Vor den Standorten von Rockstar Games und Publisher Take-Two Interactive finden derzeit Protestaktionen statt. Auslöser sind rund 40 Entlassungen, die laut Gewerkschaften im Zusammenhang mit internen Versuchen stehen sollen, eine betriebliche Interessenvertretung aufzubauen. Die Vorwürfe wiegen schwer: den betroffenen Mitarbeitenden zufolge handelt es sich um Union-Busting, also die gezielte Behinderung gewerkschaftlicher Organisation.
Rockstar Games hingegen bestreitet diese Darstellung. Das Unternehmen erklärt, die Entlassungen seien aufgrund von „schwerem Fehlverhalten“ erfolgt. Mehrere der betroffenen Personen sollen laut Rockstar in privaten Gruppen betroffenes Material diskutiert oder weitergegeben haben – darunter Inhalte aus internen Entwicklungsprojekten.
Stimme eines entlassenen Mitarbeiters
Im Rahmen des Protests wurde eine Nachricht eines ehemaligen Mitarbeiters öffentlich verlesen. Darin heißt es:
„Ich wurde ohne Vorwarnung, ohne Beweise und ohne Chance, mich zu äußern, entlassen. Nur, weil ich in einem privaten Chat mit Kollegen gesprochen habe. Wir wollten niemandem schaden, sondern uns gegenseitig unterstützen und über unsere Arbeitsbedingungen reden. Es fühlt sich zutiefst unfair an.“
Gewerkschaften wie die IWGB (Independent Workers’ Union of Great Britain) fordern die Wiedereinstellung der Betroffenen und kündigen an, rechtliche Schritte zu prüfen.
Rockstar hält an seiner Position fest
Take-Two Interactive äußerte sich inzwischen ebenfalls:
„Rockstar Games hat eine geringe Anzahl von Personen aufgrund schwerer Verstöße entlassen – und aus keinem anderen Grund. Unsere Kultur basiert auf Zusammenarbeit, Qualität und gegenseitigem Respekt.“
Damit stellt das Unternehmen klar, die Vorwürfe der gewerkschaftlichen Behinderung für unbegründet zu halten. Die Situation bleibt jedoch angespannt.
Proteste in Edinburgh und London
Die Proteste finden sowohl am Rockstar-North-Studio in Edinburgh als auch vor der Londoner Zentrale von Take-Two statt. Gewerkschaftsgruppen aus dem Spiele- und Kreativbereich haben ihre Unterstützung zugesagt. Ob die Demonstrationen Auswirkungen auf die Unternehmenspolitik haben werden, bleibt abzuwarten.
Employee statements being read out via IWGB pic.twitter.com/S5XIauUG2f
— GTA News 🔴 RockstarINTEL.com (@GTAonlineNews) November 6, 2025
Brisantes Timing
Die Vorwürfe kommen zu einem sensiblen Zeitpunkt:
Rockstar Games steht kurz vor der heißen Phase des Marketings zu GTA 6 – einem der meist erwarteten Spiele der letzten Jahre.
Ein Image-Schaden könnte sich direkt auf die öffentliche Wahrnehmung auswirken.
Wie geht es weiter?
Ob es zu Gerichtsverfahren, Schlichtungsgesprächen oder gar Rücknahmen der Entlassungen kommt, ist derzeit offen. Die Gewerkschaften bereiten weitere Aktionen vor, während Rockstar vorerst an seiner offiziellen Darstellung festhält.
Die Entwicklung dürfte die Branche noch länger beschäftigen.
Wie steht ihr dazu?
Ist Rockstar im Recht – oder sind die Proteste gerechtfertigt?
Diskutiert in den Kommentaren.

