Die Gaming-Welt boomt, doch der Spielejournalismus steckt in einer tiefen Krise. Neue Daten von Press Engine zeigen, dass die Zahl professioneller Videospieljournalisten in den letzten zwei Jahren dramatisch gesunken ist. Demnach haben seit Oktober 2023 mehr als 4.000 Menschen die Branche verlassen – darunter über 1.200 Vollzeitjournalisten, die sich komplett aus den Medien zurückgezogen haben.
Ein Rückgang um 25 Prozent
Die Analyse zeigt, dass die Zahl professioneller Gaming-Journalisten in nur 24 Monaten um 25 Prozent zurückging. Besonders betroffen sind etablierte Gaming-Portale wie Gamespot, Polygon und IGN. Allein im letzten Jahr verschwanden über 600 Journalisten aus der Press-Engine-Datenbank – ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Branche weiter schrumpft.
Neben Massenentlassungen sind es vor allem Veränderungen in der Mediennutzung und der digitalen Werbung, die zum Rückgang beigetragen haben.
Ursachen: Von Pandemie-Effekt bis KI
Gareth Williams, Mitbegründer von Press Engine, nennt mehrere Faktoren:
- der enorme, aber kurzzeitige Nachfrageanstieg während der COVID-19-Pandemie,
- ein Mangel an inhaltlicher Diversifizierung,
- die Streuung von Werbebudgets,
- Googles Helpful Content Update und
- der Aufstieg von KI-generierten Zusammenfassungen.
Williams warnt: „Eine Kombination von Faktoren hat dazu geführt, dass der Spielejournalismus einige seiner besten Talente verloren hat. Unterstützt eure Lieblingsmedien, bevor es nichts mehr zu unterstützen gibt.“
Google, KI und veränderte Nutzergewohnheiten
Auch Alex Donaldson, erfahrener Journalist und Betreiber von RPG Site, sieht die Lage kritisch. Viele Leser suchen heute nicht mehr klassisch über Google, sondern wenden sich direkt an KI-Dienste wie ChatGPT. Zudem verschärfen Googles eigene KI-Snippets die Krise, da Nutzer Antworten bereits in den Suchergebnissen erhalten – ohne die Originalseiten zu besuchen.
Donaldson betont: „Wenn die Leute weiterhin hochwertige Inhalte von Vollzeitprofis lesen möchten, müssen sie diese unterstützen – sonst verlieren sie sie.“
Fehlentscheidungen der Konzerne
Neben den technischen Veränderungen trägt auch die Konzernpolitik großer Medienhäuser zur Misere bei. Unrealistische Erwartungen, fehlende Transparenz und strategielose Entscheidungen haben laut Branchenexperten die Lage verschärft. In dieser Woche etwa mussten erneut zahlreiche talentierte Mitarbeiter entlassen werden – ein weiteres Zeichen für die Unsicherheit im Gaming-Journalismus.
Quelle:https://www.videogameschronicle.com/news/more-than-1200-games-journalists-have-left-the-media-in-the-last-two-years/
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Ich finde es gut, dass es unabhängige Seiten gibt. Vielleicht sollten mehr so arbeiten.
Es ist schade zu hören, dass viele Journalisten die Branche verlassen. Hoffentlich gibt es eine Lösung.
Das klingt interessant. Ich frage mich, ob die Unabhängigkeit der Redaktionen wirklich helfen kann.