Die aktuelle Lage der Spielebranche bleibt angespannt. Entlassungen, Studio-Schließungen und verschobene Projekte gehören inzwischen fast zum Alltag. Nun hat sich auch John Romero zur Situation geäußert und findet deutliche Worte.
Der Doom- und Quake-Mitgründer sieht die Branche aktuell in einer schwierigeren Lage als während des Videospiel-Crashs von 1983. Gemeinsam mit Brenda Romero sprach er in einem Interview mit GamesIndustry.biz über die aktuellen Probleme der Branche und die Unsicherheit, die viele Entwickler derzeit spüren.
Romero vergleicht die Lage mit dem Crash von 1983
John Romero gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Spielebranche. Gemeinsam mit id Software prägte er das FPS-Genre mit Spielen wie Wolfenstein 3D, Doom und Quake.
Umso deutlicher fallen seine Aussagen zur aktuellen Situation aus. Laut Romero befinde sich die Branche derzeit an einem „wirklich schrecklichen Ort“.
Er erklärte, dass zwar oft auf den großen Videospiel-Crash der 1980er Jahre verwiesen werde, die aktuelle Lage sich für viele Entwickler aber sogar noch drastischer anfühle.
Entlassungen treffen fast jeden Bereich
Vor allem die hohe Zahl an Entlassungen sorgt laut Romero für große Unsicherheit. Kaum jemand kenne aktuell keine Kollegen, Partner oder Freunde, die bereits von Stellenabbau betroffen seien.
In den vergangenen Monaten haben zahlreiche große Unternehmen Mitarbeiter entlassen oder ganze Studios geschlossen. Betroffen waren unter anderem Teams von Sony, Microsoft, Ubisoft, Electronic Arts und vielen kleineren Studios.
Dadurch wächst die Sorge, dass sich die Situation in den kommenden Monaten weiter verschärfen könnte.
Auch Romero Games blickt vorsichtig in die Zukunft
Brenda Romero erklärte im Interview, dass Romero Games zwar weiterhin existiere und an neuen Projekten arbeite, die Lage aber auch dort nicht sorgenfrei sei.
Sie betonte, dass das Studio bislang nie geschlossen wurde und die aktuelle Situation bisher überstanden habe. Gleichzeitig räumte sie ein, dass viel davon abhängen werde, wie sich 2026 und 2027 entwickeln.
Sollte sich die Krise weiter verschärfen, könnten noch deutlich mehr Studios in Schwierigkeiten geraten.
Generative KI sorgt für zusätzlichen Druck
Ein weiteres Thema im Interview war der zunehmende Druck rund um generative KI. Laut Brenda Romero gebe es aktuell starken Druck auf Entwicklerstudios, künstliche Intelligenz stärker einzusetzen.
Gleichzeitig gebe es aber auch viel Widerstand von Entwicklern und Spielern, die KI-generierte Inhalte kritisch sehen.
John und Brenda Romero betonten, dass Romero Games derzeit keine generative KI in der Spieleentwicklung einsetzt.
Schwierige Jahre für die gesamte Branche
Die Spielebranche befindet sich aktuell in einer Phase großer Unsicherheit. Steigende Entwicklungskosten, längere Produktionszeiten und enttäuschende Verkaufszahlen setzen viele Studios unter Druck.
Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Spieler immer weiter. Große AAA-Projekte kosten inzwischen hunderte Millionen Dollar und benötigen oft fünf bis sieben Jahre Entwicklungszeit.
Vor diesem Hintergrund wirken die Aussagen von John Romero besonders alarmierend. Wenn selbst Branchenveteranen die Lage als schlimmer als den Crash von 1983 beschreiben, zeigt das, wie groß die Herausforderungen derzeit tatsächlich sind.
Quelle:
https://www.videogameschronicle.com/news/john-and-brenda-romero-say-the-industry-feels-crashier-than-the-us-game-crash-of-1983-did/




