NewsMarathon (PS5) Test – Bungies Extraction-Shooter zwischen Risiko, Spannung und Experiment

Marathon (PS5) Test – Bungies Extraction-Shooter zwischen Risiko, Spannung und Experiment

Mit Marathon wagt Entwickler Bungie ein mutiges Comeback. Die traditionsreiche Marke aus den 90er-Jahren kehrt zurück – allerdings nicht als klassischer Story-Shooter, sondern als moderner PvPvE-Extraction-Shooter.

Das Studio hinter legendären Serien wie Halo und Destiny ist bekannt für präzises Gunplay und langlebige Multiplayer-Systeme. Genau diese Stärken sollen auch Marathon tragen. Gleichzeitig betritt Bungie mit dem Genre der Extraction-Shooter ein Feld, das inzwischen von vielen Konkurrenzspielen geprägt ist.

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Ob der Neustart wirklich überzeugt oder eher ein interessantes Experiment bleibt, zeigt sich erst im Detail.


Ein Klassiker wird neu interpretiert

Der Name Marathon hat für Bungie eine besondere Bedeutung. Das ursprüngliche Spiel erschien bereits 1994 für Apple Macintosh und gehörte damals zu den frühen Science-Fiction-Shootern mit einer vergleichsweise komplexen Hintergrundgeschichte.

Mit der neuen Version verfolgt das Studio jedoch eine völlig andere Richtung. Statt einer klassischen Kampagne setzt Marathon vollständig auf Multiplayer-Gameplay und ein langfristig angelegtes Online-System.

Marathon (PS5) Test – Bungies Extraction-Shooter zwischen Risiko, Spannung und Experiment - PlayStationInfoSpieler übernehmen die Rolle sogenannter Runner – künstlich erschaffene Körper, die von digitalisierten Bewusstseinen gesteuert werden. Diese werden auf eine verlassene Kolonie im Tau-Ceti-System geschickt, um wertvolle Technologie zu bergen und die Ursachen für das Verschwinden der ursprünglichen Siedler zu untersuchen.

Die Geschichte wird dabei nur indirekt erzählt. Statt umfangreicher Zwischensequenzen setzt Bungie auf Umgebungsdetails, Funksprüche und versteckte Lore-Einträge.

Das sorgt zwar für eine geheimnisvolle Atmosphäre, gleichzeitig könnten Spieler, die eine klare Story erwarten, etwas enttäuscht sein.


Gameplay: Risiko und Belohnung bestimmen jede Runde

Im Kern ist Marathon ein klassischer Extraction-Shooter.

Spieler starten allein oder im Team auf einer großen Karte, suchen nach wertvoller Ausrüstung und versuchen anschließend, lebend einen Extraktionspunkt zu erreichen.

Der zentrale Mechanismus des Genres sorgt dabei für hohe Spannung:

Wer während einer Mission stirbt, verliert sämtliche Ausrüstung, die er mitgebracht oder gefunden hat.

Dieser Risiko-Belohnungs-Mechanismus sorgt dafür, dass jede Entscheidung Gewicht bekommt. Bleibt man länger auf der Karte, um noch mehr Loot zu sammeln – oder zieht man sich frühzeitig zurück, um den bisherigen Fortschritt zu sichern?

Zusätzlich kämpfen Spieler nicht nur gegeneinander. Auf den Karten patrouillieren auch KI-Gegner, die wichtige Ressourcen bewachen.

Diese Mischung aus:

  • PvP-Gefechten gegen andere Spieler
  • PvE-Kämpfen gegen KI-Gegner
  • taktischer Planung und Loot-Management

bildet das Fundament des Spiels.


Gunplay gehört weiterhin zur Bungie-Elite

Eine der größten Stärken von Marathon ist ohne Zweifel das Waffenhandling.

Hier zeigt sich sofort Bungies Erfahrung aus Jahrzehnten im Shooter-Genre. Waffen reagieren präzise, vermitteln ein klares Trefferfeedback und fühlen sich insgesamt sehr direkt an.

Ob Sturmgewehr, Pistole oder Spezialwaffe – jede Waffe besitzt ein eigenes Spielgefühl.

Auch akustisch überzeugen die Gefechte. Schüsse klingen kraftvoll und vermitteln eine deutliche Rückmeldung über Treffer und Distanz.

Allerdings gibt es auch einen Punkt, der nicht jedem Spieler gefallen dürfte:
Die Time-to-Kill ist relativ niedrig. Kämpfe können daher sehr schnell entschieden sein. Wer überrascht wird, hat häufig kaum Zeit zu reagieren.

Das erhöht zwar die Spannung, kann aber gelegentlich auch frustrierend wirken.


Anspruchsvoller Einstieg

Ein häufiger Kritikpunkt vieler Extraction-Shooter zeigt sich auch bei Marathon: der Einstieg.

Marathon (PS5) Test – Bungies Extraction-Shooter zwischen Risiko, Spannung und Experiment - PlayStationInfoDas Spiel erklärt seine Systeme nur begrenzt. Besonders neue Spieler müssen viele Mechaniken zunächst selbst entdecken.

Dazu gehören beispielsweise:

  • das komplexe Inventarsystem
  • Modifikationen für Ausrüstung
  • Fortschritts- und Upgrade-Systeme

Gerade in den ersten Stunden kann das Spiel deshalb etwas überfordernd wirken.

Mit zunehmender Spielzeit entfaltet sich jedoch ein durchaus motivierender Fortschrittskreislauf. Neue Ausrüstung, größere Inventare und verbesserte Ausrüstung erhöhen die Überlebenschancen bei späteren Missionen.

Selbst gescheiterte Runs fühlen sich daher nicht vollständig verloren an.


Artstyle: auffällig und ungewöhnlich

Optisch hebt sich Marathon deutlich von vielen anderen Shootern ab.

Marathon (PS5) Test – Bungies Extraction-Shooter zwischen Risiko, Spannung und Experiment - PlayStationInfoBungie beschreibt den Stil als „Graphic Realism“ – eine Mischung aus futuristischem Design und stilisierten Farben.

Die Spielwelt ist geprägt von:

  • Neonfarben
  • geometrischen Formen
  • starken Kontrasten

Das Ergebnis wirkt teilweise fast wie eine Mischung aus Science-Fiction und grafischem Kunststil.

Während einige Spieler diesen Look als erfrischend anders empfinden dürften, könnte er anderen zu grell oder stilisiert erscheinen.

Fest steht jedoch: Marathon besitzt eine klare visuelle Identität, die sich deutlich von typischen Militärshootern unterscheidet.


Sounddesign als wichtiger Gameplay-Faktor

Neben der Grafik spielt auch der Sound eine große Rolle.

Gerade in Extraction-Shootern sind akustische Hinweise entscheidend. Schritte, entfernte Schüsse oder mechanische Geräusche können wichtige Informationen über Gegnerpositionen liefern.

Hier liefert Bungie eine solide Arbeit ab. Besonders Richtungsgeräusche sind gut umgesetzt und tragen stark zur Atmosphäre bei.

Allerdings kam es in einigen Spielsituationen zu kleineren Problemen mit der Kommunikation im Team, etwa durch unzuverlässige Voice-Chat-Verbindungen.


Marathon Test – Fazit

Marathon ist ein ambitionierter Versuch, eine klassische Marke in ein modernes Multiplayer-Konzept zu überführen.

Das Spiel überzeugt vor allem durch:

  • starkes Gunplay
  • spannende Risiko-Belohnungs-Mechanik
  • eine ungewöhnliche visuelle Präsentation

Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass das Spiel noch einige Schwächen besitzt.

Der Einstieg ist vergleichsweise schwer, manche Systeme wirken unnötig kompliziert und auch die Benutzeroberfläche könnte übersichtlicher sein.

Trotzdem besitzt Marathon eine solide Grundlage. Sollte Bungie das Spiel langfristig weiterentwickeln und auf Feedback aus der Community reagieren, könnte sich der Shooter in Zukunft deutlich weiterentwickeln.

Aktuell bleibt Marathon ein interessantes, aber nicht vollständig ausgereiftes Multiplayer-Erlebnis.


Wertung: 7 / 10


Pro

✔ sehr präzises und befriedigendes Gunplay
✔ hohe Spannung durch Extraction-Gameplay
✔ eigenständiger Grafikstil
✔ motivierendes Fortschrittssystem

Contra

✖ schwieriger Einstieg für neue Spieler
✖ teilweise unübersichtliche Menüs
✖ Story eher im Hintergrund
✖ einige technische und Komfortprobleme

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