.

Konfiguriert wird das Ganze:

  • per Razer Synapse am PC
  • oder per Razer Mobile App, mit der man Profile, Stick-Kurven, Trigger-Verhalten und Button-Belegung einstellen kann.

Razer Raiju V3 Pro im Test – Wenn der DualSense plötzlich schüchtern wirkt - PlayStationInfoProfile lassen sich auf dem Controller speichern – praktisch, wenn man zwischen Games hin- und herwechselt.


Verbindung & Akku – Lag-frei und ausdauernd

Der Controller verbindet sich nicht direkt per Bluetooth mit der PS5, sondern über einen 2,4-GHz-Dongle. Das klingt erstmal umständlicher, hat aber Vorteile:

  • Sehr niedrige Latenz – gefühlt auf DualSense-Niveau, teils sogar drunter.
  • Stabile Verbindung ohne Aussetzer, selbst im vollgestopften Wohnzimmer.

Alternativ kann man ihn natürlich auch per USB-C-Kabel betreiben.

Beim Akku legt Razer nach:
Tests und Daten sprechen von bis zu ~36 Stunden Spielzeit, abhängig von Beleuchtung und Nutzung.
Im Alltag bedeutet das: mehrere Abende zocken, ohne ans Laden denken zu müssen – hier hat der DualSense ganz klar das Nachsehen.


Spielpraxis – Wo der Raiju glänzt

Shooter & kompetitive Games

Razer Raiju V3 Pro im Test – Wenn der DualSense plötzlich schüchtern wirkt - PlayStationInfoHier fühlt sich der Raiju V3 Pro zu Hause. In Spielen wie Call of Duty, Battlefield, Apex oder kommenden E-Sport-Titeln macht sich das Paket aus TMR-Sticks, HyperTriggers und Paddles sofort bemerkbar:

  • Schnelles Anvisieren durch kurze Triggerwege
  • präzises Tracken von Gegnern
  • Wichtige Funktionen immer unter den Fingern

Man merkt, dass der Controller in Zusammenarbeit mit E-Sport-Profis entworfen wurde – gerade im kompetitiven Bereich wirkt der Standard-DualSense dagegen fast behäbig.

Action- und Singleplayer-Games

Razer Raiju V3 Pro im Test – Wenn der DualSense plötzlich schüchtern wirkt - PlayStationInfoAuch hier spielt sich der Raiju angenehm, aber man spürt eine Sache deutlich (dazu gleich mehr bei den Kritikpunkten):
Das typische PS5-Gefühl mit ausgefeilter Haptik fehlt.
Rein steuerungstechnisch ist alles top – die Tasten reagieren exzellent, das Pad liegt auch nach Stunden noch bequem in der Hand – aber storylastige Spiele wirken etwas „steriler“ als mit dem DualSense.


Kritikpunkt 1: Keine Haptik, keine adaptiven Trigger

Der größte Nachteil des Raiju V3 Pro ist für viele gleichzeitig ein Dealbreaker:

Er unterstützt weder die adaptiven Trigger noch das ausgefeilte haptische Feedback des DualSense. (The Verge)

Rumble gibt es zwar in reduzierter Form, aber nicht die feinen, aufwendig gemappten Effekte, die Sony bei vielen First-Party-Titeln nutzt.
Kein Spannungseffekt beim Bogen, kein immersives Regenprasseln im Controller, kein „Gefühl“ für Untergründe.

Für reine Multiplayer-Shooter ist das egal, teilweise sogar ein Vorteil – weniger Ablenkung, klarere Inputs.
Für cineastische Story-Games ist es ein echter Komfortverlust. Wer seine PS5 genau wegen DualSense-Features liebt, muss sich klar fragen, ob er darauf verzichten möchte.


Kritikpunkt 2: Das D-Pad – keine Katastrophe, aber nicht auf Pro-Niveau

Der zweite Schwachpunkt ist das D-Pad:

  • Es ist als 8-Wege-Cruciform ausgelegt,
  • fühlt sich aber laut mehreren Tests und meinem Empfinden etwas „matschig“ an, nicht so präzise wie z. B. beim DualSense oder bei guten Fightpads.

Für Shooter und die meisten Action-Spiele ist das verschmerzbar.
Wer aber viele Fighting-Games spielt oder sehr präzise Steuerkreuz-Eingaben braucht, sollte das im Hinterkopf behalten.


Kritikpunkt 3: Der Preis – Premium heißt auch Premiumpreis

Razer Raiju V3 Pro im Test – Wenn der DualSense plötzlich schüchtern wirkt - PlayStationInfoMit rund 220 € UVP ist der Razer Raiju V3 Pro teurer als ein DualSense Edge und deutlich teurer als normale Controller.

Man bekommt dafür:

  • TMR-Sticks (driftresistent)
  • 6 extra Tasten
  • HyperTriggers
  • sehr gute Wireless-Technik
  • lange Akkulaufzeit
  • Case & Zubehör

Aber: Für Gelegenheitsspieler ist das eindeutig Overkill. Der Controller richtet sich klar an:

  • ambitionierte Ranked-Spieler
  • E-Sport-Interessierte
  • oder Leute, die einfach gerne perfektes Eingabe-Feedback wollen und bereit sind, dafür zu zahlen.

Fazit – Für die einen „Must-Have“, für die anderen „zu viel des Guten“

Der Razer Raiju V3 Pro ist kein Controller für jeden.
Er ist ein Werkzeug – gebaut für Spieler, die wirklich ernsthaft zocken, vor allem im kompetitiven Bereich. Dort liefert er:

  • fantastische Präzision,
  • extrem schnelle Reaktionszeiten,
  • viele Konfigurationsmöglichkeiten
  • und eine starke Ergonomie.

Seine Schwächen liegen genau dort, wo der DualSense stark ist: Immersion. Keine adaptiven Trigger, keine feine Haptik, ein nur durchschnittliches D-Pad – das nimmt ihm etwas PS5-Magie, sorgt aber für maximale Klarheit im Input.

Wenn du hauptsächlich Multiplayer-Games spielst und den Controller eher als „E-Sport-Werkzeug“ siehst, ist der Raiju V3 Pro eine brutal starke Option.
Wenn du vor allem Singleplayer-Blockbuster liebst und das DualSense-Gefühl feierst, wirst du mit einem normalen DualSense oder DualSense Edge wahrscheinlich glücklicher.


Bewertung: 8,0 / 10

Ein hervorragender Pro-Controller mit klarer Ausrichtung auf Performance. Technisch top, aber mit bewusst in Kauf genommenen Komforteinbußen.


Pro & Contra

✅ Pro

  • Sehr präzise, driftresistente TMR-Sticks
  • HyperTriggers mit umschaltbarem kurzem/digitalem Hub
  • 6 frei belegbare Zusatztasten (4 Paddles + 2 Bumper), teils abnehmbar
  • Stabile 2,4-GHz-Verbindung & USB-C, sehr geringe Latenz
  • Lange Akkulaufzeit (bis zu ~36 Stunden)
  • Hochwertige Verarbeitung, gutes Case und Zubehör
  • Umfangreiche Anpassung per App / Synapse (Profile, Deadzones, Kurven)

❌ Contra

  • Keine adaptiven Trigger, keine DualSense-Haptik – Immersionsverlust
  • D-Pad nicht auf dem Niveau des restlichen Controllers
  • Sehr hoher Preis, eher für ambitionierte Spieler sinnvoll

Zum Controller

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