Mittwoch, Februar 11, 2026
NewsDeus Ex Remastered: Original-Art Director kritisiert neue Grafik

Deus Ex Remastered: Original-Art Director kritisiert neue Grafik

Die Ankündigung von Deus Ex Remastered sorgte für Aufsehen: Eine moderne Neuauflage des legendären Rollenspiels von 2000, das bis heute als Meilenstein des Cyberpunk-Genres gilt. Doch während viele Fans begeistert sind, zeigte sich einer der ursprünglichen Entwickler tief enttäuscht – und das bereits nach dem ersten Trailer.


„Was zum Teufel soll das sein?“ – Scharfe Worte von Jerry O’Flaherty

In einem Gespräch mit FRVR reagierte Jerry O’Flaherty, einer der Art Directors des Originalspiels, mit unverhohlener Kritik, als er den Trailer zu Deus Ex Remastered zum ersten Mal sah.

„Was zum Teufel soll das sein? Nein, das hätte man gar nicht erst machen dürfen. Ich entschuldige mich bei allen Beteiligten. Oh Gott … nein. Wenn ihr es schon macht, okay, warum nicht? Aber warum beurteile ich es überhaupt?“

O’Flaherty, der für den visuellen Stil des Originals mitverantwortlich war, wirkte sichtlich verlegen – doch seine Worte treffen einen empfindlichen Punkt: Den Verlust künstlerischer Identität durch den Trend zum Fotorealismus.


Der Charme des Originals lag in seiner Begrenzung

Laut O’Flaherty lebte Deus Ex von seiner kreativen Darstellung innerhalb technischer Einschränkungen. Da 2000 noch kein realistisches Rendering möglich war, mussten Entwickler auf Stilmittel und Fantasie zurückgreifen.

„Ich erwähne immer die Nase. Man malt sie, setzt einen kleinen weißen Punkt, und plötzlich wirkt es, als würde sie Licht reflektieren. Man spürt es einfach. Und plötzlich sieht sie realistisch aus. Heute erledigt das alles die Technik – aber das ist nicht immer besser.“

- Advertisement -

Der Künstler betont, dass es in der Kunst – und damit auch in Videospielen – nicht um pure Realität gehe, sondern um Stimmung und Ausdruck.

„Realität ist nicht immer das, was man braucht. Diese kleine Nuance, dieser subtile Akzent kann stärker wirken. Deshalb simuliert Hollywood Licht – nicht, weil es echt aussieht, sondern weil es sich richtig anfühlt.“


„Das perfekte Team zur perfekten Zeit“

O’Flaherty erinnerte im Interview auch daran, wie besonders die Entstehung des ursprünglichen Deus Ex war. Das Spiel entstand unter der Leitung von Warren Spector und gilt als einer der einflussreichsten Titel seiner Ära – ein Mix aus Rollenspiel, Shooter und philosophischem Thriller.

„Es war eine dieser seltenen Situationen, in denen das perfekte Team für ein Projekt zusammenkommt. Alles hat einfach gepasst.“

Diese kreative Chemie, so O’Flaherty, sei kaum reproduzierbar – und ein modernes Remaster riskiere, genau das zu zerstören, was Deus Ex einst so einzigartig machte.


Warum das Remaster trotzdem erscheint

Trotz der Kritik steht die Neuauflage kurz bevor: Deus Ex Remastered erscheint am 5. Februar 2026 für PlayStation 5, Xbox Series X/S, Nintendo Switch und PC.

Laut Publisher Square Enix soll das Spiel eine vollständig überarbeitete Grafik, flüssigeres Gameplay und verbesserte Performance bieten – bei gleichzeitigem Erhalt der ursprünglichen Story und Spielmechanik.

Doch O’Flaherty ist überzeugt: Eine Remaster-Version sollte sich auf technische Verbesserungen beschränken – nicht auf eine komplette visuelle Neuinterpretation.


Nostalgie vs. Neuinterpretation

Die Debatte um Deus Ex Remastered spiegelt ein bekanntes Problem der Branche wider:
Wann wird ein Remake zur Hommage – und wann zur Verfälschung?

Viele Fans begrüßen die Chance, einen Klassiker neu zu erleben. Andere, wie O’Flaherty, fürchten den Verlust des ursprünglichen Flairs.

Eines steht fest: Deus Ex Remastered wird nicht nur ein Test für moderne Technik, sondern auch ein Prüfstein für die Balance zwischen Innovation und Respekt vor dem Original.

Quelle:https://www.thegamer.com/deus-ex-remastered-visuals-old-art-director-slams/


Jetzt einkaufen und unterstützen

*Unsere Seite enthält Affiliate-Links zu Amazon. Ihr unterstützt uns durch eure Einkäufe, ohne dass zusätzliche Kosten für euch anfallen.

2 Kommentare