Ein ehemaliger Spitzenmanager der Assassin’s Creed-Reihe hat Klage gegen Ubisoft eingereicht. Der Fall sorgt aktuell für Aufmerksamkeit in der Spielebranche, da es um einen Schadensersatz in Millionenhöhe und um die Umstrukturierung eines der wichtigsten Franchises des Unternehmens geht.
Millionenforderung vor Gericht in Quebec
Laut übereinstimmenden Berichten kanadischer Medien fordert Marc-Alexis Côté rund 1,3 Millionen US-Dollar Schadensersatz. Die Klage ist vor einem Gericht in der kanadischen Provinz Quebec anhängig und bezieht sich auf Ereignisse aus der zweiten Jahreshälfte 2025.
Côté war über 20 Jahre für Ubisoft tätig und prägte die Entwicklung der Assassin’s Creed-Reihe maßgeblich. Seit März 2022 bekleidete er die Position des Vizepräsidenten und Executive Producers der gesamten Marke.
Streit um neue Rolle nach Umstrukturierung
Im Oktober 2025 gab Ubisoft bekannt, dass Côté das Managementteam verlässt. Gleichzeitig erklärte das Unternehmen, ihm sei eine neue Position im neu gegründeten Vantage-Studio angeboten worden. Dieses Studio sollte künftig die Entwicklung von Assassin’s Creed sowie weiterer zentraler Marken koordinieren.
Nach Angaben Ubisofts habe Côté dieses Angebot abgelehnt. Ein leitender Mitarbeiter des neuen Studios äußerte öffentlich sein Bedauern über diese Entscheidung. Der ehemalige Manager widersprach dieser Darstellung jedoch umgehend in sozialen Medien. Er betonte, nicht freiwillig gegangen zu sein und seine Aufgaben weiterhin erfüllt zu haben, bis er zum Rücktritt aufgefordert worden sei. Persönliche Vorwürfe gegen das Unternehmen wies er dabei zurück.
Vorwurf der konstruktiven Kündigung
Aus der Klageschrift, auf die sich unter anderem Radio-Canada beruft, geht hervor, dass Côté die angebotene Rolle beim Vantage-Studio als deutliche Einschränkung seiner bisherigen Befugnisse und seines Einflusses empfand. Die Umstrukturierung habe seine Position innerhalb des Unternehmens erheblich geschwächt.
Laut Klage habe Ubisoft ihm letztlich nur die Wahl zwischen unzumutbaren Arbeitsbedingungen oder einem Ausscheiden ohne Abfindung gelassen. Nachdem er die neue Position abgelehnt habe, sei sein Weggang als Kündigung gewertet worden – ohne finanzielle Leistungen.
Die Anwälte des ehemaligen Producers argumentieren, dass es sich nach kanadischem Arbeitsrecht um eine sogenannte konstruktive Kündigung handle. In diesem Fall stünden Côté eine vollständige Abfindung sowie zusätzlicher Schadensersatz zu. Darüber hinaus fordert er die Aufhebung einer Wettbewerbsklausel, die seine Suche nach einer neuen Anstellung behindern soll.
Hintergrund: Umbau bei Ubisoft
Die Gründung der Vantage Studios war Teil einer umfassenden Restrukturierung bei Ubisoft. Diese Maßnahmen wurden in einer wirtschaftlich angespannten Phase umgesetzt und sollten das Management der wichtigsten Marken neu ausrichten. Ziel war es, Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und den Entwicklerteams mehr Eigenverantwortung zu geben.
Wie das Gericht den Fall bewertet und welche Auswirkungen das Verfahren auf Ubisoft haben könnte, bleibt abzuwarten.
Quelle:https://gamerant.com/former-assassins-creed-boss-ubisoft-lawsuit/
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