Die geplante Übernahme von Electronic Arts durch ein von Saudi-Arabien geführtes Konsortium stößt in den USA auf wachsenden Widerstand. Während die Aktionäre des Publishers dem rund 50 Milliarden US-Dollar schweren Buyout nahezu geschlossen zugestimmt haben, melden sich nun auch politische Stimmen mit deutlicher Kritik zu Wort.
Offener Brief an die US-Wettbewerbsbehörde
Insgesamt 46 Kongressabgeordnete der Demokratischen Partei haben einen offenen Brief an die Federal Trade Commission (FTC) unterzeichnet. Darin fordern sie eine besonders strenge Prüfung der geplanten Übernahme. Angeführt wird die Initiative von den Vorsitzenden des Labor Caucus, Steven Horsford und Debbie Dingell.
Die Abgeordneten äußern darin „ernsthafte Bedenken“ hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf Wettbewerb, Arbeitsplätze und Arbeitnehmerrechte in der Spielebranche.
Sorge um Jobs und Marktmacht
Konkret wird befürchtet, dass der neue Eigentümer – der saudi-arabische Public Investment Fund (PIF) – nach der Übernahme massive Kostensenkungen anstreben könnte. Dies könne zu Entlassungen und Studioschließungen führen, wie sie in der Branche zuletzt häufiger zu beobachten waren.
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Darüber hinaus sehen die Abgeordneten mögliche Verstöße gegen das Kartellrecht. EA zählt bereits zu den marktbeherrschenden Akteuren im globalen Spielemarkt. Eine weitere Konzentration von Macht könne die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Branche gefährden.
Kritik an „Common Ownership“
Ein weiterer zentraler Kritikpunkt ist das sogenannte Common Ownership. Der Public Investment Fund hält bereits Beteiligungen an mehreren großen Spieleunternehmen, darunter Nintendo, Take-Two Interactive und die Embracer Group. Laut den Kongressmitgliedern erleichtere eine solche Eigentümerstruktur die branchenweite Umsetzung arbeitnehmerfeindlicher Maßnahmen und schwäche den Wettbewerb.
Der Brief verweist zudem auf die Richtlinien der FTC, wonach Zusammenschlüsse, die Löhne, Beschäftigung oder die Nachfrage nach Arbeitskräften negativ beeinflussen, besonders kritisch zu prüfen seien.
Zustimmung der Investoren – aber nicht der Politik
Bemerkenswert ist der Gegensatz zwischen Kapitalmarkt und Politik: Rund 99 Prozent der EA-Investoren sollen der Übernahme zugestimmt haben. In der Öffentlichkeit und nun auch im US-Kongress ist die Stimmung jedoch deutlich gespaltener.
Ob die Intervention der Abgeordneten Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Verfahrens haben wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die geplante EA-Übernahme wird nicht nur wirtschaftlich, sondern zunehmend auch politisch zu einem brisanten Thema.
Quelle:https://laborcaucus.house.gov/sites/evo-subsites/laborcaucus.house.gov/files/evo-media-document/letter-to-ftc-on-proposed-acquisition-of-electronic-arts-ea.pdf
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